Saublöde Antifas.

Dresden is calling. Am 13.02. will die deutsche Opfergemeinde wieder rumopfern, die Antifas dieser Republik werden sich aufmachen wenigstens ein paar von den Opfern zu sagen wie opferig sie sind, während sie mit den anderen rumopfernden Deutschen versuchen Dresden sauber zu halten. Es ist der Anlass für den Barden linker Scheußlichkeiten Holger »ich brech dir die Knochen« Burner ein Werk zu verfassen, was wohl in gewissen Kreisen als Lied gelten mag, nach herkömmlicher Definition aber wohl eher einen Anlass für Lachkrämpfe darstellt:

Auf »Pseudoaktionen« und »symbolische Aktionen« hat der »wirklich praktisch denkende« Horst keinen Bock, denn er kommt um zu blockieren, »denn [sein] Arsch auf der Straße heißt ›no pasaran‹«. Und schon soll man es »Dresden oder Stalingrad 2.0« nennen. Man darf gespannt sein wie Holger Burner mit seinem ›no pasaran‹-Arsch auf der Straße 60.000 Deutsche umbringt, mehr als hunderttausend in Gefangenschaft nimmt, 54 deutsche Panzer zerstört und ganz nebenbei noch die Stadt in Schutt und Asche legt.

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24 Anmerkungen zu »Saublöde Antifas.«


  1. 1 tee 14. Januar 2010 um 22:26 Uhr

    nanana, wenn schon zitieren, dann doch bitte richtig. „symbolische demos“ stammelt er.

    und hey, „dresden oder stalingrad 2.0″ – ist das nicht humaner antifaschismus? antifaschismus auf der höhe der zeit? warum klagst du da jetzt so barbarische alliierte methoden und ergebnisse ein?!

  2. 2 A to the B to the C 15. Januar 2010 um 4:12 Uhr

    Das regt dich ja richtig auf. Köstlich!

  3. 3 keny 15. Januar 2010 um 11:43 Uhr

    Am 13.​02. will die deut­sche Op­fer­ge­mein­de wie­der ru­mop­fern, die An­ti­fas die­ser Re­pu­blik wer­den sich auf­ma­chen we­nigs­tens ein paar von den Op­fern zu sagen wie op­fe­rig sie sind, wäh­rend sie mit den an­de­ren ru­mop­fern­den Deut­schen ver­su­chen Dres­den sau­ber zu hal­ten.

    Soso. Schauen wir doch mal, wer den Aufruf von „Dresden Nazifrei“ unterschrieben hat. Ich sehe da neben ein paar Musikern in erster Linie mehr oder weniger bekannte PolitikerInnen von SPD, Grünen und Linkspartei, dazu die Jugendorganisationen der genannten Parteien und einiger DGB-Gewerkschaften sowie attac und VVN/BdA. Nun weiß ich natürlich nicht, was du unter deutschem (?) Rumgeopfer bzw. „Rumgeopfer von Deutschen“ verstehst, mir ist ehrlich gesagt bisher keine der genannten Personen bzw. Organisationen mit geschichtsrevisionistischen Thesen aufgefallen.

    Vielleicht hättest du auch einfach mal einen Blick in den wirklich nicht zu langen Aufruf werfen sollen, dort wird dem „Rumgeopfer“ nämlich eine klare Absage erteilt:

    Im Jahr 2009 marschierten fast 7000 Nazis durch unsere Stadt. Ihr Ziel ist es, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und Nazi-Deutschland zum eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges umzudeuten. Wir aber wissen: der verbrecherische Krieg ging von Nazi-Deutschland aus und kehrte 1945 nach Dresden zurück.

    Gut, wofür brauchst du auch eine differenzierte Sicht auf die politischen Kräfteverhältnisse und Akteure in Dresden? Für dich ist es ja offenbar schon peinlich, »wirk­lich prak­tisch [zu] den­ken­«, wie du so schön aus dem Holger Burner-Text zitierst. Natürlich auch ein etwas einfacher Weg, oder möchtest du mir mal erklären, wie du dir ein Vorgehen gegen den Naziaufmarsch – immerhin der größte in Europa – sonst vorstellst? Aber vielleicht warst du ja auch einfach froh, als erster auf der Bloggossphäre diesen Song entdeckt zu haben und wolltest deine Fangemeinde mal wieder mit ’nem Holger Burner-Diss erfreuen … bringt sowas eigentlich noch Klicks?

    PS: Zu dem Rumgereite auf der einen (!) übertriebenen Formulierung in dem Mobilisierungs-Song von Holger Burner fiel mir ein, das auch schon andere Übertreibungen zur Mobilisierung genutzt haben sollen…

  4. 4 keny 15. Januar 2010 um 15:45 Uhr

    Bei meinem letzten Beitrag wurde leider ein Bild gefressen. Der Absatz nach dem PS: bezieht sich auf Tekknoatzes Aufruf, nach der Räumung des Besetzten Hauses in Erfurt „Deutschland in die Fresse [zu] boxen“.

