Tag-Archiv für 'fast-forward'

Fußnotenunsinn.

derivat hat mir bei meta.copyriot Beispiel Eins schon vorweggenommen, weil die Linke aber mehr als ein Buch geschrieben hat finden sich auch mehr Beispiele für Unsinn in Fußnoten. Neben ums Ganze und ihrer Grundsatzbroschüre Teil 1 werden noch Michael Heinrich mit seiner Fußnote zum Geschlecht in Kritik der politischen Ökonomie – Eine Einführung sowie Peter Decker und Konrad Hecker mit ihrer Fußnote in Das Proletariat behandelt.


1. ums Ganze; Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit

Dieser Text verwendet bei Gattungsbegriffen das grammatische Maskulin. Wir sind uns der Diskussion um die sprachliche Repräsentation anderer geschlechtlicher Identitäten bewusst, vertreten dazu aber keine einheitliche Position.

Es reicht ja auch sich irgendeines Problems bewusst zu sein, das gibt man dann noch an ist stolz drauf und die Sache hat sich gegessen, oder wie derivat sagte: … und finden das auch nicht so wichtig und benutzen deswegen halt weiter die hegemonialen heteronormativen Kategorien.


2. Peter Decker und Konrad Hecker; Das Proletariat

Um das vorab klarzustellen: Wir glauben nicht, dass den Frauen im Kapitalismus ausgerechnet das »/sie« hinter jedem männlichen Personalpronomen und das »/in« hinter jeder Endung auf »-er« zu ihrem Glück fehlt, und sparen uns deswegen diese sprachliche Albernheit.

Während ums Ganze sich »immerhin« eines Problems bei der sprachlichen Repräsentation bewusst zu sein scheint dringt der Hauptwiderspruch, der so nicht mehr genannt wird, bei diesem Werk wieder ganz in den Vordergrund. »Albern« sei es sich um die Probleme durch eine männlich hegemonierte Sprache zu sorgen. Und warum? Weil frau damit nicht das Glück im Kapitalismus erreiche. Ja, prima. Da haben sie sogar recht. Vor allem weil das mit dem Glück in einem System, dass auf der Ausbeutung der Arbeitskraft beruht sowieso immer so eine Sache ist, der zwar überzeugte bürgerliche Individuen nachgeiern, die aber spätestens bei der nächsten Entlassung sich wieder als Wunschtraum rausstellt. Deswegen fehlt das »den Frauen« auch keineswegs zu ihrem Glück im Kapitalismus, nur geht das auch am Gegenstand vorbei.


3. Michael Heinrich – Kritik der politischen Ökonome – Eine Einführung

Eine Anmerkung zu geschlechtsspezifischen Schreibweisen: Es ist mir bewusst, dass die deutsche
Sprache Frauen ignoriert, indem die männlichen Formen zugleich geschlechtsübergreifend benutzt
werden. Als Reaktion wurde das große »I« eingeführt. Dessen konsequente Anwendung würde gerade
beim vorliegenden Thema aber zu einer neuen Ignoranz führen: während es bei »ArbeiterInnen« seine
Berechtigung hat, verdeckt es bei »KapitalistInnen« oder »PolitikerInnen«, dass Frauen nur recht selten
Kapitalistinnen oder Politikerinnen sind. Ich habe deshalb auf das große »I« verzichtet, spreche aber
häufig von »Arbeitern und Arbeiterinnen« etc.

Als einziger ist sich Heinrich des Problems offenkundig bewusst und nimmt dies auch ernst ohne es doof abzutun. Meiner Meinung nach geht aber auch diese Form der Lösung an einer vernünftigen Lösung vorbei. Es ist zwar offenkundig richtig, dass Frauen gegenüber Männern im Bereich der Herrschaftspositionen in Wirtschaft und Politik unterrepräsentiert sind, aber gerade denen, die trotzdem in diesen Positionen arbeiten wird das Weglassen nicht gerecht. Denn durch die alleinige Rede von Kapitalisten wird dann doch mehr verschleiert als erklärt. Desweiteren bleibt Heinrich auch beim Binnen-I stehen und somit in der zweigeschlechtlichen Matrix verfangen. Ziel des Unterstriches ist ja aber gerade diese Formen aufzubrechen und Menschen, die sich nicht in der Matrix verorten wollen, die sich nicht als Mann oder Frau sehen einen Raum zu geben.

