Samy, du läufst ja immer noch.

Dis wo ich herkomm, alter Hut. Samys Stellungsnahme ebenso, aber immer noch von einer derartigen Trollheit, dass nichts zu sagen an die Gefahr der Volksverdummung grenzt.

Sonst wird einem als Rapper immer vorgeworfen, wie wenig Inhalte heutzutage in der Musik transportiert werden und sobald mal einer was aussagt, muss er gleich ins Kreuzfeuer genommen werden und jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt.

Ungerecht. Da hat man »immerhin« schonmal Inhalt in einen Text gepackt und ist ob dieser Glanzleistung, mal ehrlich Samy Hip Hop mit Inhalt haben deine Kolleginen früher auch schon mal besser hingekriegt, mächtig Stolz. Und dann kommen die Kritiker, schultern die Waffe der Kritik und ballern einen da wo du herkommst. Über die Kritik die geübt wurde muss man nicht mal mehr was sagen. Um die Kritik zurückzuweisen reicht schon der Verweis auf die Goldwaagen, die die Kritiker_innen angeblich ausgegraben haben. Wenigstens in einem Punkt behält er recht: Samys Inhaltsschwere ist nur mit einer Goldwaage zu fassen- und genau da fängt mitunter das Problem an.

Es gibt also doch keinen Zusammenhang zwischen Adolf und Nationalstolz wie ich behauptet habe.
Schade.
Tut mir leid, falsch recherchiert.

Zumindest einmal scheinen dir die Argumente für deine These ja schon vor Gebrauch abhanden gekommen sein. Die These ist in ihrer Abstraktheit eben erstmal nicht endgültig zu wiederlegen. Aber anstatt konkreter zu werden gibt man sich auf inhaltlicher Ebene mit eingesteckten Dissen wohl zufrieden und hat »falsch recherchiert.«

Ich bin kein politischer Aktivist. Ich bin Musiker und Dichter und manchmal lenken die Worte den Inhalt und nicht andersrum.

Dieter Nuhr wagte sich schon vor Jahren in das Gebiet der Dummbeutelforschung und hat treffend festgestellt: »Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.« Dürfte dieser Spruch auch mittlerweile zur Binsenweisheit verkommen sein hat er Samy anscheinend nicht erreicht. Nur weil nämlich die öffentliche Meinung meint, dass Deutschrap keinen Inhalt mehr hat muss nicht Messias Deluxe vom Altar herabsteigen und uns versuchen die Wahrheit zu erzählen. Falls du, Samy, in nächster Zeit doch noch vor hast die Rolle des »politischen Aktivisten« einzunehmen, und dich nicht von der folgenden Kritik überzeugen lassen willst, begrüßt dich der linke Bewegungszirkus bestimmt mit offenen Armen. Die schreiben auch Gedichte, machen Musik (sogar for real so mit Trommeln) und lassen gerne den Inhalt davon bestimmen, womit vermeintlich die Leute von ihrer Position weggezogen werden können, ergo was ihnen im Moment grad gefällt.

Genauso war mir klar, dass der Fakt, dass Hitler ein Österreicher war, für uns als Deutsche nichts besser macht, aber ich fand es
humorvoll und irgendwie auch passend „deutsch“, so ein Problem jemand anders in die Schuhe zu schieben.

Weißt du, du musst deine Platten verkaufen, ich sag das jetzt zum zehnten Mal und sowieso, aber bitte lass es in Zukunft sein. Deine populistischen Platitüden sind nämlich nichts anderes als was ich früher schon sagte. Für die nationale Mobilmachung zu gebrauchen. Das was du »euch Deutschen« erzählen willst hat nicht den Hauch von Gesellschaftskritik, die du vermutlich sogar noch meintest zu formulieren, sondern diente im Gegenteil immer nur dazu diese Gesellschaft in ihren, zur Zeit gerade angesagten Formen, deinen schönen Idealen entgegenzustellen. Das du erkennst, was du da für Scheiße fabrizierst will ich dir aberkennen. Könnte doch die Erkenntnis, dass es schon etwas typisch deutsches ist die Kritik von sozialen Problemen auf andere Gruppen zu projizieren, den Kapitalismus auf die Juden (heute vornehm Heuschrecken oder Finanzkapital), die Homophbie auf den Islam, Anlass zu der Erkenntnis sein, dass dieser »Exportschlager Leitkultur« und die vorgenommene Projektion nicht haltbar sind, betrachtet man ein wenig mehr als die schnöde Oberfläche. Schon ziemlich lustig das Ganze.

