Geschichten aus dem Redaktionsalltag

Gutes tun.

Migrant_innen haben es in einer von Rassismus durchsetzten Gesellschaft nicht leicht, neben abschätzigen Blicken von Bürger_innen, dem Leiden unter rassistischen Vorurteilen kriegen sie auch materiell gerne eine gescheuert, so z.B. in Form etlicher Sondergesetze. Eines von diesen ist die Praxis der Wertgutscheine, die an Flüchtlinge an Bargelds statt ausgegeben werden. In der Korn z.B. können Gutscheine gekauft werden um Flüchtlingen den Einkauf mit Bargeld zu ermöglichen und jeden ersten Mittwoch im Monat findet ein antirassistischer Einkauf statt. Treffpunkt hierfür ist um 18 Uhr an der Limmerstr./Kötnerholzweg in Hannover-Linden. Wer noch ein wenig allgemeines Äquivalent übrig hat sollte da auftauchen.

Rural Alberta Advantage – In the Summertime

Männer mobben.

Wenn man Ultra‘ nach Sexismus fragt werden die häufigsten Reaktionen ein versteinertes Gesicht, ein perplexes »Wie bitte?« und die Aussage man könne das irgendwann, irgendwo mit irgendwievielen klären sein.
In schriftlicher Form findet man diese und ähnliche, positivere wie noch bescheuertere, in einer Diskussion im Stammtischkarikaturforum ultras.ws. Seit Anfang 2010 diskutieren die Maulhelden und ähnliche Kaliber über Frauen in der Ultraszene.
Darauf haben nun die Frauen der Ultra‘ Sankt Pauli reagiert und »in einer flashmobartigen Aktion die männlichen Mitglieder gewaltsam zum Gruppenaustritt« gezwungen.
Der testosterongesteuerte Mob männlicher Ultra‘ findet natürlich auch darauf dem Gegenstand angemessene Reaktionen. Man hofft, dass »sich die girls bei der Kälte nicht den Unterleib verkühlt, wo der doch so wichtig für ihren job ist….«, reagiert angemessen indem man animiert ist jede Frau mit St. Pauli T-Shirt umzuboxen oder ressümiert: »für mich haben frauen nur was beim fußball zu suchen wenn sie erstens gut aussehen und zweitens bei oberkörperfrei show mitmachen!«
Eine Motivation für die Aktion, die intendierte Ironie lassen wir mal beiseite ist natürlich auch schnell gefunden. »Ich glaub eher, die wurden schon lange nicht mehr rangenommen…« Das Leben kann so einfach sein, wenn man das Wesen der Frau erstmal eindeutig identifiziert hat. Sexuell frustierte Schlampen, die mit ihrem Rumgeficke die Gruppen kaputt machen, aber, die Krux an der ganzen Sache, vom Wesen her kreativ sind und somit hin und wieder von Nutzen sein können. Dann fällt zwar hin und wieder mal auf, dass das alles ein wenig brüchig konstruiert ist (Frauen, die Männer verprügeln könnten, Männer, die besser malen können als Frauen…) aber wen interessiert das schon? Die (deutschen) Ultra‘ jedenfalls nicht, im Zweifel bleibt das Stadion die Bastion männlicher Persönlichkeitspflege. Gröhlen, saufen und prügeln.

Wenn Dummheit und so weiter Teil 2

Der Geist der [AAH] macht, mal wieder, Hannovers Szene und Hunde kaputt:

Nie wieder Solidemos mit den Antifa Mackern (Männlich & Weiblich) von der AAH. Wir haben die Demo nach wenigen Metern wieder verlassen weil das Verhalten der ersten Reihen unter aller Sau war. Es wurden kommunistische Parolen gerufen und Menschen die dies kritisierten wurden bedroht. Außerdem wurde von diesen Prolls eine Bengalische Fackel entzündet und damit alle Menschen und Tiere gefährdet die an der Demo teilnehmen wollten.

Nie wieder AAH.
Nie wieder Kommunismus!

