Archiv der Kategorie 'Neuigkeiten'

a minus a ist nichts.

Da interviewt die Jungle World Jesse Daniels, die zu Rassismus im Internet forscht, und fragt wie das denn nun ist mit dem Rassismus und dem Internet und die stellt folgende ziemlich treffende These auf:

Es gibt einfach viele Menschen, die solche Ansichten haben. Aber aufgrund eines gesellschaftlichen Wandels in den letzten 30 Jahren waren die Menschen angehalten, diese Ansichten in der öffentlichen Kommunikation zu verbergen. Das Internet erlaubt ihnen jetzt, all dies mitzuteilen. Die Anonymität und die Distanz, die das Internet erzeugt, macht es den Leuten einfach, Dinge zu äußern, die sie in Gesprächen mit anwesenden Menschen nie sagen würden.

Dann wird ein bißchen über Barbarei im Internet geredet und wie schade das ja sei, dass es da keinen »zivilisierten demokratischen Diskurs« gäbe. Eine sozialkritische Fragerunde später äußert Jesse Daniels dann ihre Lösung gegen die Barbarei im Internet:

Was wäre denn notwendig, um politische Kommunikation im Internet ein Stück weit zu zivilisieren?

Ich denke, dass man darüber sprechen muss, welche Richtlinien es braucht, um im Internet einen zivilisierten demokratischen Diskurs führen zu können. Da geht es um bestimmte sprachliche Ausdrücke, um Moderationsregeln etwa, aber es geht auch darum, dass man sich auch im Internet unter echten Namen äußern sollte. Die Anonymität führt nun mal dazu, dass im Internet so viele verletzende Dinge ausgesprochen werden. Wäre die Online-Identität mit der Offline-Identität verknüpft, wäre das nicht so, weil man sich dann Sorgen um seine Reputation machen müsste. Das wäre ein wichtiger Faktor für die Zivilisierung von kontroversen Debatten im Internet.

Unter echten Namen im Netz zu kommunizieren, heißt aber auch, jede Menge privater Daten preiszugeben.

Richtig, das ist ein großes Problem. Trotzdem denke ich, dass man die Online- und die Offline-Reputation miteinander verknüpfen sollte. Zum Beispiel wären rassistische Kommentare auf Youtube oder anderswo viel unwahrscheinlicher, wenn die Kommentatoren ihren echten Namen darunter setzen müssten. Es ist eben nicht nur positiv, wenn sich Menschen durch Anonymität von sozialen Erwartungen befreien.

Richtig, gegen den Rassismus etc. den die Leute da im Internet äußern hilft natürlich mit dem offensichtlich nicht funktionierenden Mechanismus der sozialen Stigmatisierung vorzugehen. Davon lernen die dann nämlich wieder das, was sie »aufgrund des gesellschaftlichen Wandels« schon mal gelernt haben, Ressentiment haben und Schnauze halten. Nur halt verdoppelt auf die virtuelle Ebene. Eine Kritik am Rassismus kann da doch scheißegal sein, hauptsache die Leute halten sich an den von den »sozialen Erwartungen« geforderten Antirassismus. Im Freund_innenkreis kann da natürlich beliebig weiter gehtzt werden. Dann eben auch im virtuellen. Aber lasst das bloß nicht die Moralapostel der Jungle World und ihre ach so kritischen Freund_innen hören, die wären nocht enttäuscht.

Das hat gefehlt.

