Tag-Archiv für 'youth-of-today'

Samstag in Berlin.

Stimmt 10 Uhr überhaupt? Naja, Antifa heißt früher aufstehen:
berlin

Animal Collective – Fireworks

Jody Barton

Sehr, sehr geil:


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Zurück

♥Tekknoatze ist wieder zurück. Nachdem ich mich am 24. abgeschoßen hatte, das ich am 25. Abends noch in den Genuss des ausklingenden Rausches gekommen bin. Egal. Am 25. Mittags hatte ich dann die Ehre von einem dieser Provinzbahnhöfe wieder in die schillernde Metropole Hannover zurückzukehren. Weil es die Bahn ist und das ein pünktlich sein wahrscheinlich kategorisch ausschließt hatte ich die zweifelhafte Ehre noch ein wenig die elenden Betonlandschaften westdeutscher Industriekultur anzugucken. Sah ungefähr so aus nur wesentlich höher und ohne Baum.
Lesen konnte ich zum Zeitvertreib auch nicht, dabei gab es sogar ein mannigfaltiges Angebot. Irgendwann ist dann der Zug doch noch gekommen und ich konnte mich niederlassen. Neben mir dann so ein Jungspund von der Bundeswehr, der ganz motiviert dabei war. Als er zwischendurch einen Kameraden anrief um ihn zu fragen ob er denn Morgen (also jetzt schöne Grüße Arschloch) Wache schieben würde dachte ich kurz an Wehrkraftzersetzung, es ging aber nur um die Rückfahrt. Schade eigentlich.
Kein Schlaf hat mich dann immerhin dazu gebracht im Zug mal einzupennen während ziemlich laut Tekkno aus meinen Kopfhörern schallte, hat aber irgendwie niemanden gestört.
Als ich aufwachte war der Bundi verschwunden möge der Pott ihn fressen. Dafür saß da nun eine etwas ältere Dame, die unglaublich in irgendein Parfüm eingenebelt war . Im Zug fällt das immer schwer mit niemanden Blickkontakt aufzunehmen, meine miesepetrigen Ausnüchterungsversuche wurden mit einem Lächeln kommentiert, wie nebenbei jedes Mal wenn ich aus dem Halbschlaf aufgewacht bin und den Fehler gemacht habe meinen Blick vom Fenster abzuwenden.
Das gute am ICE ist, dass der regelmäßig mal kaputt geht und dann der Aufschrei groß ist, solange er mit mir drin unterwegs ist allerdings seit Jahren sein Pensum zuverlässig abspult. Auch wenn die Leser_innenbriefe im aktuellen Spiegel von irgendwelchen Ingenieuren mich schon ein wenig beunruhigt haben.
Irgendwann (jetzt kommt der Teil, der auch eine Halluzination sein könnte) ist der Zug dann auch durch diesen urbanen Mythos namens Bielefeld gefahren, bzw. hat dort sogar gehalten. Ich habe die Chance natürlich genutzt um irgendeinen Beweis für die Existenz dieses Städtchens zu finden, gab es aber irgendwie nicht wirklich außer den üblichen Schwimmbad- und Kinokulissen. Immerhin ist Bielefeld bis jetzt die einzige Stadt gewesen, in der mal ein echter Nazi, kein Bulle oder Soldat oder DB-Wachspinner, in den Zug eingestiegen ist, soviel Achtlosigkeit hätte ich der Medienagentur Bielefeld beim Statist_innencasting eigentlich nicht zugetraut. Ich glaube um Bielefeld sollten sich mal die MythBusters kümmern.
Zuhause angekommen musste noch schnell ein Entertaimentprogramm ausgewält werden, irgendwie kam es zu Californication, eine unglaublich lustige und zum Schluß gar ein wenig spannende Serie. Auch wenn sie immer als Sex and the City für Männer beschrieben wurde konnte ich diese Allegorie kaum aufbringen. Hank Moody hat ja immerhn schon eine Familie samt Kind und versucht geradezu krampfhaft diese wieder ins Lot zu bringen. Wenn man die letzte Folge aus Zufall schon vorher gesehen hatte fehlt leider ein wenig die Spannung, bei nochmaligem Gucken der letzten Folge ist diese aber noch besser, weil mein alles angesprochene kennt und sich nochmal nachträglich drüber amüsieren kann. Mit gerade einmal 6 Stunden (12 Folgen a 30 Minuten) ist Californication nebenbei die perfekte Nachmittagsunterhaltung.
Jetzt werd ich mich wohl mal in den neuen Schal werfen meine Schuhe anziehen und meinen Magen wieder auf den neuesten Stand der Ernährung bringen und mich dann zu Allem Überfluss auch noch entscheiden was denn, wie und wo gefeiert wird, oder ob überhaupt, man wird ja nicht jünger.

♥Tekknoatze

Kleiner Nachtrag noch: Der Irrelevanzgewinn dieses Blogs wenn mal ein paar Tage keinen Unsinn in die Welt hinausbläst ist unglaublich. Und trotzdem schaff ich es irgendwie die 100 am wenigsten Irrelevanten Blogs nicht zu verlassen.

