Tag-Archiv für 'extremismus'

Feindpresse III

Der augeprägte Haß auf Deutschland innderhalb der ›anti‹-faschistischen Szene schlägt sich auch verbal in Transparenten mit deutschfeindlichen Parolen, wie zum Beispiel »Deutschland, halt’s Maul!« oder »Deutschland verrecke!« oder »Nie wieder Deutschland!« nieder. Der Haß gegen das »Land der Beknackten« nimmt dabei selbst neurotische Vernichtungswünscche an. »Heimat ist uns zuwider – Deutschland pulverisieren unser Ziel«, heißt es da. Im Sommer 2000 rief die in Hannover ansässige ›anti‹-faschistische Gruppe ›junge linke‹ zur Zerstörung des Hermannsdenkmals auf:

»Das Hermannsdenkmal kann, muss und wird zerstört werden […] aus drei guten (schlechten) Gründen: Nation, Nationalismus, Deutschland!«

laut junge Welt sei Deutschland und Befreiung ein Gegensatz. Kein Wunder, daß solche Kreise durch die vielfältigen Verbrechen an Deutschen während des Zweiten Weltkriegs in Verzückung fallen. So huldigen (nicht nur) ›militante‹ ›Anti‹-faschisten dem Bombardemtn auf Dresden und insbesondere dem Hauptverantwortlichen dieses Massenverbrechens, dem ›Bomber Harris‹.
Zu einem der Höhepunkte antideutscher Aufrufe zur Gewalt zählt der Aufruf zur Demonstration in Sebnitz am 17. Februar 2001. In dem aufhetzerischen Flugblatt mit dem bezeichnenden Namen »Öffentliche Hinrichtung« wird der anglo-amerikansiche Terrorangriff auf Dresden im Februar 1945 verherrlicht bei gleichzeitiger Verhöhnung der Opfer.

Antifa heißt Gewalt, Autorenkollektiv gegen Totalitarismus, Grabert Verlag, 2002, S. 56

Kurz verlinkt 2010-01-20

Das starblog hofft auf das Füllhorn für Aussteiger_innenprogramme für Linksextreme. | Federica Matteoni schreibt in der Jungle World über die Gender-Voyeure im »Fall« Caster Semenya. | informationisbeautiful verweist auf die Infographiken zu den Beatles. | notcot.org verweist auf eine Infographik zum Thema Videospiele. | Die New York Times mit einem relativ langen, aber interessanten Artikel über die Erneuerung der Rolle der Frau in Deutschland: In Germany, a Tradition Falls, and Women Rise | Und als (erste) Ergänzung zu meinem Haiti-Artikel: contradictio weist auf eine Sendung des Forum Gegestandpunkt zum ebenjenem Thema hin.

Kurz verlinkt 2010-01-19

Entgegen einer Meldung in der WELT von gestern, in der es hieß Kristina Koehler wolle die Mittel gegen Extremismus doch nicht aufteilen berichtet der Spiegel unter Berufung auf die Financial Times heute, dass 2 zusätzliche Millionen zur Bekämpfung von »Linksextremismus« und Islamismus zur Verfügung gestellt werden sollen. | beatlestube.net hat es sich zur Aufgabe gemacht YouTube Videos von und über die Beatles zu aggregieren. | Der Streit um eine Arbeitspflicht für Arbeitslose geht munter weiter, pantoffelpunk hat derweil mögliche Abschreckungsmaßnahmen illustriert.

Jungdeutsche haltets Maul.

»Meine Stimme, meine Beats« heißt so ein grausiges neuartiges Projekt für Demokratie und Toleranz, oder auch: die versaute Jugend wieder zu anständigen Staatsbürger_innen zu machen, wenn »trockene Reden scheitern und bunte Broschüren langweilen« also nur eine geballte Dosis sogenannter Popkultur helfen kann. Diese sogenannte Popkultur könnte auch ein Cobretti/Audiolith Kollabosampler sein. Aber gefördert mit Mitteln von Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also dem wo jetzt die durch vorbildliche Anwendung der Extremismuskeule ausgezeichnete Kristina Köhler Ministerin spielt. Die ist bestimmt ganz begeistert von so viel Engagement. Ich nicht, ich empfehle statt tolerant sein Regierung stürzen, sonst endet man noch so, und wer kann das schon wollen:


Zum Weiterlesen:
junge Linke – Die Demokratie und ihre Idealisten
junge Linke – Der bürgerliche Staat – eine Einführung

Man braucht keine Argumente wenn man eine freiheitlich-demokratische Grundordnung hat. II

