Tag-Archiv für 'phase2'

Found

Ne ganze Menge Argumente gegen TOP, Antifa F und Phase 2 liefert die SDAJ Bayern. Not. Selbiges bei den Planetendeppen. Und bei der MLPD kann man den schönsten Wahlkampfaufkleber wählen, was für eine lobenswerte demokratische Freiheit für alle.

Heute und Morgen.

Ich kann zwar leider nicht da sein, aber geh mal davon aus, dass es sich lohnen werden wird. Zwei Podiumsdiskussionen auf den Linken Buchtagen: Einmal möchte die Phase2 über die aktuelle Ausgabe diskutieren, heute um 20.00 Uhr im Clash. Und zum anderen stellt die Jungle World die Fragen »Muss Deutschland sterben und wer kümmert sich darum?« Morgen 20.00 Uhr wiederum im Clash.

Unbehagen von Gewicht.

Lautet der Titel der neuen Phase2, also #32, die sich mit mit dem »kritischen Potential von Queer« beschäftigt. Eine sehr lesenswerte Einführung in die aktuellen Diskurse um queer, Heteronormativität, Patriarchat, sex, gender und desire.
Im letzten Artikel des Schwerpunkts, Prothetisierung und Sowjetmacht, setzt sich Oliver Jelinski mit der Revolutionierung der Geschlechterverhältnisse auseinander. Zitiert wird im Anschluß die Einführung in den Artikel, die sich, finde ich, sehr treffend mit marxistischen Vorurteilen und Problemen in puncto Geschlechterverhältnis auseinandersetzt:

Für TheoretikerInnen, deren Blick auf gegenwärtige Gesellschaften wesentlich durch die Marxsche Analyse des Kapitals strukturiert ist, ist der Umgang mit Geschlechterverhältnissen stets ein Problem. Während dem Kapitalverhältnis und den mit seinem Prozessieren notwendig einhergehenden Brutalitäten mit einem einfachen, fast realpolitischen ersten Schritt zu begegnen ist, nämlich mit der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Übergabe der Kontrolle über Produktion und Distribution an Räte, Sowjets, scheint erstens solch eine Umstrukturierung des Reproduktionszusammenhangs Geschlechterverhältnisse keinen Abbruch tun zu können. Zweitens ist auch kein anderer Ansatzpunkt in Sicht, von dem aus man den Geschlechterverhältnissen die Grundlage entziehen könnte. So etwas wie eine klare Grundlage der Geschlechterverhältnisse scheint es noch nicht einmal zu geben. In marxistischen Gruppen wird die queere oder nicht queere theoretische und praktische Arbeit gegen Geschlechterverhältnisse deshalb häufig milde belächelt oder, auch wenn das heute nicht mehr so heißt, als Nebenwiderspruch abgetan, eben, weil sie immer mit den Erscheinungen kämpft und nicht gegen das Wesen. Noch häufiger allerdings wird solche Arbeit freundlich abgenickt und höflich begrüßt, weil man ja nicht sexistisch wirken will. Selber würde so ein Marxist das aber nicht machen, jedenfalls nicht, solange es sich nicht direkt auf das Kapital beziehen lässt.
Und getrennt vom Kapital sind Geschlechterverhältnisse ja nicht. Tatsächlich änderte sich auch hier mit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel im progressiven Sinne Entscheidendes: Ungleiche Bezahlung für Frauen und Männer erledigte sich mit der Abschaffung der Lohnarbeit von selbst; der Konkurrenz um Arbeitsplätze und in Statusfragen, die dankbar Geschlechterverhältnisse als Kampfmittel aufnehmen kann, würde zumindest ihre notwendige Vermittlung mit der individuellen Reproduktion genommen. Auch der vielfach als strukturelle Grundlage der Geschlechterverhältnisse beschworenen Sphärentrennung von produktiver und reproduktiver Arbeit dürfte ihre materielle Basis entzogen sein, wenn das, was heute als produktive Arbeit gilt, nicht mehr als etwas auftaucht das vom Kapital gewährt wird und wofür man dankbar zu sein hat, was also eine gesellschaftliche Auszeichnung darzustellen scheint, sondern als eine schlichte Notwendigkeit zur gesellschaftlichen Reproduktion.

