Hinweise

Kurz verlinkt 2010-01-20

Das starblog hofft auf das Füllhorn für Aussteiger_innenprogramme für Linksextreme. | Federica Matteoni schreibt in der Jungle World über die Gender-Voyeure im »Fall« Caster Semenya. | informationisbeautiful verweist auf die Infographiken zu den Beatles. | notcot.org verweist auf eine Infographik zum Thema Videospiele. | Die New York Times mit einem relativ langen, aber interessanten Artikel über die Erneuerung der Rolle der Frau in Deutschland: In Germany, a Tradition Falls, and Women Rise | Und als (erste) Ergänzung zu meinem Haiti-Artikel: contradictio weist auf eine Sendung des Forum Gegestandpunkt zum ebenjenem Thema hin.

Politisches Plakat 2009.

Bei den Genoss_innen von politisches Plakat lassen sich jetzt bis zum Ablauf einer »gewissen Frist«, die aber geheim bleibt, Nominierungen für das beste Plakat 2009 einreichen.

Haiti: Über Imperialismus und Elendsvoyeurismus

Wer die Nachrichten anmacht kann sich die nächsten Tage auf eines verlassen: Bilder aus dem zerstörten Haiti. Elendsgestalten, die um Nahrung, Wasser oder Medizin betteln, zwischendurch ein paar Weiße in heldenhafter Mission oder mit Kameras auf der Schulter oder Mikrofonen an der Hand um an der publizistischen Heimatfront das Bedürfnis der Bevölkerung nach ein wenig Spektakel und Elend zu befriedigen.
Sicherlich, die Leute in Haiti brauchen Hilfe. Sicher nicht: Die Leute brauchen keine Abgesandten des Westens, die sich vorher einen Scheiß für sie interessierten und das in 2 Wochen wieder tun werden. Der Nachrichtenwert solcher Ereignissee besitzt eine relativ kurze Halbwertszeit, um so kürzer je schneller sich ein neues Elend finden lässt, von der Top-Story irgendwo in die Mitte nach ganz hinten abgeschoben, irgendwann beinahe komplett vergessen, alle 3 Monate wird das Thema vielleicht nochmal aus der Konserve geholt, zum Jahrestag natürlich und ansonsten auf einer Stufe mit der Gehwegerneuerung in Oberammergau der multimedialen Aufmerksamkeit für unwürdig befunden.

Während die Einwohner_innen der westlichen Staaten dann Ruhe haben werden die Haitianer_innen noch weiter leiden, zwar werden keine kleinen Kinder mit aufgerissenen Augen, schlimmen Verletzungen und am besten unter vollen Namen mehr millionenfach verbreitet, das Land ist davon aber längst nicht aufgebaut, die Tausenden Soldat_innen, die sich nun aufmachen für das zu sorgen was mit Sicherheit umschrieben, mit imperialistischer Einflussnahme aber zutreffendsten benannt ist, sind nicht weg. Die westlichen Staaten, die sich selber den Namen Erste Welt verpasst haben, lassen sich von Kuba und Venezuela eines sicherlich nicht bieten: Dass die dort einfach so Ärzte und andere Hilfe hinschicken, wo das doch »unser Haiti« ist und »wir eine historische Verantwortung haben«. Und so werden die bisherige Taten um großzügige Flugzeugträger und Soldat_innen ergänzt. Schließlich, so die Logik, ist Haiti nun ja ganz kaputt und war eigentlich noch nie so wirklich in der Lage für die eigene innere Sicherheit zu sorgen, wie soll das denn nun werden mit bewaffneten Banden, die sich die bescheidenen letzten Reste Unterhaltsmittel unter die Finger reißen um wenigstens sich selbst das Verhungern zu ersparen.