Da gibt sich der Staat alle Mühe linke Gewalt zu dämonisieren und was machen diese Linken? Weiterzündeln! Skandal. Findet auch die Welt am Sonntag und interviewt den Oberdeppen mit Extremismuskeule Erhart Körting und seinen Kollegen aus Hamburg Christoph Ahlhaus.
Es ist irgendwie langweilig andauernd was über die staatlichen Delegitimationsversuche von linken Bewegungen zu schreiben, weil ja tatsächlich immer nur die 3 gleichen zum Argumentersatz geronnen Floskeln auftauchen: 1. Sind das Gleiche wie Nazis, 2. sind undemokratisch und damit außerhalb des »demokratischen Konsens« sowie 3. gewalttätig.
Wenn nun aber 2 Hanseln zusammensitzen kann man sich wenigstens darauf verlassen, dass, mit den richtigen Fragen natürlich, die die WamS gerne stellt, alle 3 Vorwürfe gegenüber »Linksextremisten« zum Einsatz kommen.
So bei der Frage nach der Militanz, man kann die Frage auch nach dem Warum stellen, oder man fragt: »Gibt es eine neue linke Militanz?« Eine Steilvorlage, die man so nicht vorbeiziehn lassen kann und somit stellen Körting und Ahlhaus fest: Jo, gibt es. Ist alles ganz viel schlimmer geworden, die Polizist_innen sind noch unbeliebter als eh und je. Und das ganze ist nicht »nur ein Problem von Berlin und Hamburg. Wir haben auch extremistisch begründete Brände in Göttingen und anderswo. In kleineren Städten funktioniert die gesellschaftliche und soziale Kontrolle jedoch besser.« Immer wieder Göttingen… Lobend erwähnt werden muss natürlich die gutbürgerliche Kleinstadt wo soziale Kontrolle durch Stigmatisieren von allem was anders ist wenigstens noch besser funktioniert als in diesen Großstadt Molochen.
Nun gibt es aber auch Politiker_innen, die zwar Demokratie schon ganz geil finden, aber das mit den Extremist_innen nicht so eng, Franziska Drohsel zum Beispiel. Die war auf einer Demo mit Extremist_innen, natürlich gar nicht wegen der militanten gruppe oder den Extremist_innen, sondern wegen des »auch von etlichen Juristen als problematisch angesehenen Anti-Terror-Paragrafen 129a«. Körtings Schlußfolgerung: »Mman sollte sich nicht mit den falschen Leuten in eine Reihe stellen.« und Ahlhaus ohne Blatt vor dem Mund: »Wer mit Extremisten, gleich welcher Couleur, gemeinsame Sache macht, verabschiedet sich aus dem Konsens der Demokraten.« Das werden Ahlhaus, Körting und die WELT wohl nie verstehen, dass es Leute gibt, die mit diesem Vorwurf nicht das geringste Problem haben.
Ich glaub jetzt haben wir alles, ach ja, die Nazis: Körting erklärt nochmal warum er rot lackierte Faschisten zitiert hat: »Teile der linksextremistischen Szene, die solche Taten wie in Hamburg begehen [Überfall auf eine Bullenwache im Schanzenviertel, Anm. ♥], sind nicht besser als Neonazis. Dahinter steht die gleiche Menschenverachtung. Es macht keinen Unterschied, ob ein rechter oder linker Stiefel ins Gesicht tritt. Deshalb habe ich auch das Zitat des einstigen SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher verwendet mit den rot lackierten Faschisten.« Das Motiv ist also Menschenverachtung, und das bei Nazis wie bei Linken gleichermaßen. Ist es? Und woran macht Körting diese Menschenverachtung fest? Trifft einen ein Bullenknüppel auch aus der selben Menschenverachtung? Ach, ich frag lieber nicht, gab ja eh noch nie eine vernünftige Antwort.

Man braucht keine Argumente wenn man eine freiheitlich-demokratische Grundordnung hat.

Vorbildlich vorgeführt von Report Mainz, die sich, man nennt das in solchen Medien dann wahrscheinlich kritisch, mit »extremistischen« Teilnehmer_innen der Islamkonferenz auseinandersetzen. Argument gegen diese: Sind sind extremistisch. Weil? »Das Grundgesetz nicht Maß aller Dinge ist.«
Und wer sich den Werten dieser Gesellschaft nicht konsequent verschreiben will, die hat natürlich verloren. Nicht weil man was vom Inhalt kritisieren könnte, außer eben sie sind nicht Teil des demokratischen Konsens. Schäuble will mit denen immerhin reden, an anderer Stelle propagierte er ja eher das Zuhören, aber nunja.

Nun gut, wenigstens kann ich beruhigt sein, dass Christina Köhler nicht das Verlangen hat mit mir zu reden.