Großbritannien, immer gut für Innovationen, wird wieder ganz innovativ. Folgendes Konzept: Es gab ’ne Krise, da konnte niemand mit Geld umgehen (munkelt man in Feuielletons und Politikspalten), was ein schlagender Beweis dafür ist, dass es nicht reicht manchen privelegierten an den Universitäten dieser Welt die Wissenschaft beizubringen wie man unter Umständen und unter Absehung gesellschaftlicher Zustände Krisen verhindern, wobei, hier an der Uni hat ein BWL-Professor gelehrt, dass das alles keine Krise sei, naja wie man halt die ganze Misere möglichst effektiv zum Funktionieren bringen kann. Da liegt die einzig logische Konsequenz nahe findet Ed Balls, der ist sowas wie Kristina Köhler, und sagt: Geld wird Pflichtfach von der ersten Klasse an. Genial, oder?
Dann lernt man in der ersten Klasse wie man Geld spart (es nicht ausgeben liebe Schulkinder, die aus Deutschland mitlesen) und wie verschiedenes Geld so aussieht. Der Stoff wird aber immer sinnvoller und, das sollte nicht vergessen werden, an die alternde Zielgruppe angepasst. Kontenführung, wie geht man eigentlich mit einer Kreditkarte um, Haushaltsgeld. Kernthemen des Überlebens in westlichen post- faschistischen, -industriellen, -whatever Gesellschaften. Und nachdem man dann als das lernte, inklusive Rechnungen begleichen(!), lernt man dann irgendwann auch den Umgang mit Schulden. Und: wie Geldprobleme das Leben der Menschen beeinträchtigen können, großartig. Zum Glück hat der Großteil der Menschen ja Probleme mit der mangelnden Verfügung über Geld und das ein ganzes Leben lang, da kann es eine_n doch richtig froh stimmen, wenn man dann zwischen 14 und 16 Jahren in der Schule nochmal drauf hingewiesen wird welche Probleme da so entstehen können. Ich würd mich direkt nochmal einschulen lassen, so eine perfekte Ausbildung zum volkswirtschaftlich geschulten Arbeitstier fehlt mir. Dann kann ich nämlcih auch so geniale Sachen feststellen wie die durchscnittlichen Schulden einer britischen Student_in, £15.812 nämlich, das als Skandal erkennen und festhalten: Hätten sie mal in der Schule gelernt mit Geld umzugehen. Schöne heile Welt.

Quelle: Telegraph; Five-year-olds to be given compulsory lessons on money, savings and debt

Der Staat nimmt uns die Gewerkschaft weg.