Merkwürdig finde ich, dass der Schreiberling sich ja scheinbar persönlich von mir angegriffen fühlt, obwohl bisher nicht mal
Österreicher negativ auf dieses Statement reagiert haben.

Denn wenn die Ösis nicht sauer sind, dass der Hitler einer von ihnen ist, hat das demokratische Votum entschieden, ist die Kritik abgetan?

Um eine komplette Generation, die mit ihrem Land mehr Schlechtes als Gutes verbindet.

Dass du einer kompletten Generation ihre positive Identität wieder einverleiben möchtest ist ja schon uncool. Wenn wir mal ehrlich sind und uns dieses Land und all die anderen Länder anguckt hat diese ganze Generation, wie die Generation davor und die danach auch nicht den kleinsten Grund mit »ihrem« Land allzu glücklich zu sein. Auftrag des bürgerlichen Staates ist nämlich keineswegs dein Ideal von Friede, Freude und von Eierkuchen, am besten ohne Nazis dafür aber mit ganz viel Deutschland, sondern die Organisation kapitalistischen Wettbewerbs. Dieser kapitalistische Wettbewerb hat, wie bei emsiger Recherche der Name vielleicht schon ergibt, ein Ziel: den Profit. Den Kapitalist_innen ist zum Erreichen dieses Profits im Grunde noch jede Methode recht, das noch nichtmal weil diese »gierigen Chefs« als Kind in den Kessel Raffgier gefallen sind, sondern weil sie im Falle eines unprofitablen Abschluss alles verlieren. Der Staat mischt sich dabei als Ordnungsmacht ein, er garantiert, dass die Produktion überhaupt zivilisiert laufen kann und das was allgemein als »Barbarei« oder »rückschrittlich« empfunden wird nicht passiert. Nämlich, dass die Leute mit Waffen den Leuten mit weniger Waffen ihr Hab und Gut nehmen und die Leute ohne Waffen, und ohne Hab und Gut, mal wieder richtig feudal zum Arbeiten bringen.
Dank all dieser tollen Staaten, die mit jeweils festgelegten Grenzen jeweils einen gewissen Teil der Welt unter ihrer Knute halten, haben wir also immer die »Freiheit« zu arbeiten, für einige ist diese Form der Arbeit gar so ein Ideal, dass es gar ein Recht auf Arbeit gäbe. Und diese Arbeit für die der Staat noch allen aufrührerischen Bewegungen die Finger wundkloppt dient genau einem Zweck: der Vermehrung des Profits des Kapitalisten mit dem wir gerade einen Arbeitsvertrag abgeschloßen haben. Wenn man nun die staatlich garantierten Freiheiten unter dem Licht betrachtet, dass sie einem selber aber überhaupt nichts nutzen sollte das Ideal, der guten weil wertschaffenden Arbeit zu verblassen beginnen. Als verdinglichte Wesen stehen, sitzen oder liegen wir an unserem Arbeitsplatz, nicht weil wir wollen sondern weil uns sonst ein Leben als armer rechtloser Pauper bliebe, für den Fall, dass uns überhaupt ein Leben bleibt. Neben dem Broterwerb, und dem oft auch nur knapp, haben wir nur eine Menge Zeit damit verschwendet Waren herzustellen, die uns aber gar nichts bringen und von anderen auch nur konsumiert werden können wenn diese vorher ihre Arbeitskraft zu verkaufen, sich also Tag für Tag schädigen. Ein Staat, der da nicht mit Tonfas sondern mit Sozialleistungen (auch wenn sich auch nicht ausschließen muss) die Bürger_innen bei Stange hält mag zwar erstmal symphatischer dreingucken macht aber am Ende dasselbe. Die Leute haben also allen Grund kräftig sauer zu sein auf den Staat.

Ich glaube nicht, dass ich die Lösung für alle Probleme habe, aber ich wollte einfach mal wieder Leute über etwas Anderes reden hören als wer mit wem Beef hat.

Beim nächsten Mal gehst du dann bitte in Café an der Alster und verschonst die Öffentlichkeit mit deinem Gesülze, einverstanden?

Ob wir es wollen oder nicht, ernst nehmen oder nicht, aber dieses Land ist die gemeinsame Basis von uns allen und unseren Kindern, die später alles das ernten werden, was wir jetzt säen.

