Tag-Archiv für 'antideutsch'

Blogpost gegen Hamburger Unzumutbarkeiten.

Es wurde demonstriert, mit Israelfahnen. Was passiert danach? Richtig, der Kotzkübel läuft über:

An alle, die nicht erschienen sind:

Ihr habt gezeigt, wo ihr steht bzw. wo ihr gestanden hättet, nämlich auf der Seite der Antisemiten und Antisemitinnen. Dabei ist egal ob als zuschlagende, anfeuernde bzw. mitgröhlende oder ignorierende Kraft. Wer aus persönlichen Gründen nicht kommen konnte ist natürlich außen vor. Es geht um die Personen, die Zeit gehabt hätten, aber ihren Allerwertesten nicht vom Sofa bekommen haben oder dies auch gar nicht wollten.

Jaja, denn wer schweigt stimmt zu. Haha. Ich muss zugeben: Mein Sofa ist wichtiger als Demos, die B5 und der Rest der Welt. Der immanenten Logik dieses Beitrags folgend ist ja aber »immerhin« die Bahamas jetzt auf der Seite des B5, in lauschiger Gemeinschaft mit dem [a:ka] Göttingen.
Und hate your heimat macht fleißig weiter:

Auch darf nicht vergessen werden: »In der B5 gibt es günstig Bier und die machen ordentliche Vodka-Mischen«. Alles Gründe, welche natürlich für diesen widerlichen Haufen sprechen.

Ja, tatsächlich! Billiges Bier und gute Mischen sind Argumente. Keine politischen, aber Argumente.
Aber die andere Seite kann auch dumm sein, arg dumm. Dann tönt »Zionisten sind Faschisten« und so qualifizierte Sätze wie:

wenn ich sätze wie »Für den Zionismus!« lese…sag mal is bei dir noch alles richtig im kopf? tritt doch gleich der npd bei, die freuen sich über vollpfosten wie dich..bist genau so en national denkender spinner..

Genau, wenn man für Israel zu sagen hat sollte man sich gepflegt zu denen begeben, die zum Glück mit Antisemitismus und Antizionismus gar nichts zu tun haben: Der NPD! Hallelujah!
Gibt aber noch mehr Argumente es bleiben zu lassen was gegen die B5 zu unternehmen:

statt mal ne demo zum dänischen konsulat zu machen wegen 1200 festgenommenen mobilisiert ihr gegenseitig wegen so einem scheiß? die bullen werden sich schlapplachen über euch.

Die Bullen lachen! Ja ist es denn zu fassen? Soll man doch a mal seine Praxis daran ausrichten, dass die Bullen zufrieden gestellt werden. Dummheit dein Name sei Linke.
Sei er wirklich:

Danke das du einmal mehr beweist wie dämlich ihr eigentlich seid. Jeder der nicht mit euch Nationalisten/Faschisten demonstriert ist also ein Antisemit, ist klar, und jeder Mensch der noch nie auf einer Antifa-Demo war hat zuhause ein Bild vom Führer hängen.

Da hat aber jemand von Logik nichts gehört: Antideutsche seien Faschist_innen, die Leute, die aber keine sind auch! Ich glaubs nicht.
Zum Glück trifft man auch auf echte Kenner_innen von Motiven und Zwecken der an der Demo Teilnehmenden:

Schon lange war Hamburg die letzte Bastion der nicht-ensolidarisierten »Rest«-Linken, gerne pauschal als »AntiImps« bezeichnet. Und diese Bastion zu brechen, darum ging es heute – nicht um Israel, nicht um Auschwitz und schon gar nicht um den Film, dessen Verhinderung DAS gefundene Fressen für den (anti-)Deutschen Mob war. Der wie ich finde gelungeneste Text zu den Hintergründen findet sich hier:
http://kommunistischeassoziation.wordpress.com/