Am 11.12.2009 wurde der FAU Berlin verboten sich als Gewerkschaft zu bezeichnen und Tätigkeiten einer Gewerkschaft auszuführen. Grund hierfür sind die langen Auseinandersetzungen, der in der FAU organisierten Arbeitnehmer_innen des Kino Babylon in Berlin1.
Das hat offensichtlich nicht nur die Betreiber_innen des Kinos oder die Staat, die das Babylon mitfinanziert, gestört, auch die Gewerkschaft ver.di, die im Bereich der Dienstleistungen eigentlich tätig ist, schaltete sich ein und wollte das Schalten und Walten der FAU im Betrieb übernehmen. Nun ist die FAU, sicherlich auch wütend keine Frage, aber vor Allem erstmal mächtig enttäuscht. Da wird eine Einstweilige Verfügung gegen sie erlassen und sie werden nicht mal gefragt! Das Problem ist nur: Das ist bei einer Einstweiligen Verfügung überhaupt nicht vorgesehen. Denn »eine einstweilige Verfügung wird – anders als ein Urteil – nicht von Amts wegen an die gegnerische Partei zugestellt, sondern muss vom Antragsteller selbst mittels eines Gerichtsvollziehers innerhalb eines Monats nach Erlass zugestellt werden, um vollstreckbar zu sein«, wenn dann die Einstweilige Verfügung erlassen worden ist kann »kann der Antragsgegner mittels Widerspruchs erreichen, dass das Gericht über die einstweilige Maßnahme mündlich verhandelt und durch Urteil entscheidet.« Eine Möglichkeit, dass die FAU Berlin Anmerkungen zu der Einstweiligen Verfügung noch im ersten Entscheidungsprozess zu Gehör bringen könnte wäre gewesen auf Verdacht in sämtlichen in Frage kommenden Gerichten Schreiben zu deponieren. Nach Meinung von syndikalismus.tk aber zeigt diese Art der vorläufigenRechtssprechung deutlich »welch geistes Kind« diese Justiz sei. Das scheint so offensichtlich zu sein, dass man es nicht noch weiter ausführen muss und der flapsige Hinweis, dass das Gericht dem Babylon Vorstand ja in allen Punkten, vorläufig und ohne intensive Prüfung, recht gegeben hat reicht. Tut er nicht, jedenfalls nicht für die die nicht ohnehin eurer Fahne hinterherlaufen, und selbst für die ziehe ich das jetzt mal in Zweifel. Also, wessen geistes Kind denn nun? Kind des Großkapitals? Kind aller Kapitalist_innen? Kind des demokratischen Staates?
Wie auch immer, die Syndikalist_innen geben sich schwer getroffen und machen ihrer Enttäuschung in allerlei Stellungnahmen und einer heute stattfindenden Demonstration in Berlin Luft. Leider scheint die FAU darüber vollkommen vergessen zu haben, als was sie sich immer geben, als Feinde des Staates. Stattdessen kann man nicht oft genug und an so vielen Stellen wie möglich betonen, dass dieser Staat ihnen doch hart mitgespielt hat und dass das so doch nicht gehe. So heißt es »die FAU Berlin hatte von Anfang an darauf verwiesen, dass es in diesem Arbeitskampf – so ein klein er sein mag – um mehr als nur bessere Arbeitsverhältnisse, sondern auch um die Gewerkschaftsfreiheit in Deutschland an sich geht.«2 Sie wollten also nicht nur den Angestellten zu ein wenig mehr Kohle in der Tasche verhelfen, nein, sie haben auch noch einen Mißstand in Deutschland ausgemacht, den der fehlenden Gewerkschaftsfreiheit. Zumindest wird dieser beklat, mit der Begründung es gäbe in Deutschland seit 1933 keine kämpferische Gewerkschaftskultur mehr. Das mag so richtig sein. Im darauf folgenden Abgleich des DGB mit dem Ideal einer Gewerkschaft, wie FAU und Konsorten ihn hegen wird man aber auch nicht unbedingt wirklich schlauer, so heißt es dort: »Selbstorganisation und Dezentralität sind als Eigenschaften von Gewerkschaften in Deutschland aufgrund dieses Gewerkschaftssystems rechtlich nicht gedeckt und gewollt.« Sollten sie aber sein. Nur warum sollte der Staat, der sich nunmal dem möglichst reibungslosen Funktionieren des Ladens verschrieben hat jetzt die Rechtssprechung dahin gehend ändern, dass sich auch Leute, die eben nichts von sozialer Befriedung halten und sich in der Tradition des Klassenkampfes stehen sehen auf einmal erlauben sich mehr als unbedingt nötig einzumischen? Dabei wäre die Aufnahme einer neuen Gewerkschaft in das Tarifkuddelmuddel nicht mal so unbedingt das Problem, solange man sich an Recht und Gesetz hält kriegt man auch kein Problem mit der Justiz, egal ob Manager, Bäcker_in, Arbeitslose_r oder Gewerkschaft.
Eben das hat die FAU nun aber nicht unbedingt. Beim Staat ist das nicht unbedingt immer stimmig wie man eben nicht gegen dieses Recht verstoßen solle, was sich an einem Beispiel der Rechtsvorschriften für Gewerkschaften ganz klar rauslesen lässt. da wird nämlich festgehalten, dass man als Gewerkschaft »eine bestimmte Größe haben [muss], um die Interessen ihrer Mitglieder nötigerweise auch wirksam mit Kampfmitteln verfolgen zu können«3. Da wird dann gefragt wie man das denn schaffen solle Arbeiter_innen zu organisieren wenn man das denn gar nicht dürfe? In einem Karnevalverein, einer Kirche, einem Ruderclub oder was auch immer, das scheint da relativ egal zu sein. Hauptsache ist man kommt nicht auf die Idee sich Gewerkschaft zu nennen.
Bei der Empörung darüber geraten die Verfasser_innen der oben zitierten Stellungnahme aber erst richtig in Fahrt: »Skandalös« sei das Urteil, das eben kein Urteil ist, und es hänge damit zusammen, dass »es in Deutschland keinen geschützten Gewerkschaftsbegriff gibt und die Mächtigen anscheinend beliebig über die Gewerkschafstrechtsprechung entscheiden können«. Was natürlich Humbug ist, es haben sich nicht irgendwelche diffusen Herrschenden hingesetzt und entschieden, dass das Gewerkschaftsrecht jetzt so aussehe, damit der werte Idealismus der FAU vom bürgerlichen Staat und dem Umgang mit seinen, selbst proklamierten, Gegner_innen ein wenig geprüft wird. Viel mehr stehen diese Vorschriften fest, und das schon seit etwas längerer Zeit, sowohl die gesetzlichen Vorschriften für Gewerkschaften, als auch der juristische Vorgang bei einer einstweiligen Verfügung. Das kann man zur Kenntnis nehmen, muss man aber natürlich nicht. Nur wenn man es nicht tut sollte man sich nicht wundern wenn bei all der Empörung nichts übrigbleibt als das Scheitern an seinen eigenen Idealen wie der Staat mit einem umzugehen habe, was freilich nichts mit der Realität zu tun hat.
Die FAU erinnert dabei an ein trotziges Kind im Modus der Wiederholung. »Und immer und immer wieder knallt der Kopf gegen eine Wand, und immer und immer wieder, um zu gucken ob man es noch kann.« (Muff Potter, Los, Stop, Schade)

