Tag-Archiv für 'sexism'

Kurz verlinkt 2010-02-02

just – Neues vom Fall Citygroove | The Curvature – Reproductive Coercion ist Sexual Violence | Alex Feuerherdt – Gottes Rottweiler | Verbrochenes – »In deinem Alter war Hitler schon Aquarellzeichner« | associazione delle talpe; Rosa Luxemburg Initiative Bremen (Hrsg.) – Staatsfragen -Einführungen in die materialistische Staatskritik | Manfred Freiling (GegenStandpunkt) – Demokratische Meinungsbildung – wie geht das? Eine Woche BILD und SPIEGEL im Januar 2010

Die Schwierigkeit des Neins.

When is it difficult to say »no«? Obviously, if a person is passed out drunk, it can be impossible to verbalize a no. It can also be difficult to say “no” when there is a physical and social power dynamic encouraging you to stay silent—when your sex partner is stronger than you, older than you, more respected than you, more confident than you, 0r simply maler than you (remember the part about everyone just assuming that men have a claim on a woman’s body?) In other words, it can be difficult to say »no« when you find yourself in a rape scenario.

Blog. No Homo.

Grandios:

Vielen Dank i heart digital life

cutted-pasted 26.09.2009

ntv.de – Abtreibungsrecht gelockert

Die Regierung in Madrid beschließt eine Lockerung des restriktiven Abtreibungsrechts in Spanien. Das Kabinett verabschiedete einen Gesetzentwurf, der die bisher geltende Indikationslösung durch eine Fristenregelung ersetzen soll.

gulli.com – Computerspiel löscht Daten von Festplatte

Das Computerspiel „Lose/Lose“ löscht bei dem Abschuss von Gegnern wahllos Dateien auf der Festplatte. Der Autor Zach Gage betrachtet sein Spiel als Kunst.

youtube.com – Hugh Laurie’s song for America – A bit of Fry and Laurie – BBC sketch comedy

Fleisch und Geschlecht.

Fleisch essen ist blöd, weil man dann als Mann große Brüste kriegt. Sagt zumindest Peta. Peta kennt aber natürlich auch ein geniales Rezept um wieder in seine Rolle als brustloser Typ zurückzukehren: Na klar, Vegetarier werden.
Aber was ist denn überhaupt das Problem? Gynäkomastie heißt es und bezeichnet, auf allgemein gesprochen Männer die Brüste haben, die dem gerade existierenden Bild eines Mannes nicht entsprechen. Illustrieren kann das Peta auch echt gut, lieben wir sie doch alle die Brüste (natürlich bei Frauen (TM)):


»Zwischen 30 und 60 Prozent aller Männer entwickeln dieses unmännliche Erscheinungsbild« im Umkehrschluß haben also nur noch noch 40 bis 70% aller Männer™ keine »frauliche[n] Brüste« entwickelt. Das geht natürlich gar nicht an, Mit Brüsten ist der Mann™ nämlich echt kein Mann™ sondern nur noch ein Klumpen, der recht fräulich wirkt.
Diese Unmännlichkeit kann man nun ganz schnell los werden, so Peta, wenn man seine Ernährung umstellt und Vegetarier wird, die Männlichkeit™ scheint gerettet. Oder auch nicht. Denn Peta hält zurecht fest, dass die Hormone, die bei der Züchtung den Tieren versetzt werden in allen tierischen Produkten enthalten sind. Also auch Milch, Eier etc. Diese Köstlichkeiten darf man ja aber zum Glück (oder in diesem Falle für den_die ordentliche_n Peta-Anhänger_in Pech) als Vegetarier_in noch zu sich nehmen. Die Brüste können als ungestört wachsen. Was ein Scheiß. Wenn man der petaschen Logik folgen möchte und seine Männlichkeit™ erhalten möchte empfiehlt dein Magazin für Ernährungsberatung daher: cut out the crap, go vegan (cut out the crap ist ein super Wortpsiel mit dem englischen veg[etatri]an). Alle Leute, die die Risiken einer einer unmännlichen™ Figut nicht so fürchten können aber gerne einfach mal gepflegt über die Dummheiten von Peta lachen.

via

Fußnotenunsinn.

derivat hat mir bei meta.copyriot Beispiel Eins schon vorweggenommen, weil die Linke aber mehr als ein Buch geschrieben hat finden sich auch mehr Beispiele für Unsinn in Fußnoten. Neben ums Ganze und ihrer Grundsatzbroschüre Teil 1 werden noch Michael Heinrich mit seiner Fußnote zum Geschlecht in Kritik der politischen Ökonomie – Eine Einführung sowie Peter Decker und Konrad Hecker mit ihrer Fußnote in Das Proletariat behandelt.