    siehe http://einblog.blogsport.de/2009/04/16/deutschland-in-die-fresse-boxen/

  5. 5 ♥Tekknoatze 15. Januar 2010 um 17:57 Uhr

    Der Aufruf ist eine Sternstunde antifaschistischer Kritikverweigerung. Da spricht der Trotz der Realpolitiker_innen gegen die, die man nicht kritisieren kann und deswegen verbieten oder verhindern muss. Stimmt, das sind keine Geschichtsrevisionist_innen, muss man heutzutage aber gar nicht sein um rumzuopfern. Die Anerkennung der Kriegsschuld Deutschlands ist in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft doch längt der gute Ton, antifaschistische Aktionen sind die Bewährungsprobe der penetrant weltoffenen Deutschen im 21. Jahrhundert um den Beweis zu erbringen wie gut man die böse Geschichte nicht mehr ausblendet, sondern ganz kritisch reflektiert. Die deutschen Opfer werden nicht als Verwandte oder gute Freund_innen, sie sind der deutsche Blutzoll für den längst einhellig als einmaliges Verbrechen anerkannten Nationalsozialismus.
    Die Dresdner_innen die gestorben sind werden nicht in ihrer Rolle als liebgewordene Menschen, die dahin gerafft wurden begriffen, sie sind »deutsche Opfer«. Sie sind »Zivilist_innen«, Unbeteiligte. Sie sind nicht Teil des Mordkollektivs, das sich anschickte die Welt unter seine Knute zu bringen. Ihnen gebührt ein menschenwürdiges, demokratisches Gedenken, Seite an Seite mit dem Gedenken an jene, Jüdinnen, Homosexuelle, Sinti und Roma, Kommunist_innen, die in den Jahren vorher und den Monaten nach der Bombardierung den Deutschen zum Opfer gefallen sind. Die individuelle Trauer wird so zu einem Ereignis des nationalen Zwangskollektiv, zur Manifestation deutscher Identität. Der Nationalsozialismus dabei nur über seine Nicht-Identität zur Demokratie kritsiert und Grenzen für Extremismusblabla und und Abgrenzung von Gewaltbestrebungen geöffnet. Und bei all dieser Nationalitätenpflege, die da betrieben wird sind sich selbst ernannte radikale Linke nicht zu blöd mitzumachen. SPD, attac, Pfarrer Oberdepp Stoodt etc. sind keine Argumente dafür, dass da nicht mit den Freund_innen der Demokratie zusammen demonstriert, protestiert, blockiert oder was auch immer wird, sie sind Argumente genau dafür. Ein Kabinett nationaler Blödheiten, dass mit einem Blick auf den Aufruf der Stadt noch durch CDU, FDP oder den »Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge« ergänzt wird, die Leute, die den Stadtaufruf sind wenigstens so ehrlich zuzugeben, dass für sie das Gedenken an die zerbombten Deutschen an erster Stelle steht und dann kann man auch mal dem bösen NS gedenken.
    Abgrenzung von dem was nicht faschistisch ist? Fehlanzeige, stattdessen seid ihr »solidarisch mit allen, die mit uns dieses Ziel teilen und dem Naziaufmarsch in Sicht und Hörweite entgegen treten wollen.«
    Und warum muss ich mir zwingend ein Vorgehen gegen den Naziaufmarsch vorstellen? Ich emfehle sich dem Volkszirkus zu verweigern. Es gibt tatsächlich wichtigeres als 7.000 Nazis darin zu hindern ihrer Dummheit einen Ausdruck zu geben. Sich mal an zugucken was da sonst noch so für Gesocks rum läuft und das mal kritisieren zum Beispiel.Aber man stürzt sich ja lieber auf den Aktionismus, auf das wirklich praktische Denken und versucht verzweifelt die Leute da abzuholen wo sie stehen. Es bleibt dabei, dass sich bei diesem Versuch weiterhin nur der Standpunkt der Leute abgeholt wird, nicht die Leute.
    Aber nein, ihr demonstriert ja nicht den rumopfernden Deutschen zusammen.

    Aber vielleicht warst du ja auch einfach froh, als erster auf der Bloggossphäre diesen Song entdeckt zu haben und wolltest deine Fangemeinde mal wieder mit ’nem Holger Burner-Diss erfreuen … bringt sowas eigentlich noch Klicks

    Auf jeden, Tausende pro Tag. Der erste Platz der Top 10 ist mir bis mindestens Februar 2011 sicher.
    Vielleicht ging es mir aber auch gar nicht darum. Holger Burner disse ich, weil er es verdient hat, nicht weil irgendeine »Fangemeinde« (wer soll das eigentlich sein?) davon erfreut sein könnte. Deutschland in die Fresse boxen bleibt weiterhin keine »Übertreibung«, sondern die einzig angemessene Reaktion. Die Bezeichnung des nach Selbstbezeichnung bunten und friedlichen Protests als Stalingrad 2.0 bleibt eine Dummheit. Da hat die Rote Armee die Messlatte im Faschisten schlagen schon ziemlich hoch gelegt. Mal abgesehen davon, wo hab ich mit dem Aufkleber zu irgendwas mobilisiert? Eben, nirgends.

  6. 6 Red Power 15. Januar 2010 um 18:44 Uhr

    „Es gibt tatsächlich wichtigeres als 7.000 Nazis darin zu hindern ihrer Dummheit einen Ausdruck zu geben.“

    Deine restlichen Ausführungen teile ich, trotzdem ist es wichtig, Nazis nicht einfach ganz alleine rumlaufen zu lassen. In Gebieten ohne Gegenmobilisierung bleibt bei Nazidemos nämlich auch die Polizei zu Hause, Nazis können dann Aufmärsche nutzen, um Migranten und vermeintliche Gegner zu jagen und umzubringen. Selbst wenn es nicht zu Toten oder Schwerverletzten kommt, bedeutet ein Naziaufmarsch ohne Gegenmobilisierung, dass ein größeres Stadtgebiet zur No-Go-Area für alle Zielgruppen von Naziterror wird. Das ist Leuten, die da optisch nicht drunter fallen und noch nicht auf Nazi-Todeslisten stehen, vielleicht egal – den potentiellen Opfern wahrscheinlich weniger. Insofern ist es eine sinnvolle Strategie, so viele Menschen wie möglich an die Naziroute zu karren und damit auch riesige Aufmärsche der Grünen zu provozieren.

  7. 7 ♥Tekknoatze 15. Januar 2010 um 20:42 Uhr

    Das hört sich jetzt nen bißchen so an als bedürfte es einer Antifa-Gruppe, die sich radikal oder autonom gibt damit die Bürger_innen auf den Trichter kommen was gegen Nazis zu haben und gegen die zu machen. Das halte ich für falsch. Wie gesagt, es gehört eben zum guten Ton der deutschen Gesellschaft im 21. Jahrhundert eine antifaschistische Einstellung vor sich her zu tragen, da diese Schandflecke in die eigene, weltoffene, bunte, friedliche usw. Stadt nicht passen. Da schreibt dann die SPD, dass man »gemeinsam die Dresdner Innenstadt vor dem rechtsextremen Aufmarsch schützen« müsse.

