Tag-Archiv für 'angela-merkel'

Diesen Staat zerstören.

Während ich diese Zeilen schreibe passiert auf der Welt einiges, was einer Berichterstattung bedarf und dem kritischen Blick deutscher Blogger_innen erst recht. Um das soll es mir aber nicht gehen, das Elend gibt es überall und dass es zurückgeschlagen wird darum kümmern sich Tocotronic. Ich könnte mich also um die Sonnenseite kümmern, und das noch nichtmal metaphorisch, denn pünktlich zum Event des zweiten Halbjahres hier in Hannover, nein nicht die CDU-Wahlkampfveranstaltung gestern, der Naziaufmarsch morgen hat die sich blicken lassen und meine Illusionen eines nahenden Herbstes, der die Endorphin gesteuerten Hackfressen endlich wieder in ihre Wohnungen treibt und ihnen noch dazu das Endorphin entzieht, zerstört. Das ist schade, aber nur ein bißchen. Beruhigt kann ich ohnehin sein, die Jahreszeiten in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf, das ist wahr, das schwör ich. Und gegen ein wenig Sonne kann man auch nichts haben. Wenn nur mein Magen nicht so zerstört wäre. Aber zurück zum Naziaufmarsch. Da wird die Volksfront für ein besseres Deutschland (und bevor sich wieder irgendsoein_e Linke_r über meinen Titulierungen beschwert: Damit meine ich nicht die Antifa-Gruppen, die auf einer Antifa-Demo einen Antifa-Block bilden. Das wiederum finde ich aber sehr erheiternd.) sich wieder einmal zeigen und ihre Fahnen gegen Nazis schwingen, ein bißchen Nazis raus krakehlen, die Frage nach dem Wohin nicht beantworten (können wollen) und sich bei Bratwurst und Bier den Tag vertreiben. Letzteres find ich eigentlich lobenswert, aber ich erwähnte es: Mein Magen.
Was wollte ich nochmal sagen? Ach nichts. Aber weiterschreiben kann ich trotzdem. Das ist das schöne am Internet, man kann nichts sagen und trotzdem auf Veröffentlichen klicken. Danach interessiert es niemanden und vergessen wird es auch nicht. Wenn das nichtmal genial ist.
Aber zurück zu der großen Bude der Lokalpolitik: Gehen wir das chronologisch an: Als ich mich gestern auf den Weg durch Hannover machte um Popstars zu gucken kreuzte mein Weg die Innenstaft und dort das Steintor, wie es das Schicksal so will (ich bin mir sicher, dass es das Schicksal war, weil das es normalerweise nicht gut mit mir meint) hatte sich die CDU samt Kanzlerin zu einer kleinen Party eingefunden. Auf dem Weg dorthin begenete ich Menschen mit attac-Fahnen, dort hatte sich dann alles mögliche und noch viel mehr versammelt. Neben zwei Hundertschaften Bullen, die einfach überall standen und einen grimmig anguckten, war der Rest von Deutschland auch da. Ökos mit Plakaten für die Anti-Atom-Demo in Berlin letzte Woche (die, die voll riesig war und so ein mega-mächtiges Zeichen für die Gutmenschlichkeit gesetzt hat), Piraten, die ihre Fahnen geschickt im Publikum platziert hatten, Nazis, die von den Bullen am Rand gehalten wurde, Linke, die Nazis gucken wollten. Pünktlich zu meinem Erscheinen, und als letzter Beweis, dass es das Schicksal auf mich abgesehen hat, bedankte sich der Moderator bei irgendeinem Zuckertyp (nicht die Zeitung) mit den Worten »Niedersachsen ist ein Zuckerland« und leitete über zu der Verabschiedung: »Und jetzt möchte ich euch bitten, wie es bei CDU-Veranstltungen üblich ist nach vorne zu kommen und die deutsche Nationalhymne zu singen.« Umgehend setzt die Musik ein, eine Bewegung nach vorne war nicht zu erkennen (ich vermute ja, dass einfach keine CDU-Wähler unter den »7000 Menschen« [Moderator] waren) und mitsingen tat auch niemand. Wenn doch wurde es von den Boxen überschallt. Wenigstens etwas. Den Gipfel des Abschaums erreichte die Partei von Angie als gleichnamiges Lied von den Rolling Stones gespielt wurde. »Ich bin mir sicher, dass Mick Jagger sich dabei was gedacht hatte.« Ich auch, aber nicht das was ihr draus machtet.
Als Jan Delay (guter Sprung, oder?) noch ein wenig klarer im Kopf war und sich das mit der Nation nicht ganz so zu Herzen nahm, also die Zeit in der er gute Musik machte, da htte er ein Elektro-Projekt namens La Boom und dieses hatte ein Lied, das nennt sich Burn Engholm, und das rettete mir gestern abend auch das Leben. »Das ist ein Angriff gegen den Staat, gegen die Demokratie in Form der Stadt-Guerilla.«

