taz 2005.

Ja, logisch. Schon durch die Mitwirkung auf Compilations wie »I can‘t relax in Deutschland« vom Leipziger Conne Island ist klar, dass wir keine Berührungsängste mit Bewegungen haben, die man gemeinhin als antideutsch rezipiert. Als antinationalistisch zu gelten macht uns kein Kopfzerbrechen, das ist doch klar, dass man als Band wie als Privatperson antinationalistisch ist.

Tocotronic im Interview mit Jörg Sundermeier

Von der Performance her unerreicht war immer die Marxistische Gruppe (MG). Die Jungs mit Münchner Akzent und schicken Lederjacken wussten immer alles besser. Immer. Legendär ihre Auftritte in philosophischen Seminaren, in denen sie die einzigen waren, die Hegel gelesen hatten. Marxistische Gruppe, dass bedeutete: keine Kompromisse. Mit der Arbeiterbewegung hatten sie nichts am Hut, mit freien Wahlen und dem ganzen Demokratiescheiß auch nicht. Die MG stand für die reine, knallharte Kapitalismuskritik. Traurig: 1991 gab sie ihre Selbstauflösung bekannt. Übrig geblieben ist lediglich die Zeitschrift GegenStandpunkt. »Wichtig an einer Wahl ist also zuerst und vor allem das, was nicht zur Wahl steht, mit der Wahl aber stillschweigend abgehakt wird. Das ist nämlich nichts Geringeres als die gesamte politische Herrschaft«, steht in der aktuellen Ausgabe. Der Kampf geht weiter.

Über die Marxistische Gruppe

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • Identi.ca
  • StumbleUpon