Schwein und Mensch oder der Irrweg durch die abschaffenswerten Institutionen eines verachtenswerten Staates I

Das erste Problem an diesen Institutionen sind, dass sie den normalen Tagesablauf eines durchschnittlichen Jugendarbeitslosen (15.00 Uhr aufstehen, danach bis 18.00 Uhr im Bett liegen und BILD Phase2 lesen, dann um 18.30 Sat.1 Computer anmachen, merken, dass nichts mehr zu essen im Haus ist, um 19.00 Uhr zum lokalen Supermarkt tingeln, um 19.30 Uhr gegessen haben um dann um 20.00 Uhr wenn die lohnarbeitenden und studierenden Freund_innen endlich mal fertig sind mit den Drogen anzufangen, vollkommen hacke gegen 06.00 Uhr ins Bett fallen, von vorne) schon mal in den Grundfesten erschüttert. Das fängt dabei an, dass die Agentur für Ausbeutung samt Umfeld (Jobcenter U25, Familienkasse) nur bis 12.00 Uhr aufhat. Da kann das mit dem bis 15.00 Uhr schlafen zu leichten Komplikationen führen. Nun wohl an denn, vorausgesetzt man schafft es sich in die Bahn zu setzen und vom Abend vorher noch halbwegs daneben in die richtige Richtung zu fahren fängt der Ärger ja erst an.
Wenn man da ist kann man sich ungefähr drauf verlassen, dass man die nächsten Monate keine Adventures mehr spielen muss. Die Agentur für Arbeit scheint je nach Einsatzbereich, und davon gibt es massig, verschiedene Lösungen zu verteilen. Man ruft also an um sich zu erkundigen was man denn bräuchte und was man denn tun müsse und kriegt B gesagt. B entscheidet sich grundlegend von dem was im Termin vorher von der bestimmt ebenso kompetenten Kollegin vorrausgesagt wurde. Das was sie prognostizierte was zu tun sei nennen wir mal A.
Man kommt also mit dem guten Gewissen an, dass man sich informiert hat und kann sich sogar noch in Grundzügen dran erinnern, geht zu Schalter 1 beginnt eloquent seine Probleme vorzutragen, bis nach einer kuren Abstimmung mit Supervisor (oder Oberagent für Arbeit?) die Anweisung rausgeht, dass man ja bei Schalter 1 vollkommen fehl am Platze sei, man sich doch bitte bei Schalter 2 anstellen solle. Also nochmal in die Schlange, MP3-Player rausgekramt und gefragt wozu ein Gebäude wie die Agentur für Ausbeutung hunderte Feuerlöscher braucht. Egal, nicht mein Bier. An Schalter 2 dann Prognose B vorgetragen, Wahrsagerin Telefon sagte das sei so richtig und müsse exakt so gemacht werden. Wahrsagerin Schalter nun aber hat eine bessere Idee, denn eigentlich sei Prognose A schon ausreichend und B vollkommen unnötig, A müsse man aber auch nicht machen, viel einfacher gehe das mit C. Für C allerdings ist weder Schalter 1 noch Schalter 2 zuständig, dafür müsse man mal eben kurz zu Schalter 3 wechseln, Schalter 3 hat- immerhin- Stühle zum Warten. Also zwischen lauter Menschen , denen eine Kategorisierung in White-Trash 2.0 zusteht gewartet. Dann immerhin: Prognose C an Schalter 3 ist schon mal gar nicht so schlecht, das ginge so, wird gesagt. »Haben sie denn…« die nächste Frage, aber wie soll man denn haben, wenn man eigentlich damit gerechnet hat Prognose B an Schalter 1 zu erfüllen und dann mit Prognose C auf einmal an Schalter 3 steht? Na das ist immerhin kein Problem.
Noch lustiger wird das dann wenn man aufeinma nicht nur in Behörde I seine Zeit verbringen muss sondern sich dazu noch Behörde II einmischt. Dann ist nämlich auf einmal weder Wahrsager_in Telefon Behörde I für einen zuständig noch Wahrsager_in Telefon Behörde II, sondern man muss sich mit der persönlichen Sachwahrsager_in zu einer Runde Gläser rücken verabreden. Übrigens hat man dann plötzlich, obwohl niemand mehr zuständig ist, zwei persönliche Sachwahrsager_innen.
Unmut darüber können die Wahrsager_innen, dabei ist es dann egal ob Schalter, Telefon oder Sach, aber nicht nachvollziehen. »Sie sind ja selber…«. Doing. Wenn die RAF schon Bullen von Menschen zum Schwein machen durfte und selbst die Verganer_innen meines engeren persönlichen Umfelds an dieser Einschätzung nichts verwerfliches finden, dann gibt es für die Agentur für Arbeit nur noch: Der Wahrsager bei der Agentur für Arbeit, dem eine Faust in Gesicht fliegt, ist eines: Ein armes Schwein, das selbst schuld hat.
Keinen Mitleid kann ich für Berufs- (in doppeltem Sinne gleich) Wahrsager_innen empfinden, die viel versprechen aber eigentlich keine Ahnung haben, zur Not aber 23 (mindestens) durchnhummerierte Broschüren, »in der steht alles drin, das müssten sie mal lesen.« Wenigstens keine Berufsdeutschen gesehen, die scheinen da eine riesige Fanbase zu haben, Aufkleber von deren Warte haben nämlich eine wig lange Halbwertszeit. Morgens halb 10 in Deutschland. Das Problem übrigens ist einfach zu lösen: Einmal im Monat bei Schalter 3 melden reicht vollkommen, das ist nebenbei die Lösung, ich nenne sie mal D.

Vielen Dank für soviel Sachkenntnis
♥Tekknoatze

When we were young…

♥Tekknoatze ist gar nicht so jung wie er mal dachte. Die Süddeutsche schreibt über die Jugendworte des Jahres 2008 und ich kenn kein einziges. Herzlich Willkommen in der Altersteilzeit heißt es wohl bald. When we were young.