  8. 8 Red Power 15. Januar 2010 um 22:06 Uhr

    Total provinzieller Käse, du erhebst die aktuelle Lokalpolitik in deinem Kaff zum überzeitlichen und deutschlandweit geltenden Gesetz. Tatsächlich sieht die Strategie der „Zivilgesellschaft“ in jeder Stadt anders aus und ist ständigen Änderungen unterworfen. „Feste“ und „Meilen der Demokratie sind was relativ neues, und tatsächlich in einigen Großstädten verbeitet. In Kleinstädten und auf dem flachen Land ist eher Totschweigen die Strategie, in konservativeren Gegenden ist auch Ignorieren üblicher. Es stellt sich auch die Frage, warum die Städte teilweise solche Demokratie-Feste fernab der Nazi-Route veranstalten. Viele Antifas gehen da ja davon aus, dass es darum geht, den Protest zu zivilisieren und Konfrontationen zu vermeiden. Und um halt gut da zu stehen, obwohl man Nazis die Stadt überlässt. Beides spielt in der Lokalpolitik sicher viel mehr eine Rolle, als ein angeblicher Antifaschismus als „gute(r) Ton der deutschen Gesellschaft im 21. Jahrhundert“. Es geht Lokalpolitikern einfach darum, Krawall zu vermeiden und der Stadt ein nettes Image zu erhalten. Antifaschismus spielt da keine Rolle, auch nicht im Image. Solche Feste richten sich ja bekanntermaßen immer „gegen jeden Extremismus“ usw.. Von „Antifaschismus“ hab ich in so einem Zusammenhang noch nie einen Lokalpolitiker reden hören, außer negativ.

    Um mein Argument aus dem letzten Kommentar noch mal aufzugreifen: Feste der Demokratie mehrere Kilometer abseits der Nazis rechtfertigen kein Polizeispalier um den Naziaufmarsch und helfen keinem Migranten, der an der Nazi-Route totgeschlagen wird.

  9. 9 tee 16. Januar 2010 um 1:43 Uhr

    „Teil des Mordkollektivs“

    du meinst „Die Deutschen“™, he? Ooh, diese Deutschen …

  10. 10 keny 16. Januar 2010 um 21:01 Uhr

    Ich habe leider gerade nicht genug Zeit, strukturiert auf deine Antwort eingehen, deshalb werde ich einige Punkte zitieren, an denen ich Kritik habe.

    Der Aufruf ist eine Sternstunde antifaschistischer Kritikverweigerung. Da spricht der Trotz der Realpolitiker_innen gegen die, die man nicht kritisieren kann und deswegen verbieten oder verhindern muss.

    Dein Fehler ist das Gegenüberstellen von Kritik und Praxis. Denn warum sollte eine vernünftige Kritik an Nazis ausreichen? Wieviele Naziaufmärsche wurden bereits dadurch verhindert, dass deren TeilnehmerInnen ein gutes linkes Flugblatt gelesen und danach von ihrem Vorhaben abgelassen haben? Gerade aus einer Kritik der Naziideologie leitet sich die Notwendigkeit ab, Demonstrationen für diese zu verhindern.
    Ich übrigen stimmt es nicht, dass in dem „dresden-nazifrei“-Aufruf keine inhaltliche Kritik an den Aussagen der Nazidemo geübt werde. So richtet sich dieser eindeutig gegen deren Bestreben, den historischen NS zu verherrlichen, den industriellen Massenmord an Millionen von Menschen zu verleugnen und revanchistische Propaganda zu verbreiten (Zweiter Absatz des Aufrufs).

    Die Dresdner_innen die gestorben sind werden nicht in ihrer Rolle als liebgewordene Menschen, die dahin gerafft wurden begriffen, sie sind »deutsche Opfer«. Sie sind »Zivilist_innen«, Unbeteiligte. Sie sind nicht Teil des Mordkollektivs, das sich anschickte die Welt unter seine Knute zu bringen. Ihnen gebührt ein menschenwürdiges, demokratisches Gedenken, Seite an Seite mit dem Gedenken an jene, Jüdinnen, Homosexuelle, Sinti und Roma, Kommunist_innen, die in den Jahren vorher und den Monaten nach der Bombardierung den Deutschen zum Opfer gefallen sind. Die individuelle Trauer wird so zu einem Ereignis des nationalen Zwangskollektiv, zur Manifestation deutscher Identität.

    1.) Es gab kein Mordkollektiv, sondern auch innerhalb der Dresdner Bevölkerung Menschen, die den Nazis feindlich gegenüber standen. Ich halte die Verwischung von Gegensätzen innerhalb einer Bevölkerung und die Zuschreibung von bestimmten Meinungen aufgrund der Staatszugehörigkeit für falsch.
    2.) Ein pauschales Gedenken an angeblich unschuldige „deutsche Opfer“ lehne ich ebenfalls ab. Davon steht im Aufruf von „dresden-nazifrei“ aber auch gar nichts.

    Der Nationalsozialismus dabei nur über seine Nicht-Identität zur Demokratie kritsiert und Grenzen für Extremismusblabla und und Abgrenzung von Gewaltbestrebungen geöffnet.

    Der NS wird im o.g. Aufruf für die von seinen AnhängerInnen begangenen Verbrechen kritisiert, die konsequente Folge ihrer politischen Ideologie waren.

    Ein Kabinett nationaler Blödheiten, dass mit einem Blick auf den Aufruf der Stadt noch durch CDU, FDP oder den »Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge« ergänzt wird, die Leute, die den Stadtaufruf sind wenigstens so ehrlich zuzugeben, dass für sie das Gedenken an die zerbombten Deutschen an erster Stelle steht und dann kann man auch mal dem bösen NS gedenken.