Aber es geht auch anders. Deswegen hier noch 3 Gegenbeispiele:


Bini Adamczak


Bini geht in ihren Texten quasi auf Gegenposition und verwendet konsequent die weibliche Form. So entstehen zwar allerlei utopische Formen zum Beispiel Ritterinnen etc. das Problem der männlich hegemonierten Sprache wird aber radikal zur Schau gestellt, eben dadurch, dass die die eigentlich immer abräumen konsequent links liegen gelassen werden.

Georg Klauda; Die Vetreibung aus dem Serail


Klauda verwendet in seinem Buch den Unterstrich und schreibt dazu:

Ich benutze den Unterstrich zur Erzeugung eines geschlechtsneutralen Plurals. Im Unterschied zum großen I verweist der Unterstrich darauf, dass die Kategorien »männlich« und »weiblich« eine sprachliche Leerstelle hinterlassen, da sich nicht alle Menschen in diesem binären System eindeutig verorten können. Vgl. s_he »Performing the Gap«


Fast Forward Hannover


Und schlußendlich FFH, die zum Thema in ihren Texten schreiben:

Wir verwenden in unseren Texten, wenn es um Geschlechtlichkeit geht, den Unterstrich, wie z.B. bei »Scheisspolizist_innen«, um die herrschende Zweigeschlechtlichkeit der deutschen Sprache aufzubrechen. So eröffnet der Unterstrich einen Raum für alle, die sich nicht den beiden Polen hegemonialer Geschlechtlichkeit unterordnen wollen. siehe dazu: A.G. Gender-Killer

Living on Fast Forward.

Nein, gemeint sind nicht die Ubersymphat_innen aus Hannover. Aber Hannover, das verleitet mich mal kurz zu einer Randbemerkung ehe ich zum eigentlichen Thema komme. Kurz nachdem Heimische Gefilde seine Premiere feierte fuhr ich mit meinem Fahrrad durch die endlichen Weiten dieser Stadt. Auf einer Plakatwand strahlte mir riesig das entgegen:

hannover heißt zuhause

Alle Schritte führen nach Mitte postuliert da ein Dummreim, gepaart mit der selten schlauen Aussage »Hannover heißt zuhause.« Das war natürlich nicht gemeint als ich das Heimische Gefilde postulierte. Im Gegenteil: Es sei hiermit dazu aufgerufen sich der Volksfront für ein besseres Hannover zu wiedersetzen. Den Mächtigen, denen da oben, geht nämlich ordentlich der Arsch auf Grundeis wenn »Jahr für Jahr mehr als 2000 Menschen – und zwar meist junge Familien mit Kindern und kinderlose Paare – der Stadt den Rücken [zu kehren]« und somit ein »Teil [von] Hannovers Zukunft« flöten geht. Das Ganze geht so angeblich schon seit 2003, wo sich mir vor allem die Frage stellt ob ich mich in den falschen Ecken rumtreibe oder ob die sicherlich höchst qualifizierte Grafikagentur einfach 6 Jahre zum Designen dieser, offen gesagt, nicht grad prickelnden Plakate gebraucht hat. Vielleicht wurde die Kampagne zwischenzeitlich ja aber auch wieder eingestampft und ich konnte deswegen nichts davon sehen. Offensichtlich scheint aber die »Abstimmung mit den Füßen« weiterhin zu Hannovers Ungunsten auszufallen. Das ganze Pressemitteilungsgedöns aus dem hier zitiert wurde kann sich klar auch durchlesen.