Und das viel zu viele genau das wollen ist das Problem. Die begreifen eben nicht, was dieses Land, »die gemeinsame Basis von uns allen«, nämlich überhaupt nicht als gemeinsame Basis taugt. Mit den Idealen von Freiheit und Gleichheit im bürgerlichen Staat ist es nicht weit her. Wenn man eine Freiheit ohne Zwang, den Zusammenschluß der tatsächlich freien Menschen meint, dann entpuppen sich die staatlichen Reglementierungsversuche schnell als falsche Freiheit und falsche Gleichheit.

Ich weiß noch nicht, wie sehr ich diesem Land in seinem Entwicklungsprozess helfen kann, aber ob jemand mit einem „Hitler
blog“ jetzt der Richtige ist, um mich zu kritisieren und diesem Land zu helfen, weiß ich auch nicht.

Ich hoffe, dass du mal einsiehst, dass du diesem Land gar nicht helfen solltest. Andernfalls halte ich es mit deiner Eröffnung: »Was soll man da noch sagen???«

♥Tekknoatze

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • Identi.ca
  • StumbleUpon

16 Anmerkungen zu »Samy, du läufst ja immer noch.«


  1. 1 tee 19. August 2009 um 1:15 Uhr

    ui. na wenn du soviel dazu schreiben kannst, interessierst du dich ja echt für so‘n scheiss.

  2. 2 ♥Tekknoatze 19. August 2009 um 20:03 Uhr

    Geil.

  3. 3 DerBuuhmann 26. Mai 2010 um 22:53 Uhr

    OK

    „schul­tern die Waffe der Kri­tik “

    Zum Thema ob man das noch „Kritik“ nennen kann oder eher (mit Samys Worten) „Hexenjagd“ nenn muss, dazu habe ich schon genug geschrieben.

    »falsch re­cher­chiert.«
    hast du falsch interpretiert. Hier wird nicht ausgesagt, dass Samy Deluxe falsch recherchiert hat, sondern dass der werte Hr.Journalist vom Hitlerblock falsch recherchiert hatte.

    Zum Zusammenhang Hitler und Nationalstolz:
    Neben zB der gemeinsamen Herkunft und Kutltur gehört eben auch die Geschichte einer Nation, da diese das Volk nunmal prägt. Wer jetzt die Verbindung zwischen „kein Nationalstolz“ und „Adolf“ nicht ziehen kann….

    „Falls du, Samy, in nächs­ter Zeit doch noch vor hast die Rolle des »po­li­ti­schen Ak­ti­vis­ten« ein­zu­neh­men,“ das steht einfach nur im krassen Gegensatz zu „ICH BIN KEIN POLITISCHER AKTIVIST“.
    Damit will Samy nämlich sagen, dass er zwar ne Meinung hat (diese kundtut und das natürlich auch uneingeschränkt darf), jedoch nicht mit irgendwelchen gruppierungen am Rande der Demokratie in einen Topf geworfen werden möchte. Weder mit den Rechten (wie die Linken es tun – zB durch Anti-Samy Deluxe-Flyer verteilen bei seinen Konzerten), noch mit den Linken, wie du es tust.

    Dein nächster Abschnitt ist voll von Widersprüchen.
    1. „Du musst deine Platten verkaufen“ --- „Lass es in Zukunft sein“
    Also muss er jetzt seine Platten selbst verkaufen oder willst du doch besserwissererisch daher kommen und Ratschläge dorthin verteilen wo sie nicht gebraucht werden. (Samy hat seinen Erfolg und sein Kohle)
    2. gibts nicht mehr, denn….

    „Das du er­kennst, was du da für Schei­ße fa­bri­zierst will ich dir ab­er­ken­nen.“

    ….damit hast du das Niveau endgültig aus deinem Text entfernt. Das ist einfach nur eine unqualifizierte Anhäufung von Beleidigungen. So schießt man sich leider aus allen Diskussionskreisen, bis halt nur noch eine Fraktion übrig ist… wenigstens sind dann alle einer Meinung…

  4. 4 ♥Thekenatze 27. Mai 2010 um 18:37 Uhr

    Was sind denn die signifikanten merkmale dieses Beitrags, die in zu einer Hexenjagd machen? Ich seh die nämlich nicht. Deswegen bleib ich bei Kritik an Samys Positionen für Deutschland.

    hast du falsch interpretiert. Hier wird nicht ausgesagt, dass Samy Deluxe falsch recherchiert hat, sondern dass der werte Hr.Journalist vom Hitlerblock falsch recherchiert hatte.

