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27.01.2009- Kundgebung im Gedenken an Auschwitz, Bückeburg

bueDie Kritische Initiative Schaumburg ruft zu einer Kundgebung unter dem Motto »Wider dem antisemitischen Wahnsinn!« am 27.01. am Sabléplatz in Bückeburg auf. Den Aufruf der K.I.S. dokumentiere ich der Vollständigkeit halber:

Mahnwache
27.01.2009 // Bückeburg // 18.30 Uhr // Am Gedenkstein für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus (Sabléplatz)

Wider dem antisemitischen Wahnsinn!

Anlässlich zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus rufen wir für Dienstag, den 27.01.2009, zu einer Mahnwache am Gedenkstein für die ermordeten Jüdinnen und Juden in Bückeburg (Sabléplatz) auf. Am 27.01.1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Fünf Jahre Folter und Mord wurden damit in dem Lager beendet. Anlässlich dieses Gedenktages und den jüngsten antisemitischen Schmierereien in Bückeburg sowie der fortwährenden Hetze gegen Jüdinnen und Juden in Schaumburg, Deutschland und in anderen Teilen der Welt, beziehen wir Position – gegen Antisemitismus, Antizionismus und Antiamerikanismus.

»Der Tod ist ein Meister aus Deutschland« (Paul Celan)

An keinem anderen Ort der Welt, und zu keiner uns bekannten Zeit, wurde der Wahn, alle weltweit lebenden Jüdinnen und Juden zu vernichten, in dieser konzentrierten Art und Weise in die Tat umgesetzt, als in Auschwitz. Diese polnische Stadt, in welchem das Konzentrations- und Vernichtungslager 1940 errichtet wurde, ist Synonym für den antisemitischen Vernichtungswahn der Deutschen geworden. Unter der Herrschaft des nationalsozialistischen Deutschlands wurden über sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet. Davon fanden allein in Auschwitz mindestens 1,1 Millionen Jüdinnen und Juden ihren grausamen Tod. Auch ist Auschwitz Symbol für ein unvergleichbares Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die der Faschismus – im Besonderen der deutsche Nationalsozialismus – mit sich brachte. Verbrechen, die so unfassbar sind und ein solches Leid brachten, dass sie mit Worten nicht zu beschreiben sind. Fast alle haben weggesehen, haben es unterstützt und geduldet, dass Jüdinnen und Juden deportiert wurden. Die Verantwortlichkeit jedoch lässt sich nicht auf ‚die’ Nationalsozialist_innen abwälzen, womit nach deutscher Vergangenheitsbewältigungs-Strategie meist nur die Top 100 Nazis gemeint sind. Das faschistische Regime wurde in ihrem Vernichtungswahn vom deutschen Volk gestützt, dass erst den Aufstieg dieser Kräfte ermöglichte und die Shoah letztlich geflissentlich in Kauf nahm, oder sogar billigte. Erst die Deutschen, die von Anfang an hinter der antisemitischen Rassenideologie standen, haben das Morden möglich gemacht. Nicht vorstellbar sind die Qualen, die die Deportierten in den Lagern erlebt haben. Medizinische Versuche, die sie verstümmelten, Erschießungen von Kindern und schließlich die Gaskammern. Das alles im Wissen der Deutschen. Der 27.01. markiert somit für uns den Tag der Befreiung und ist mehr als eine metaphorische Erlösung. Diese barbarische Vernichtungsmaschinerie wurde praktisch durch eine Infanteriedivision der sowjetischen Roten Armee in Auschwitz gestoppt. Dennoch kam dieses Ende zu spät, denn nur wenige waren es, die den Ort des Mordens lebend verließen.
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