La Boom- Burn Engholm

Und dann sind wir auch bei heute und morgen, denn es heißt gegen die Nation und ihre Fans, also vor allem gegen die ganz rechts. Aber irgendwo muss man ja anfangen, sagt die Bewegung und da ist es viel einfacher einfach gegen die zu sein, gegen die sowieso alle was haben (Um unterstellenden Kommentaren vorzubeugen²: Ja, ich habe den Aufruf gelesen, Nein er hat micht nicht davon überzeugt, dass ihr ein allzu großes Problem mit der bürgerlichen Gesellschaft habt). Um nochmal auf das Demo-Konzept zurückzukommen, das versteh ich nämlich immer noch nicht. Es gibt Samstag eine antifaschistische Demo, im Antifa-Jargon DGB-Demo genannt, und auf dieser Antifa-Demo gibt es einen Antifa-Block für Antifas. Ok. Macht irgendwie Sinn wenn man Antifa ist, aber warum macht man am Abend vorher noch eine Antifa-Demo!? Da sind doch nur Bullen da, man trifft ein paar Demokrat_innen. Muss man vielleicht ja aber auch nicht verstehen. Ich werde auf jeden Fall gleich tanzen gehen. Das ist nämlich viel sinnvoller. Und dann zur Vorabenddemo gehen, einen nützlichen Zweck muss es ja haben, dass ich sämtliche Stufe 7 Beleidigungen aus dem Pott auswendig gelernt habe.
Sonntag wird dann hier übrigens gegen Boehringer demonstriert, weil die Schweine töten, die Schalker. Was für ein Wochenende. Zum Abschluß aber noch ein wenig Musik:

Wie geil das ist, ein Musik-Video wo an nem Bus rumgewerkelt wird. Extraklasse.

Große demokratische Worthülsen II

»Ich wurde nicht als Kanzlerin geboren«

Angela Merkel im CDU-Spot zur Wahl. Was aber, glaubt man Angie, nicht daran liegt, dass man Kanzler_in 1. durch eine Wahl wird nachdem man sich 2. dazu entschieden hat, sondern daran, dass die Wende erst nach ihrer Geburt zustande kam. Folglich werden also Tag für Tag ganz viele Kanzler_innen geboren. Denen nun zu erklären, dass sie aber trotzdem nicht gewählt werden, das ist eine Aufgabe, die ich Angela sehr gerne selber überlasse.

cutted- pasted V

Es geht schon wieder los. Magdeburg again.
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rockstar hatte ja auch schon versucht die K-Frage mit Inhalt zu füllen, das deutsche Atomforum will der Interventionistischen Linken in keinem Fall nachstehen und beantwortet die undefinierte Frage nach dem K mit Klimaschutz.
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Magdeburg 2: Original vs. »wir wollten auch nen Header, hatten aber keine eigenen Ideen und haben mal nebenan geguckt«
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Aus der taz vom 05.12.08:

Homophobie ist im deutschen Herren-Fußball verbreiteter denn je. Sanktionen muss dabei nur fürchten, wer sich als schwul outet. Lobbyisten fordern deshalb harte Strafen für feindliche Parolen. Homosexuelle im Fußball- Die schwule Nebensache

