Virtuelles Leben

Kurz verlinkt 2010-01-20

Das starblog hofft auf das Füllhorn für Aussteiger_innenprogramme für Linksextreme. | Federica Matteoni schreibt in der Jungle World über die Gender-Voyeure im »Fall« Caster Semenya. | informationisbeautiful verweist auf die Infographiken zu den Beatles. | notcot.org verweist auf eine Infographik zum Thema Videospiele. | Die New York Times mit einem relativ langen, aber interessanten Artikel über die Erneuerung der Rolle der Frau in Deutschland: In Germany, a Tradition Falls, and Women Rise | Und als (erste) Ergänzung zu meinem Haiti-Artikel: contradictio weist auf eine Sendung des Forum Gegestandpunkt zum ebenjenem Thema hin.

Politisches Plakat 2009.

Bei den Genoss_innen von politisches Plakat lassen sich jetzt bis zum Ablauf einer »gewissen Frist«, die aber geheim bleibt, Nominierungen für das beste Plakat 2009 einreichen.

Kurz verlinkt 2010-01-19

Entgegen einer Meldung in der WELT von gestern, in der es hieß Kristina Koehler wolle die Mittel gegen Extremismus doch nicht aufteilen berichtet der Spiegel unter Berufung auf die Financial Times heute, dass 2 zusätzliche Millionen zur Bekämpfung von »Linksextremismus« und Islamismus zur Verfügung gestellt werden sollen. | beatlestube.net hat es sich zur Aufgabe gemacht YouTube Videos von und über die Beatles zu aggregieren. | Der Streit um eine Arbeitspflicht für Arbeitslose geht munter weiter, pantoffelpunk hat derweil mögliche Abschreckungsmaßnahmen illustriert.

Jungdeutsche haltets Maul.

»Meine Stimme, meine Beats« heißt so ein grausiges neuartiges Projekt für Demokratie und Toleranz, oder auch: die versaute Jugend wieder zu anständigen Staatsbürger_innen zu machen, wenn »trockene Reden scheitern und bunte Broschüren langweilen« also nur eine geballte Dosis sogenannter Popkultur helfen kann. Diese sogenannte Popkultur könnte auch ein Cobretti/Audiolith Kollabosampler sein. Aber gefördert mit Mitteln von Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also dem wo jetzt die durch vorbildliche Anwendung der Extremismuskeule ausgezeichnete Kristina Köhler Ministerin spielt. Die ist bestimmt ganz begeistert von so viel Engagement. Ich nicht, ich empfehle statt tolerant sein Regierung stürzen, sonst endet man noch so, und wer kann das schon wollen:


Zum Weiterlesen:
junge Linke – Die Demokratie und ihre Idealisten
junge Linke – Der bürgerliche Staat – eine Einführung

Kurz verlinkt 2010-01-18

i heart digital life – Feministischer Lesestoff | no218 no fundis – Irland: Gott nicht gut finden wird teuer | WELT Online – Großkonzerne klauen die Öko-Idee der Aktivisten | dieStandard – Mann stach zigmal auf Ehefrau ein – Gemütslage »allgemein begreiflich«

Die hannöversche Polizei macht sich selber kaputt.

Erst hat sich in Wunstorf ein Polizist beim Einstecken der Waffe in sein Holster selbst in den Oberköper geschoßen, jetzt erschießt sich ein Polizist beim Reinigen seiner Waffe. Wenn das so weitergeht…

Must Have V

Ich habe lange keine identitären Hammer und Sichel Gegenstände meiner allseits beliebten »Must Have«-Reihe hinzugefügt, zum Ausgleich was besonders schönes:
hammer und sichel
via

Saublöde Antifas.