Oliver Jelinski, Prothetisierung und Sowjetmacht- Über das Reale in queer, warum die Abschaffung des Kapitalverhältnisses noch keine Geschlechterverhältnisse revolutioniert und wie Sexualtechnologie dabei helfen könnte. in Phase2 #32, Seite 28

Anschließend daran passt der folgende Ausschnitt von geschlecht ist konstruiert auch sehr gut:

Geschlechtsspezifische Machtverhältnisse werden aber in der Linken wahlweise als Nebenwiderspruch (Wir haben jetzt aber echt wichtigeres zu tun) abgetan, empört verleugnet ( Wir sind doch keine Sexisten!) oder (auch ich fördere eine Frau) paternalistisch zugedeckt. Diesen Umgangsweisen gemein ist, das sie eine kugelsichere Distanz zu diesem Thema aufzeigen. Denn viele Männer leben mit der Gewissheit eben ein Guter – und damit kein Gesprächsthema zu sein. Dabei tragen sie die Grundnorm der hegemonialen Männlichkeit, die zugleich ihre eigene verinnerlichte und gelebte ist, unfähig sie als solche zu be- und schon gar nicht anzugreifen. Auch in unseren Zusammenhängen ist die gesellschaftlich-tradierte Norm der Männlichkeit unangefochten akzeptiert und wird –meist sogar zufrieden und durchaus stolz- von den Männern der Szene praktiziert. Gestützt vom platten Spruch »Wir sind die Guten«, der in Worte fasst, was die meisten Antifas tatsächlich für sich in Anspruch nehmen, ist zwar nett, suggeriert aber, damit im Machtverhältnis auf der guten Seite zu stehen, zumindest nicht Täter, Herrscher zu sein, jedes Hinterfragen ist somit nicht notwendig.
Dabei werden durch alltägliche Handlungen, Gesten, Äußerungen die gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisse aufs neue reproduziert, und der eigene aktive Anteil daran wird einfach schlichtweg naiv verkennt.

geschlecht ist konstruiert, Woher soll man wissen woher der wind weht wenn kein Wind weht

In derselben Phase2 findet sich neben dem Schwerpunkt in der Gender-Abteilung noch ein sehr lesenswerter Artikel von Andrea Trumann zum Understatement des Popfeminismus, sowie in der Literaturbeilage Kilby2 eine sehr positive Rezenssion von Geord Klaudas die Vertreibung aus dem Serail.
Dabei hör ich wie von skp empfohlen mal das Moderat Album und bin hellauf begeistert.

Moderat- Slow Match feat. Paul St. Hillaire

Found- Totalitarismus

Was bei rauskommt wenn Demokrat_innen versuchen Extremismus darzustellen kann bei ignaz oder dem Bayrischen Staatsministerium des Inneren eingesehen werden. Warum Extremismus als Begriff falsch und auch völlig unnötig ist zeigt die Lotta #33, sowie die aktuelle Phase 2 also Nummer 30. Herzlichen Glückwunsch nebenbei.

Lesen!

Zwei Texte aus der Phase2 #28 zum deutschen Gedenken an das 3. Reich. Einmal »Vom Vaterlandsverräter zum nationalen Helden« bezüglich des deutschen Gedenkens an Herrn Stauffenberg und zweitens »Vergewaltigungen im deutschen Opferdiskurs« über die Rolle die Vergewaltigungen durch Sowjetsoldaten in Deutschland spielten und spielen.

cutted- pasted II

Die Party gestern war gut. Richtig geil um es mit Icke und Er zu sagen. Im*moment*vorbei hat das auch so gesehen und rockstar trifft mit seiner Kritik der Band den Nagel auf den Kopf.
Eine kleine Notiz noch, bei diesen netten gruppe, die ich gestern schon verlinkte kann man zwar herrlich Geld für vollkommen nötige Textsammlungen ausgeben, man sollte es allerdings unterlassen vorher 3€ für eine andere Textsammlung zu berappen, die gibt es da sowieso geschenkt.
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In der Jungle World standen dann immerhin interessante Artikel über die derzeitige Krise von Michael Heinrich, Carlos Kunze, Alexander Troll sowie der Initiative Sozialistisches Forum, die mit diesem Bild + Unterschrift meine Zugfahrt wesentlich aufheiterten:

Ja und Amen. Im Kapitalismus geht es zu wie in einer Kirche. Wunder vollziehen sich nur, solange alle gläubig sind wie die Hammel

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Wer Premium Cola ungefähr so schätzt wie ich dem werden auch die immer wieder lustigen Bilder auf der Rückseite, zur Empörung aller Antispeziest_innen welweit auch mal ein Steak, gefallen:
cola
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Coming soon, so oder so ähnlich:
sticker
Soon heißt vor Weihnachten.