Wenigstens dieses traurige Exemplar scheint man nun erfolgreich vergrault zu haben. Die Solidemo um die es da geht war die gestern in Hannover anlässlich der Razzia im Göttinger Hausprojekt Rote Straße. Deswegen wird am Samstag in Göttingen demonstriert:


Scheiße Deutschland. Scheiße Hannover. Scheiße Göttingen.

Fünf Sterne Deluxe Ja, Ja… Deine Mudder

Kurz verlinkt 2010-01-20

Das starblog hofft auf das Füllhorn für Aussteiger_innenprogramme für Linksextreme. | Federica Matteoni schreibt in der Jungle World über die Gender-Voyeure im »Fall« Caster Semenya. | informationisbeautiful verweist auf die Infographiken zu den Beatles. | notcot.org verweist auf eine Infographik zum Thema Videospiele. | Die New York Times mit einem relativ langen, aber interessanten Artikel über die Erneuerung der Rolle der Frau in Deutschland: In Germany, a Tradition Falls, and Women Rise | Und als (erste) Ergänzung zu meinem Haiti-Artikel: contradictio weist auf eine Sendung des Forum Gegestandpunkt zum ebenjenem Thema hin.

Politisches Plakat 2009.

Bei den Genoss_innen von politisches Plakat lassen sich jetzt bis zum Ablauf einer »gewissen Frist«, die aber geheim bleibt, Nominierungen für das beste Plakat 2009 einreichen.

Jungdeutsche haltets Maul.

»Meine Stimme, meine Beats« heißt so ein grausiges neuartiges Projekt für Demokratie und Toleranz, oder auch: die versaute Jugend wieder zu anständigen Staatsbürger_innen zu machen, wenn »trockene Reden scheitern und bunte Broschüren langweilen« also nur eine geballte Dosis sogenannter Popkultur helfen kann. Diese sogenannte Popkultur könnte auch ein Cobretti/Audiolith Kollabosampler sein. Aber gefördert mit Mitteln von Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, also dem wo jetzt die durch vorbildliche Anwendung der Extremismuskeule ausgezeichnete Kristina Köhler Ministerin spielt. Die ist bestimmt ganz begeistert von so viel Engagement. Ich nicht, ich empfehle statt tolerant sein Regierung stürzen, sonst endet man noch so, und wer kann das schon wollen:


Zum Weiterlesen:
junge Linke – Die Demokratie und ihre Idealisten
junge Linke – Der bürgerliche Staat – eine Einführung

Kurz verlinkt 2010-01-18

i heart digital life – Feministischer Lesestoff | no218 no fundis – Irland: Gott nicht gut finden wird teuer | WELT Online – Großkonzerne klauen die Öko-Idee der Aktivisten | dieStandard – Mann stach zigmal auf Ehefrau ein – Gemütslage »allgemein begreiflich«

Ach übrigens…

heute abend ist in der Sturmglocke Tanzen und Trinken für Frauen und Lesben organisiert vom Autonomen Feministischen Kollektiv.

Ansonsten gibt es in der Wohnwelt noch ein Konzert gegen Spende, für eine gute Sache natürlich, nämlich Geld in die Kassen der »Wohnwelt bleibt!«-Kampagne zu spüeln:

Auch wenn die Ankündigung »mit Coversongs von Green Day, The Offspring, The Clash, Donots etc. im Gepäck« nicht all zu viel verspricht.

Die hannöversche Polizei macht sich selber kaputt.

Erst hat sich in Wunstorf ein Polizist beim Einstecken der Waffe in sein Holster selbst in den Oberköper geschoßen, jetzt erschießt sich ein Polizist beim Reinigen seiner Waffe. Wenn das so weitergeht…

Must Have V

Ich habe lange keine identitären Hammer und Sichel Gegenstände meiner allseits beliebten »Must Have«-Reihe hinzugefügt, zum Ausgleich was besonders schönes:
hammer und sichel
via

Gedenkdemo in Dortmund.

Am 03.04 findet die alljährliche Gedenkdemo für den 2005 von Nazis ermordeten Thomas Schulz statt. Hin da.