ARGE, du Arsch.

Die Agentur für sozial gerechte Ausbeutung hat sich in den Sinn gesetzt, dass ich mich mal wieder bei ihnen melden soll. Ich weiß zwar nicht wieso, das gilt es noch herauszufinden, aber brave Staatsbürgerin, die ich nunmal bin, da beißt die Maus keinen Faden ab, werde ich das natürlich tun.
Andernfalls kriege ich wieder einen Brief indem sie mir irgendwelche Leistungen kürzen wollen, die ich sowieso nicht erhalte und ich bin dafür verantwortlich, dass irgendwo der Urwald abgeholzt wird, Kinder sterben und Thailand von einem Monsun getroffen wird. Seit Tokio Hotels musikalischer Umsetzung dieses Thema wissen wir alle, wie gräßlich das sein kann und deswegen kann ich das auch niemanden zumuten. Von toten Bäumen und abgeholzten Kindern mal ganz zu schweigen.
Als ich mir die Nummer raussuchte (von meiner ersten Odysse, die geneigte Leserin erinnert sich vielleicht noch, habe ich zwar einen Zettel, irgendwo, vorbildliche Studentin, die ich aber bin ist der irgendwo in einem Stapel verschollen) stolperte ich aber über eine kleine Zeile unter der Telefonnummer dort heißt es: »Festnetzpreis 3,9 ct/min«.
Jetzt mal ehrlich, liebe Agentur, der einzige Sinn und Zweck deiner Existenz, deine Lebensberechtigung, dein Herz und deine Nieren, sind die Armen dieser Gesellschaft, die die Konkurrenz in die Reservearmee verfrachtet hat, der Bodensatz quasi. Du sollst denen dann helfen, dass was früher mal Armut genannt wurde so zu verwalten, dass das noch sozial gerecht zugeht, und auch diese armen Pauper vom Meckern abgehalten werden.
Nun willst du denen auch noch ihr Geld abknöpfen, wenn die sich bei dir melden wollen? 4 cent pro Minute? Bei der durchschnittlichen Dauer eines Telefonates mit deinen unterqualifizierten Wahrsagern, und das auch mehrmals pro Monat wenns schlecht läuft (und dass es allzugut läuft behaupten auch nur Sozialpolitiker_innen) gehen da schon mal einige Tagessätze drauf. Und nun, gibs zu: Das alles machst du nur um die Hürden für eine Kontaktaufnahme so hoch zu legen, von der sozialen Stigmatisierung ganz abgesehen, dass sich die Leute lieber einen Job suchen als in deinen versifften Gängen zu landen. Hab ich recht, oder hab ich recht?
Ziemlich clever allerdings.
Für die Leute, die trotz aller Widrigkeiten zum Amt müssen, und in Berlin wohnen, gibt es dieses Angebot von Keine/r muss allein zum Amt: Morgen zwischen 9-13 Uhr am Jobcenter Mitte. Daumen hoch dafür.
Ich werd da jetzt mal anrufen, vielleicht wollen sie mir ja nur viel Glück bei meiner weiteren Karriere wünschen.

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8 Anmerkungen zu »ARGE, du Arsch.«


  1. 1 ♥Tekknoatze 16. September 2009 um 17:40 Uhr

    Hier herrscht keine Meinungsfreiheit und deswegen wurde der Kommentar von K.B. von der Blogwärtin für löschenswert empfunden. Wer irgendwas über meine Person hier äußern möchte kann sich mal gepflegt verziehen.

  2. 2 xXaftershowXx 16. September 2009 um 17:43 Uhr

    HA-HA. Hat die Dame von der ARGE jetzt auch schon deinen Blog gefunden?!

  3. 3 ♥Tekknoatze 16. September 2009 um 17:54 Uhr

    Hmm nein nicht ganz, nur ein Mensch, der den FahndungsOutingstandpunkt von Zeit zu Zeit anscheinend ganz geil findet.

  4. 4 xXaftershowXx 16. September 2009 um 18:07 Uhr

    Tip: der soll es bei altermedia mal probieren

  5. 5 K.B. 16. September 2009 um 18:10 Uhr

    bevor du mich in eine Nazi ecke stellst solltest du vieleicht den gelöschten KOmmentar gelesen haben, lieber aftershow. Darin ging es nämlich nicht wirklich um ein „Outing“ der_des Autor_in – sondern um eine humoristische Kritik an dem was hier so dargeboten wird…

    Edit: Geschlechtliche Zuordnung entfernt. Die Blogwärtin

  6. 6 ♥Tekknoatze 16. September 2009 um 18:11 Uhr

    Wird mehr Erfolg zu machen sein als hier. Jetzt aber mal Schluß. Hier gehts um die ARGE.

  7. 7 ♥Tekknoatze 16. September 2009 um 18:15 Uhr

    K.B. Herzlich gelacht. Wo fängt denn ein Outing an? Beim Beruf oder erst bei der Telefonnumer mit Adresse? Oder erst ein schickes Bildchen?
    Schluß mit dem Kindertheater hier. Infos über meine Person, abgesehen von denen, die ich in Beiträgen oder Kommentaren veröffentliche, werden hier nicht zu finden sein. Wo du das Problem darin siehst erschließt sich mir nicht.

  8. 8 herribert 17. September 2009 um 0:52 Uhr

    „Tip: der soll es bei altermedia mal probieren“

    outings und altermedia – mit sowas kennt aftershow sich ja aus.

Ein_e verbitterte_r Redakteur_in hat weite Kommentare zu diesem Beitrag untersagt.