Dresden is calling. Am 13.02. will die deutsche Opfergemeinde wieder rumopfern, die Antifas dieser Republik werden sich aufmachen wenigstens ein paar von den Opfern zu sagen wie opferig sie sind, während sie mit den anderen rumopfernden Deutschen versuchen Dresden sauber zu halten. Es ist der Anlass für den Barden linker Scheußlichkeiten Holger »ich brech dir die Knochen« Burner ein Werk zu verfassen, was wohl in gewissen Kreisen als Lied gelten mag, nach herkömmlicher Definition aber wohl eher einen Anlass für Lachkrämpfe darstellt:

Auf »Pseudoaktionen« und »symbolische Aktionen« hat der »wirklich praktisch denkende« Horst keinen Bock, denn er kommt um zu blockieren, »denn [sein] Arsch auf der Straße heißt ›no pasaran‹«. Und schon soll man es »Dresden oder Stalingrad 2.0« nennen. Man darf gespannt sein wie Holger Burner mit seinem ›no pasaran‹-Arsch auf der Straße 60.000 Deutsche umbringt, mehr als hunderttausend in Gefangenschaft nimmt, 54 deutsche Panzer zerstört und ganz nebenbei noch die Stadt in Schutt und Asche legt.

Skandal: Unternehmen geht Gewinn vor Mitleid.

Letzte Woche hat Media Markt Sachen verschenkt, jeder zenhte Einkauf war umsonst, so die Werbung. Um diese 10% zu ermitteln sollte also gelost werden. Die Kund_innen von Media Markt hat das natürlich gefreut wie nichts, da haben die doch mal die Chance gesehen das Unternehmen so richtig auszutricksen. So auch Familie Weyer, die sind also flugs mit ihrem »ich bin doch nicht blöd«-Brett vor dem Schädel losgerannt in Richtung Media Markt und haben dort eingekauft, also alles was man gerne mal zurückerstattet kriegen würde. Die geniale Denke: entweder wir werden ausgelost oder wir gehen von der Kasse zum Infotisch und geben das alles wieder zurück. Aber dann: Media Markt will nicht. Statt Bargeld gibts Wertgutscheine. Da steht da natürlich fest: Betrug. Media Markt habe ja prinzipiell zugesagt, dass man beim Umtauschen Geld zurückbekomme. Oder um es mit den Worten von Familie Weyer zu sagen:

Die Weyers sitzen auf Kartons mit Waren im Wert von über 2000 Euro und sind der Meinung, dass sie »arglistig getäuscht« wurden. »Ich behaupte, dass die Aktion bewusst so geplant war«, ärgert sich der Rentner. Und seine Tochter, als Betriebswirtschaftsstudentin an der Uni Essen in Finanzangelegenheiten durchaus bewandert, moniert: »Die haben die Geiz-ist-geil-Mentalität ihrer Kunden ausgenutzt.«

Schamlos ausgenutzt, und das mit vollem Bewusstsein. Das Leben kann schon echt hart sein vor allem an Tagen an denen man teifschürfende Fakten bemerkt wie dieses: Kapitalistische Untenehmen sind immer noch keine Samariter für die gebeulteten Arbeiter_innenseelen unterm Smog der Zeche Zollverein. Familie Weyer will jetzt gegen die bösen hinterlistigen Kapitalist_innen klagen um nicht auf den Produkten sitzen zu bleiben, die man für gekauft dann eben doch nicht haben will. Eine Anwältin hätten sie vielleicht früher fragen sollen, die kann jetzt auch nicht mehr helfen. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich, wenn man schon nicht im Studium der Wirtschaft der Betriebe erfährt, dass der Gewinn das höchste der Gefühle ist und bleibt.

Quelle: Der Westen – Kunden fühlen sich von Media Markt »arglistig getäuscht«

a minus a ist nichts.

Da interviewt die Jungle World Jesse Daniels, die zu Rassismus im Internet forscht, und fragt wie das denn nun ist mit dem Rassismus und dem Internet und die stellt folgende ziemlich treffende These auf:

Es gibt einfach viele Menschen, die solche Ansichten haben. Aber aufgrund eines gesellschaftlichen Wandels in den letzten 30 Jahren waren die Menschen angehalten, diese Ansichten in der öffentlichen Kommunikation zu verbergen. Das Internet erlaubt ihnen jetzt, all dies mitzuteilen. Die Anonymität und die Distanz, die das Internet erzeugt, macht es den Leuten einfach, Dinge zu äußern, die sie in Gesprächen mit anwesenden Menschen nie sagen würden.

Dann wird ein bißchen über Barbarei im Internet geredet und wie schade das ja sei, dass es da keinen »zivilisierten demokratischen Diskurs« gäbe. Eine sozialkritische Fragerunde später äußert Jesse Daniels dann ihre Lösung gegen die Barbarei im Internet:

Was wäre denn notwendig, um politische Kommunikation im Internet ein Stück weit zu zivilisieren?

