Tag-Archiv für 'nazis'

Dresden.

Bei der Blockade Eisenbahnstraße ist die Stimmung gut. die Aktivisten halten Plakate hoch mit »Wir sind die Guten, wir sind gewaltfrei«. Ungefähr 200 Menschen machen La-Ola-Wellen. »Wären wir heute auf Gewalt aus, wären wir anders angezogen«, sagte eine Aktivistin, »Wir bleiben hier friedlich, bis die Nazis weg sind«.

Begleitet von einer Trommelgruppe und der Posaunenmission zieht das Friedensgebet durch Dresden, aktuell kommt es am Theaterplatz an und hat damit den halben Weg zurückgelegt. Die Posaunenbläsermission, 50 Musiker, wollen den Nazis »die Posaunen von Jericho« blasen. Auch ein ortodoxer Pope ist dabei. Fürbitten für die »Gewaltopfer aller Kriege«.

2000 Neonazis haben sich, weil sie mit ihren Bussen nicht mehr weiterkamen, aus Richtung Norden in Richtung Bahnhof Neustadt aufgemacht. Sie marschiefren aktuell die Hechtstraße herunter. Die Nazis wollen offenbar zur Kundgebung am Bahnhof Neustadt, wo aktuell die Reden begonnen haben.

4000 Neonazis, die meisten gekleidet als »Autonome Nationalisten«, ziehen quer durch den Stadteil in Richtung Bahnhof Neustadt. Die Polizei hat kaum Kräfte und die Situation offenbar nicht mehr unter Kontrolle.

Moeglichst keinen Halt auf den ersten 100km. Nazis haben immer wieder zu Gewalt bei der Abreise aufgerufen. #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

ca. 250 frustrierte Nazis drehen in Prina durch und randalieren #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

gegen 20:30 kommt in Leipzig ein Zug voller Nazis an, die eine Spontandemo planen #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

Erfolg auf ganzer Linie.
Alle Zitate von hier oder hier

Saublöde Antifas.

Dresden is calling. Am 13.02. will die deutsche Opfergemeinde wieder rumopfern, die Antifas dieser Republik werden sich aufmachen wenigstens ein paar von den Opfern zu sagen wie opferig sie sind, während sie mit den anderen rumopfernden Deutschen versuchen Dresden sauber zu halten. Es ist der Anlass für den Barden linker Scheußlichkeiten Holger »ich brech dir die Knochen« Burner ein Werk zu verfassen, was wohl in gewissen Kreisen als Lied gelten mag, nach herkömmlicher Definition aber wohl eher einen Anlass für Lachkrämpfe darstellt:

Auf »Pseudoaktionen« und »symbolische Aktionen« hat der »wirklich praktisch denkende« Horst keinen Bock, denn er kommt um zu blockieren, »denn [sein] Arsch auf der Straße heißt ›no pasaran‹«. Und schon soll man es »Dresden oder Stalingrad 2.0« nennen. Man darf gespannt sein wie Holger Burner mit seinem ›no pasaran‹-Arsch auf der Straße 60.000 Deutsche umbringt, mehr als hunderttausend in Gefangenschaft nimmt, 54 deutsche Panzer zerstört und ganz nebenbei noch die Stadt in Schutt und Asche legt.

Warum zeigt man mir das erst jetzt?

Diesen Staat zerstören.