  1. Für weitere Informationen siehe prekba.blogsport.de/ [zurück]
  2. Aus einer Stellungnahme, die auf dem Blog der Antifaschistischen Befreiungsfront Arnsberger Umland veröffentlicht wurde. Da ist leider nicht ersichtlich von wem sie eigentlich verfasst wurde. Alle weiteren Zitate, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus diesem Text.[zurück]
  3. rechtslexikon-online.de[zurück]

Regression fites back.

Wir verstehen uns selbst als antinationale Gruppe und wollen uns daher von jeglicher art von Kriegshetzer Nationalen und Imperialismus Verherrlichung distanzieren. Obwohl wir eine Solidarisierung mit Staaten generell als reaktionär und kurzsichtig erachten und sie deshalb als unsinnig ablehnen, gilt unsere Sympathie dennoch jeglicher art von Freiheitskampf (zb. Palestina Kurdistan Kathalonien Mexico Columbien und das Baskenland).

Ist zwar alles Reaktionär, finden wir aber trotzdem geil. Nuff said.

Das Unwort des Jahres 2009.

Liebste Blogleser_innen, werte Freund_innen und auch ihr Feinde,
das Jahr 2009 neigt sich dem Ende zu und allzubald werden wir wieder (fast) alle selig betrunken unterm Weihnachtsbaum liegen um wenn der Kater auskuriert ist gute Vorsätze fürs nächste Jahr zu finden, die man eh nicht einhält.
Viel leichter ist es doch nochmal festzuhalten, was eine_n 2009 so richtig gestört hat. Hamburg? Schweinegrippe? Klima? Bundeswehr?
Was auch immer euch gestört hat, postet es in die Kommentare, dafür habt ihr eine Woche Zeit, nach dieser Woche werde ich eine Umfrage mit allen Einsendungen starten, dann wird abgestimmt und zum Schluß steht es fest: Das Unwort des Jahres 2009.

Viel Spaß,
♥Tekknoatze

Blogpost gegen Hamburger Unzumutbarkeiten.

Es wurde demonstriert, mit Israelfahnen. Was passiert danach? Richtig, der Kotzkübel läuft über:

An alle, die nicht erschienen sind:

Ihr habt gezeigt, wo ihr steht bzw. wo ihr gestanden hättet, nämlich auf der Seite der Antisemiten und Antisemitinnen. Dabei ist egal ob als zuschlagende, anfeuernde bzw. mitgröhlende oder ignorierende Kraft. Wer aus persönlichen Gründen nicht kommen konnte ist natürlich außen vor. Es geht um die Personen, die Zeit gehabt hätten, aber ihren Allerwertesten nicht vom Sofa bekommen haben oder dies auch gar nicht wollten.

