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Linksruck in der CDU stoppen! Sofort!

Bei seiner letzten Sitzung hat sich die einblog-Redaktion bestürzt gezeigt über den massiven Linksruck in der CDU. Wir als Redaktion fordern deshalb: Feindbilder müssen erhalten bleiben! Den Linksruck in der CDU stoppen! Sofort! Deshalb schließen wir uns der »Aktion Linkstrend stoppen« an.

Diesen Staat zerstören.

Während ich diese Zeilen schreibe passiert auf der Welt einiges, was einer Berichterstattung bedarf und dem kritischen Blick deutscher Blogger_innen erst recht. Um das soll es mir aber nicht gehen, das Elend gibt es überall und dass es zurückgeschlagen wird darum kümmern sich Tocotronic. Ich könnte mich also um die Sonnenseite kümmern, und das noch nichtmal metaphorisch, denn pünktlich zum Event des zweiten Halbjahres hier in Hannover, nein nicht die CDU-Wahlkampfveranstaltung gestern, der Naziaufmarsch morgen hat die sich blicken lassen und meine Illusionen eines nahenden Herbstes, der die Endorphin gesteuerten Hackfressen endlich wieder in ihre Wohnungen treibt und ihnen noch dazu das Endorphin entzieht, zerstört. Das ist schade, aber nur ein bißchen. Beruhigt kann ich ohnehin sein, die Jahreszeiten in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf, das ist wahr, das schwör ich. Und gegen ein wenig Sonne kann man auch nichts haben. Wenn nur mein Magen nicht so zerstört wäre. Aber zurück zum Naziaufmarsch. Da wird die Volksfront für ein besseres Deutschland (und bevor sich wieder irgendsoein_e Linke_r über meinen Titulierungen beschwert: Damit meine ich nicht die Antifa-Gruppen, die auf einer Antifa-Demo einen Antifa-Block bilden. Das wiederum finde ich aber sehr erheiternd.) sich wieder einmal zeigen und ihre Fahnen gegen Nazis schwingen, ein bißchen Nazis raus krakehlen, die Frage nach dem Wohin nicht beantworten (können wollen) und sich bei Bratwurst und Bier den Tag vertreiben. Letzteres find ich eigentlich lobenswert, aber ich erwähnte es: Mein Magen.
Was wollte ich nochmal sagen? Ach nichts. Aber weiterschreiben kann ich trotzdem. Das ist das schöne am Internet, man kann nichts sagen und trotzdem auf Veröffentlichen klicken. Danach interessiert es niemanden und vergessen wird es auch nicht. Wenn das nichtmal genial ist.
Aber zurück zu der großen Bude der Lokalpolitik: Gehen wir das chronologisch an: Als ich mich gestern auf den Weg durch Hannover machte um Popstars zu gucken kreuzte mein Weg die Innenstaft und dort das Steintor, wie es das Schicksal so will (ich bin mir sicher, dass es das Schicksal war, weil das es normalerweise nicht gut mit mir meint) hatte sich die CDU samt Kanzlerin zu einer kleinen Party eingefunden. Auf dem Weg dorthin begenete ich Menschen mit attac-Fahnen, dort hatte sich dann alles mögliche und noch viel mehr versammelt. Neben zwei Hundertschaften Bullen, die einfach überall standen und einen grimmig anguckten, war der Rest von Deutschland auch da. Ökos mit Plakaten für die Anti-Atom-Demo in Berlin letzte Woche (die, die voll riesig war und so ein mega-mächtiges Zeichen für die Gutmenschlichkeit gesetzt hat), Piraten, die ihre Fahnen geschickt im Publikum platziert hatten, Nazis, die von den Bullen am Rand gehalten wurde, Linke, die Nazis gucken wollten. Pünktlich zu meinem Erscheinen, und als letzter Beweis, dass es das Schicksal auf mich abgesehen hat, bedankte sich der Moderator bei irgendeinem Zuckertyp (nicht die Zeitung) mit den Worten »Niedersachsen ist ein Zuckerland« und leitete über zu der Verabschiedung: »Und jetzt möchte ich euch bitten, wie es bei CDU-Veranstltungen üblich ist nach vorne zu kommen und die deutsche Nationalhymne zu singen.« Umgehend setzt die Musik ein, eine Bewegung nach vorne war nicht zu erkennen (ich vermute ja, dass einfach keine CDU-Wähler unter den »7000 Menschen« [Moderator] waren) und mitsingen tat auch niemand. Wenn doch wurde es von den Boxen überschallt. Wenigstens etwas. Den Gipfel des Abschaums erreichte die Partei von Angie als gleichnamiges Lied von den Rolling Stones gespielt wurde. »Ich bin mir sicher, dass Mick Jagger sich dabei was gedacht hatte.« Ich auch, aber nicht das was ihr draus machtet.
Als Jan Delay (guter Sprung, oder?) noch ein wenig klarer im Kopf war und sich das mit der Nation nicht ganz so zu Herzen nahm, also die Zeit in der er gute Musik machte, da htte er ein Elektro-Projekt namens La Boom und dieses hatte ein Lied, das nennt sich Burn Engholm, und das rettete mir gestern abend auch das Leben. »Das ist ein Angriff gegen den Staat, gegen die Demokratie in Form der Stadt-Guerilla.«