Während ich diese Zeilen schreibe passiert auf der Welt einiges, was einer Berichterstattung bedarf und dem kritischen Blick deutscher Blogger_innen erst recht. Um das soll es mir aber nicht gehen, das Elend gibt es überall und dass es zurückgeschlagen wird darum kümmern sich Tocotronic. Ich könnte mich also um die Sonnenseite kümmern, und das noch nichtmal metaphorisch, denn pünktlich zum Event des zweiten Halbjahres hier in Hannover, nein nicht die CDU-Wahlkampfveranstaltung gestern, der Naziaufmarsch morgen hat die sich blicken lassen und meine Illusionen eines nahenden Herbstes, der die Endorphin gesteuerten Hackfressen endlich wieder in ihre Wohnungen treibt und ihnen noch dazu das Endorphin entzieht, zerstört. Das ist schade, aber nur ein bißchen. Beruhigt kann ich ohnehin sein, die Jahreszeiten in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf, das ist wahr, das schwör ich. Und gegen ein wenig Sonne kann man auch nichts haben. Wenn nur mein Magen nicht so zerstört wäre. Aber zurück zum Naziaufmarsch. Da wird die Volksfront für ein besseres Deutschland (und bevor sich wieder irgendsoein_e Linke_r über meinen Titulierungen beschwert: Damit meine ich nicht die Antifa-Gruppen, die auf einer Antifa-Demo einen Antifa-Block bilden. Das wiederum finde ich aber sehr erheiternd.) sich wieder einmal zeigen und ihre Fahnen gegen Nazis schwingen, ein bißchen Nazis raus krakehlen, die Frage nach dem Wohin nicht beantworten (können wollen) und sich bei Bratwurst und Bier den Tag vertreiben. Letzteres find ich eigentlich lobenswert, aber ich erwähnte es: Mein Magen.
Was wollte ich nochmal sagen? Ach nichts. Aber weiterschreiben kann ich trotzdem. Das ist das schöne am Internet, man kann nichts sagen und trotzdem auf Veröffentlichen klicken. Danach interessiert es niemanden und vergessen wird es auch nicht. Wenn das nichtmal genial ist.
Aber zurück zu der großen Bude der Lokalpolitik: Gehen wir das chronologisch an: Als ich mich gestern auf den Weg durch Hannover machte um Popstars zu gucken kreuzte mein Weg die Innenstaft und dort das Steintor, wie es das Schicksal so will (ich bin mir sicher, dass es das Schicksal war, weil das es normalerweise nicht gut mit mir meint) hatte sich die CDU samt Kanzlerin zu einer kleinen Party eingefunden. Auf dem Weg dorthin begenete ich Menschen mit attac-Fahnen, dort hatte sich dann alles mögliche und noch viel mehr versammelt. Neben zwei Hundertschaften Bullen, die einfach überall standen und einen grimmig anguckten, war der Rest von Deutschland auch da. Ökos mit Plakaten für die Anti-Atom-Demo in Berlin letzte Woche (die, die voll riesig war und so ein mega-mächtiges Zeichen für die Gutmenschlichkeit gesetzt hat), Piraten, die ihre Fahnen geschickt im Publikum platziert hatten, Nazis, die von den Bullen am Rand gehalten wurde, Linke, die Nazis gucken wollten. Pünktlich zu meinem Erscheinen, und als letzter Beweis, dass es das Schicksal auf mich abgesehen hat, bedankte sich der Moderator bei irgendeinem Zuckertyp (nicht die Zeitung) mit den Worten »Niedersachsen ist ein Zuckerland« und leitete über zu der Verabschiedung: »Und jetzt möchte ich euch bitten, wie es bei CDU-Veranstltungen üblich ist nach vorne zu kommen und die deutsche Nationalhymne zu singen.« Umgehend setzt die Musik ein, eine Bewegung nach vorne war nicht zu erkennen (ich vermute ja, dass einfach keine CDU-Wähler unter den »7000 Menschen« [Moderator] waren) und mitsingen tat auch niemand. Wenn doch wurde es von den Boxen überschallt. Wenigstens etwas. Den Gipfel des Abschaums erreichte die Partei von Angie als gleichnamiges Lied von den Rolling Stones gespielt wurde. »Ich bin mir sicher, dass Mick Jagger sich dabei was gedacht hatte.« Ich auch, aber nicht das was ihr draus machtet.
Als Jan Delay (guter Sprung, oder?) noch ein wenig klarer im Kopf war und sich das mit der Nation nicht ganz so zu Herzen nahm, also die Zeit in der er gute Musik machte, da htte er ein Elektro-Projekt namens La Boom und dieses hatte ein Lied, das nennt sich Burn Engholm, und das rettete mir gestern abend auch das Leben. »Das ist ein Angriff gegen den Staat, gegen die Demokratie in Form der Stadt-Guerilla.«