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Aus der Jungle World vom 04.12.08:
Unterm Klebeband- Ein Plädoyer für einen Feminismus in der antideutschen Gesellschaftskritik. vom Antifaschistischen Frauenblock Leipzig.
Die Jungle World hat als momentanes Thema übrigens »Could we? Die amerikanische Linke und ihr neuer Präsident«. Mit Artikeln von Rob Augman, Bernd Volkert, Malte Meyer, sowie einem Interview mit einem der Herausgeber des New Yorker Magazins n+1 Mark Greif. Ich weiß nichtssagend Wendy, aber nichtdestsotrotz lesenswert (ein weitergehendes Urteil erspar ich mir erstmal, weil ich nicht alle Artikel ganz gelesen hab).
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tears and anger greece berichtet von neuen Schüssen seitens der Polizei in Griechenland. tears and anger ist sowieso eine meiner Empfehlungen für die Leute, die über die Situation in Griechenland aktuell informiert sein wollen.
ponyhof hingegen hat aus irgendwelchen Gründen die Illusion gehegt, dass »wir von den Bullen etwas anderes zu erwarten haben als Repression, Gewalt und Tod.«
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Ein wenig Musik, erstens sei gesagt, dass es noch vor Weihnachten einen zumindest mit winterlichem Motiv (nein, nicht der brennende Weihanchtsbaum) ausgestatten Sampler geben wird. Zweitens bin ich bei You can call me Pelski über einen Rex The Dog Remix vom Sounds Song Tony The Beat gestolpert, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Aus der Rohmasse zum Sampler stammt auch dieser feine Track, der zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel hat deswegen aber nicht weniger wahr wird: Supershirt- Punk ist was du draus machst:

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Während ich diese Zeilen verfassen leert sich die Flasche Alkohol neben mir rapide. Da find ich es super, dass es staatliche Aufklärungskampagnen gibt. Jetzt weiß ich nämlich, dass 25% aller Straftaten unter Alkoholeinfluss begangen werden, was wiederum bedeutet 75% ohne Alkhol, was wiederum bedeutet: Ein Mensch der nicht getrunken hat ist 3 mal gefährdeter Straftaten zu begehen als ein Mensch, der getrunken hat. Deswegen wird auch der Rest OverSeas Zinfandel Rosé (Edeka, 2,99€ lohnt sich!) noch meine Kehle hinunterfließen und ich werde danach mitunter legalistisch (sagt die Statistik).
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Bald ist Tag der Menschenrechte. Das ist klasse denkt sich Angela Merkel und stottert in ihrem Podcast einige Worte an die Nation (was mir heute wieder aufgefallen ist: rhetorisch ist die Dame eine Null und sollte sich dringend 3-4 Scheiben bei Ursula von der Leyen abschneiden, die kann wenigstens gut reden), in denen sie erklärt was für ein toller Ort Deutschland doch sei, jetzt wo die DDR endlich wieder demokratisch ist und mit den Rechten der Menschen hierzulande alles im Lot.

Zynisch mag das für die Opfer rassistischer Polizeigewalt sein, ein Thema, dass durch das Prozessende im (für mich immer noch) Mordfall Oury Jalloh wieder ein wenig mehr mediale Aufmerksamkeit erfahren hat. Einen unbedingt lesenswerten Artikel dazu bietet die Frankfurter Rundschau. Nebenbei schon der zweite Artikel in diesem Gepaste, bei dem der gute Medium mir mit dem Bloggen zuvor kam.
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Ich will auch langsam zum Ende kommen. Vorher noch mein Lacher des Tages. Als ich vorhin den Quo vadis Græcia? Artikel verfasst habe waren die einschlägigen Nachrichtenportale voll mit der Nachricht, dass die Pendlerpauschale wieder zurück sei. Zumindest Spiegel Online mahnt aber mittlerweile zur Zurückhaltung:

Die Verfassungsrichter haben die bisherige Regelung im Prinzip nur deshalb gekippt, weil sie schlecht begründet war. Denn das Gesetz wurde geändert, um den Haushalt zu konsolidieren – das „kann für sich genommen die Neuregelung nicht rechtfertigen“, sagte Andreas Voßkuhle, der Vizepräsident des Gerichts.

Lacher Nummer 2 übrigens der Gouverneur des US-Staates Illinois Rod Blagojevich, der Obamas Senatssitz auf korrupte Art und Weise neu besetzen wollte. Props und meine volle Solidarität dafür, wenn noch jemand einen Senatssitz, Bundestagsmandat oder sonstwas hat, immer her damit.
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Eine ganz gehörige Schelte hat sich die »Antifaschistische Aktion Rostock« nach eigenem, Bekunden eine VVN-BdA nahe Gruppe (was dann noch das Gewehr in eurem Header soll ist die Frage) für das Sampling von diesem Text verdient.
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In vino veritas (heute ist Lateintag bei EinBlog)
♥Tekknoatze