Tag-Archiv für 'antisemitism'

9. November.

Eine Portion Hass für all die deutschen Nationalist_innen, die heute 20 Jahre »Wir sind ein Volk!« und den Zusammenbruch der Mauer feiern, oder auch den »glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte« (Merkel). Eine Portion Hass für all die deutschen Nationalist_innen, die im Taumel der Demokratisierung Ostdeutschlands und -europas vergessen was ihre Opis und Omis vor 71 Jahren so getrieben haben. Eine Portion Hass für all die deutschen Nationalist_innen, die feiern, dass Opi und Omi es vor 71 Jahren den Juden mal so richtig gezeigt haben.


Währenddessen scheint es so als würde der Ausschluß der paar Jahre von 1933 bis 1945 aus dem erzählenswerten Teil der deutschen Geschichte wesentlich effektiver funktionieren während man dazu Auschwitzmahnmale baut und der deutschen Schuld einmal, vielleicht zweimal wenn wieder was runden Jahrestag hat, gedenkt. Denn während ich mittlerweile weiß, dass Angela Merkel nicht nur »Jeans einer bestimmten Marke« (Rede vor dem US-Kongress am 03.09.), sondern auch »Füller einer bestimmten Marke« (Interview in der heutigen BILD, Seite 2) aus Hamburg gekriegt hat, dass Sarkozy vielleicht an der Mauer war um rumzuhacken, vielleicht aber auch nicht und Stefan Beinlich, skandalöserweise, verpennt hat, muss die deutsche Journaille der Reichskristallnacht kein einz‘ges Wort widmen. Das bißchen Antisemitismus interessiert ja schließlich auch nicht wenn man noch ein paar tolle Geschichten über den Abriss der Mauer erzählen kann.1 Zum Beispiel, man hat es mit Humor versucht und ist trotzdem gescheitert, wenn in der ZEIT darüber nachgedacht wird, dass der Fall der Mauer ja kein Fall war.
Für richtige Anmerkungen zum Mauerfall oder dessen ideologischen Nachbeben hat man schon woanders zu suchen, bei der New York Times beispielsweise, die heute einen Artikel von Slavoy Žižek veröffentlichte, in dem dieser sich vor allem Gedanken zu einem heute erneuerten Antikommunismus macht, man könnte auch beim GegenStandpunkt lesen was es mit der »Politischen Ökonomie der Wiedervereinigung« auf sich hat. Und in der jungle World wurde seit Ausgabe 39 drüber gestritten, was denn die Linke dazu sagen sollte, dass der antifaschistische Schutzwall das Zeitliche gesegnet hat.2
Konkludierend bleibt zu sagen, dass dem Umgang mit des Deutschen nie entwöhnten Menschen dringend abzuraten ist und ihre Wunschbilder mit dem harten Hammer der Erkenntnis zerschlagen gehören, auf dass sie erkennen, dass es nicht an Form oder Tracht liegt, sondern dass Deutschland immer scheiße ist, war und bleibt.

  1. Anm: Ich hatte den Artikel ewig offen, um 17.59 Uhr ist die tagesschau so gnädig einen Aufruf von Knobloch die Reichspogromnacht nicht zu vergessen zu erhöhren und in einen Artikel zu packen. Köhler macht aus dem geforderten Gedenken direkt ein großes demokratisches Lehrstück. Weil »Deutsche die nötigen Lehren aus unserer Geschichte zwischen 1933 und 1945 gezogen haben«, (was die wohl, kurz angemerkt, sind, keine Jüdinnen_Juden mehr vergasen?) hatte die Welt 1989 Vertrauen in Deutschland. Das verstehe wer will. Die Prognose aber, dass die Wiedervereinigung keineswegs passiert ist, weil die ganze Welt wieder Deutschland mochte und es deswegen ganz knorke fand, wenn man sich nur einen Staatennamen merken muss, sondern eher weil ein handfestes ökonomisches Interesse an dem Ende der Sowjetunion plus Satelittenstaaten bestand. Das waren nämlich unerschloßene Absatzmärkte und qua falschem System auch noch erbitterte politische Konkurrenten. Und so wurde hart gearbeitet, neben der USA auch und stetig von westdeutschen Politker_innen. »Denn dieser Berufsstand, wenn auch sonst niemand, hat es wirklich: das Bedürfnis, ein größeres Deutschland zu regieren.« (MSZ 1987 Ausgabe 9)[zurück]
  2. Ich hab die Diskussion nur auszugsweise verfolgt, spare mir deswegen einen Kommentar zu einzelnen Artikeln, damit sollte auch klar sein, dass ich vermutlich längst nicht alles dort für richtig halte.[zurück]

»Oh, i forgot this is a Disney-World«

Vor 2 Wochen ungefähr hat die neue Family Guy Staffel angefangen. Stewie und Brian reisen durch alle möglichen Paralelluniversen um schließlich auch in einem zu landen wo alles aussieht wie von Disney gezeichnet. Gegen Ende müssen sie erfahren, es sieht nicht nur so aus. Unglaublich lustig:

Found

»Think about it,« said Eran Soroka, basketball writer for the newspaper Ma‘ariv. »Iran, one of the countries that wants to eliminate us, has a player in the NBA (Hamed Haddadi, Memphis Grizzlies). Iceland has had a player in the NBA. Latvia, Italy, France, Russia, but no Israel? This is like an insult to us.«

me loled.

Ich hatte schon vergessen wie gräßlich Musik sein kann III

Nazivergleiche, Rassismus, Antizionismus, alles dabei wofür wir ihn hassen: Makss Damage: Komintern Flavour . Sein neues Tape Stalin’s Way ist ab heute übrigens runterladbar.