1. ums Ganze; Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit

Dieser Text verwendet bei Gattungsbegriffen das grammatische Maskulin. Wir sind uns der Diskussion um die sprachliche Repräsentation anderer geschlechtlicher Identitäten bewusst, vertreten dazu aber keine einheitliche Position.

Es reicht ja auch sich irgendeines Problems bewusst zu sein, das gibt man dann noch an ist stolz drauf und die Sache hat sich gegessen, oder wie derivat sagte: … und finden das auch nicht so wichtig und benutzen deswegen halt weiter die hegemonialen heteronormativen Kategorien.


2. Peter Decker und Konrad Hecker; Das Proletariat

Um das vorab klarzustellen: Wir glauben nicht, dass den Frauen im Kapitalismus ausgerechnet das »/sie« hinter jedem männlichen Personalpronomen und das »/in« hinter jeder Endung auf »-er« zu ihrem Glück fehlt, und sparen uns deswegen diese sprachliche Albernheit.

Während ums Ganze sich »immerhin« eines Problems bei der sprachlichen Repräsentation bewusst zu sein scheint dringt der Hauptwiderspruch, der so nicht mehr genannt wird, bei diesem Werk wieder ganz in den Vordergrund. »Albern« sei es sich um die Probleme durch eine männlich hegemonierte Sprache zu sorgen. Und warum? Weil frau damit nicht das Glück im Kapitalismus erreiche. Ja, prima. Da haben sie sogar recht. Vor allem weil das mit dem Glück in einem System, dass auf der Ausbeutung der Arbeitskraft beruht sowieso immer so eine Sache ist, der zwar überzeugte bürgerliche Individuen nachgeiern, die aber spätestens bei der nächsten Entlassung sich wieder als Wunschtraum rausstellt. Deswegen fehlt das »den Frauen« auch keineswegs zu ihrem Glück im Kapitalismus, nur geht das auch am Gegenstand vorbei.


3. Michael Heinrich – Kritik der politischen Ökonome – Eine Einführung

Eine Anmerkung zu geschlechtsspezifischen Schreibweisen: Es ist mir bewusst, dass die deutsche
Sprache Frauen ignoriert, indem die männlichen Formen zugleich geschlechtsübergreifend benutzt
werden. Als Reaktion wurde das große »I« eingeführt. Dessen konsequente Anwendung würde gerade
beim vorliegenden Thema aber zu einer neuen Ignoranz führen: während es bei »ArbeiterInnen« seine
Berechtigung hat, verdeckt es bei »KapitalistInnen« oder »PolitikerInnen«, dass Frauen nur recht selten
Kapitalistinnen oder Politikerinnen sind. Ich habe deshalb auf das große »I« verzichtet, spreche aber
häufig von »Arbeitern und Arbeiterinnen« etc.

Als einziger ist sich Heinrich des Problems offenkundig bewusst und nimmt dies auch ernst ohne es doof abzutun. Meiner Meinung nach geht aber auch diese Form der Lösung an einer vernünftigen Lösung vorbei. Es ist zwar offenkundig richtig, dass Frauen gegenüber Männern im Bereich der Herrschaftspositionen in Wirtschaft und Politik unterrepräsentiert sind, aber gerade denen, die trotzdem in diesen Positionen arbeiten wird das Weglassen nicht gerecht. Denn durch die alleinige Rede von Kapitalisten wird dann doch mehr verschleiert als erklärt. Desweiteren bleibt Heinrich auch beim Binnen-I stehen und somit in der zweigeschlechtlichen Matrix verfangen. Ziel des Unterstriches ist ja aber gerade diese Formen aufzubrechen und Menschen, die sich nicht in der Matrix verorten wollen, die sich nicht als Mann oder Frau sehen einen Raum zu geben.