Nach der Ursache, warum Haiti schon vor dem Erdbeben so kaputt war, dass es nun komplett danieder liegt fragt hier niemand. Die Antwort wäre für Politik und Bevölkerung aber auch keineswegs erfreulich, sind es eben ihre Länder, die seit einigen hundert Jahren hauptberuflich westliche Werte noch in den entlegensten Winkel des Globus prügeln und dabei so ganz nebenbei große Teile der Welt unter ihre Knute gebracht haben. Dank dieses weltweiten durchgesetzten Herrschaftsanspruch war der Reichtum der westlichen Welt überhaupt erst zu haben, Rohstoffe, versklavtes Menschenmaterial und nicht zuletzt die Möglichkeit, die Entwicklung zum eigenen Vorteil auf einem Niveau verwalteten Elends zu halten, haben die Bedingungen für den Reichtum geschaffen und Länder wie Haiti dauerhaft zurückgeworfen.
Umso zynischer erscheint die Rolle der barmherzigen Samariter_innen, in die sich USA und EU werfen. Ein Vorgehen, dass bei anderen durchaus scharf kritisiert wird. So zum Beispiel bei Jean-Claude Duvalier dem ehemaligen Diktators Haitis, der einen Teil des bei seiner Flucht 1986 aus Haiti mitgenommen Vermögens spenden wollte. Problem bei der Sache: Schweizer Richter weigerten sich das Geld dem »Schreckensherrscher« auszuhändigen und »verhinderten so die Farce«, denn Schreckensherrschaft ist nur in Ordnung wenn sie staatlicherseits ausgeübt wird.
Für die Haitianer_innen wird es ein böses Aufwachen sein, wenn sie sich von dem Schock der Zerstöung erholt haben. Zigtausende US- und andere Soldaten werden Ordnung herstellen. Eine Ordnung, die schon bisher zu nichts als Hunger und Elend geführt hat. Für das schöne Gefühl, in Zukunft im rechtssicheren Raum zu verhungern. Deutsche Philosoph_innen machen sich währenddessen lieber Gedanken über den Sinn des Unglücks. Die WELT findet ihn darin den Leidenden zu helfen. Die WELT findet aber auch »Gott weiß es« ist eine an Weisheit nicht zu überbietende Antwort.

Zum Weiterlesen:
Gegenstandpunkt Marburg – Ein erneutes »demokratisches Experiment« für Haiti
Gruppe Kapitalismus begreifen – Haiti herrschen und helfen
Telepolis – Die Elite Haitis blieb vom Erdbeben verschont
Feminists For Choice – Haiti’s Earthquake Could Disproportionally Impact Women

Kurz verlinkt 2010-01-19

Entgegen einer Meldung in der WELT von gestern, in der es hieß Kristina Koehler wolle die Mittel gegen Extremismus doch nicht aufteilen berichtet der Spiegel unter Berufung auf die Financial Times heute, dass 2 zusätzliche Millionen zur Bekämpfung von »Linksextremismus« und Islamismus zur Verfügung gestellt werden sollen. | beatlestube.net hat es sich zur Aufgabe gemacht YouTube Videos von und über die Beatles zu aggregieren. | Der Streit um eine Arbeitspflicht für Arbeitslose geht munter weiter, pantoffelpunk hat derweil mögliche Abschreckungsmaßnahmen illustriert.

Da war doch noch was?

He added that »the singular and deeply disturbing drama of the Shoah represents the most extreme point on the path of hatred that begins when man forgets his Creator and places himself at the centre of the universe“«

So Papst Benedikt der XVI. anlässlich seines ersten Besuchs der römischen Synagoge. Wichtig ist, dass der Hass erst beginnt wenn der Mensch vergisst an den Schöpfer zu denken, denn mit den richtigen Gedanken an Gott aber nicht die Welt im Kopf ging die Menschheitsgeschichte immer ganz friedlich von statten, sieht man mal von Hexenverbrennungen, Inquisition, Kreuzzügen, Missionierungen und so weiter ab. Aber das waren sicherlich keine Schritte auf dem »Pfad des Hasses« sondern barmherzige Akte der Liebe gegen Frauen, Musel und andere Ungläubige. Amen.
Quelle: Times Online

Kurz verlinkt 2010-01-18

i heart digital life – Feministischer Lesestoff | no218 no fundis – Irland: Gott nicht gut finden wird teuer | WELT Online – Großkonzerne klauen die Öko-Idee der Aktivisten | dieStandard – Mann stach zigmal auf Ehefrau ein – Gemütslage »allgemein begreiflich«

Ach übrigens…

heute abend ist in der Sturmglocke Tanzen und Trinken für Frauen und Lesben organisiert vom Autonomen Feministischen Kollektiv.