La Boom- Burn Engholm

Und dann sind wir auch bei heute und morgen, denn es heißt gegen die Nation und ihre Fans, also vor allem gegen die ganz rechts. Aber irgendwo muss man ja anfangen, sagt die Bewegung und da ist es viel einfacher einfach gegen die zu sein, gegen die sowieso alle was haben (Um unterstellenden Kommentaren vorzubeugen²: Ja, ich habe den Aufruf gelesen, Nein er hat micht nicht davon überzeugt, dass ihr ein allzu großes Problem mit der bürgerlichen Gesellschaft habt). Um nochmal auf das Demo-Konzept zurückzukommen, das versteh ich nämlich immer noch nicht. Es gibt Samstag eine antifaschistische Demo, im Antifa-Jargon DGB-Demo genannt, und auf dieser Antifa-Demo gibt es einen Antifa-Block für Antifas. Ok. Macht irgendwie Sinn wenn man Antifa ist, aber warum macht man am Abend vorher noch eine Antifa-Demo!? Da sind doch nur Bullen da, man trifft ein paar Demokrat_innen. Muss man vielleicht ja aber auch nicht verstehen. Ich werde auf jeden Fall gleich tanzen gehen. Das ist nämlich viel sinnvoller. Und dann zur Vorabenddemo gehen, einen nützlichen Zweck muss es ja haben, dass ich sämtliche Stufe 7 Beleidigungen aus dem Pott auswendig gelernt habe.
Sonntag wird dann hier übrigens gegen Boehringer demonstriert, weil die Schweine töten, die Schalker. Was für ein Wochenende. Zum Abschluß aber noch ein wenig Musik:

Wie geil das ist, ein Musik-Video wo an nem Bus rumgewerkelt wird. Extraklasse.

Demokratische Meinungsbildung, du alte Scheiße!

