Tag-Archiv für 'dresden'

Dresden III oder Lebende Tote

In einer Linken vor unserer Zeit gab es mal einen Organisierungsversuch, dieser nannte sich Antifaschistische Aktion / Bundeweite Organisation, die AA/BO löste sich 2001 in Reaktion auf eine Vergewaltigung in der Mitgliedsgruppe Antifaschistische Aktion Berlin (AAB) auf, dachten alle. In Wahrheit scheint auch für antifaschistische Organisierungen zu gelten: Totgesagte leben länger. Nach 9 Jahren Pause wieder ein Zeichen:

Dresden II

Dresden.

Bei der Blockade Eisenbahnstraße ist die Stimmung gut. die Aktivisten halten Plakate hoch mit »Wir sind die Guten, wir sind gewaltfrei«. Ungefähr 200 Menschen machen La-Ola-Wellen. »Wären wir heute auf Gewalt aus, wären wir anders angezogen«, sagte eine Aktivistin, »Wir bleiben hier friedlich, bis die Nazis weg sind«.

Begleitet von einer Trommelgruppe und der Posaunenmission zieht das Friedensgebet durch Dresden, aktuell kommt es am Theaterplatz an und hat damit den halben Weg zurückgelegt. Die Posaunenbläsermission, 50 Musiker, wollen den Nazis »die Posaunen von Jericho« blasen. Auch ein ortodoxer Pope ist dabei. Fürbitten für die »Gewaltopfer aller Kriege«.

2000 Neonazis haben sich, weil sie mit ihren Bussen nicht mehr weiterkamen, aus Richtung Norden in Richtung Bahnhof Neustadt aufgemacht. Sie marschiefren aktuell die Hechtstraße herunter. Die Nazis wollen offenbar zur Kundgebung am Bahnhof Neustadt, wo aktuell die Reden begonnen haben.

4000 Neonazis, die meisten gekleidet als »Autonome Nationalisten«, ziehen quer durch den Stadteil in Richtung Bahnhof Neustadt. Die Polizei hat kaum Kräfte und die Situation offenbar nicht mehr unter Kontrolle.

Moeglichst keinen Halt auf den ersten 100km. Nazis haben immer wieder zu Gewalt bei der Abreise aufgerufen. #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

ca. 250 frustrierte Nazis drehen in Prina durch und randalieren #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

gegen 20:30 kommt in Leipzig ein Zug voller Nazis an, die eine Spontandemo planen #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

Erfolg auf ganzer Linie.
Alle Zitate von hier oder hier

Saublöde Antifas.

Dresden is calling. Am 13.02. will die deutsche Opfergemeinde wieder rumopfern, die Antifas dieser Republik werden sich aufmachen wenigstens ein paar von den Opfern zu sagen wie opferig sie sind, während sie mit den anderen rumopfernden Deutschen versuchen Dresden sauber zu halten. Es ist der Anlass für den Barden linker Scheußlichkeiten Holger »ich brech dir die Knochen« Burner ein Werk zu verfassen, was wohl in gewissen Kreisen als Lied gelten mag, nach herkömmlicher Definition aber wohl eher einen Anlass für Lachkrämpfe darstellt:

Auf »Pseudoaktionen« und »symbolische Aktionen« hat der »wirklich praktisch denkende« Horst keinen Bock, denn er kommt um zu blockieren, »denn [sein] Arsch auf der Straße heißt ›no pasaran‹«. Und schon soll man es »Dresden oder Stalingrad 2.0« nennen. Man darf gespannt sein wie Holger Burner mit seinem ›no pasaran‹-Arsch auf der Straße 60.000 Deutsche umbringt, mehr als hunderttausend in Gefangenschaft nimmt, 54 deutsche Panzer zerstört und ganz nebenbei noch die Stadt in Schutt und Asche legt.