Jaja, denn wer schweigt stimmt zu. Haha. Ich muss zugeben: Mein Sofa ist wichtiger als Demos, die B5 und der Rest der Welt. Der immanenten Logik dieses Beitrags folgend ist ja aber »immerhin« die Bahamas jetzt auf der Seite des B5, in lauschiger Gemeinschaft mit dem [a:ka] Göttingen.
Und hate your heimat macht fleißig weiter:

Auch darf nicht vergessen werden: »In der B5 gibt es günstig Bier und die machen ordentliche Vodka-Mischen«. Alles Gründe, welche natürlich für diesen widerlichen Haufen sprechen.

Ja, tatsächlich! Billiges Bier und gute Mischen sind Argumente. Keine politischen, aber Argumente.
Aber die andere Seite kann auch dumm sein, arg dumm. Dann tönt »Zionisten sind Faschisten« und so qualifizierte Sätze wie:

wenn ich sätze wie »Für den Zionismus!« lese…sag mal is bei dir noch alles richtig im kopf? tritt doch gleich der npd bei, die freuen sich über vollpfosten wie dich..bist genau so en national denkender spinner..

Genau, wenn man für Israel zu sagen hat sollte man sich gepflegt zu denen begeben, die zum Glück mit Antisemitismus und Antizionismus gar nichts zu tun haben: Der NPD! Hallelujah!
Gibt aber noch mehr Argumente es bleiben zu lassen was gegen die B5 zu unternehmen:

statt mal ne demo zum dänischen konsulat zu machen wegen 1200 festgenommenen mobilisiert ihr gegenseitig wegen so einem scheiß? die bullen werden sich schlapplachen über euch.

Die Bullen lachen! Ja ist es denn zu fassen? Soll man doch a mal seine Praxis daran ausrichten, dass die Bullen zufrieden gestellt werden. Dummheit dein Name sei Linke.
Sei er wirklich:

Danke das du einmal mehr beweist wie dämlich ihr eigentlich seid. Jeder der nicht mit euch Nationalisten/Faschisten demonstriert ist also ein Antisemit, ist klar, und jeder Mensch der noch nie auf einer Antifa-Demo war hat zuhause ein Bild vom Führer hängen.

Da hat aber jemand von Logik nichts gehört: Antideutsche seien Faschist_innen, die Leute, die aber keine sind auch! Ich glaubs nicht.
Zum Glück trifft man auch auf echte Kenner_innen von Motiven und Zwecken der an der Demo Teilnehmenden:

Schon lange war Hamburg die letzte Bastion der nicht-ensolidarisierten »Rest«-Linken, gerne pauschal als »AntiImps« bezeichnet. Und diese Bastion zu brechen, darum ging es heute – nicht um Israel, nicht um Auschwitz und schon gar nicht um den Film, dessen Verhinderung DAS gefundene Fressen für den (anti-)Deutschen Mob war. Der wie ich finde gelungeneste Text zu den Hintergründen findet sich hier:
http://kommunistischeassoziation.wordpress.com/

Die Leute waren nicht angepisst, weil ihre geplante Filmvorführung verhindert wurde, Nein! In Wahrheit ging es darum die »Bastion« Hamburg im Sturm zu nehmen! Genial.
Neben Antideutschen, oder für solche gehaltene, kriegt jetzt aber auch die FAU Hamburg auf die Schnauze, weil sie doch tatsächlich auf der Demo erschienen sind, dann erkennt man sogar das Ende des Anarcha-Syndikalismus:

Das war der Todesstoß für die anarchosyndikalistische Bewegung. In Zukunft werden alle Gruppierungen, die libertär-offene sind, die Teilnahme der FAU als Argument dafür benutzen, zu einer Nichtzusammenarbeit aufzurufen. Wie dumm ist die Hamburger FAU?? Ich selbst habe mir monatelang überlegt, in die FAU-Berlin einzutreten. Gute Entscheidung, das ich es nicht gemacht habe.

