Tag-Archiv für 'fascism'

treudeutsche Rethorikkünste.

»Stagnation bedeutet Rückschritt.« Udo Voigt

Kein Mitleid.

P.S. Alltime Classic: Heise kriegt aufs Maul.

Was tun die nächsten Tage?

Eine subjektive Übersicht was man sich in Hannover am, vor und nach dem 1. Mai angucken sollte.

30.04.

Dieses Jahr findet am ersten Mai wieder einmal ein Nazi-Aufmarsch statt, dieses mal in Hannover.

Ebenso selbstverständlich wird es ein buntes Programm an Gegenaktivitäten geben: Vom »Fest der Demokratie« über die »große Umzingelung« bis hin zur direkten Aktion gegen den Aufmarsch reicht die Spannweite der Möglichkeiten die Nazigegner_innen rund um den ersten Mai zur Verfügung stehen. Doch der positive Bezug auf die demokratische Herrschaft und ihrem gemäßigten Nationalismus ist bei einem Teil der Gegenaktionen überdeutlich und wird diese vermutlich nach außen hin prägen. Eine deutliche Sprache spricht dabei auch das pluralistische wie unkritischen Über-Motto der Gegenaktivitäten »bunt statt braun«.

Unbeantwortet bleiben die Fragen, welche Grundlage der Nationalismus eigentlich hat, was die Freund_innen des guten Deutschlands dazu bringt gegen die Nazis auf die Straße zu gehen und was das überhaupt für eine Gesellschaftsordnung von Staat und Kapital ist, die da gegen die Nazis verteidigt werden soll.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden veranstalten wir am Vorabend des Spektakels, dem 30.04., eine Podiumsdiskussion.

Referieren werden die Gruppe Theorie.Organisation.Praxis aus Berlin zum Thema Supergedenkjahr 2009 (60 Jahre BRD, 20 Jahre Mauerfall) und Kulturnationalismus, Freerk Huisken über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Demokraten und Faschisten, Bernard Schmid zu der Frage was für einen Staat eigentlich Nazis anstreben sowie Justin Monday über nationalistische Ideologie im allgemeinen und in Krisenzeiten im speziellen. Moderieren wird Sebastian Winter vom Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Leibniz Universität Hannover.

30.04.2009 | 19 Uhr | Hörsaal E001 der Leibniz Universität Hannover im Hauptgebäude (Welfengarten 1)

Wie kommt man da eigentlich hin? So:


Zum Feiern läd die Faust:

BÄM in den Mai!
Der Klub. Die Special Edition auf zwei Floors
ORT: 60er-Jahre-Halle und Mephisto
EINLASS / BEGINN: 23:00 Uhr
EINTRITT: 5,- Euro

Nach der grandiosen Super-BÄM!-Weekend-Edition vom Januar folgt nun zum zweiten Mal das ganz große BÄM! bei BÄM in den Mai! Auf zwei Floors steht wieder ein großes BÄM!-Allstar-DJ-Team bereit, Euch mit feinster Musik umzuhauen. Den Groove in der 60er-Jahre Halle bestimmt Dan Hammond, der das Beste aus Indietronic & New Wave zusammengepackt hat. Der Mephisto-Floor hingegen wird von Yippie.de präsentiert und wartet mit den elektronischen Sounds der Filtertÿpen und ihrer Freunde auf Euch. Doch auch die anderen bewährten BÄM!-DJs werden ein paar Songs zum Besten geben. Freut Euch drauf und BÄMt gut rein. Also BÄM! Und dann Vollgas.

BÄM! ist keine Abkürzung, es klingt einfach nur gut.
BÄM! wird präsentiert von Stadtkind und Spandau Projekt.

Sonst noch: Die AAH und der AStA der Uni Hannover laden zum Vorabendkonzert, präsentiert werden: Juri Gagrin, Rogue Steady Orchestra und Bridge and Tunnel. Stattfinden wird das ab 19 Uhr am Uni Sportplatz (Am Moritzwinkel). In der Innenstadt wird ab 20.30 Uhr eine Demonstration unter dem Motto »Wir nehmen uns, was uns sowieso gehört« stattfinden. Getroffen wird sich am Steintor, eingeladen sind aber nur »alle FrauenLesbenTrans«.