Die Leute waren nicht angepisst, weil ihre geplante Filmvorführung verhindert wurde, Nein! In Wahrheit ging es darum die »Bastion« Hamburg im Sturm zu nehmen! Genial.
Neben Antideutschen, oder für solche gehaltene, kriegt jetzt aber auch die FAU Hamburg auf die Schnauze, weil sie doch tatsächlich auf der Demo erschienen sind, dann erkennt man sogar das Ende des Anarcha-Syndikalismus:

Das war der Todesstoß für die anarchosyndikalistische Bewegung. In Zukunft werden alle Gruppierungen, die libertär-offene sind, die Teilnahme der FAU als Argument dafür benutzen, zu einer Nichtzusammenarbeit aufzurufen. Wie dumm ist die Hamburger FAU?? Ich selbst habe mir monatelang überlegt, in die FAU-Berlin einzutreten. Gute Entscheidung, das ich es nicht gemacht habe.

Was die Faschist_innen im spanischen Bürger_innenkrieg nicht schafften und was auch danach nie gelang schafft die FAU an einem Tag. Herrlich. Apropos Spanien, es wird der FAU vorgeworfen, dass sie mal an die CNT denken sollten. Dazu ein, vermeintlicher(?), Beitrag aus Spanien:

Auch die CNT findet diese stalinistische Antiimperialistas und Befreiungsnacionalistas zum Cotzen. Wenn dieses antisemitische Pack in spanischen Staat versucht haette, die Vorfuehrung zu blokkieren, haette sie eine auf die Mutze bekommen. Estalinistas sind Arschlocher – überall!

Schade. Mag die CNT die Hamburger Möchtegern-Grenzsoldat_innen auch nicht.
Man kennt natürlich Jüdinnen_Juden als Argument als gute_r Anti-Antideutsche_r:

Hier das Ganze mal aus sicht jüdischer Menschen über Antisemitismus, Zionismus, Israel, Herzl:

Herrlich, aber ich bin des Lesens müde, deswegen nochmal in Bildform zusammengefasst:


Hamburg, halt’s Maul.

Ach wie schön, dass jede_r weiß, …

dass das im Osten alles viel schlimmer war.
Das weiß jetzt auch die Gruppe Sur l‘eau aus irgendeinem malerischen Kaff in Schleswig-Holstein. Die wollen nämlich, obwohl man vom »Primat der Praxis« eigentlich nicht so angetan ist, einen Besuch in die ehemalige DDR wagen um der BRD seine »barbarische Fratze« vorzuhalten. Oder so ähnlich.
Denn obwohl man des Gestus des ewig-kritischen beibehalten muss, man ist ja schließlich antideutsch, muss man gleichzeitig seinen größten Freund als Antideutsche_r »auf der Höhe der Zeit«, die Demokratie, ordentlich affirmieren.
Also riskieren wir einen Blick auf die Glanzleistung:
Irgendwie, so sagt man, könnte der Aufruf auch »Mitte der 90er in der „BAHAMAS“« stehen können, und die einzige Floskel, die anscheinend ausreichend gewürdigt wurde ist, dass die Deutschen schon Antisemit_innen seien. Was denn nun aber der Höhe der Zeit aber gerecht werden könnte, das weiß man auch nicht so genau, behalten die wackeren Freund_innen des Abendlandes nämlich für sich. Vielleicht die Bahamas anno 2009? Gegen Museln für Kirche, Deutschland und Israel?
Was aber vor allem stört ist die »unzureichende Abrechnung mit der DDR«. Die ist nämlich nicht nur Lieblingsfeindbild der Deutschen heutzutage, sondern auch die Sur l‘eua stört sich gewaltig an dem »gruseligerem Deutschland«. Warum? Weil die DDR »viele der Deutschen Lieblingsideologien vereinte«, und das auch noch als Staatsdktrin. Gut, dass es sowas im Westen nicht gab und die BRD sich schon immer von Antisemitismus, Rassismus und so weiter abgegrenzt hat, das hier ja gar keinen Platz findet. Schlimm auch »der ostdeutsche Pöbel«, der gar massiv gegen Asylbewerber_innenheime vorgegangen ist, von der Gruppe Sur l‘eau ganz und gar unbemerkt auch in Lübeck. Oder war das nur die Stasi, die in Westdeutschland Rassist_innen infiltrierte, die dann ein wenig zündelten?
Ganz schlimm an der DDR auch, dass da die Supermärkte überhaupt nicht voll waren und man ein wenig auf sein Auto warten musste. Da lob ich mir doch auch mal die BRD, wo man wenigstens nur ein wenig viel arbeiten muss um sich die Köstlichkeiten des Supermarkts auch leisten zu können, und noch mehr um sich dann auch noch ein Auto zulegen zu können, man muss wenigstens nicht warten und das zahlungskräftige Bedürfnis wird ordentlich befriedigt. Marktwirtschaft ist ’ne tighte Sache, wenn man mit dem geübten Blick der Ideologin die Tatsachen zusammen dreht.
Und sowieso gut, dass es den Osten gibt. Kommt jetzt überraschend? Schon, aber: Weil es die gute BRD gibt, ist es gut, dass es die Ex-DDR Gebite gibt, da »hinterlässt [man] seinen Frust über das selbstverschuldete Elend am Wahltag bei NPD oder Linkspartei« (was für eine Schande, es wäre sehr viel lobsamer wenn die Bewohner_innen, die »wirken wie in einer anderen Zeit lebend« ihr Kreuzchen in der demokratischen Mitte machen würden). In puncto Totalitarismus kriegen die wackeren sur l‘eauler_innen aber eine glatte 1. Und was Goebbels 1931 sagte, könnte die sur l‘eau 2009 ausplaudern: »National Socialism is the German Left!« Die sur l‘eau meint das, Gott sei Dank, ganz kritisch.