La Boom- Burn Engholm

Und dann sind wir auch bei heute und morgen, denn es heißt gegen die Nation und ihre Fans, also vor allem gegen die ganz rechts. Aber irgendwo muss man ja anfangen, sagt die Bewegung und da ist es viel einfacher einfach gegen die zu sein, gegen die sowieso alle was haben (Um unterstellenden Kommentaren vorzubeugen²: Ja, ich habe den Aufruf gelesen, Nein er hat micht nicht davon überzeugt, dass ihr ein allzu großes Problem mit der bürgerlichen Gesellschaft habt). Um nochmal auf das Demo-Konzept zurückzukommen, das versteh ich nämlich immer noch nicht. Es gibt Samstag eine antifaschistische Demo, im Antifa-Jargon DGB-Demo genannt, und auf dieser Antifa-Demo gibt es einen Antifa-Block für Antifas. Ok. Macht irgendwie Sinn wenn man Antifa ist, aber warum macht man am Abend vorher noch eine Antifa-Demo!? Da sind doch nur Bullen da, man trifft ein paar Demokrat_innen. Muss man vielleicht ja aber auch nicht verstehen. Ich werde auf jeden Fall gleich tanzen gehen. Das ist nämlich viel sinnvoller. Und dann zur Vorabenddemo gehen, einen nützlichen Zweck muss es ja haben, dass ich sämtliche Stufe 7 Beleidigungen aus dem Pott auswendig gelernt habe.
Sonntag wird dann hier übrigens gegen Boehringer demonstriert, weil die Schweine töten, die Schalker. Was für ein Wochenende. Zum Abschluß aber noch ein wenig Musik:

Wie geil das ist, ein Musik-Video wo an nem Bus rumgewerkelt wird. Extraklasse.

Das Huhn aus Kamerun.

Hat die JN in Bayern entdeckt. Das ganze in eher mäßigen Zeichnungen mit grauenhafter Dichterei versehen. Da überfallen dann also die Hühner die Enten und reißen die Macht an sich. Ich müsste lügen wenn ich sagen würde ich hätte das Gewirr verstanden, was da zu Papier gebracht wurde. Aber, ganz ehrlich, Hühner als Bullen mit Burger in der Hand, Enten als Punks, Krähen als Gangster, Schwäne als Bastion des Guten, ein wenig Antihuhnismus (was sollen die eigentlich sein? Juden, Afrikaner_innen, Araber_innen, eine Mischform?). Äh ja, sehr wirr das Ganze, wenn da mal nicht Drogen im Spiel waren. Enten gegen Hühner, PDF, 5,75 MB

treudeutsche Rethorikkünste.

»Stagnation bedeutet Rückschritt.« Udo Voigt

Kein Mitleid.

P.S. Alltime Classic: Heise kriegt aufs Maul.

Überzeugungen im Härtetest.

»Jedenfalls muss klar sein, dass jeder, egal aus welchem Motiv das getragen wird, dass jeder der sich dann an dieser Fahne vergeht eine auf’s Maul kriegen muss. So einfach ist das.«

Hermann L. Gremliza

israel nazis

_
Die Genialogen der radikalen Rechten haben nebenbei nonpd neu aufgelegt, nur jetzt geht es gegen Parteien, die als kommunistisch erkannt wurden. Auf der Seite antikommunismus.info kann man sich jetzt durchlesen was die Nazis für ein Problem mit diesen Parteien haben.
_
Und noch kurz, die Bullen haben angekündigt, das von Avanti und dem Rest der Bürgers vorbereitete Blockadetraining am Samstag, in dem man lernen kann korrekt auf der Straße zu sitzen, zu verhindern.

Daher werde die Polizei auch das für Sonnabend angemeldete öffentliche „Aktionstraining“ unterbinden. Der Veranstalter habe von der Polizei entsprechende Auflagen erteilt bekommen. Das angemeldete „Antifaschistische Straßentheater“ könne stattfinden, Blockadeübungen werde die Polizei aber nicht zulassen. / sw