Ich denke, dass man darüber sprechen muss, welche Richtlinien es braucht, um im Internet einen zivilisierten demokratischen Diskurs führen zu können. Da geht es um bestimmte sprachliche Ausdrücke, um Moderationsregeln etwa, aber es geht auch darum, dass man sich auch im Internet unter echten Namen äußern sollte. Die Anonymität führt nun mal dazu, dass im Internet so viele verletzende Dinge ausgesprochen werden. Wäre die Online-Identität mit der Offline-Identität verknüpft, wäre das nicht so, weil man sich dann Sorgen um seine Reputation machen müsste. Das wäre ein wichtiger Faktor für die Zivilisierung von kontroversen Debatten im Internet.

Unter echten Namen im Netz zu kommunizieren, heißt aber auch, jede Menge privater Daten preiszugeben.

Richtig, das ist ein großes Problem. Trotzdem denke ich, dass man die Online- und die Offline-Reputation miteinander verknüpfen sollte. Zum Beispiel wären rassistische Kommentare auf Youtube oder anderswo viel unwahrscheinlicher, wenn die Kommentatoren ihren echten Namen darunter setzen müssten. Es ist eben nicht nur positiv, wenn sich Menschen durch Anonymität von sozialen Erwartungen befreien.

Richtig, gegen den Rassismus etc. den die Leute da im Internet äußern hilft natürlich mit dem offensichtlich nicht funktionierenden Mechanismus der sozialen Stigmatisierung vorzugehen. Davon lernen die dann nämlich wieder das, was sie »aufgrund des gesellschaftlichen Wandels« schon mal gelernt haben, Ressentiment haben und Schnauze halten. Nur halt verdoppelt auf die virtuelle Ebene. Eine Kritik am Rassismus kann da doch scheißegal sein, hauptsache die Leute halten sich an den von den »sozialen Erwartungen« geforderten Antirassismus. Im Freund_innenkreis kann da natürlich beliebig weiter gehtzt werden. Dann eben auch im virtuellen. Aber lasst das bloß nicht die Moralapostel der Jungle World und ihre ach so kritischen Freund_innen hören, die wären nocht enttäuscht.

The Raveonettes – Boys Who Rape (Should All Be Destroyed)

Word.

Das Unwort des Jahres 2009. Das Ergebnis.

Muss auch mal gut sein, und eigentlich ist ja jetzt auch schon 2010, vorausgesetzt es haben mittlerweile alle mal geschlafen. Und deswegen küre ich, im Namen des einzig wahren Magazins für linken Boulevardjournalismus, das einzig wahre linke Unwort des Jahres 2009.
Aber das ist ja eine Preisverleihung, deswegen tu ich mal so als würde ich es spannend machen und küre erstmal die Plätze vor der Nummer 1, die haben ja auch ein wenig Fame verdient.
Der dritte Platz geht »eindeutig und wegen allem« (Rosa Rauschen) und vollkommen verdient mit 8 Stimmen an Hamburg, knapt vor Hassbrennern. Auf dem zweiten Platz und mit nicht zu verkennenden Vorsprung folgt mit 14 Stimmen das Opium der Bewegungslinken, das Audimax.
Seid mehreren Jahren (Jahrhunderte, Jahrtausende oder 6 Jahrzehnte, je nachdem wer gerade Geschichte schreibt) geht den Menschen dagegen der erste Platz ans Leder. Eine wahrlich zeitlose Wahl, das Unwort den Jahres 2009 ist, auch vollkommen verdient: Deutschland.
Ich bedanke mich bei allen Teilnehmer_innen und weise nachträglich daruf hin, dass jeglicher Rechtsweg ausgeschloßen ist.

Die Zukunft.

The Onion hat die Zukunft der Computer bei Apple entdeckt: Das MacBook Wheel. Statt Tastatur und Maus Clickwheel. Genial. Außerdem kann das MacBook Wheel mit Features überzeugen, die nun wirklich innovativ sind: 20 Minuten Batterielaufzeit zum Beispiel. Endlich ist alles nur noch ein paar Hundert Klicks entfernt:

via
Der Kreativkiez hat übrigens auch dieses unglaublich großartige Stop Motion Video gepostet.