    Nochmal: In dem Aufruf von „dresden-nazifrei“ steht überhaupt nichts von einem Gedenken an „deutsche Opfer“. Erst recht nicht in dem von „no-pasaran“, auf den sich Holger Burner in seinem Song bezieht. Der Unterschied ist also ein ganz anderer als die von dir behauptete „Reihenfolge“.

    Abgrenzung von dem was nicht faschistisch ist? Fehlanzeige, stattdessen seid ihr »solidarisch mit allen, die mit uns dieses Ziel teilen und dem Naziaufmarsch in Sicht und Hörweite entgegen treten wollen.«

    Ja, ich halte den Nationalsozialismus für eine schlimmere Herrschaftsform als die parlamentarische Demokratie1. Deshalb muss ich mich im Kampf gegen ersteren auch nicht gegen die AnhängerInnen der letzteren abgrenzen, sondern kann mit diesen zusammenarbeiten, auch wenn es auf anderen Politikfeldern gegensätzliche Meinungen und Interessen gibt.
    Ansonsten wurde die „Abgrenzungsstrategie“ in Dresden ja lange genug erprobt und kann getrost als absolut fehlgeschlagen bezeichnet werden, wenn man betrachtet, dass in Dresden letztes Jahr der größte Naziaufmarsch Europas stattfand und Stadtregierung, Verwaltung, Polizei sowie die bürgerliche Presse das größere Problem in den linken Gegendemos sehen.

    Und warum muss ich mir zwingend ein Vorgehen gegen den Naziaufmarsch vorstellen? Ich emfehle sich dem Volkszirkus zu verweigern. Es gibt tatsächlich wichtigeres als 7.000 Nazis darin zu hindern ihrer Dummheit einen Ausdruck zu geben.

    Siehe dazu die Argumente von „Red Power“.

    Aber man stürzt sich ja lieber auf den Aktionismus, auf das wirklich praktische Denken und versucht verzweifelt die Leute da abzuholen wo sie stehen. Es bleibt dabei, dass sich bei diesem Versuch weiterhin nur der Standpunkt der Leute abgeholt wird, nicht die Leute.

    Du versuchst hier, mir einen „Revolutionären Antifaschismus“ oder ähnliches unterzuschieben. Ich möchte in Dresden aber gar keine Leute abholen (also zu KommunistInnen agitieren), sondern einen Naziaufmarsch zu verhindern. Dass kann ich auch gemeinsam mit überzeugten DemokratInnen.

    Deutschland in die Fresse boxen bleibt weiterhin keine »Übertreibung«, sondern die einzig angemessene Reaktion.

    LOL! Dann box mal. Du bist nur leider nicht in der selben Gewichtsklasse wie Deutschland.

    siehe dazu: http://theoriealspraxis.blogsport.de/images/Faschismen_u_Demokratien_Politik_u_Moral.pdf [zurück]

  11. 11 ♥Tekknoatze 17. Januar 2010 um 18:12 Uhr

    Dein Fehler ist das Gegenüberstellen von Kritik und Praxis. Denn warum sollte eine vernünftige Kritik an Nazis ausreichen? Wieviele Naziaufmärsche wurden bereits dadurch verhindert, dass deren TeilnehmerInnen ein gutes linkes Flugblatt gelesen und danach von ihrem Vorhaben abgelassen haben? Gerade aus einer Kritik der Naziideologie leitet sich die Notwendigkeit ab, Demonstrationen für diese zu verhindern.

    Ja, irgendwas stört die Leute, die da demonstrieren gehen bestimmt an den Nazis. Irgendeine Kritik haben die sicherlich. Nur sagt das ja noch nichts darüber aus ob die Kritik tauglich ist oder nicht. Was »dresden nazifrei« da macht ist aber keine Kritik am Faschismus (geschweige denn der Demokratie), sondern das bloße Festhalten des »wir haben was gegen Nazis«. Wo erkennst du da denn eine Kritik? Die Benennung der Ziele, die die Nazis da verfolgen ist jedenfalls keine, das wiederholte Festhalten daran, dass die Nazis ja verbrecherisch gewesen sein auch nicht. Verbrechen ist doch ein komischer Maßstab und nach dem existierenden bin ich das wohl auch, btw wollen die Protestierenden auch durchaus Verbrechen begehen, nämlich den Naziaufmarsch stoppen. Und überhaupt: »der verbrecherische Krieg«? Da haben die bösen Nazis doch gar nicht nach den Regeln von Anstand und Moral Krieg geführt. Den Aufruf als inhaltliche Kritik oder auch nur Fragmente davon verkaufen zu wollen macht mich ganz betroffen.

    1.) Es gab kein Mordkollektiv, sondern auch innerhalb der Dresdner Bevölkerung Menschen, die den Nazis feindlich gegenüber standen. Ich halte die Verwischung von Gegensätzen innerhalb einer Bevölkerung und die Zuschreibung von bestimmten Meinungen aufgrund der Staatszugehörigkeit für falsch.

    Ach mein Gott, natürlich gabs da sicherlich ein paar Oppositionelle, aber nimm doch mal zur Kenntnis, was ich geschrieben habe und was die Nazis getan haben. Ich hab nämlich nie geschrieben, dass es in Deutschland keine Menschen gab, die ein Problem mit den Nazis hatten, nur wurden die ganz flugs aus dem Kollektiv raus geworfen. Es gab de facto ein deutsches Mordkollektiv in diesen Jahren und das war die Mehrheit der Deutschen.

    2.) Ein pauschales Gedenken an angeblich unschuldige „deutsche Opfer“ lehne ich ebenfalls ab. Davon steht im Aufruf von „dresden-nazifrei“ aber auch gar nichts.