Der Vermutung, dass durch solch ein Training Gewaltbereitschaft ansteigen würde wage ich mal zu wiedersprechen. Aber vielleicht steigt die Gewaltbereitschaft ja wenn man von einer Hundertschaft Bullen abgetragen wird. Wer sich das Spektakel mit Staatsmachtbeteiligung angucken will sollte ab 17 Uhr am ZOB in Hannover erscheinen, wer da tatsächlich mitmachen will kann das von 11-16 Uhr in der Kunsthalle auf dem Gelände der Faust tun.
_
Und last bot not least, die gestrige Räumung des besetzten Haus in Erfurt wurde in vielen Städten nicht unkommentiert hingenommen. In Weimar brannten 40 Mülltonnen und in Schweden haben Aktivist_innen eine Bullenwache besucht. Eine Übersicht findet sich beim Genossen schildkröte.

cutted- pasted VIII

Der Tante Renate will soon be back!
Am 13.3. erscheint mir mein Audiolithlieblingsartist dem sein neues Album. »Splitter« wird es heißen und der fetzige Song für gratis aber nicht umsonst verspricht viel, viel, viel!
Der Tante Renate- Trapped

Am 18.03. kommt der Gute dann nach Hannover ins Mephisto.
____________________________________________________
thinkofthe.com bringt den speak-er raus. Was das ist? Ein ganz gewöhnlicher Lautsprecher- in Sprechblasenform.
speak-er
Wer die 120$ gerade über hat kann sich, oder gerne auch mir, ein Paar bestellen. Es gibt nur 1.000 also ranhalten. E-Mail: speaker@thinkofthe.com
via
____________________________________________________
Eine Tag-Cloud für das Manifest der kommunistischen Partei des ollen Marx kann man schon etwas länger bei Einfach Übel finden:
marx/engels manifest der kommunistischen partei tagcloud
Für EinBlog sähe das Ganze momentan so aus.
____________________________________________________
dollar teddyNoch sowas aus dem Bereich des Unnützen:
Der Dollar-Teddy.

Cuddly consolation for a bear market: We‘re in love with this teddy bear, and it’s not just because of the money. Sewn entirely out of genuine U.S. dollar bills, this adorable companion features a zipper for stuffing, and is suitable for retrofitting with crushed dollar bills (or perhaps Euros) for the ultimate gift. 12″ tall.

via
____________________________________________________
Zum Abschluß sei noch auf einen Text der Antifa RDL hingewiesen, den die Genoss_innen als Redebeitrag in Dresden gehalten haben.

Geschichtsrevisionismus von links?
Motivation für eine kritische Auseinandersetzung mit dem No Pasarán-Bündnis.

Auf der Kundgebung des Vorbereitungskreises “Keine Versöhnung mit Deutschland!” gehaltener Redebeitrag der Antifa R.D.L.

____________________________________________________
Ansonsten hat natürlich jede_r was zu Dresden zu sagen. Mein einziger Kommentar bleibt ein herzliches LOL zu den unter anderem bei besserscheitern und aftershow dokumentierten Videos einiger aufrechter Kameraden im Kampf gegen den »Besatzerfraß«, oder wie man im Thiazi-Forum liebevoll rumspinnt »Zion King«.

♥Tekknoatze

Kurze Anmerkung

All denen, die Nazis immer noch »wegrömern« (kein neues Wort, btw) möchten sei ein kurzer Blick zu misstakenidentity empfohlen.

Solidarität mit Joseph M.!

Wieder so ein Grund das Dorf nebenan zu besuchen (was ich wieder nicht machen kann):

With our Powers combined – Aufruf zur Demonstration

Nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag, den 27.09. der Afro-Shop von Joseph M. im Ritterplan ausbrannte, kam es bereits am 30.09. zu einer ersten kraftvollen Demo unter dem Motto „Solidarität mit Joseph M. | Solidarität mit den Opfern von alltäglichem Rassismus.“ Demonstriert wurde im Besonderen gegen die rassistische Hetze, der Joseph in den vorherigen Monaten seitens seines Vermieters von W. ausgesetzt war sowie gegen den alltäglichen Rassismus der deutschen Gesellschaft im Allgemeinen.
a
An Josephs Situation hat sich nach dieser Demo wenig geändert, wie auch am alltäglichen Rassismus mit dem Joseph und andere konfrontiert sind. Deshalb gehen wir am 13. Dezember erneut auf die Straße, um gegen den alltäglichen Rassismus in Göttingen und anderswo zu demonstrieren, einen neuen Afro-Shop zu fordern, und die Ereignisse nicht in – scheinbar willkommene – Vergessenheit geraten zu lassen.