Es ist Wahlkampf, das sollten mittlerweile eigentlich alle mitbekommen haben, und weil die armen kleinen Deutschen schon vier Jahre nicht gefragt wurden, wer auf Bundesebene im Parlament sitzen darf wird es auch allerhöchste Zeit dafür.
Analyst_innen des Wahlkampfs sind sich einhehlig einig, dass das dieses Jahr aber irgendwie nicht so klappt. Schuld haben die Parteien, die sich irgendwie auf nichts festlegen wollen außer gewählt zu werden, und natürlich, dass es mit Deutschland vorangeht. In den Punkten sind sich die Konkurrent_innen aber sowas von einig, dass eigentlich schon alles gesagt scheint. Die CDU sagt das mit Wir über Deutschlandfahne, die SPD hat einen anpackenden Steinmeier gefunden, der dem hart arbeitenden Mann in der Fabrik nur an den Arm packen muss um seine Arbeit zu respektieren.
Über Inhalte muss man so ganz bewusst nicht streiten, sind ja keine da. Fast schon erfrischend wirkt da Hape Kerkeling, der seine Kunstfigur Horst Schlämmer all die demokratischen Leerplätze überzeichnen lässt, und sie so ohne irgendwas auf die Bürger_innen loslässt, dabei denen zu verklickern, dass er jetzt Bundeskanzler werden möchte. Und er hätte keine schlechten Chancen, 18 Prozent des Staatsvolkes würden ihm seine Stimme geben, das reicht um eigentlich alle Parteien zu überflügeln, bis auf die CDU vielleicht. Schlämmers Film ist aber gleichzeitig noch was anderes, dank Gästen, die ihre bodenlose Selbstverachtung wohl schon immer mal im Kino sehen wollten, wird er auch er zum Zeugnis dafür was es mit Wahlen in der Demokratie auf sich hat. Es geht nicht darum irgendwas zu diskutieren, sondern nur um die bessere Verwaltung des demokratischen Staates. Es geht um Label, sozial, liberal, korrupt, national usw. und die am dämlichsten grinsende Fratze auf den Wahlplakaten in der Republik (zugegeben manchmal auch um Brüste oder Ärsche). Wer es schafft sein Label möglichst hegemonial zu besetzen und den kleinen Schäfchen, die wählen gehen mit »Authenzität«, »Ehrlickeit« und auch immer einem guten Stück »Volksnähe«, so die beste demokratische Show bietet der gewinnt.
Für große Parteien und kleine (SPD, FDP etc.), die ins Parlament einziehen möchten stellt sich das halbwegs einfach dar. Die haben ihre_n Merkel, Steinmeier, Westerwelle und die sind woweit auch bekannt, lustig wird das Ganze aber erst so richtig bei den kleinsten Parteien (Piraten, MLPD, NPD usw.), die sind nämlich auf dem Marsch durch die Institutionen, vielleicht ins demokratische Mittelfeld. Und eine Entwicklung, die sich beim Politik machen immer entdecken lässt werden auch diese Parteien hinter sich bringen (demokratischen Erfolg vorausgesetzt, für wen sich niemand interessiert der wird seine Staatsidealismen behalten dürfen): Mit hehren Zielen antreten um wenige Jahre nach Einzug in die Parlamente Bomben auf Jugoslawien zu werfen. Na gut, Die.Linke oder die Piraten werden keine Bomben auf Jugoslawien werfen, schließlich ist da gerade kein Quasi-Hitler zu haben, aber die Richtig ist klar, angetreten als Partei der kleinen Leute, werden sie ggf. dem demokratischen Zirkus fügen müssen, dieser Zirkus mit Koalitionen, Regierungserklärungen, Finanzplänen und all den anderen Hindernissen auf dem Weg zum Erfolg, nur wenn man dann erfolgreich ist sind die ersten Fundamentalist_innen schon wieder bitter enttäuscht. Sind doch all die hehren Ziele enttäuscht wurden, stehen doch immer noch Atomkraftwerke in Deutschland, und auch Linke Ministerpräsidenten werden am Problem der Ausbeutung nichts ändern und Deutschlands Freiheit wird wohl noch ein wenig weiter am Hindukusch verteidigt.
Um sich als Akteur_in dieser Meinungsbildungs zu überweisen braucht man schon »die Würde und Selbstachtung eines… Politikers« (Wendy), um sich bei diesem Verfahren als Wähler_in anzuschließen die Standhaftigkeit und den Durchblick eines aufrechten Citoyens. Zum Glück ist bald wieder Ruhe und die Poltiker_innen machen weiter im Namen des Volkes, das Volk wird sich das alles gefallen lassen, schließlich hat man sie ja legitimiert und wenn dann doch mal jemand über die Stränge schlägt (zum Beispiel mit einem Dienstwagen in den Urlaub fährt) kann man sich sicher sein, dass Posten rollen werden und der ganze Skandal mit mindestens 3 Titelseiten beim Sprachrohr des Volkes, der BILD-Zeitung dem BILD-Magazin für Trivia und andere Langweiligkeiten aufgeklärt wird. Sie läuft die Demokratie, unerbittlich. Und alle machen sie mit.

Große demokratische Worthülsen I

Passend zum neuen Text in meinem Header, *mitdemzaunpfahlwink*, werde ich nun von Zeit zu Zeit die schönsten Worthülsen dokumenteiren:

»Nur wer zweistellig hat, kann auch zweistellig verlieren.«

Ein Teilnehmer der Phoenix-Runde gestern nacht. Damit ist zwar nichts darüber gesagt, warum die CDU verloren hat, aber wenigstens taugen die Verluste anscheinend noch als Lob auf die große Volkspartei. Manchmal scheint die demokratische Öffentlichkeit wesentlich näher an Pippi Langstrumpf zu sein, als es die Linke jemals schaffen könnte.

Found

Neben nem Haufen Falschen, denn Wählen ist und bleibt verkehrt sagt Dietmar Dath folgendes:

Blödsinn. Das wirklich Populäre ist ja viel weniger dumm als der langweilige Kleister, den sich ein paar BWL-Deppen, Wahlkampfblogger und Absolventen von Medienakademien oder Journalistenschulen ausdenken. Der ganze Wahlkampfdreck stammt von Idioten mit Abitur. Dagegen ist jeder Porno-Rapper aus dem Plattenbauviertel Shakespeare.

We made it!

CDU Berlin will an einem runden Tisch gegen Linksextremismus palavern, linksradikale Demonstrationen am 23. Mai sind »unerträglich«. We made it! Thx.