    Ne, bei DN vielleicht nicht, aber im Aufruf der Stadt und da gibt es Überschneidungen zwischen den Unterzeichner_innen. Und was glaubst du welche Inhalte an diesem Tag vermittelt werden? Genau, die der xtausend aufrechten Bürger_innen für ein weltoffenes und tolerantes Dresden.
    Was bringts dir denn die ganze Zeit darauf zu insistieren was bei dresden nazifrei oder no pasaran steht? Hab ich doch nie gesagt, dass die ein Gedenken an vermeintliche deutsche Opfer fordern würden, sie machen sich nur gemein mit denen, die das tun und auf die bin ich gerade mal eingegangen, das was die Demkorat_innen da an dem Tag machen, was für euch aber noch unter »geringeres Übel« läuft.

    Ja, ich halte den Nationalsozialismus für eine schlimmere Herrschaftsform als die parlamentarische Demokratie1.

    Du hältst ziemlich viel. Nur das Problem das du da aufmachst ist tatsächlich ein erfundenes Dilemma. Anstatt sich nämlich mal die Herrschaft an zugucken, die es gerade gibt und das einzig vernünftige zu tun, nämlich alles um der ein Ende zu bereiten, verstrickt man sich in den antifaschistischen Windmühlenkampf. Ohne das Ende der politischen Gewalt, die die Demokratie darstellt, also ohne ein Ende von Staat und Nation kommen da auch immer wieder Menschen bei raus, die das nicht nur für tauglich halten, sondern die faschistische Form der Staatsgewalt für den Erfolg der Nation für die viel genialere halten. Das in so ähnlich hat immerhin auch schon der Ansatz des revolutionären Antifaschismus bilanziert, hinter du aber mit gutem Gewissen zurückfällst, weil Frontex, imperialistische Kriege, GSG9, Lohnarbeit und so weiter und so fort sind ja »immerhin« keine Vernichtungslager!
    Den Ansatz mit dem Leute abholen versuche ich gar nicht dir zu unterstellen, sondern den findet man verbürgt bei no pasaran oder IL, wie sie sich sonst nennen. Das ist doch deren Masche, erstmal hingehen ein bisschen kuscheln und dann sind die schon irgendwann vielleicht sicher bestimmt auf »unserer«Ansonsten wurde die „Abgrenzungsstrategie“ in Dresden ja lange genug erprobt und kann getrost als absolut fehlgeschlagen bezeichnet werden, wenn man betrachtet, dass in Dresden letztes Jahr der größte Naziaufmarsch Europas stattfand und Stadtregierung, Verwaltung, Polizei sowie die bürgerliche Presse das größere Problem in den linken Gegendemos sehen.
    Und du merkst den Einschlag nicht. Da hältst du selber fest, dass die Linken anscheinend einen Riesenfeind von diesem Staat sind und der die echt gerne los wäre und was machen du und der Rest? Man reiht sich auch im nächsten Jahr wieder brav ein. Mensch, merkts doch mal. Das sind keine Freund_innen auch nicht beim Antifaschismus. Das sind die Gegner_innen, die gerade an der Macht sind, das sind die, die mit Staatsschutz und VS eine Riesenhetze gegen »Linksextremist_innen« fahren. Das sind die, die tausende Menschen an den Außengrenzen krepieren lassen.

    Zur Notwendigkeit oder eben auch nicht Notwendigkeit einer antifaschistischen Praxis nochmal: Klar, das hängt immer davon ab, wo man gerade ist. Bei dem Beispiel Dresden dann aber aufs flache Land zu verweisen ist aber ein Gegenstandwechsel, ein ziemlich blöder noch dazu. Aber ein gerne gemachter, auf der Antifadiskussion hier im April ’09 wurde die Avanti darauf angesprochen, dass die Bürger_innen in Hannover ja schon antifaschistisch seien, was es also bringe sich als radikale Linke da zuzustellen und dasselbe zu fordern wie die Bürger_innen. Gerechtfertigt wurde das dann mit der Lage in einem sächsischen Dorf. Und so ist es doch auch in Dresden, die wollen doch gar keine Nazis in ihrer Stadt haben.
    Das ist natürlich auch immer Antiextremismus und in der bürgerlichen Denke ist das überhaupt kein Widerspruch, für die sind links und rechts nämlich gleich schlimm, weil die haben beide was gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung. Und genau das ist der gute Ton der deutschen Gesellschaft im 21. Jahrhundert, die Überwindung von zwei Übeln, einmal von links und einmal von rechts. Wie man eine Gegner_innenschaft zu Faschismus nun nennen soll außer Antifaschismus ist mir schleierhaft.
    Zum Todschlagargument: Was glaubst du eigentlich wie naiv die deutsche Polizei so ist? Die lassen doch auch keine linken Demos ohne Begleitung irgendwo rumlaufen nur weil es keine Gegenaktionen gibt. Die wissen schon was für ein Bedrohungspotential sowas darstellt, und vor allem weiß die Politik wie scheiße sich das macht wenn sie 500 Nazis grölend durch ’ne Stadt laufen und Ausländer abmurksen lassen.

  12. 12 tee 18. Januar 2010 um 18:30 Uhr

    Ich hab nämlich nie geschrieben, dass es in Deutschland keine Menschen gab, die ein Problem mit den Nazis hatten, nur wurden die ganz flugs aus dem Kollektiv raus geworfen. Es gab de facto ein deutsches Mordkollektiv in diesen Jahren und das war die Mehrheit der Deutschen.

    jedes rädchen im getriebe (und kleinste sandkörner, die – man weiss nicht warum – nicht herausgeworfen wurden) zählt zum mordkollektiv?

    ich halte den begriff für eine ideologische floskel, deren zweck hauptsächlich in der klaren schuldzuweisung liegt – diese deutschen waren’s, wer sonst!
    zu diesem „kollektiv“* gehörten aber nicht nur deutsche, sondern menschen fast aller länder. wären nur die deutschen dieses mordkollektiv gewesen, hätte der rest der menschheit sie sicher nicht so machen lassen. wozu also „deutsches mordkollektiv“?

    *was ist nochmal der grosse gemeinsame nenner dieses kollektivs?