Aber es geht auch anders. Deswegen hier noch 3 Gegenbeispiele:


Bini Adamczak


Bini geht in ihren Texten quasi auf Gegenposition und verwendet konsequent die weibliche Form. So entstehen zwar allerlei utopische Formen zum Beispiel Ritterinnen etc. das Problem der männlich hegemonierten Sprache wird aber radikal zur Schau gestellt, eben dadurch, dass die die eigentlich immer abräumen konsequent links liegen gelassen werden.

Georg Klauda; Die Vetreibung aus dem Serail


Klauda verwendet in seinem Buch den Unterstrich und schreibt dazu:

Ich benutze den Unterstrich zur Erzeugung eines geschlechtsneutralen Plurals. Im Unterschied zum großen I verweist der Unterstrich darauf, dass die Kategorien »männlich« und »weiblich« eine sprachliche Leerstelle hinterlassen, da sich nicht alle Menschen in diesem binären System eindeutig verorten können. Vgl. s_he »Performing the Gap«


Fast Forward Hannover


Und schlußendlich FFH, die zum Thema in ihren Texten schreiben:

Wir verwenden in unseren Texten, wenn es um Geschlechtlichkeit geht, den Unterstrich, wie z.B. bei »Scheisspolizist_innen«, um die herrschende Zweigeschlechtlichkeit der deutschen Sprache aufzubrechen. So eröffnet der Unterstrich einen Raum für alle, die sich nicht den beiden Polen hegemonialer Geschlechtlichkeit unterordnen wollen. siehe dazu: A.G. Gender-Killer

Unbehagen von Gewicht.

Lautet der Titel der neuen Phase2, also #32, die sich mit mit dem »kritischen Potential von Queer« beschäftigt. Eine sehr lesenswerte Einführung in die aktuellen Diskurse um queer, Heteronormativität, Patriarchat, sex, gender und desire.
Im letzten Artikel des Schwerpunkts, Prothetisierung und Sowjetmacht, setzt sich Oliver Jelinski mit der Revolutionierung der Geschlechterverhältnisse auseinander. Zitiert wird im Anschluß die Einführung in den Artikel, die sich, finde ich, sehr treffend mit marxistischen Vorurteilen und Problemen in puncto Geschlechterverhältnis auseinandersetzt:

Für TheoretikerInnen, deren Blick auf gegenwärtige Gesellschaften wesentlich durch die Marxsche Analyse des Kapitals strukturiert ist, ist der Umgang mit Geschlechterverhältnissen stets ein Problem. Während dem Kapitalverhältnis und den mit seinem Prozessieren notwendig einhergehenden Brutalitäten mit einem einfachen, fast realpolitischen ersten Schritt zu begegnen ist, nämlich mit der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Übergabe der Kontrolle über Produktion und Distribution an Räte, Sowjets, scheint erstens solch eine Umstrukturierung des Reproduktionszusammenhangs Geschlechterverhältnisse keinen Abbruch tun zu können. Zweitens ist auch kein anderer Ansatzpunkt in Sicht, von dem aus man den Geschlechterverhältnissen die Grundlage entziehen könnte. So etwas wie eine klare Grundlage der Geschlechterverhältnisse scheint es noch nicht einmal zu geben. In marxistischen Gruppen wird die queere oder nicht queere theoretische und praktische Arbeit gegen Geschlechterverhältnisse deshalb häufig milde belächelt oder, auch wenn das heute nicht mehr so heißt, als Nebenwiderspruch abgetan, eben, weil sie immer mit den Erscheinungen kämpft und nicht gegen das Wesen. Noch häufiger allerdings wird solche Arbeit freundlich abgenickt und höflich begrüßt, weil man ja nicht sexistisch wirken will. Selber würde so ein Marxist das aber nicht machen, jedenfalls nicht, solange es sich nicht direkt auf das Kapital beziehen lässt.
Und getrennt vom Kapital sind Geschlechterverhältnisse ja nicht. Tatsächlich änderte sich auch hier mit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel im progressiven Sinne Entscheidendes: Ungleiche Bezahlung für Frauen und Männer erledigte sich mit der Abschaffung der Lohnarbeit von selbst; der Konkurrenz um Arbeitsplätze und in Statusfragen, die dankbar Geschlechterverhältnisse als Kampfmittel aufnehmen kann, würde zumindest ihre notwendige Vermittlung mit der individuellen Reproduktion genommen. Auch der vielfach als strukturelle Grundlage der Geschlechterverhältnisse beschworenen Sphärentrennung von produktiver und reproduktiver Arbeit dürfte ihre materielle Basis entzogen sein, wenn das, was heute als produktive Arbeit gilt, nicht mehr als etwas auftaucht das vom Kapital gewährt wird und wofür man dankbar zu sein hat, was also eine gesellschaftliche Auszeichnung darzustellen scheint, sondern als eine schlichte Notwendigkeit zur gesellschaftlichen Reproduktion.