Ereignisse vor dem Brand
Zur Erinnerung: Als der 54-Jährige Verleger von W. im Januar 2008 Eigentümer der Ladenräume und somit Vermieter von Joseph wurde, entstand, quasi über Nacht, ein Bedrohungsszenario gegen den Betreiber des Afro-Shops, das sich in den folgenden Monaten zugespitzt hat. Nach der Weigerung von Joseph eine völlig unbegründete Mieterhöhung von 40% zu akzeptieren, begann der Vermieter mit massiven Diffamierungen und Drohungen gegen Joseph vorzugehen. Sein Repertoire reichte von haltlosen Denunziationen bei Behörden der Stadt bis hin zu einem „Hilferuf“ an die NPD Göttingen, der auf deren Homepage unter dem rassistischen Titel „Göttinger Vermieter hat ein Negerproblem“ erschien. Mit bereitwilliger Hilfe seiner neuen Verbündeten beleidigte und bedrohte von W. die Kundinnen und Kunden des Afro-Shops und Joseph. In den Wochen vor dem Brand nahm das Bedrohungsszenario kontinuierlich zu: Neonazis tauchten im Laden auf. Darüberhinaus wurden rassistische Parolen an die Außenwand des Afro-Shops gesprüht. Wenn Joseph in solchen Situationen die Polizei rief, erschien diese mitunter gar nicht oder erst Stunden später und versuchte mittels Beschwichtigungen Anzeigen gegen von W. zu verhindern. Nach weiteren Bedrohungen kam es dann zum Brand des Ladens, der mit einem geschätzten Schaden von 60.000 Euro die Existenzgrundlage von Joseph zerstört hat.

Ereignisse nach dem Brand
Auch nach dem Brand, durch den der scheinbare Wille von W.s nach einem „Aus“ des Afro-Shops Realität wurde, hörte die rassistische Hetze und Bedrohung gegen Joseph nicht auf. In den darauffolgenden Tagen tauchten Neonazis im Hausflur zu seiner Privatwohnung auf und es wurden rassistische Parolen an die Außenwand des Hauses gesprüht. Dadurch fühlte sich auch Josephs unmittelbare Nachbarschaft bedroht.

Die Polizei interessiert sich nicht für die rassistische Vorgeschichte sondern nur für den technischen Defekt, der den Brand ausgelöst haben soll. Die Beamten, die am Brandort eintreffen, benachrichtigen Joseph nicht. Als er am nächsten Tag seinen Laden öffnen will, steht er, völlig alleingelassen, vor den Trümmern seiner Existenz. Was folgt, ist Desinteresse und Ignoranz der Polizei. Josephs Wunsch nach Informationen wird mit Schweigen und äußerstem Widerwillen begegnet. Nur durch kontinuierliche und intensive Intervention durch Vertreterinnen und Vertreter von ver.di, Linkspartei und verschiedenen linken Gruppen bekommt Joseph schließlich zumindest Personenschutz gewährt – allerdings nur für eine Nacht.

Was auch immer die Ursache des Brandes gewesen sein mag – ob Brandstiftung oder Kabeldefekt – fest steht: Der rassistische Kontext lässt sich nicht ausblenden, er muss vielmehr benannt und in eine Öffentlichkeit gebracht werden, die sich in großen Teilen durch Ignoranz und Tatenlosigkeit auszeichnet. Diese spiegelt sich u.a. in der kaum stattfindenden Berichterstattung durch das Göttinger Tageblatt wider.