Das wars, alles andere ist zu irrelevant
♥Tekknoatze

Kurzes zur Antifa-Konferenz

Wie allgemein bekannt hat der AK Antifa der Uni Köln am letzten Wochenende einen Kongress im Rahmen der Gegenmobilisierungen zum „Anti-Islamisierungs-Kongress“ der rechtspopulistischen Bürgerinitiative pro Köln veranstaltet.
Diskutiert werden sollte über Islam(ismus)kritik, Rechtspopulismus, antimuslimischen Rassismus sowie Möglichkeiten der Gegenwehr.
1. resultierend aus der Veranstaltung eine Buchempfehlung:
Die Entführung aus demSerail von Georg Klauda, nähere Informationen bei lysis.
Dass die hardcore Antideutschen der Georg Weerth Gesellschaft, die sich vor dem Kongress mit einem Flugblatt äußerten, dem Autor gegen Ende seiner Veranstaltung vorwarfen er hätte gesagt „die Scharia sei eine gute Sache“ soll hier nur als absurde Randnote erwähnt sein.
2. Weiterhin ungenügend fand ich die Besetzung des Podiums zu Rechtspopulismus und spätbürgerlicher Gesellschaft.
Wenn Freerk Huisken vom GegenStandPunkt zwei SozialdemokratInnen gegenübersitzt ist klar, dass Huisken die theoretische Analyse haushochgewinnt. Was fehlte war aber statt zwei VertreterInnen bürgerlicher Gesellschaft en zweiter radikaler Punkt, der neben der theoretischen Abhandlung, die der GSP zu liefern vermag, etwas in Richtung Intervention zu sagen hat. Viel vermeintliche Spannung der Diskussion wurde so vergeudet.
3. Beim letzten Podium am Samstag „What’s the climate?“ zwischen dem …ums Ganze! Bündnis der NEA und einem Vertreter des Antifa KOK, gleichzeitig Vertreter der IL, wurde wieder viel Diskussionspotential auf dem Publikum durch Abhandlungen über die Berliner „Vokülinke“, Witzen über Köln und Diskussionen über Religions- oder Islam(ismus)kritik verschwendet, so dass die verschiedenen Politikansätze zwar weitesgehend vorgestelt worden aber kaum Gegenstand einer Diskussion wurden.
4. Sonntag hab ich nur den Vortrag der phase 2 Leipzig über Islamismus und Integration gehört, beziwhungsweise besser ausgedrückt ein Plädoyer für eine Islamkritik.
Laut dem Referenten sei Islamkritik grundsätzlich kein Rassismus, aber auch die zugegebene Istrumentalisierung von Islamkritik von Seiten rassistischer Kräfte sei keineswegs ein Grund von antimuslimischem Rassismus reden.
Mit einer gewissen (post)modernen Arroganz wurde vorgetragen wie schlimm der Islam doch sei, seien dort doch Homophobie und Frauenfeindlichkeit an der Tagesordnung, folgend dieser Hinstellung vom Islam als böseste aller Religionen und der Abschaffung der, wenn auch fließenden Trennung, von Islam und Islamismus wurde dann auch gefordert, dass es gemäß einer Antifasozialisation nötig sei eine Muslima mit Burka anzusprechen und notfalls als „Demonstrantin“ reaktionärer Ideologie anzugreifen.
Diese Trennung von Islam und Islamismus wurde dann auch dem ums Ganze Bündnis vorgeworfen, es letztlich sogar als Vorstufe des Bundesinnenministeriums bezeichnet.
5. Wenn Vertreter des GSP auf verschiedenen Veranstaltungen immer wieder auf die Unnötigkeit des Antifaschismus auf Grund der momentanen Herrschaft des Kapitalismus proklamieren ist das soweit nichts Neues. Immer wieder Scheiße bleibt aber die dahinter stehende Argumentation, dass von FachistInnen ja keine wirkliche Gefahr ausgehe.
Ist es doch angesichts der realen Bedrohung vieler Menschen durch faschistische Kräfte geradezu Hohn dem Antifaschismus seine, wenn auch nervige, Nötigkeit abzusprechen.
6. All die Veranstaltungen auf die ich hier hingewiesen habe sowie all die anderen, die ich nicht besuchen konnte werden, inklusive Diskussion, auch als Audiomitschnitte veröffentlicht.

♥Tekknoatze

Freiraum ist richtig feiern!

Einige kurze Randnotizen meinerseits zum (allgemein sehr empfehlenswerten) Phase2 Artikel der Redical[M] aus Göttingen.
Mir soll es dabei gar nicht so um eine Bewertung der Freiräume als politisches Ideal und vermutlich antikapitalistischen Hort des Guten gehen in diesen Punkten kann ich den GenossInnen nur recht geben.
Was in dem Text allerdings vollkommen unterschlagen wird ist, dass eine Party in einem Freiraum eben ebenso ein „richtig feiern“ (wie wollt ihr das eigentlich definieren?) sein kann.
Noch mehr. Dem im Gegensatz zu der Mehrheit von Kneipen, Discos etc. ist ein „Freiraum“ auch während einer Party ein linker Raum, heißt Freiraum bedeutet wesentlich mehr als sich mit der eigenen Ohnmacht zu identifizieren. So bietet ein „Freiraum“ ein, zumindest für meine Maßstäbe, wesentlich angenehmeres Klima, wenn man weiß, dass Scheißdeutsche, SexistInnen etc. entweder an der Tür eine Abfuhr erhalten oder sie zumindest geschmißen werden, sobald sie jene Charakterseiten nach außen kehren.
Diese Aspekte bei der Beurteilung von Freiraumpolitik zu vernachlässigen fällt angesichts der politischen Unzulänglichkeiten, die aus dem Freiraumspektrum kommen, leicht sollte aber nicht getan werden.

♥Tekknoatze