Was die Faschist_innen im spanischen Bürger_innenkrieg nicht schafften und was auch danach nie gelang schafft die FAU an einem Tag. Herrlich. Apropos Spanien, es wird der FAU vorgeworfen, dass sie mal an die CNT denken sollten. Dazu ein, vermeintlicher(?), Beitrag aus Spanien:

Auch die CNT findet diese stalinistische Antiimperialistas und Befreiungsnacionalistas zum Cotzen. Wenn dieses antisemitische Pack in spanischen Staat versucht haette, die Vorfuehrung zu blokkieren, haette sie eine auf die Mutze bekommen. Estalinistas sind Arschlocher – überall!

Schade. Mag die CNT die Hamburger Möchtegern-Grenzsoldat_innen auch nicht.
Man kennt natürlich Jüdinnen_Juden als Argument als gute_r Anti-Antideutsche_r:

Hier das Ganze mal aus sicht jüdischer Menschen über Antisemitismus, Zionismus, Israel, Herzl:

Herrlich, aber ich bin des Lesens müde, deswegen nochmal in Bildform zusammengefasst:


Hamburg, halt’s Maul.

Found

nrrrdz#4.

Terminupdate.

1. Dekonstruieren und wenn ja was?

Das Autonome Feministische Kollektiv an der Uni Hannover veranstaltet am 09. Dezember die letzte Veranstaltung der Reihe Feminism Weeks:

Dekonstruieren? Und wenn ja, was?
Zu einer Kritik an der ‚Kritik der Zweigeschlechtlichkeit‘

Der Vortrag soll zunächst die theoretischen Grundlagen einer dekonstruktivistischen Auffassung von Gender vermitteln und dabei einen Einblick in die Entstehung des Konzepts von Gender und Dekonstruktivismus geben. Aus welchen Theorietraditionen kommen sie? Was meint eigentlich Dekonstruktion und ist es das, was wir meinen, wenn wir ‚gender‘ sagen? Daran anschliessend stellt Tove Soiland die Frage, ob die Fortschrittserzählung – es waren einmal Frauen und dann kam die Dekonstruktion – so haltbar ist und erläutert dabei die theoretischen Gründe für ihre Kritik am Konzept Gender und dessen dekonstruktivistischer Ausrichtung.

Mit Tove Soiland, 09.12.2009, 20 Uhr, Im Moore 21, Raum A416

2. Zum Bildungsstreik 2009

Die Antinationale Initiative kündigt eine Veranstaltung mit Freerk Huisken an:

Zum Bildungsstreik 2009:
* Durch den Bologna-Prozess will der Staat den Dienst der Hochschulen an der Standortkonkurrenz steigern.
* Der Bildungsstreik bestätigt den Politiker_innen, dass ihre Reform Effizienzmängel aufweist.
* Studierende als Testpersonal der Politik: Soll es das gewesen sein, was der studentische Widerstand erreichen will?