Guck mal Bewegungsmangel

Eine sogenannte Gruppe 8. bleibt zu Hause:
Gruppe 8.
via

Wer morgen nicht in Dresden rumhockt kann in die Glocksee kommen:
Der Trick
In der Korn ist alternativ »Rave against War II«, da werd ich wohl auch erstmal sein. Wenn es nicht soviel Drum ‚n‘ Bass wird wie bei Auflage 1wird, und einem damit die Rückzugsmöglichkeit vorm Reggae genommen wird, sollte das ne Sause werden.

Bomber über Dresden.

Darum geht es Bomber, die Bomben über Dresden abgeworfen haben. »Bombenholocaust« sagen die einen, »Opfer wie alle anderen« die nächsten und die vernünftigsten sagen »Selbst dran schuld« oder »Sowas kommt von sowas«.
Dann kommen die an, die »Bombenholocaust« einst als Wort erfanden. Und das jedes Jahr. In den vergangenen Jahren wurde Dresden und den armen deutschen Opfer in einer immer größer werdenden Demonstration gedacht.
Mit Nazi-Demonstrationen an sich hat der ideele Gesamtantifa ja kein Problem, schließlich stehen da andere Gruppen der Zivilgesellschaft Gewehr bei Fuß. In Dresden wollen die zivilgesellschaftlichen Gruppen zwar nicht auf dem Trauermarsch mitlaufen. Für eine Kranzniederlegung sind aber wieder alle eins gedenken den Deutschen den die Bomben auf den Kopf gekriegt haben. Wieviele Deutsche eigentlich gestorben sind schien jahrelan nicht klar und Zahlen von 35.000 bis zu 500.000 Toten machten lange Zeit die Runde. Die Organsitoren des Trauermarsches sprachen von 250.000. Die Dresdner Historikerkommission hat in ihrem Bericht festgestellt, dass es ca. 25.000 Tote gewesen seien.
Ob nun 250.000 Tote oder nur 25.000 kann für den Gedenkspleen der Deutschen aber vollkommen ohne Einfluss bleiben. Ihnen geht um darum ihre eigenen Opfer gebührend zu betrauern und Deutschland war ja auch nur ein Täter unter vielen. Die Bomben auf Dresden, Hamburg, Köln und dutzende andere Städte nicht im Kontext von Holocaust, Angriffskrieg und Rassismus zu sehen, die Deutschen als Opfer hinzustellen ist aber nichts anderes als Geschichtsrevisionismus und Bagatellisierung der deutschen Taten. So was kommt eben doch von so was und die Bomben auf Deutschland nicht aus dem luftleeren Raum.
Blicken wir nochmal kurz in die historische Sauce und stellen fest: Wenn Antifaschismus nicht anderes als die Verteidigung der bürgerlichen Herrschaft gegen eine faschistische sei, dann waren Großbritannien, die Sowjetunion und die USA aber mal richtig antifaschistisch.
Am Angebot der Gegenproteste gegen den Naziaufmarsch und das bürgerliche Gedenken ändert sich dieses Jahr was. Neben der Gruppe venceremos, die schon die letzten Jahre die Gegenproteste organisierte, haben sich mit dem no pasaran Bündnis auch IL und Co. eingeklinkt.
no pasaran mobilisieren mit einem Antifa-Aufruf wie aus der Konserve. Der Blick auf gesamtgesellschaftliche Zustände wird zugunsten der Nazis aufgegeben, um niemanden zu verschrecken oder wie es dann auch immer genannt wird.
Lange Besprechungen einzelner Passagen sehe ich ls unnötig an, soviel gibt es gar nicht zu sagen, es bleibt der Nachgeschmack Nationalismus wär eine Sache der bösen Nazis in »Sachsen rechts außen«. Kapitalismus hingegen als ideologieförderndes Moment bleibt ganz außen vor.
Empfehlenswert find ich den Aufruf von venceremos: »Keine Versöhnung mit Deutschland« sowie aus dem Dorf nebenan den Aufruf der Gruppe Gegenstrom und der Basisgruppe Geschichte: »Dresden- ein unzerstörbarer Mythos?«

♥Tekknoatze