  13. 13 fortschritt 19. Januar 2010 um 0:46 Uhr

    Das in so ähnlich hat immerhin auch schon der Ansatz des revolutionären Antifaschismus bilanziert, hinter du aber mit gutem Gewissen zurückfällst, weil Frontex, imperialistische Kriege, GSG9, Lohnarbeit und so weiter und so fort sind ja »immerhin« keine Vernichtungslager!

    Ja, es sind keine Vernichtungslager. Und die industrielle Vernichtung, für die Auschwitz steht, unterscheidet sich qualitativ enorm von einem menschenunwürdigem Grenzcamp.

    In der „bürgerlichen Gesellschaft“ und der „parlamentarischen Demokratie“ sind Prozesse, wie du von denen du redest, möglich, Klassenkampf ist möglich, soziale Bewegung ist möglich und existent! Obwohl der bürgerliche Staat uns da immer wieder vor den Karren fährt, Demos niederknüppelt, Leute wegsperrt und die Gelder im JUZ kürzt.
    Im Faschismus ist aber sowas von Schluss damit.

    Oder glaubst du Deutschland wäre „von innen heraus“ gestürzt worden?
    Klar, eine müßige Frage, wir wissen nicht, was passiert wäre, ein Glück. Aber die „völkische“ Propaganda ist sehr effektiv gewesen. Es gab ein „Mordkollektiv“.
    Heute gibt es keine Vernichtungslager, obwohl Soldaten für Deutschland morden.

    Aber mit jedem großen Nazi-Aufmarsch sind wir näher dran. Und wir wollen nicht vergessen, dass aus der „Demokratie“ immer wieder der Faschismus werden kann, dass aber die „Demokratie“ auch zu den Feinden der Nazis gehört. Die Nazis auch die Demokratie bekämpfen und wir mit den „bürgerlichen Freiheiten“ mehr gemein haben, als mit der Volksgemeinschaft.

  14. 14 ♥Tekknoatze 19. Januar 2010 um 17:25 Uhr

    tee: Oh, den Deutschen im Krieg haben auch noch andere Leute geholfen! Wo sagt das denn bitte was dagegen, dass es da ein Kollektiv gemordet hat ergo ein Mordkollektiv am Gange war? Und wenn Polen oder wer auch immer auf »fast allesn Ländern«, da den Deutschen zur Seite standen beim Jüdinnen_Juden ins KZ verfrachten etc. dann haben die sich deren Zwecke wohl zu den eigenen gemacht. Womit nicht ausgeschloßen war, dass die auch noch eigene hatten.

    fortschritt: Mir fehlt die Zeit ausführlich auf deine menschenverachtende Kleinredung demokratischer Vernichtung einzugehen, deswegen nur kurz:
    Die Möglichkeiten sind doch immer Gewaltfragen. Klassenkampf in der Demokratie ist nämlich überhaupt nicht möglich sobald man mit der Agitation dafür einen bestimmten Punkt erreicht hat, an dem der Staat eine Gefährdung seiner selbst und der Gesellschaft, die er verwaltet aus gemacht hat. An dem Punkt stellt sich dann die Frage ob man als soziale Bewegung der staatlich formierten Gewalt was entgegensetzen kann oder eben nicht. Die Frage stellt sich auch im Faschismus. Same for besetzte Häuser und so weiter.
    Die Tatsache, dass Deutschland nicht von innen gestürzt wurde ist dem Faktum zu verdanken, dass es diese linke oder whatever Gewalt nicht gab.
    Und heute morden Deutschland und seine imperialistischen Konsorten in der Welt herum, aber das ist ja alles nicht so schlimm, weil es potentiell etwas viel schlimmeres gäben könnte. Erklär das mal bitte der Afrikanerin, die in Langenhagen (Kaff bei Hannover) in Abschiebehaft sitzt. »Alles halb so schlimm, der Rassismus und der Sexismus, die dein Leben bedrohen sind nämlich demokratischer und nicht faschistischer Natur.«

  15. 15 tee 19. Januar 2010 um 18:47 Uhr

    „saublöde antifas“ …

  16. 16 tee 19. Januar 2010 um 18:52 Uhr

    und klar, eigene zwecke hatten die andern nicht, waren ja keine deutschen. die mussten sich die zwecke des deutschen mordkollektivs zu eigen machen. als hätten die deutschen den (eliminatorischen) antisemitismus (und anderes ganz schlimm nazihaftes) erfunden und wären nur exportweltmeister geworden. 8-|

    die phrase vom „deutschen mordkollektiv“ ist und bleibt humbug. den nenner biste übrigens schuldig geblieben …

  17. 17 tee 19. Januar 2010 um 18:54 Uhr

    Mir fehlt die Zeit ausführlich auf deine menschenverachtende Kleinredung demokratischer Vernichtung einzugehen

    oje, die „vernichtungs(krieg)“-debatte hatten wir auch schonmal irgendwo. verlink mal jemand drauf bitte.

  18. 18 keny 19. Januar 2010 um 20:34 Uhr

    Was bringts dir denn die ganze Zeit darauf zu insistieren was bei dresden nazifrei oder no pasaran steht? Hab ich doch nie gesagt, dass die ein Gedenken an vermeintliche deutsche Opfer fordern würden, sie machen sich nur gemein mit denen, die das tun und auf die bin ich gerade mal eingegangen, das was die Demkorat_innen da an dem Tag machen, was für euch aber noch unter »geringeres Übel« läuft.

    Die Diskussion fing mit deinem Holger Burner-Diss an. Bereits da und erst recht nach meiner Entgegnung hast du die ganze Zeit von „Gedenken an deutsche Opfer“ gequatscht, dass angeblich durch eine Anti-Nazi-Demo in Dresden unterstützt würde. Anstatt wie du wild zu assoziieren, habe ich mir halt mal angeschaut, was in den Aufrufen, auf die sich Holger Burner in seinem Song bezieht, drinsteht.

