Hinweise

Aha.

Festnahme bei einer Demo in Göttingen im Winter 2009: Linke Gruppen werfen der Polizei systematisches Vorgehen gegen AktivistInnen vor

Ist ja zum Glück nicht so, dass es die Aufgabe der Polizei sei systematisch gegen Verbrecher_innen und andere Schweinehunde vorzugehen, nicht wahr liebe Linke?

Werbeunterbrechung.

Kurz mal aus dem Grab gebuddelt, damit ein wenig Werbung für die Revolution gemacht werden kann:
Es wird demonstriert, am 30 April in Frankfurt am Main mit …ums Ganze! und dem Frankfurter Krisenbündnis. Mehr Informationen da so. Den Aufruf einiger …ums Ganze!-Gruppen kann man natürlich auch mal lesen.
Auch am 30. April ist eine FrauenLesbenTrans-Demo in Oldenburg. Alles Weitere da so.
Und am 1. Mai ist Demo in Hannover (ohne Nazis aber dafür mit noch mehr Revolution). Ab 9.30 Uhr am Freizeitheim Linden. Mit antikapitalistischem Block organisiert von der Antifaschistischen Aktion Hannover. Vor dem antikapitalistischen Block gibt es einen feministischen FrauenLesbenTrans-Block. Unter anderem ruft Fast Forward Hannover zum antikapitalistischen Block auf und zwar mit diesem Aufruf
Dazu gibt es noch einen Haufen Veranstaltungen. Die erste heute mit der Autonomen Antifa [f] zur Kritik der Lohnarbeit. Alle Weiteren können unter dem Mobiblog Heraus zum revolutionären Mai eingesehen werden.

Für …ums Ganze!, für den Sieg!

…ums Ganze! gibt den Kampf um den Umsturz der bürgerlichen Gesellschaft und der falschen Freiheit auch 2010 nicht auf. Das verkündete das bundesweite kommunistische Bündnis gestern. Die 2009 anlässlich des Superjubiläumsjahr, das Deutschland allerlei Anlässe gab sich selber hochleben zu lassen, gegründete Kampagne »Staat. Nation. Kapital. Scheiße.« wird im neuen Jahr mit verändertem Themenschwerpunkt fortgesetzt. Letztes Jahr lag der Fokus der Kampagne auf der Kritik der nationalen Feierlichkeiten und des Staates. Diese Kritik ist mit mehreren Demonstrationen praktisch geworden und wurde neben Texten und Aufrufen maßgeblich mit Band 1 der …ums Ganze! Grundlagentexte theoretisch begründet. Fortgesetzt wird die »Staat. Nation. Kapital. Scheiße.«-Kampagne mit dem Schwerpunkt Arbeit. Laut des Indymedia-Artikels geht es …ums Ganze! darum »eine Arbeitskritik auf der Höhe der Zeit« zu liefern. Die Schwerpunksetzung wird damit begründet, dass »alle gesellschaftlichen Gruppen, die die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse nicht in Frage stellen wollen, […] ein Loblied auf die Wichtigkeit der Lohnarbeit singen« werden.
Am 13. und 14. März 2010 findet dazu in Frankfurt am Main ein Seminar zur Arbeitskritik unter dem Titel »Lovestory? Die Linke und die Arbeit« statt, am 30.04.2010 wird in Frankfurt zu einer Demonstration unter dem Motto »Staat. Nation. Arbeit. Scheiße« mobilisiert. Nähere Informationen dazu finden sich auf dem Blog des Krisenbündnis Frankfurt, auf welchem auch die Kampagne 3, 2, 1, Uns! angekündigt wurde.