taz 2005.

Ja, logisch. Schon durch die Mitwirkung auf Compilations wie »I can‘t relax in Deutschland« vom Leipziger Conne Island ist klar, dass wir keine Berührungsängste mit Bewegungen haben, die man gemeinhin als antideutsch rezipiert. Als antinationalistisch zu gelten macht uns kein Kopfzerbrechen, das ist doch klar, dass man als Band wie als Privatperson antinationalistisch ist.

Tocotronic im Interview mit Jörg Sundermeier

Von der Performance her unerreicht war immer die Marxistische Gruppe (MG). Die Jungs mit Münchner Akzent und schicken Lederjacken wussten immer alles besser. Immer. Legendär ihre Auftritte in philosophischen Seminaren, in denen sie die einzigen waren, die Hegel gelesen hatten. Marxistische Gruppe, dass bedeutete: keine Kompromisse. Mit der Arbeiterbewegung hatten sie nichts am Hut, mit freien Wahlen und dem ganzen Demokratiescheiß auch nicht. Die MG stand für die reine, knallharte Kapitalismuskritik. Traurig: 1991 gab sie ihre Selbstauflösung bekannt. Übrig geblieben ist lediglich die Zeitschrift GegenStandpunkt. »Wichtig an einer Wahl ist also zuerst und vor allem das, was nicht zur Wahl steht, mit der Wahl aber stillschweigend abgehakt wird. Das ist nämlich nichts Geringeres als die gesamte politische Herrschaft«, steht in der aktuellen Ausgabe. Der Kampf geht weiter.

Über die Marxistische Gruppe

Lesen! ohne Elke Heidenreich.

Die sinistra² gönnt sich nur einige kleine Fehler (Ziviliationsbruch z.B.) und schreibt ansonsten treffende Sachen über Deutschland, seine Vergangenheit und die Antifa: »Ich kann die Auschwitzscheiße nicht mehr hören…«
Ich hab zwar ein bißchen das Gefühl sie können zur Demokratie auch weniger sagen, zumindest negatives, aber das war nicht Gegenstand des Textes.

Warum zeigt man mir das erst jetzt?

Liebe_r Pinky.

Ich glaub du hast das mit der Sekte, »mit dem angeblichen Headquater in Berlin«, vom ollen Genossen nicht verstanden. Alles Beste, dein antideutscher ♥Tekknoatze.