    Und du merkst den Einschlag nicht. Da hältst du selber fest, dass die Linken anscheinend einen Riesenfeind von diesem Staat sind und der die echt gerne los wäre und was machen du und der Rest? Man reiht sich auch im nächsten Jahr wieder brav ein. Mensch, merkts doch mal. Das sind keine Freund_innen auch nicht beim Antifaschismus. Das sind die Gegner_innen, die gerade an der Macht sind, das sind die, die mit Staatsschutz und VS eine Riesenhetze gegen »Linksextremist_innen« fahren. Das sind die, die tausende Menschen an den Außengrenzen krepieren lassen.

    Hm, z.B. in Lüneburg und Jena stellen sich Oberbürgermeister auf die Seite der BlockiererInnen – muss wohl ein anderer Staat sein als in Dresden. Vielleicht liegt’s aber auch einfach daran, dass ich von Stadtregierung und städtischer Verwaltung geschrieben habe und diese sich durchaus, den politischen Kräfteverhältnissen entsprechend, von Stadt zu Stadt unterscheiden können.
    Was eine Stadtverwaltung dann noch mit GSG9 und europäischen Außengrenzen zu tun haben soll, ist mir erst recht schleierhaft. Vielleicht solltest du einfach mal aufhören, sämtliche Widersprüche zwischen politischen AkteurInnen rechts von dir zu verwischen. Alle in gleichem Maße als FeindInnen zu benennen und beispielsweise in der Frage der Abwehr von Repression auf die Unterstützung von Linksliberalen ud BürgerrechtlerInnen zu verzichten, ist nämlich nicht besonders radikal, sondern zeugt einfach nur von Selbstüberschätzung.

    Zur Notwendigkeit oder eben auch nicht Notwendigkeit einer antifaschistischen Praxis nochmal: Klar, das hängt immer davon ab, wo man gerade ist. Bei dem Beispiel Dresden dann aber aufs flache Land zu verweisen ist aber ein Gegenstandwechsel, ein ziemlich blöder noch dazu. Aber ein gerne gemachter, auf der Antifadiskussion hier im April ’09 wurde die Avanti darauf angesprochen, dass die Bürger_innen in Hannover ja schon antifaschistisch seien, was es also bringe sich als radikale Linke da zuzustellen und dasselbe zu fordern wie die Bürger_innen. Gerechtfertigt wurde das dann mit der Lage in einem sächsischen Dorf. Und so ist es doch auch in Dresden, die wollen doch gar keine Nazis in ihrer Stadt haben.

    Ich find’s jetzt nicht völlig daneben, sich Erfahrungen aus anderen Gegenden anzuschauen. Da kann man halt sehen, wohin eine fehlende/verfehlte Antifapolitik führen kann, linke Politik ist in solchen Landstrichen nämlich ganz schnell nicht mehr möglich. Ansonsten finde ich die Antifa-Aktionen in Dresden aber derzeit auch wichtiger als in Hannover, dort ist es nämlich gerade nicht so, dass sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung ohne Vorbereitung und Organisation durch Linke den Nazis entgegenstellen würde. Zur Erinnerung, letztes Jahr hat z.B. die CDU die DresdnerInnen dazu aufgerufen, am 13. Februar zu Hause zu bleiben. Und vielleicht liegt es in Hannover ja auch an einer vernünftigen Antifa-Politik, dass dort viele BürgerInnen Partei gegen die Nazis ergreifen und eben nicht die „Extremisten beider Lager“ alleine lassen.

    Zum Todschlagargument: Was glaubst du eigentlich wie naiv die deutsche Polizei so ist? Die lassen doch auch keine linken Demos ohne Begleitung irgendwo rumlaufen nur weil es keine Gegenaktionen gibt. Die wissen schon was für ein Bedrohungspotential sowas darstellt, und vor allem weiß die Politik wie scheiße sich das macht wenn sie 500 Nazis grölend durch ’ne Stadt laufen und Ausländer abmurksen lassen.

    Kleine Geschichtsstunde für dich, aus der jüngsten Dresdner Vergangenheit:

    13.02.2005: Gruppen von Neonazis greifen die Synagoge an:
    http://venceremos.antifa.net/13februar/2005/index.htm

    22.12.2007: Rechte Hooligans fahren unter Polizei-Beobachtung quer durch die Stadt und greifen zwei Sudanesen an, Bullen greifen nicht ein:
    http://de.indymedia.org/2010/01/270628.shtml

    22.06.2008: Nach dem Verbot des JN-Sachsentages ziehen hunderte von Nazis durch die Stadt und greifen mehrere Gruppen von PunkerInnen an:
    http://de.indymedia.org/2008/06/220510.shtml

    Das sind nur einige Beispiele, mir fallen da noch mehr ein: Die Störung von linken Veranstaltungen an der Uni, die Störung eines BürgerInnenfestes in Dresden-Pieschen oder die Überfälle auf Dönerläden in der Dresdner Neustadt während der EM. Die Polizei hat mehrfach Gruppen von Neonazis durch die Stadt ziehen lassen und ist nicht eingeschritten.

    Also: Hör bitte einfach auf, deinen hannoverschen Provinzblick zum Maßstab aller Dinge zu machen und lass deine pseudo-radikale Kritik, die keinerlei Differenzen und Gegensätze in der politischen Klasse und der Zivilgesellschaft wahrnehmen kann, stecken. Dann klappt’s auch mit ’ner vernünftigen Betrachtung des Geschehens in Dresden und drumrum. Merci!

  19. 19 sach mal 20. Januar 2010 um 0:35 Uhr

    Dresdner Staatsanwaltschaft verschafft Naziszene Triumph

    Zu den Durchsuchungen der Landesgeschäftsstelle der sächsischen LINKEN in Dresden erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Katja Kipping:

    Am 19. Januar 2010 wurde von der Polizei im Auftrag der Dresdner Staatsanwaltschaft die Geschäftsstelle der sächsischen LINKEN in Dresden durchsucht. Dabei wurden Plakate des Bündnisses „Dresden nazifrei!“, einer parteiübergreifenden Initiative zur Verhinderung des europaweit größten Naziaufmarsches, beschlagnahmt.