Jetzt aber zurück zum Thema: Musik.
Die Überschrift ist ein Zitat aus einem Lied aus dem Album Kaiku von Kiki. Das Album ist unbedingt empfehlenswert. Live und als DJ kann Kiki nebenbei beim nahenden Melt! bewundert werden.

Kiki- Living on Ffwd (Original Mix)

Unter einem ähnlichen Namen macht Kiko Musik. Das ist ein wenig lebhafter als Kiki und nicht weniger empfehlenswert. Außerdem passt der Titel des nun folgenden Titels grad ziemlich gut:
Kiko- Hacke, Hacke

Jetzt muss nur noch die Frage beantwortet werden was man heute abend so angehen könnte. Momentan sieht das in Hannover aber eher lau aus. Die Bekanntschaft mit der Tonliebe wo es irgendwas mit Minimal geben soll will ich nicht weiter intensivieren, und außerhalb der Innenstadt scheint tote Hose zu sein. Von wegen Hannover heißt zuhause. Sogar in Bielefeld ist es heute spannender als hier.

Zwei kurze Notizen.

Bei Fast Forward Hannover wurden die Mitschnitte zu den Veranstaltungen »Antifa- whats left?« und »Andere Liga, gleicher Sport« veröffentlicht. | amIspecial wies mich darauf hin, dass »no sleep ’till communism« die maximale Downloadanzahl erreicht hatte, man kann den Sampler nun wieder downloaden.

»Wi(e)der diese Kritik!«

Erinnert sich niemand mehr dran. Aber die Kritik zum »ekelhaften Machwerk« der K.I.S. dem Aufruf nach Bückeburg hat Fast Forward schon vor einigen Tagen veröffentlicht. Ich sage: d‘ accord. Wi(e)der diese Kritik!

Antifa – What´s left? Eine Bestandsaufnahme

Am 01. Mai 2009 findet in Hannover ein Naziaufmarsch statt. Natürlich sind alle irgendwie dagegen und natürlich ist das auch gut so — aber was heißt »Gegen Nazis« eigentlich? Wo fängt Antifaschismus an, wo hört er auf, was kann (und muss) er leisten und was nicht? Verschiedene Strömungen haben auf diese Fragen unterschiedliche Antworten, hinter denen verschiedene Konzepte stehen — und diese wollen wir diskutieren. Welches Ziel hat Antifa-Arbeit und wie ist dabei unser Verhältnis zu Staat und bürgerlichem Nationalismus? Warum ist Antifa wichtig und warum reicht Antifa allein noch lange nicht für eine grundlegende Kritik der Verhältnisse?

Vier linke Projekte mit unterschiedlichen Ansätzen diskutieren am 9. April 2009 über diese und andere Fragen: Der Antifa-AK vom libertären Netzwerk Alerta!, die Antifaschistische Aktion Hannover [AAH], Avanti Hannover und Fast Forward Hannover.

Podiumsdiskussion zum Verhältnis zu Nazis und Staat
9. April 2009 | 20 Uhr | Indiego Glocksee (Glockseestraße 35 – Hannover)

Eine Veranstaltung von Fast Forward Hannover mit Unterstützung von der Fachschaft Sowi und dem Indiego Glocksee

Komm schon Frohsinn.

»Think about the strangeness of today’s situation. Thirty, forty years ago, we were still debating about what the future will be: communist, fascist, capitalist, whatever. Today, nobody even debates these issues. We all silently accept global capitalism is here to stay. On the other hand, we are obsessed with cosmic catastrophies: the whole life on earth disintegrating, because of some virus, because of an asteroid hitting the earth, and so on. So the paradox is, that it’s much easier to imagine the end of all life on earth than a much more modest radical change in capitalism.« (Slavoj Žižek 2005)

Fast Forward Hannover- »Das Gegenteil von gut is gut gemeint«

Alkoholrausch statt nationalem Freudentaumel
♥Tekknoatze