Muss sein.

Die Planetengirls sind zurück. Ganz im alten Stil gibt es mal wieder eine Umfrage. Auf der Frage nach dem »schlicht blödesten Antideutschen« werd ich auch geführt, euer Auftrag, geneigte Leser_innenschaft ist einfach. Sorgt dafür, dass ich gewinne. Antideutschtum hin oder her. Wertmüller und lipstick müssen vernichtend geschlagen werden.

Überzeugungen im Härtetest.

»Jedenfalls muss klar sein, dass jeder, egal aus welchem Motiv das getragen wird, dass jeder der sich dann an dieser Fahne vergeht eine auf’s Maul kriegen muss. So einfach ist das.«

Hermann L. Gremliza

israel nazis

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Die Genialogen der radikalen Rechten haben nebenbei nonpd neu aufgelegt, nur jetzt geht es gegen Parteien, die als kommunistisch erkannt wurden. Auf der Seite antikommunismus.info kann man sich jetzt durchlesen was die Nazis für ein Problem mit diesen Parteien haben.
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Und noch kurz, die Bullen haben angekündigt, das von Avanti und dem Rest der Bürgers vorbereitete Blockadetraining am Samstag, in dem man lernen kann korrekt auf der Straße zu sitzen, zu verhindern.

Daher werde die Polizei auch das für Sonnabend angemeldete öffentliche „Aktionstraining“ unterbinden. Der Veranstalter habe von der Polizei entsprechende Auflagen erteilt bekommen. Das angemeldete „Antifaschistische Straßentheater“ könne stattfinden, Blockadeübungen werde die Polizei aber nicht zulassen. / sw

Der Vermutung, dass durch solch ein Training Gewaltbereitschaft ansteigen würde wage ich mal zu wiedersprechen. Aber vielleicht steigt die Gewaltbereitschaft ja wenn man von einer Hundertschaft Bullen abgetragen wird. Wer sich das Spektakel mit Staatsmachtbeteiligung angucken will sollte ab 17 Uhr am ZOB in Hannover erscheinen, wer da tatsächlich mitmachen will kann das von 11-16 Uhr in der Kunsthalle auf dem Gelände der Faust tun.
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Und last bot not least, die gestrige Räumung des besetzten Haus in Erfurt wurde in vielen Städten nicht unkommentiert hingenommen. In Weimar brannten 40 Mülltonnen und in Schweden haben Aktivist_innen eine Bullenwache besucht. Eine Übersicht findet sich beim Genossen schildkröte.

Deutschland in die Fresse boxen.

Heute Morgen haben die Bullen das besetzte Haus in Erfurt geräumt. Wiedereinmal wurde dadurch der praktische Beweis gebracht, dass für den demokratischen Staat andere Meinungen so lange tolerierbar sind wie sie sich auf einem demokratischen legalen Boden bewegen. Nun gilt es:

The Next Uri Geller

Sehr richtig I

»Interessant ist, dass mit der aktuellen Behauptung, gegen die als mittelalterlich angenommenen, dabei nur auf der Grundlage der kapitalistischen Moderne verstehbaren Islamismus nur die Kriegsmaschinerie der USA und Israels etwas ausrichten könnten, im Namen der Linken bloß nur ein altes Denkmuster europäischer Geschichte wiederholt wird: Dieses Schema, dessen Geschichte bis Montesquieu zurückreicht, behauptet, dass der Orient ein Reich ewiger Stagnation ist, aus sich selbst zu keiner positiven Entwicklung fähig, so dass im Namen globaler Menschenrechte und Demokratie die Mächte des »Westens« den Fortschritt von außen bringen müssten. Ein solch eurozentristisches Denken, dessen Führungsrolle längst der WASP-Zentrismus (White-Angloamerican-Protestantism) längst übernommen hat, war in der Geschichte und bleibt heute eine reine Rechtfertigungsideologie des plündernden Überfalls in das »Andere«. Niemand, der den Islamismus in seinen politisch gemäßigten wie auch brutal-gewalttätigen Formen verstehen will, kann die Geschichte des Imperialismus im Nahen und Mittleren Osten ignorieren. In diese Region werden nicht Menschenrechte und Demokratie exportiert, sondern Gewalt, Ausbeutung, Islamisierung und Ethnisierung. Ein gutes Beispiel sind die neuen irakischen oder afghanischen Verfassungen von US-Gnaden. Sie bestimmen den »Islam als Staatsreligion« und werfen damit die fortschrittlichen Kräfte um Jahre zurück.«