Aber wen interessiert das schon? Jetzt zum lustigen Teil, der Teil, der Unterhaltung garantiert. Die Fratze des Ressentiments gezeigt in der Kommentarspalte von Indymedia.
Die Kreativität mit der sich Linke über missliebiges auskotzen nimmt immer wieder ungeahnte Bahnen an. Nicht nur bei den Feind_innen von uG, auch bei den Freund_innen, so ehrlich wollen wir sein.
trotzki beginnt mit »ihr mainstream spinner könnt endlich mal aufhören auf antikapitalistisch zu machen!« und legt knallhart nach »hoch die internationale solidarität!«. Pille lässt nicht lange auf sich warten um zu konstatieren »Staat.Nation.Antideutsche.Scheiße!-Zionistenfreunde abschaffen!«, eine These, die freundliche Unterstützung von Ich erhält. Der weiß, dass Dresden »euch Antideutschen« gezeigt haben soll, ,dass »ihr vollkommen unnötigt seid«. Lasst euch das eine Lehre sein. Der Hauptfeind liegt in gedruckter Form vor und so fährt Ich fort: »Wir können auch ohne eurer intellektuelles Geschwafel was bewegen. Und diese Bewegung verstehen auch Leute, die keine 20 Semester Geistes- oder Gesellschaftswissenschaften studiert haben.« Wie das Auskommen ohne »intellektuelles Geschwafel« aussehen soll wird messerscharf mit einem Zitat von Marx und Engels zur Deutschen Ideologie, eine Schrift, die sich nach Ich als Kritik einer »(anti)deutschen Ideologie« lesen lasse, belegt. Gnädig sei der Troll Ich dran erinnert, dass es Marxens und Engels Sache nie war mehr als »Theoriegewichse« zu veranstalten und man sie wohl eher selten aktionsorientiert erleben durfte. »All euer Theoriegewichse zersetzt und spaltet doch nur die neuaufkommende Bewegung des ganzen (!) Volkes.« weiß Ich dann noch zu fabulieren und ich würde es herzlichst begrüßen wenn dem endlich mal so ist. Ansonsten weiß ein Mein Name anzumerken, dass diese »verkoksten antideutschen Partyfreaks« doch mal lieber »das Finanzkapital und seine Handlanger in den deutschen Parlamenten als den Hauptfeind erkennen« sollten. Nur warum, das will da niemand verraten. Woher dieser Bodensatz der deutschen Linken sein Wissen nimmt wogegen …ums Ganze sein solle und was sie so propagieren (»Alle Gruppen im UG sind verschissene Israel- und USA-FahnenschwänkerInnen! Das Bündnis und was es fordert/macht ist gut, solange sie sich von aber nicht von der israelischen und US-amerikansichen Regierung distanzieren und aufhören deren Fahnen zu schwenken, halte ich das Bündnis nicht mehr als einen sehr schlauen Versuch der Israel- und USA-Nationalisten an Relevanz in der Szene zu bekommen.«, (Pille mal wieder) bleibt ein großes Geheimnis eben so wie Gerücht Nummer 2 im Hasslied: Alles Bonzen da ey!
Nicht nur, dass sich die Nötigkeit einer Neuformulierung der Kritik der Arbeit zeigt, für Indymedia-Linke scheint Arbeit immer noch das zu sein was in der Fabrik geschieht und sonst nichts, auch den empirischen Nachweis bleiben die Hetzer_innen schuldig. working class konstatiert: »Ihr habt doch in eurem ganzen Leben noch nicht einmal gearbeitet oder auch nur mit einem Arbeiter gesprochen. Während wir um unsere Arbeitsplätze und Löhne kämpfen müssen, sitzt ihr doch schön vom Bonzen-Papi bezahlt in der Uni. Und dann fordern, dass alle so wie ihr leben sollt. Das funktioniert aber nicht! Denn in ohne uns, würdet ihr alle verhungern.« Was mir bei der Lektüre der Publikationen von …ums Ganze! entgangen ist, anscheinend zumindest, ist dass …ums Ganze! ihre Aufrufe mit »Kriegt Bonzen-Papis und kommt in die Uni!« unterschrieben haben. Meines Wissens nach standen da so Sachen wie »Für den Kommunismus« drunter, aber man wird sich ja nochmal irren dürfen. Oder ist Kommunismus vom Bonzen-Papa bezahlt in der Uni rumhängen? Das wäre eine radikal neue Perspektive.

Dresden III oder Lebende Tote

In einer Linken vor unserer Zeit gab es mal einen Organisierungsversuch, dieser nannte sich Antifaschistische Aktion / Bundeweite Organisation, die AA/BO löste sich 2001 in Reaktion auf eine Vergewaltigung in der Mitgliedsgruppe Antifaschistische Aktion Berlin (AAB) auf, dachten alle. In Wahrheit scheint auch für antifaschistische Organisierungen zu gelten: Totgesagte leben länger. Nach 9 Jahren Pause wieder ein Zeichen:

Feindpresse III

Der augeprägte Haß auf Deutschland innderhalb der ›anti‹-faschistischen Szene schlägt sich auch verbal in Transparenten mit deutschfeindlichen Parolen, wie zum Beispiel »Deutschland, halt’s Maul!« oder »Deutschland verrecke!« oder »Nie wieder Deutschland!« nieder. Der Haß gegen das »Land der Beknackten« nimmt dabei selbst neurotische Vernichtungswünscche an. »Heimat ist uns zuwider – Deutschland pulverisieren unser Ziel«, heißt es da. Im Sommer 2000 rief die in Hannover ansässige ›anti‹-faschistische Gruppe ›junge linke‹ zur Zerstörung des Hermannsdenkmals auf:

»Das Hermannsdenkmal kann, muss und wird zerstört werden […] aus drei guten (schlechten) Gründen: Nation, Nationalismus, Deutschland!«

laut junge Welt sei Deutschland und Befreiung ein Gegensatz. Kein Wunder, daß solche Kreise durch die vielfältigen Verbrechen an Deutschen während des Zweiten Weltkriegs in Verzückung fallen. So huldigen (nicht nur) ›militante‹ ›Anti‹-faschisten dem Bombardemtn auf Dresden und insbesondere dem Hauptverantwortlichen dieses Massenverbrechens, dem ›Bomber Harris‹.
Zu einem der Höhepunkte antideutscher Aufrufe zur Gewalt zählt der Aufruf zur Demonstration in Sebnitz am 17. Februar 2001. In dem aufhetzerischen Flugblatt mit dem bezeichnenden Namen »Öffentliche Hinrichtung« wird der anglo-amerikansiche Terrorangriff auf Dresden im Februar 1945 verherrlicht bei gleichzeitiger Verhöhnung der Opfer.

Antifa heißt Gewalt, Autorenkollektiv gegen Totalitarismus, Grabert Verlag, 2002, S. 56

Die Krise beenden!

Antinationale Arbeit und scheiß Repressionskosten finanzieren. Wenn das mal kein vernünftiger Zweck für das Mittel Alkohol ist:

Dresden.

Bei der Blockade Eisenbahnstraße ist die Stimmung gut. die Aktivisten halten Plakate hoch mit »Wir sind die Guten, wir sind gewaltfrei«. Ungefähr 200 Menschen machen La-Ola-Wellen. »Wären wir heute auf Gewalt aus, wären wir anders angezogen«, sagte eine Aktivistin, »Wir bleiben hier friedlich, bis die Nazis weg sind«.

Begleitet von einer Trommelgruppe und der Posaunenmission zieht das Friedensgebet durch Dresden, aktuell kommt es am Theaterplatz an und hat damit den halben Weg zurückgelegt. Die Posaunenbläsermission, 50 Musiker, wollen den Nazis »die Posaunen von Jericho« blasen. Auch ein ortodoxer Pope ist dabei. Fürbitten für die »Gewaltopfer aller Kriege«.

2000 Neonazis haben sich, weil sie mit ihren Bussen nicht mehr weiterkamen, aus Richtung Norden in Richtung Bahnhof Neustadt aufgemacht. Sie marschiefren aktuell die Hechtstraße herunter. Die Nazis wollen offenbar zur Kundgebung am Bahnhof Neustadt, wo aktuell die Reden begonnen haben.

4000 Neonazis, die meisten gekleidet als »Autonome Nationalisten«, ziehen quer durch den Stadteil in Richtung Bahnhof Neustadt. Die Polizei hat kaum Kräfte und die Situation offenbar nicht mehr unter Kontrolle.

Moeglichst keinen Halt auf den ersten 100km. Nazis haben immer wieder zu Gewalt bei der Abreise aufgerufen. #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

ca. 250 frustrierte Nazis drehen in Prina durch und randalieren #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

gegen 20:30 kommt in Leipzig ein Zug voller Nazis an, die eine Spontandemo planen #Dresden #Nazifrei #Nopasaran

Erfolg auf ganzer Linie.
Alle Zitate von hier oder hier

Postnazistische Zustände.

Der »Wer hat die beste Persiflage auf Wertmüllers Namen parat«-Contest. Richtig geil.


Es ist langsam mal an der Zeit dafür. Wenn es um den Justus Nachname Wertmüller, seines Zeichens hauptberuflich Idiot und nebenbei sogenannter Redakteur bei der Hetzpostille Bahamas, geht werden die Geister kreativ. Jede_r hat mindestens eine Verballhornung parat und jede_r hat sich schon mal gefragt: »Wo ist eigentlich das non plus ultra, der Gipfel vor dem tendenziellen Fall der Humorrate?« Nicht mehr, aber auch ganz sicher nicht weniger werden wir jetzt rausfinden. Im »Wer hat die beste Persiflage auf Wertmüllers Namen parat«-Contest. Richtig geil. Gefragt seid ihr und eure Kreativität, die Kreativität eurer Freund_innen, die Kreativität von allem. Die_der Sieger_in werden in 2 Wochen gekürt. Natürlich wiederum von euch. Kein guter Boulevardjournalismus ohne die fleißigen Helfer_innen, die lesen, konsumieren, mitgestalten.

