Tag-Archiv für 'kapitalismus'

Kurz verlinkt 2010-02-04

Monsters of Göttingen – Hausdurchsuchung: Die Sache mit dem Hund | Design You Trust – Architectual Photos by Gregory Bastien | guardian.co.uk – Winter Olympics on slippery slope after Vancouver crackdown on homeless| BBC News – China hits back at US over trade and currency | Bernhard Schmid – Die Debatte über ein Verbot der Burka in Frankreich

Kurz verlinkt 2010-02-03

Stefan Niggemeier – Die Methode Diekmann | gruppe kapitalismus begreifen – Haltet die Betriebsräte in Ehren! | Jezebel – »What was the worst part?« How to measure a sex scandal | tous et rien – Tod in der Zelle – Wer klärt den Fall Oury Jalloh auf (WDR-Doku) | sixtus – Zwei-Minuten-Crash-Kurs: So macht man Zwei-Minuten-Fernsehbeiträge

Kurz verlinkt 2010-01-18

i heart digital life – Feministischer Lesestoff | no218 no fundis – Irland: Gott nicht gut finden wird teuer | WELT Online – Großkonzerne klauen die Öko-Idee der Aktivisten | dieStandard – Mann stach zigmal auf Ehefrau ein – Gemütslage »allgemein begreiflich«

Das hat gefehlt.

Großbritannien, immer gut für Innovationen, wird wieder ganz innovativ. Folgendes Konzept: Es gab ’ne Krise, da konnte niemand mit Geld umgehen (munkelt man in Feuielletons und Politikspalten), was ein schlagender Beweis dafür ist, dass es nicht reicht manchen privelegierten an den Universitäten dieser Welt die Wissenschaft beizubringen wie man unter Umständen und unter Absehung gesellschaftlicher Zustände Krisen verhindern, wobei, hier an der Uni hat ein BWL-Professor gelehrt, dass das alles keine Krise sei, naja wie man halt die ganze Misere möglichst effektiv zum Funktionieren bringen kann. Da liegt die einzig logische Konsequenz nahe findet Ed Balls, der ist sowas wie Kristina Köhler, und sagt: Geld wird Pflichtfach von der ersten Klasse an. Genial, oder?
Dann lernt man in der ersten Klasse wie man Geld spart (es nicht ausgeben liebe Schulkinder, die aus Deutschland mitlesen) und wie verschiedenes Geld so aussieht. Der Stoff wird aber immer sinnvoller und, das sollte nicht vergessen werden, an die alternde Zielgruppe angepasst. Kontenführung, wie geht man eigentlich mit einer Kreditkarte um, Haushaltsgeld. Kernthemen des Überlebens in westlichen post- faschistischen, -industriellen, -whatever Gesellschaften. Und nachdem man dann als das lernte, inklusive Rechnungen begleichen(!), lernt man dann irgendwann auch den Umgang mit Schulden. Und: wie Geldprobleme das Leben der Menschen beeinträchtigen können, großartig. Zum Glück hat der Großteil der Menschen ja Probleme mit der mangelnden Verfügung über Geld und das ein ganzes Leben lang, da kann es eine_n doch richtig froh stimmen, wenn man dann zwischen 14 und 16 Jahren in der Schule nochmal drauf hingewiesen wird welche Probleme da so entstehen können. Ich würd mich direkt nochmal einschulen lassen, so eine perfekte Ausbildung zum volkswirtschaftlich geschulten Arbeitstier fehlt mir. Dann kann ich nämlcih auch so geniale Sachen feststellen wie die durchscnittlichen Schulden einer britischen Student_in, £15.812 nämlich, das als Skandal erkennen und festhalten: Hätten sie mal in der Schule gelernt mit Geld umzugehen. Schöne heile Welt.

Quelle: Telegraph; Five-year-olds to be given compulsory lessons on money, savings and debt

Hitzefrei jetzt und immer.