Der Kontext: Alltäglicher Rassismus
Josephs Situation ist kein Einzelfall, fast täglich ereignen sich in Deutschland rassistische Übergriffe (wie z.B. im August 2007 in Mügeln) oder zeigen Neonazis vermehrt Präsenz in Städten (wie z.B. in letzter Zeit in Göttingen). Möglich wird dies durch das Schweigen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und durch einen in ihr weitverbreiteten Alltagsrassismus. Symptomatisch hierfür ist nicht nur das Verhalten des von W., der einerseits ein in der Göttinger Kulturszene etabliertes Magazin herausbringt und sich andererseits – neben seiner Nähe zur NPD – mit dem Uslarer Anwalt K. Kunze einen Rechtsbeistand gewählt hat, der u.a. als Stammautor bei der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ einschlägig bekannt ist; Sondern auch das Schweigen einer sich als „weltoffen“ gebenden Stadt und die Ignoranz der ermittelnden Polizei. Hierbei ist es sicher kein Zufall, dass diejenigen, die sonst im Morgengrauen abschieben, dem Opfer einer rassistischen Hetzkampagne nicht die geringste Sensibilität entgegenbringen. Joseph trifft der alltägliche Rassismus dieser Gesellschaft besonders hart – durch das aggressive Vorgehen seines Vermieters von W., aber auch durch die Gleichgültigkeit von Behörden und Öffentlichkeit. Umso mehr muss deshalb unsere Solidarität Joseph gelten!
Eine Vertreibung des Afro-Shops durch das Zusammenspiel von Rassismus und Gleichgültigkeit ist für uns nicht hinnehmbar!

Deswegen fordern wir – auch von der Stadt Göttingen – Unterstützung für einen neuen Afro-Shop in der Innenstadt.

With our powers combined: Das Schweigen brechen!
Kein Raum für Nazis und andere RassistInnen!

Samstag, 13. Dezember 2008 | Demonstration gegen den alltäglichen Rassismus, Neonazis und für einen neuen Afro-Shop in der Innenstadt | Beginn 13:00 | Wilhelmsplatz (Innenstadt Göttingen)

via und via

Und gleich Wochenende

Vorher noch eine kleine Zusammenfassung der Themen, die mir durch die Lappen gegangen sind, woanders aber zum Glück Gehör erfuhren:
1. Immer einen Blick wert ist die hervorragende Bericherstattung von Rakete über das geplante Niedersächsiche Versammlungsgesetz.
Und in dieser nicht zuletzt ein Interview aus dem Stadtradio Göttingen:

Das Versammlungsrecht regelt unter anderem das Zusammenspiel von Protestierenden und Polizisten auf Demonstrationen. Es ist ein Grundrecht. Seit einigen Monaten wird allerdings diskutiert, das Versammlungsgesetz zu verschärfen. In Niedersachsen haben die Grünen einen “versammlungsfreundlicheren” Gesetzesentwurf in den Landtag eingebracht. Im Studio diskutieren darüber Polizeioberrat Dieter Riekmann von der Polizeiinspektion Göttingen, der Fraktionsvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Stefan Wenzel, und der auf Versammlungsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Sven Adam.


2. Freiheit für die Tarnac 9!
Einen Überblick über die Thematik findet sich bei i*m*v
3. Ein niedersächsicher Nazi-Kader ist angeblich ausgestiegen. Der Kader, der auf die Initialien K.B. hört (nicht zu verwechseln mit K.B., der hier gelegentlich seinen Senf hinzugibt) hat dann, so zumindest die Vermutung eines wohl Ex-Kameraden. auch gleich noch Andrea Röpke und Andreas Speit ein Interview gegeben, das flugs in der taz veröffentlicht worden ist. Man darf gespannt sein…
4. Wer am 19.12. im Dorf nebenan ist sollte sich das nicht entgehen lassen:
p

Des Antifa-Versand’s Peinlichkeiten III

»Der Fluch der Nazis«, naja den gibt es vielleicht nicht, aber der Antifa-Versand ist da überzeugter. Um mal Ghostbuster zu spielen hier 4 Fragen an else und von mir aus auch den Rest der Belegschaft:
1. Euch ist bewusst, dass der Kapitän der »Moby Dick« sich von seinen Passgieren distanziert hat, das er nichtmal wusste wen er an Bord genommen hatte, bis es denn dann zu spät war?
2. »Tausende Menschen« blockierten vielleicht den Kongress, eine Handvoll bewarf aber gerademal das Schiff mit Steinen, oder hab ich was verpasst?
3. Alles (wirklich alles) Nazis oder gibt es noch was anderes?
4. Wollt ihr nicht mal aufhören euch selber der Lächerlichkeit preiszugeben?

♥Tekknoatze