P.S. Entdinglichung fragt was Elsässer in 5 Jahren macht. Auch ne gute Fragestellung.

Sie machen weiter.

Alle guten Dinge sind hoffentlich nich nur 3. Heute hat sich nämlich, das begrüßenswert schnelle Tempo beibehaltend, Polizist Nummer 3 selber angeschoßen. Dein Magazin gegen Streifenhörnchen sagt: Weiter so.

Das Bundesverfassungsgericht, die Menschenwürde und Hartz IV.

Die Bluthunde des sich sozialistisch oder wahrhaft demokratisch schimpfenden Kapitalismus, aggregiert in der Stümperpartei die LINKE und ihrem Umfeld, fletschen sich die Zähne ob der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Hartz IV als »nicht verfassungskonform« zu verurteilen. Noch nichtmal das. Im Grunde genommen hat das Bundesverfassungsgericht eins beschloßen: heiße Luft. Aber davon eine solche Menge, dass der anhaltende Sauerstoffmangel den sich sozial generierenden Politikhoschis das Gehirn vollkommen ausgeschaltet zu haben scheint. Nicht Hartz IV ist verfassungswidrig, die Berechnung, aber das auch nur teilweise oder so, nichtsdestsoweniger: Hartz IV verfassungswidrig, yay! ist die Devise des Tages, man ergeht sich in Träumereien über das supidupi Sozialwunderland, das Deutschland vielleicht irgendwann mal sein könnte, wenn noch so ca. 80 Millionen Geißböcke die LINKE wählen würden. Die Frage was das eigentlich bedeutet als Hartz IV Empfänger_in gebrandmarkt zu sein und unter den Auswirkungen der fehlenden Arbeit, hin und wieder auch Armut genannt, zu leiden stellt sich niemand. Immerhin! Höchstrichterlich verfügt kriegt man in manchen Fällen, weil der Staat sich mal wieder um die Sicherung eines menschenwürdigen Existenzminimums scheren muss, ein wenig mehr Geld. Wenn schon keinen Zugang zu den Fleischtöpfen, denn schon menschenwürdig dahin vegetieren, irgendwo zwischen Depressionen und sozialen Ausgrenzungsmechanismen. Immerhin! Keine 359 Euro Hartz IV mehr, vielleicht sogar 450€! Der ganz radikale Flügel könnte sich mit ganzen 500€ in Stellung bringen und der Farce Sozialstaat, die eben nie mehr als der verzweifelte Versuch die Reservearmeen der Kapitalist_innen wenn schon nicht in Lohn dann immerhin! in Toast zu halten ist, einen Hauch von Debatte verleihen. Bei Anne Will könnte sich ein_e Betroffene_r auf dem Sofa niederlassen und in betroffenen aber bloß nicht zu wütenden Worten ihrer Bestürzung Ausdruck verleihen und die Hoffnung, dass es jetzt besser werden könnte, vielleicht, unter Umständen, wenn alles gut geht, muss ja auch realistisch und finanzierbar sein, wie einen schwachen Glanz am Horizont 2011 aufgehen sehen.
The show must go on. Ich hasse euch dafür.

P.S. Zur Armut sei dieses Fragment bei nachtwach herzlichst empfohlen.

Found

oder wie ein Indymedia-Artikel den Kommunismus zerstörte:

Der Vordenker des Kommunismus, ließ sich 8 Jahre vor dem Kommunistischen Manifest wie folgt zitieren:

„FRIEDRICH ENGELS (Deutscher Denker):
Wir wollen aufhören, die Narren der Fremden zu sein und zusammenhalten zu einem einzigen, unteilbaren, starken, freien deutschen Volke!

Appell aus dem Jahre 1840 (Quelle: www.politikforum.de)“
Also ich finde, besser hätte es Hitler auch nicht sagen können…

Jetzt ist es soweit, alles kaputt, das Werk von Marx und Engels erledigt. So sieht es aus das Ende der Geschichte.

Kurz verlinkt 2010-02-04

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