    Das Bündnis wird u.a. von der LINKEN, den Grünen, den Jusos, den Gewerkschaften ver.di, IG Metall, NGG und weiteren Initiativen getragen. Als Begründung dient der auf dem Plakat befindliche Aufruf „Gemeinsam blockieren“. Der Aufruf zum friedlichen Widerstand gegen die Neofaschisten wird so von vornherein kriminalisiert, Menschen, die sich gegen die braunen Umtriebe engagieren, werden eingeschüchtert. Die Staatsanwaltschaft verschafft mit ihrem Vorgehen der europäischen Naziszene einen Triumph, noch bevor diese Dresden überhaupt mit ihrer Anwesenheit belästigt.

    Ich protestiere scharf gegen das Vorgehen der Dresdner Staatsanwaltschaft und fordere, die Kriminalisierung bürgerschaftlichen Engagements sofort einzustellen. Wer auch immer die Weisung zu diesem Vorgehen erteilt hat, ist mit einer offensichtlichen und erschreckenden Erkenntnisresistenz geschlagen.

    Was in anderen Städten glücklicherweise klappt, der gemeinsame Kampf von Zivilgesellschaft und Politik gegen die menschenverachtenden Parolen und Geschichtsverdrehungen der Nazis, muss auch in Dresden möglich sein.

    URL: http://www.die-linke.de/

  20. 20 sach mal 20. Januar 2010 um 0:42 Uhr

    Alle in gleichem Maße als FeindInnen zu benennen

    ^^^ von wem stammt denn die kampfansage? linke müssen gar nicht lange „feinde benennen“, die ansage nehmen schon andere vor. s.o.

    atze hat sich halt irgendwann dazu durchgedrungen, nicht bei jeder ansage wieder und wieder empört rumzublöken von wegen „erkenntnisresistenz“ (kipping). erkenntnisresistent sind da ganz andere – nämlich linke, die sich auch nach der hundertsten ansage der realität verweigern.

  21. 21 sach mal 20. Januar 2010 um 1:20 Uhr

    Ich möchte in Dresden aber gar keine Leute abholen (also zu KommunistInnen agitieren), sondern einen Naziaufmarsch zu verhindern. Dass kann ich auch gemeinsam mit überzeugten DemokratInnen.

    und der staatsanwalt ist antidemokrat … zumindest kein überzeugter demokrat!

    Ansonsten wurde die „Abgrenzungsstrategie“ in Dresden ja lange genug erprobt und kann getrost als absolut fehlgeschlagen bezeichnet werden, wenn man betrachtet, dass in Dresden letztes Jahr der größte Naziaufmarsch Europas stattfand und Stadtregierung, Verwaltung, Polizei sowie die bürgerliche Presse das größere Problem in den linken Gegendemos sehen.

    wie dieses jahr: liegt wahrscheinlich an der abgrenzungsstrategie von grünen, dgb und co. diese radikalos mit ihrer antifaschistisch-kommunistischen abgrenzungsstrategie!

    was du machst, ist doch insofern falsch, als du behauptest: wenn die polizei zuschlägt, wenn sich wackere bürger abwenden wegen „radikalismus“ – dann muss es nen REALEN anlass geben, die müssen WIRKLICH RADIKAL sein. blöderweise, es ist wirklich traurig (meine ich), sind sie nicht radikal.
    aber das ist dem staat wurscht: er definiert sie für sich als bedrohung – und schlägt dann zu. aktuell hat er halt „blockieren“ definiert als: da will mir jemand das gewaltmonopol streitig machen.

    Begründet wird dies im Durchsuchungsbeschluss damit, dass das Aufrufen zu zivilem Ungehorsam und Blockaden ein öffentlicher Aufruf zu Straftaten sei.

    und das lässt er sich eben weder von links noch von rechts gefallen.

    tipp: nächstes jahr mal ne friedliche lichterkette ausprobieren. mit im kreis händehalten und so. und alles was auch nur „links“ ausschaut von vornherein ausschließen – man will dem staat doch keinen anlass bieten.

  22. 22 ♥Tekknoatze 20. Januar 2010 um 3:01 Uhr

    Die Diskussion fing mit deinem Holger Burner-Diss an. Bereits da und erst recht nach meiner Entgegnung hast du die ganze Zeit von „Gedenken an deutsche Opfer“ gequatscht, dass angeblich durch eine Anti-Nazi-Demo in Dresden unterstützt würde. Anstatt wie du wild zu assoziieren, habe ich mir halt mal angeschaut, was in den Aufrufen, auf die sich Holger Burner in seinem Song bezieht, drinsteht.

    Ich hab mir auch die Aufrufe von Dresden nazifrei und no pasaran durchgelesen, nur sind die 1. nicht vernünftig, warum das hab ich für den dresden nazifrei Aufruf schon dargelegt für den no pasaran Aufruf spar ich mir das, weil der doch einigermaßen lang ist, wenn ich vor dem 13.02. dafür noch Zeit finde behandel ich den vielleicht nochmal extra. 2. Verweist du immer wieder auf diese beiden Bündnisse und nimmst nicht zur Kenntnis worum es mir geht, nämlich wer da noch rumlaufen wird und das sind mannigfaltige Gründe sich dem Spektakel zu verweigern. Deswegen auch meine Ausführungen zu deutschen Opfer und so weiter, in dem Topf landet man nämlich ohne den vielgepriesen »eigenen linksradikalen Ausdruck« und wird zu einem schön unschmackhaften antifaschistischen Eintopf verkocht.

    Mehr Morgen irgendwann, ich muss dringend schlafen.

  23. 23 Der Onkel 04. Februar 2010 um 19:07 Uhr

    Also ich versteh das nicht, immer diese kraftausdrücke als zeichen des versagenden linksradikalen verstandes

  24. 24 ♥Thekenatze 04. Februar 2010 um 19:10 Uhr

    Wenn hier irgendein Verstand versagt, dann der desjenigen, der hier irgendwas mit »nackten Neger Frauen« verlinken will, also deiner. Und jetzt Ruhe bitte.

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