Ansonsten gibt es in der Wohnwelt noch ein Konzert gegen Spende, für eine gute Sache natürlich, nämlich Geld in die Kassen der »Wohnwelt bleibt!«-Kampagne zu spüeln:

Auch wenn die Ankündigung »mit Coversongs von Green Day, The Offspring, The Clash, Donots etc. im Gepäck« nicht all zu viel verspricht.

Die hannöversche Polizei macht sich selber kaputt.

Erst hat sich in Wunstorf ein Polizist beim Einstecken der Waffe in sein Holster selbst in den Oberköper geschoßen, jetzt erschießt sich ein Polizist beim Reinigen seiner Waffe. Wenn das so weitergeht…

Must Have V

Ich habe lange keine identitären Hammer und Sichel Gegenstände meiner allseits beliebten »Must Have«-Reihe hinzugefügt, zum Ausgleich was besonders schönes:
hammer und sichel
via

Gedenkdemo in Dortmund.

Am 03.04 findet die alljährliche Gedenkdemo für den 2005 von Nazis ermordeten Thomas Schulz statt. Hin da.

Skandal: Unternehmen geht Gewinn vor Mitleid.

Letzte Woche hat Media Markt Sachen verschenkt, jeder zenhte Einkauf war umsonst, so die Werbung. Um diese 10% zu ermitteln sollte also gelost werden. Die Kund_innen von Media Markt hat das natürlich gefreut wie nichts, da haben die doch mal die Chance gesehen das Unternehmen so richtig auszutricksen. So auch Familie Weyer, die sind also flugs mit ihrem »ich bin doch nicht blöd«-Brett vor dem Schädel losgerannt in Richtung Media Markt und haben dort eingekauft, also alles was man gerne mal zurückerstattet kriegen würde. Die geniale Denke: entweder wir werden ausgelost oder wir gehen von der Kasse zum Infotisch und geben das alles wieder zurück. Aber dann: Media Markt will nicht. Statt Bargeld gibts Wertgutscheine. Da steht da natürlich fest: Betrug. Media Markt habe ja prinzipiell zugesagt, dass man beim Umtauschen Geld zurückbekomme. Oder um es mit den Worten von Familie Weyer zu sagen:

Die Weyers sitzen auf Kartons mit Waren im Wert von über 2000 Euro und sind der Meinung, dass sie »arglistig getäuscht« wurden. »Ich behaupte, dass die Aktion bewusst so geplant war«, ärgert sich der Rentner. Und seine Tochter, als Betriebswirtschaftsstudentin an der Uni Essen in Finanzangelegenheiten durchaus bewandert, moniert: »Die haben die Geiz-ist-geil-Mentalität ihrer Kunden ausgenutzt.«

Schamlos ausgenutzt, und das mit vollem Bewusstsein. Das Leben kann schon echt hart sein vor allem an Tagen an denen man teifschürfende Fakten bemerkt wie dieses: Kapitalistische Untenehmen sind immer noch keine Samariter für die gebeulteten Arbeiter_innenseelen unterm Smog der Zeche Zollverein. Familie Weyer will jetzt gegen die bösen hinterlistigen Kapitalist_innen klagen um nicht auf den Produkten sitzen zu bleiben, die man für gekauft dann eben doch nicht haben will. Eine Anwältin hätten sie vielleicht früher fragen sollen, die kann jetzt auch nicht mehr helfen. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich, wenn man schon nicht im Studium der Wirtschaft der Betriebe erfährt, dass der Gewinn das höchste der Gefühle ist und bleibt.

Quelle: Der Westen – Kunden fühlen sich von Media Markt »arglistig getäuscht«

Geburtstag feiern!

Samstag feiert Electro Science ein Jahr Feiern in der Glocksee. Da kann man ziemlich feist Feiern feiern. Geht da hin Leute!

The Raveonettes – Boys Who Rape (Should All Be Destroyed)

Word.