Oliver Jelinski, Prothetisierung und Sowjetmacht- Über das Reale in queer, warum die Abschaffung des Kapitalverhältnisses noch keine Geschlechterverhältnisse revolutioniert und wie Sexualtechnologie dabei helfen könnte. in Phase2 #32, Seite 28

Anschließend daran passt der folgende Ausschnitt von geschlecht ist konstruiert auch sehr gut:

Geschlechtsspezifische Machtverhältnisse werden aber in der Linken wahlweise als Nebenwiderspruch (Wir haben jetzt aber echt wichtigeres zu tun) abgetan, empört verleugnet ( Wir sind doch keine Sexisten!) oder (auch ich fördere eine Frau) paternalistisch zugedeckt. Diesen Umgangsweisen gemein ist, das sie eine kugelsichere Distanz zu diesem Thema aufzeigen. Denn viele Männer leben mit der Gewissheit eben ein Guter – und damit kein Gesprächsthema zu sein. Dabei tragen sie die Grundnorm der hegemonialen Männlichkeit, die zugleich ihre eigene verinnerlichte und gelebte ist, unfähig sie als solche zu be- und schon gar nicht anzugreifen. Auch in unseren Zusammenhängen ist die gesellschaftlich-tradierte Norm der Männlichkeit unangefochten akzeptiert und wird –meist sogar zufrieden und durchaus stolz- von den Männern der Szene praktiziert. Gestützt vom platten Spruch »Wir sind die Guten«, der in Worte fasst, was die meisten Antifas tatsächlich für sich in Anspruch nehmen, ist zwar nett, suggeriert aber, damit im Machtverhältnis auf der guten Seite zu stehen, zumindest nicht Täter, Herrscher zu sein, jedes Hinterfragen ist somit nicht notwendig.
Dabei werden durch alltägliche Handlungen, Gesten, Äußerungen die gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisse aufs neue reproduziert, und der eigene aktive Anteil daran wird einfach schlichtweg naiv verkennt.

geschlecht ist konstruiert, Woher soll man wissen woher der wind weht wenn kein Wind weht

In derselben Phase2 findet sich neben dem Schwerpunkt in der Gender-Abteilung noch ein sehr lesenswerter Artikel von Andrea Trumann zum Understatement des Popfeminismus, sowie in der Literaturbeilage Kilby2 eine sehr positive Rezenssion von Geord Klaudas die Vertreibung aus dem Serail.
Dabei hör ich wie von skp empfohlen mal das Moderat Album und bin hellauf begeistert.

Moderat- Slow Match feat. Paul St. Hillaire

Brüll doch mal.

Wenn Sexismus an sich nicht mehr stört und es einfach nur niedergebrüllt werden soll:

paps.blogsport.de be louder than sexismus

Lustigerweise gepappt hinter einen Text von der A.G. Gender Killer, in dem es heißt:

Mit aggressiven Ton werden unliebsame Stimmen zum Schweigen gebracht und darüber hinaus Räume für diejenigen geschlossen, die nicht die Souveränität besitzen, dem selbstbewusst entgegen zu treten.