01.05

Morgens ab 9 Uhr kann vor dem Haubtbahnhof das Tanzbein geschwungen werden. Stressfucktor, deine symphatische Partyreihe aus dem Tanzkeller des Abschaums, präsentiert:


Hat human traffic auch schon gewusst.
Für die Verpflegung muss man sich wohl auf den DGB verlassen, der am Klagesmarkt eine große Party mit viel Volk machen wird. Passenderweise hat der Hannoveraner Polizeipräsident Uwe Binias (s. Bild) auch angekündigt die Veranstaltung zu besuchen, nachdem er sich im Rathaus heute seinen persönlichen »bunt statt braun« Button abgeholt hat.
Abends kann man dann wieder in die Faust gehen um sich bei Treibgut die Rübe massieren zu lassen. Dit wird ne Sause in der 60er Jahre Halle und dem Mephisto werden: Christian Burkhardt, Mario Aureo, Flo D!, Itschie sowie die die Residents von den Filtertÿpen versprechen Unterhaltung galore.

02.05.

Zum Entspannen läd das Stumpf ab 16 Uhr ein, Grillen, Flohmarkt, Pank und Cocktails bis spät in die Nacht. Die Freund_innen elektronischer Tanzmusik werden im Indiego Glocksee auf ihre Kosten kommen, da heißt es mal wieder »Der Trick ist zu tanzen«.

Für dich Karl,

Weil Wendy da ja die Kommentare geschloßen hat, ich die Diskussion aber gerne weiterführe mach ich das nun hier, anschließen tu ich an den letzten Kommentar von Karl.
1. Ich hab das Wort der Querfront benutzt, ja. Elsaesser so zu bezeichnen mag nicht stimmen, weil er, Restvernunft sei dank (?), das Kooperationsangebot bzw. sogar die Angebote ausgeschlagen hat. Geschenkt. Wortwahl und Forderungen der Volksinitiative Elsaessers sind nämlich nicht so weit von denen der NPD entfernt. Schon sein Buchtitel (»Angriff der Heuschrecken. Zerstörung der Nationen und globaler Krieg«) könnte vom Titel her im Deutsche Stimme Verlag aufgelegt worden sein. Elsaesser macht dabei den Fehler den Abwehrkampf gegen Faschismus über die Kritik des Ganzen, die er nur in der Form des Finanzkapitals zu leisten im Stande scheint, zu stellen. Alle Mann gegen rechts, dass das eine Zusammenarbeit mit denen bedeutet, die nichts gegen Abschiebungen haben, diese sogar als Mittel zur Verwaltung der Nation ganz knorke finden, eine Zusammenarbeit mit jenen, die gegen Nazis auch nicht mehr zu sagen haben, als das diese »menschenverachtend« oder für das Ansehen der Nation ärgerlich seien ist dann doch erstmal ein nerviger Fakt.
1935 mag das Volksfrontkonzept vielleicht noch einen Sinn gehabt haben, heutzutage wo der Faschismus keine Option darstellt, die irgendwie wirkmächtig wäre, ist das Arbeiten in einer Volksfront gerad nochmal Irrsinn. Die realen Schädigungen gegen die sich Kommunist_innen auszusprechen haben werden heute von der Demokratie produziert. Antifaschismus hin oder her.
2. Na du kleiner Oberchecker. Was ist denn bitte die Agitation von Leuten hin zum Dasein als Kommunist_in anderes als die Verschiebung von Machtverhältnissen? Oder verschieben sich die Machtverhältnisse in deinem Traum nur in 20% Schritten? Dein Verweis auf Marx/Engels ist da doch auch nur noch Phrasendrescherei. Wie gesagt meine (un)organisierte politische Praxis im echten Leben tut hier im Internet nichts zur Sache. Du »sogenannter Kritiker« (Wertmüller) gewinnst dann auch keinen Blumentopf, wenn du mir kontinuierlich den antideutschen Peter zuschieben willst. Im Gegensatz zu dir habe ich nämlich verstanden, dass ein System noch so System sein kann, ohne die Handlungen der in diesem System verfangenen Individuen aber grad mal eine leere Hülse ist. Der Staat macht ohne die Handlungen der Protagonist_innen gar nichts und auch der Kapitalismus würde nicht funktionieren, wenn nicht alle brav Schule/Uni/Arbeitsplatz aufsuchen und tagtäglich an der Reproduktion des Systems und seiner Ideologien arbeiten, oder um beim Telefonbuch zu bleiben, ich schlage eine beliebige Seite auf und finde ganz ohne Metaphysik oder Super-Revolution jemanden, der dieses System reproduziert.
Wenn meine Auffassung aber so grundfalsch ist, wie wäre es dann mal wenn du mit deiner Meinung zum Tatbestand »revolutionär« nicht hinter deinem Hügel stehen bleibst sondern sie den geneigten Leser_innen präsentierst?
3. Das alles hättest du merken können wenn du dich ein wenig mit meiner Person und meinen hier und anderswo getätigten Aussagen auseinandergesetzt hättest. Ich versperre mich ja gar nicht gegen die Kritik einzelner Protagonist_innen, das hast du mir in deinem anti-antideutschen Kartenspiel schon wieder ins Blatt gemogelt. Ich sagte die Kritik des Finanzkapitals, die Elsaesser und Freund_innen betreiben ist falsch, die wollen »Spekulanten enteignen«, »Heuschrecken« ausmerzen und bemühen sich doch tatsächlich als Politikberatung »gegen Regierungen, die den Banken Geldgeschenke durch uns Steuerzahler machen«. Das hat überhaupt nichts mehr mit Antikapitalismus zu tun, und als Antikapitalist bezeichnet Elsaesser sich nebenbei selbst, sondern mit der nach eigenem Gutdünken besseren Verwaltung von Nation und Kapital. »Idealistische Schrulle« trifft viel eher auf Elsaesser als mich, aber dir kann das ja egal sein.
Die Kritik in Richtung »Hinter dem Faschismus steht das Kapital« finde ich tatsächöich falsch, nicht um einzelne Kapitalist_innen zu entlasten, die Nazis sponsorn, sondern, weil »das Kapital« nicht hinter dem Faschismus steht. Der Faschismus ist eine dem Kapitalismus inhärente Form der Krisenlösung, aber nicht Plan des Kapitals. Das Einzige wohinter Kapitalträger_innen uneingeschränkt stehen ist wohl der Erolg ihres Kapitals in der Konkurrenz.
4.