Kapitalistische Zivilisation als Barbarei und der »Kampf der Kulturen«; Interview mit Gazi Caglar, in »Sie waren die Antideutschesten der deutschen Linken« herausgegeben von Gerhard Hanloser, Unrast Verlag 2003, Seite 164

Antideutsche Deppen III

Mit Parolen wie »Wir tragen Gucci, wir tragen Prada – Tod der Intifada« wurde eindeutig der hedonistische Standpunkt der antideutschen Szene aus ganz Deutschland zur Schau getragen. Wir partizipierten also.

Für dich Karl,

Weil Wendy da ja die Kommentare geschloßen hat, ich die Diskussion aber gerne weiterführe mach ich das nun hier, anschließen tu ich an den letzten Kommentar von Karl.
1. Ich hab das Wort der Querfront benutzt, ja. Elsaesser so zu bezeichnen mag nicht stimmen, weil er, Restvernunft sei dank (?), das Kooperationsangebot bzw. sogar die Angebote ausgeschlagen hat. Geschenkt. Wortwahl und Forderungen der Volksinitiative Elsaessers sind nämlich nicht so weit von denen der NPD entfernt. Schon sein Buchtitel (»Angriff der Heuschrecken. Zerstörung der Nationen und globaler Krieg«) könnte vom Titel her im Deutsche Stimme Verlag aufgelegt worden sein. Elsaesser macht dabei den Fehler den Abwehrkampf gegen Faschismus über die Kritik des Ganzen, die er nur in der Form des Finanzkapitals zu leisten im Stande scheint, zu stellen. Alle Mann gegen rechts, dass das eine Zusammenarbeit mit denen bedeutet, die nichts gegen Abschiebungen haben, diese sogar als Mittel zur Verwaltung der Nation ganz knorke finden, eine Zusammenarbeit mit jenen, die gegen Nazis auch nicht mehr zu sagen haben, als das diese »menschenverachtend« oder für das Ansehen der Nation ärgerlich seien ist dann doch erstmal ein nerviger Fakt.
1935 mag das Volksfrontkonzept vielleicht noch einen Sinn gehabt haben, heutzutage wo der Faschismus keine Option darstellt, die irgendwie wirkmächtig wäre, ist das Arbeiten in einer Volksfront gerad nochmal Irrsinn. Die realen Schädigungen gegen die sich Kommunist_innen auszusprechen haben werden heute von der Demokratie produziert. Antifaschismus hin oder her.
2. Na du kleiner Oberchecker. Was ist denn bitte die Agitation von Leuten hin zum Dasein als Kommunist_in anderes als die Verschiebung von Machtverhältnissen? Oder verschieben sich die Machtverhältnisse in deinem Traum nur in 20% Schritten? Dein Verweis auf Marx/Engels ist da doch auch nur noch Phrasendrescherei. Wie gesagt meine (un)organisierte politische Praxis im echten Leben tut hier im Internet nichts zur Sache. Du »sogenannter Kritiker« (Wertmüller) gewinnst dann auch keinen Blumentopf, wenn du mir kontinuierlich den antideutschen Peter zuschieben willst. Im Gegensatz zu dir habe ich nämlich verstanden, dass ein System noch so System sein kann, ohne die Handlungen der in diesem System verfangenen Individuen aber grad mal eine leere Hülse ist. Der Staat macht ohne die Handlungen der Protagonist_innen gar nichts und auch der Kapitalismus würde nicht funktionieren, wenn nicht alle brav Schule/Uni/Arbeitsplatz aufsuchen und tagtäglich an der Reproduktion des Systems und seiner Ideologien arbeiten, oder um beim Telefonbuch zu bleiben, ich schlage eine beliebige Seite auf und finde ganz ohne Metaphysik oder Super-Revolution jemanden, der dieses System reproduziert.
Wenn meine Auffassung aber so grundfalsch ist, wie wäre es dann mal wenn du mit deiner Meinung zum Tatbestand »revolutionär« nicht hinter deinem Hügel stehen bleibst sondern sie den geneigten Leser_innen präsentierst?
3. Das alles hättest du merken können wenn du dich ein wenig mit meiner Person und meinen hier und anderswo getätigten Aussagen auseinandergesetzt hättest. Ich versperre mich ja gar nicht gegen die Kritik einzelner Protagonist_innen, das hast du mir in deinem anti-antideutschen Kartenspiel schon wieder ins Blatt gemogelt. Ich sagte die Kritik des Finanzkapitals, die Elsaesser und Freund_innen betreiben ist falsch, die wollen »Spekulanten enteignen«, »Heuschrecken« ausmerzen und bemühen sich doch tatsächlich als Politikberatung »gegen Regierungen, die den Banken Geldgeschenke durch uns Steuerzahler machen«. Das hat überhaupt nichts mehr mit Antikapitalismus zu tun, und als Antikapitalist bezeichnet Elsaesser sich nebenbei selbst, sondern mit der nach eigenem Gutdünken besseren Verwaltung von Nation und Kapital. »Idealistische Schrulle« trifft viel eher auf Elsaesser als mich, aber dir kann das ja egal sein.
Die Kritik in Richtung »Hinter dem Faschismus steht das Kapital« finde ich tatsächöich falsch, nicht um einzelne Kapitalist_innen zu entlasten, die Nazis sponsorn, sondern, weil »das Kapital« nicht hinter dem Faschismus steht. Der Faschismus ist eine dem Kapitalismus inhärente Form der Krisenlösung, aber nicht Plan des Kapitals. Das Einzige wohinter Kapitalträger_innen uneingeschränkt stehen ist wohl der Erolg ihres Kapitals in der Konkurrenz.
4.