Genderwahn?

Der RFS fordert das Ende des »Genderwahns«. Frauen sollen statt einer Quotenlösung »erkennen, das sie, genauso wie ihre männlichen Konkurrenten auch, die Karriereleiter mit ihrer Kompetenz und nicht mir ihrer weiblichen Geschlechtsrolle hinaufkämpfen müssen«, heißt es in einem Flugblatt des RFS.

rfs
via

Der anarchistische Pausenclown hoppelt wieder.

Am Wochenende sollte in Berlin ein Anarchistischer Kongress stattfinden. Irgendwann am Samstag abend haben sich dann die Hippies von Fuck for Forest ausgezogen und sind damit anscheinend bei »Spießern« auf den nicht vorhandenen Schlips getreten. Jetzt sind die Anarchist_innen aber auf jeden Fall alle richtig sauer aufeinander. Quintessenz: Wer keine wildfremden nackten Menschen vor sich her rennen sehen will, der hat 1. stockreaktionäre Eltern, 2. eine schwere Kindheit und ist ergo 3. ein bürgerlicher Spießer. Die, die das sagen gefallen sich darin so gut, dass sogar die Bahamas zu neuen Ehren kommt und »Infantile Inquisition« ernst gemeint in die Diskussion eingebracht werden möchte. Bleibt zu hoffen, dass Fuck For Forest und ihre Freund_innen sich ganz schnell dialektisch verabschieden.

♥Tekknoatze

Du kommst mir bald ins Gulag.

fernsehkritik.tv, von dem hier oder dort schon geredet wurde, ist sowieso schonmal schlecht, was von Inhalten erstmal vollkommen abstrahiert, am untergründigen Moderator liegt. Holger Kreymeier , der Verantwortliche für den Schund, ist auch noch inhaltlich eine Null.


Holger Kreymeyer, von Berufs wegen Idiot.

In Folge 21 seines »satirisch-kritischen« Magazins macht der Gute es sich zum Auftrag den schwulen Fernsehsender TIMM zu kritisieren.
Ein »televisionäres Ghetto« will man entdeckt haben, dabei sind sie ja gerade ein Stück weit integriert worden in diese Gesellschaft.
Istanbul kommt auch vor, als »neues Homo-Mekka, oder was?« Denn wir wissen ja alle, bei den schwuchtelsteinigendenden Museln da unten da kann es ja gar kein echtes »Homo-Mekka« geben, das haben schön Berlin, London, San Fransisco oder Köln zu sein. Istanbul ist keinen Besuch wert, zumindest nicht für für den Durchknaller von fernsehkritik.tv.
Rechtfertigen kann Kreymeier sich auch, für das und seine Fans, die mal eben fast so durchgeknallt sind wie der große Chef selber, gibt es ein Forum. Und da verlautbart der gute alte Herr:

»Ich habe bewusst darauf verzichtet, den Off-Sprecher zu machen und stattdessen eine „schwulere“ Stimme dafür verpflichtet – eigentlich wollte ich es damit authentischer machen.«

und:

»Ich habe hier nicht »das dümmliche Klischee der Schwulensprache« zementiert, denn der Sprecher des Beitrags ist tatsächlich schwul… im Gegenteil wendet sich der Beitrag ja gerade gegen das Zementieren von Klischees.«

Weil sich da 2 Idioten gefunden haben und der eine davon sogar noch schwul ist, ist das zementieren von Klischees gegen das zementieren von Klischees natürlich absolut nachvollziehbar …und Krieg ist Frieden.
Wichtig ist natürlich auch der Hinweis, dass nicht irgendwelche »Schwulen« dort einen Sender gegründet haben, sondern DIE Schwulen. Die Schwulen, auf die WIR Heten jetzt endlich ein Stück zugekommen sind, aber dieses undankbare Pack kapselt sich stattdessen wieder ab- in’s »televisionäre Ghetto«… Konstruktion eines homosexuellen Bodyminds oder biologisieren nennt man sowas für gewöhnlich, aber das wird ja auch an anderer Stelle schon vorgeführt, wo man einen Sender für Homosexuelle mal eben in eine Linie mit einem Sender für Menschen mit blauen Augen oder lockigen Haaren gestellt hat. “So klappt das bestimmt mit der gesellschaftlichen Anerkennung” ist der lapidar-ironische Kommentar des Off-Sprechers, also mit anderen Worten: Wenn Schwule diskriminiert werden, sind die jetzt wieder selbst schuld, was gründen die auch so einen Sender?
Zum Thema Ghettobildung und Randgruppen haben aber natürlich auch die User_innen ihre Sachkenntnis unter Beweis zu stellen.