Wo gerade so fleißig die Bildung bestreikt verbessert werden will passt es ganz gut wenn ich kritische Stimmen zu Wort melden und fragen was die Bildung eigentlich so mit den Menschen macht und wozu sie erzogen werden. Dies hat der AK »Hitzefrei bei jedem Wetter« der redical [M] getan und das Flugbuch »Deutschlands wichtigste Ressource- Wie Kinder in einem menschenverachtenden System erzogen werden.« veröffentlicht.
hitzefrei bei jedem wetter

Für eine Neubestimmung des Klassenbegriffes

Wenn heute noch von „Class War“ oder „Klasse gegen Klasse“ gesprochen wird, heißt das im Normalfall vor Allem eines: Die Fordernden haben einiges am heutigen Zustand der Klassengesellschaft nicht verstanden und hippeln immer noch auf einem Trip der revolutionsmachenden Arbeiter_innenklasse rum.
Fakt ist doch aber, das haben Vergangenheit und Gegenwart bewiesen und tun es tatgtäglich, dass der klare Gegensatz der Klassen aufgehoben. Da wo früher mehr oder weniger starre Linien verliefen kann heutzutage beinahe jede_r, vorausgesetzt ihr_sein Wille zur Verwertung ist ausgeprägt genug, die Klassengrenzen überwinden, ebenso bewiesen ist, dass die Arbeiter_innenklasse ihre damalige Rolle als revolutionäres Subjekt ziemlich vergeigt hat.
Daraus folgt dann auch als heutiges Beispiel, dass die_der durchschnittliche Arbeiter_in eher der BILD verfallen ist als den Marx Engels Werken und sich lieber Fußball auf einer Großbildleinwand anzugucken, dabei klammheimlich oder öffentlich besoffen ihre_seine Lieblingsnation abzufeiern, als das Programm zugunsten kritischer Theorie zu wechseln.
Man könnte sagen der Klasse geht es verdammt miserabel und das Virus „Revolution“ in der bürgerlichen Gesellschaft gut bekämpft wurde.
Tatsächlich aber kann keine Revolution zu machen sein, die nicht die (überwältigende) Mehrheit der Weltbevölkerung zu Subjekten dieser Revolution macht.
Noch ein Aspekt, der den Begriff der Arbeiter_innenklasse unmöglich macht als Begrifflichkeit emantipativer Bestrebungen ist, dass in diesem Begriff doch die tatsächlich elende Situation in der kapitalistischen Gesellschaft nicht zum Disput stellt, sondern sie vielmehr mit einer positiven Identität füllt.
Um den Klassenbegriff heutzutage also noch begrauchen zu können, als Ausweg aus der Scheiße nicht weiter rein in sie, muss der Inhalt dieser Klasse neu bestimmt werden.
Diese Klasse haben dann jene zu sein, die mit Kapital, Nation und Kultur brechen wollen, das ist die Klasse, die tatsächlich die Revolution machen kann, insofern man sie machen kann und keine unkontrollierbare Eigendynamik entsteht. Diese Klasse können aber tatsächlich alle Menschen bilden, prinzipiell vom Chef eines multinationalen Unternehmens bis zum prekarisiertesten Individuum der kapitalistischen Elendsgesellschaft. Bei dem einen steht es wahrscheinlich, dass es aus der Unnötigkeit sich mit solchen Themen zu beschäftigen, das einzelne Interesse ist ja gesichert wozu dann noch Gedanken über Konkurrenz machen, bei dem Anderen schlicht aus mangelndem Zugang zu den nötigen Informationen, niemand hat die Struktur des Kapitalismus in einer Nacht und noch dazu ohne Hilfe verstanden, oder auch aus mangelnder Zeit für solche Unternehmen, ist doch allerlei Mühe nötig sein eigenes Interesse zu wahren und überhaupt den nächsten Tag zu erleben.
Mit dieser neubestimmten Form von Klasse lässt sich dann auch wieder emanzipativ arbeiten. Eben weil nicht materielle Situation, sondern der Wille zur Veränderung die Zugehörigkeit bestimmen. Und diese Klasse der Klassengegner_innen kann dann auch als sowas wie ein revolutionäres Subjekt verstanden werden, oder besser als Zusammenschluß revolutionärer Subjekte.

Für die revolutionäre Klasse,
nie wieder Arbeiter_innenklasse.

♥Tekknoatze