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Bomber über Dresden.

Darum geht es Bomber, die Bomben über Dresden abgeworfen haben. »Bombenholocaust« sagen die einen, »Opfer wie alle anderen« die nächsten und die vernünftigsten sagen »Selbst dran schuld« oder »Sowas kommt von sowas«.
Dann kommen die an, die »Bombenholocaust« einst als Wort erfanden. Und das jedes Jahr. In den vergangenen Jahren wurde Dresden und den armen deutschen Opfer in einer immer größer werdenden Demonstration gedacht.
Mit Nazi-Demonstrationen an sich hat der ideele Gesamtantifa ja kein Problem, schließlich stehen da andere Gruppen der Zivilgesellschaft Gewehr bei Fuß. In Dresden wollen die zivilgesellschaftlichen Gruppen zwar nicht auf dem Trauermarsch mitlaufen. Für eine Kranzniederlegung sind aber wieder alle eins gedenken den Deutschen den die Bomben auf den Kopf gekriegt haben. Wieviele Deutsche eigentlich gestorben sind schien jahrelan nicht klar und Zahlen von 35.000 bis zu 500.000 Toten machten lange Zeit die Runde. Die Organsitoren des Trauermarsches sprachen von 250.000. Die Dresdner Historikerkommission hat in ihrem Bericht festgestellt, dass es ca. 25.000 Tote gewesen seien.
Ob nun 250.000 Tote oder nur 25.000 kann für den Gedenkspleen der Deutschen aber vollkommen ohne Einfluss bleiben. Ihnen geht um darum ihre eigenen Opfer gebührend zu betrauern und Deutschland war ja auch nur ein Täter unter vielen. Die Bomben auf Dresden, Hamburg, Köln und dutzende andere Städte nicht im Kontext von Holocaust, Angriffskrieg und Rassismus zu sehen, die Deutschen als Opfer hinzustellen ist aber nichts anderes als Geschichtsrevisionismus und Bagatellisierung der deutschen Taten. So was kommt eben doch von so was und die Bomben auf Deutschland nicht aus dem luftleeren Raum.
Blicken wir nochmal kurz in die historische Sauce und stellen fest: Wenn Antifaschismus nicht anderes als die Verteidigung der bürgerlichen Herrschaft gegen eine faschistische sei, dann waren Großbritannien, die Sowjetunion und die USA aber mal richtig antifaschistisch.
Am Angebot der Gegenproteste gegen den Naziaufmarsch und das bürgerliche Gedenken ändert sich dieses Jahr was. Neben der Gruppe venceremos, die schon die letzten Jahre die Gegenproteste organisierte, haben sich mit dem no pasaran Bündnis auch IL und Co. eingeklinkt.
no pasaran mobilisieren mit einem Antifa-Aufruf wie aus der Konserve. Der Blick auf gesamtgesellschaftliche Zustände wird zugunsten der Nazis aufgegeben, um niemanden zu verschrecken oder wie es dann auch immer genannt wird.
Lange Besprechungen einzelner Passagen sehe ich ls unnötig an, soviel gibt es gar nicht zu sagen, es bleibt der Nachgeschmack Nationalismus wär eine Sache der bösen Nazis in »Sachsen rechts außen«. Kapitalismus hingegen als ideologieförderndes Moment bleibt ganz außen vor.
Empfehlenswert find ich den Aufruf von venceremos: »Keine Versöhnung mit Deutschland« sowie aus dem Dorf nebenan den Aufruf der Gruppe Gegenstrom und der Basisgruppe Geschichte: »Dresden- ein unzerstörbarer Mythos?«

♥Tekknoatze