»Ich muss auch sagen, dass das absolut treffend war. Einiges im Fernsehn erinnert nämlich wirklich an das dritte Reich wie zum Beispiel die öffentliche Diskriminierung und Benachteiligung von Randgruppen (heute eben Airsoftspieler und andere), oder eben auch dieser Stylomat, der auf den Leuten »Den perfekten Menschen« machen soll.«

Softairspieler, die sich übrigens auch gerne in Ghettos abgrenzen und das ganze dann Spielfeld nennen, sind quasi die Juden von heute, der ewige Antisemit mittlerweile zum Antisoftairismus übergetreten.
Keine Angst. Kreymeyer weiß, denen die Tag für Tag unter der Homophobie, nein die gibt es ja nicht, Kreymeyer weiß denen, die sich echt nicht integrieren wollen zu helfen:

»Ich würde dir zu etwas mehr Selbstbewusstsein raten anstatt hier herumzujammern!«

Was der aus dem Trend gekommene Zyniker Broder mal über den BildBLOG verlauten ließ bekommt in Bezug auf Kreymeyer und seine Kretins von Anhänger_innen direkt einen Hauch von Wahrheit:

»Und Niggemeier treibt es nicht mit sich allein. Einige zehntausend Afficionados, die nicht einmal eine gelesene BILD aus der U-Bahn mitnehmen würden, besuchen regelmäßig den BILDblog, um sich darüber zu informieren, was ihnen so zuwider ist wie einem Vegetarier eine Portion Tartar. So wichst zusammen, was zusammen gehört.«

Aber schließen wir mit seinen Worten, »doch noch schlimmer als eine Schneebrettlawine ist ein Brett vorm Kopf beim Moderieren.«
kuchen und ♥Tekknoatze

Found

Sage und schreibe 44 Männer (!) haben die “Wissenschaftler” über Äonen hinweg, genauer gesagt 20 Monate lang, untersucht und festgestellt: Die Länge des Ringfingers im Verhältnis zu der des Zeigefingers korrespondiert mit dem geschäftlichen Erfolg.

Kann mir das mal jemand erklären?

»regierung stürzen« ruft zu einer Demo nach Hamburg anlässlich der Vorfälle in Griechenland auf (PDF). Da bleiben doch wenigstens 2 Fragen offen:
1. Seit wann ist Aufstand denn bitte ein Argument? Aufstand ist eine Aktionsform, aber ein Argument, prüft doch mal!
2. Die Abschaffung des Patriarchats zu fordern ist eine lobenswerte Sache, anhand der Vorfälle in Griechenland ließe sich gar vortrefflich analysieren, dass auch die Linke dort alles andere frei von solchen Mustern ist. Sind doch auf den Bildern (wie üblich) beinahe nur vermummte Männer zu sehen, die sich mit den gepanzerten Männern der Staatsgewalt Straßenschlachten mit Tränengas, Mollis, Steinen und allem anderen liefern. Nun wollt ihr das »Patriarchat versenken« und die emanzipative Gesellschaft ist »auch antipatriarchal[en]«. In euerm ganzen Text sagt ihr aber nichts über das Patriarchat, sondern über fliegende Steine, Aufstand und eine davon ausgehende Aufbruchstimmung. Patriarchat abschaffen scheint mehr so eine nette Nebenforderung zu sein, ein linker Standart der anscheinend alleine durch Nennung schon abgehandelt ist. Glaubt ihr tatsächlich, dass das einer Analyse Genüge tut?

♥Tekknoatze