So sehr du auch für die Revo meinst zu arbeiten, so sehr bist du doch nur ein Lakai real existierender HerrschaftsVERHÄLTNISSE, die du eben mit deiner “Systemkritik” verschleierst (und damit unaufhebar MACHsT) und ideologisch absicherst.

Argument?
5. Dass Elsaesser die Krise vorhergesagt hat mag ja wahr und gut sein. Ist aber ebenso ein Argument für seine Thesen wie meine Vorhersage, die ich hiermit getroffen habe, dass es nach »der« Krise auch wieder ein bergauf geben wird, und dann oh weia womöglich eine weitere Krise. Ob Krise oder nicht ist doch aber für eine kommunistische Kritik scheißegal, weil diese eben keine Kritik des Kapitalismus in der Krise ist, das kann von mir aus die VWL erledigen. Kommunistische Kritik verfehlt ihren Gegenstand eben nicht, wenn sie den Normalvollzug kapitalistischer Gesellschaften als das Problem darstellt. Das diese Kritik mit G-W-G‘ nocht nicht alles sagt hat aber auch keiner behauptet, du höchstens zwischen Verblendung und der Suche nach einem billigen Diss so hingestellt.
6. Versuch du es in deinen Saukopf zu bekommen: Elsaesser bezeichnet sich selber als Antikapitalist. Nach eigener Aussage geht also nicht um die F-Frage sondern um den Kapitalismus.
7. Selbst wenn es Elsaesser wirklich nur um den Faschismus gehen würde bliebe im immer noch zu sagen: »Wer vom Faschismus reden will, der sollte vom Kapitalismus nicht schweigen.«
8. Leck mich am Arsch.