So sehr du auch für die Revo meinst zu arbeiten, so sehr bist du doch nur ein Lakai real existierender HerrschaftsVERHÄLTNISSE, die du eben mit deiner “Systemkritik” verschleierst (und damit unaufhebar MACHsT) und ideologisch absicherst.

Argument?
5. Dass Elsaesser die Krise vorhergesagt hat mag ja wahr und gut sein. Ist aber ebenso ein Argument für seine Thesen wie meine Vorhersage, die ich hiermit getroffen habe, dass es nach »der« Krise auch wieder ein bergauf geben wird, und dann oh weia womöglich eine weitere Krise. Ob Krise oder nicht ist doch aber für eine kommunistische Kritik scheißegal, weil diese eben keine Kritik des Kapitalismus in der Krise ist, das kann von mir aus die VWL erledigen. Kommunistische Kritik verfehlt ihren Gegenstand eben nicht, wenn sie den Normalvollzug kapitalistischer Gesellschaften als das Problem darstellt. Das diese Kritik mit G-W-G‘ nocht nicht alles sagt hat aber auch keiner behauptet, du höchstens zwischen Verblendung und der Suche nach einem billigen Diss so hingestellt.
6. Versuch du es in deinen Saukopf zu bekommen: Elsaesser bezeichnet sich selber als Antikapitalist. Nach eigener Aussage geht also nicht um die F-Frage sondern um den Kapitalismus.
7. Selbst wenn es Elsaesser wirklich nur um den Faschismus gehen würde bliebe im immer noch zu sagen: »Wer vom Faschismus reden will, der sollte vom Kapitalismus nicht schweigen.«
8. Leck mich am Arsch.