Mit Pflichtstoff vollgestopfte Studienzeiten, Leistungsdruck, Prüfungsstress, Selektion, Geldnöte: darüber beschweren sich derzeit Studierende. Und warum ist das alles so?
*
Die Protestierenden haben Antworten: Der Staat reformiere die Hochschulen in einem Sinne, der überhaupt nicht ihren Vorstellungen von Wissenschaft und Ausbildung entspreche. Das mag schon sein. Aber nach welchen Zielen und Maßstäben organisieren und reformieren der Staat und seine Rektoren_innen denn Wissenschaft und Ausbildung stattdessen? Sie werden doch ihre eigenen Ziele und Anliegen damit verfolgen.
*
Die Bildungspolitiker/innen halten ihre Absichten ja gar nicht geheim: »Wachstum« und »Konkurrenzfähigkeit« des »Standorts Deutschland« sollen mit dem Bologna-Prozess durch Forschung und studierte Berufsanwärter_innen vorangebracht werden; und dafür sei vor allem die Ausbildung zu zeitaufwendig, zu teuer, zu ineffektiv. Was ist das eigentlich für ein Programm? Vielleicht ist es zu leichtfertig abgetan, wenn manche Streitschriften zum Bildungsstreik vermerken, das sei der unheilvolle Einfluss der »Verwertungslogik«, der sich jetzt gegen die Bildungsziele im staatlichen Hochschulbereich durchsetze. Was ist, wenn es genau um so etwas auch dem Staat geht, der die »Marktwirtschaft« organisiert und doch nicht zufällig Milliarden in die Rettung des Finanzsystems steckt. Vielleicht trifft die Vorstellung gar nicht zu, dass die »Wirtschaftlobby« die staatliche Bildungspolitik davon ablenkt, was »eigentlich« ihre Aufgabe sei. Vielleicht ist es nur eine Erfindung von Studierenden, die sich viel von der Staatsmacht erwarten und weniger von der Geldmacht halten.
*
Studierende, die gerade die Erfahrung machen, wie unangenehm es ist, als Ressource einer kapitalistischen Nation verplant und sortiert zu werden, klagen bei der Bildungspolitik nichts anderes ein als mehr Berücksichtigung ihrer Konkurrenzinteressen: Mehr Geld für Bildung, für Personal und Räume, für Bücher und Labore, damit sie besser können, was sie sollen, nämlich ihr Studium zu Ende bringen. Diese Kritik an den Bologna-Prinzipien stößt auch auf Zustimmung. Kein Wunder, denn sie greift kaum etwas anderes an, als was der Bildungspolitik inzwischen selbst als »Übertreibung« bei der Durchsetzung ihrer Reform aufstößt. So werden die Protestler als »nützliche Idioten« der jüngst ausgerufenen Reform der Bologna-Reform vereinnahmt. Sollte das alles gewesen sein, was der studentische Widerstand erreichen will?
*
Um Wissenschaft und Bildung als Ressource für Staat und Kapital soll es gehen auf der Diskussionsveranstaltung. Die Vorstellungen der Protestierenden stehen dabei auch auf dem Prüfstand.

Am 15.12.2009 um 19.30 Uhr in Raum B302, der ist im Hauptgebäude.
Die [AI] hat darüber hinaus einige Texte gesammelt, die sich kritisch mit der Protestbewegung und der Rolle von Bildung im Kapitalismus auseinandersetzen.

Die Zersetzung des Privaten zum Öffentlichen unter Einbeziehung alternativer Jugendarbeit.

Oder kurz gesagt: An einem ZOB ein Sofa draußen stehen zu lassen kann nicht geahnte Folgen haben:

sofa sex wohnwelt wunstorf

Schön aber, dass die Leinezeitung sich veranlasst sieht zu betonen, dass die Jugendlichen mit der Wohnwelt nicht zu tun haben, ansonsten wären morgen die Bullen vorbei gekommen um die Wohnwelt zu durchsuchen, weil sie einen illegalen Puff im Keller vermuten.

Shout Out Louds – Walls

Endlich lassen sie mal wieder von sich hören: Die Shout Out Louds.

Für die freundliche Quelle bedankt man sich bei: spreeblick

Hitzefrei jetzt und immer.

Wo gerade so fleißig die Bildung bestreikt verbessert werden will passt es ganz gut wenn ich kritische Stimmen zu Wort melden und fragen was die Bildung eigentlich so mit den Menschen macht und wozu sie erzogen werden. Dies hat der AK »Hitzefrei bei jedem Wetter« der redical [M] getan und das Flugbuch »Deutschlands wichtigste Ressource- Wie Kinder in einem menschenverachtenden System erzogen werden.« veröffentlicht.
hitzefrei bei jedem wetter

Vampire Weekend – Cousins

Wo wir gerade beim Thema Musik sind: Vampire Weekend haben sich auch mal wieder an ein Video gemacht. Was soll man sagen? Es ist super, was nicht so das Wunder ist, haben Vampire Weekend doch schon immer großartige Videos produziert. Angucken, Cousins:

Charlotte Gainsbourg – Heaven Can Wait

Wow. Wunderschönes Video, da braucht auch kein Kanye auf den Blog stürmen, definitiv einer der Höhepunkte 2009 was Musikvideos angeht. Und die Musik ist auch super. 10.000 Herzen:

via und vielen Dank an boooooom.com