    Nein. Wie ich schon geschrieben hab versucht Samy damit das Thema Zusammenhang von Hitler Und Nationalstolz abzuschließen.

    Neben zB der gemeinsamen Herkunft und Kutltur gehört eben auch die Geschichte einer Nation, da diese das Volk nunmal prägt. Wer jetzt die Verbindung zwischen „kein Nationalstolz“ und „Adolf“ nicht ziehen kann….

    Von mir aus gibt es eine Verbindung zwischen nationalsozialismus und heutigem stolz auf Deutschland sein. Ganz sicher sogar. Nun ist aber Nationalstolz keine romantische tolle Sache, die man einklagen sollte sondern was ziemlich falsches. Und darüber hinaus, mit Blick auf Fanfeste etc., würde ich sagen, dass die Aussage »Wir haben keinen Nationalstolz« hahnebüchend und falsch ist.

    Damit will Samy nämlich sagen, dass er zwar ne Meinung hat (diese kundtut und das natürlich auch uneingeschränkt darf), jedoch nicht mit irgendwelchen gruppierungen am Rande der Demokratie in einen Topf geworfen werden möchte. Weder mit den Rechten (wie die Linken es tun – zB durch Anti-Samy Deluxe-Flyer verteilen bei seinen Konzerten), noch mit den Linken, wie du es tust.

    Eine Kritik am Nationalstolzgehype des Herren Deluxes wirft ihn nicht in einen Topf mit irgendwas ominösen am Rand einer Demokratie. Diese ganze Demokratie ist es doch, die den Stolz auf Deutschland und das Diktat der Ökonomie proklamiert. Dass er sich dem Bewegungszirkus anschließen soll war auch ncihts als eine zynische Empfehlung. Am Besten und ganz ernstgemeint soll er sich die Gründe gegen diese Gesellschaft einleuchten lassen und die Werbung für Deutschland lassen.
    Und das auch in seinen texten, dann kann er von mir erstmal weiter seinen Lebensunterhalt damit bestreiten Platten zu verkaufen. Na gut, dann ersetz halt Scheiße duch Lavendelblüten. An der Begrifflichkeit häng ich nicht allzusehr und Lavendel find ich auch blöd. Vielleicht solltest du den Text trotz alledem zu Ende lesen, der wird nämlich noch echt interessant.

  5. 5 falschheitsantidialektiker 27. Mai 2010 um 19:23 Uhr

    „Nun ist aber Nationalstolz keine romantische tolle Sache, die man einklagen sollte sondern was ziemlich falsches.“

    Inwiefern falsch? Nationalstolz dient Zwecken, die man durchaus teilen kann. Ok, das „ziemlich“ zeigt es ja.

  6. 6 ♥Thekenatze 28. Mai 2010 um 3:00 Uhr

    Was sind denn so Zwecke von Nationalstolz, »die man durchaus teilen kann«? Mir fällt nichts ein muss ich zugeben.

  7. 7 falschheitsantidialektiker 28. Mai 2010 um 9:13 Uhr

    ein zusammenhalten der nationalen gemeinschaft zum beispiel. wiederum zum zweck des nationalen erfolgs in der internationalen konkurrenz. das macht deutschland gerade sehr gut und eine menge leute profitieren davon. für die ist der zweck nicht falsch, sondern richtig.

    worauf ich hinaus wollte: „falsch“ ist eine völlig unzureichende und unkorrekte bestimmung von nationalstolz, da dieser ganz bestimmten zielen förderlich ist, von menschen bewusst gesetzte ziele.

    bitte beachte: ich schrieb „teilen kann“, nicht „teilen sollte„!

  8. 8 ♥Thekenatze 29. Mai 2010 um 16:18 Uhr

    Herzlich Willkommen in der Begriffslosigkeit.
    Dieser nationale Erfolg Deutschlands ist nicht gutes, nur weil man sich in jedem Blättchen anhören muss. Weder für die Leute hierzulande, und schon gar nicht für die, die für diesen »nationalen Erfolg« in jedem Teil der Erde geknechtet werden. Die ationale Gemeinschaft ist doch nun auch ein vollkommen verkehrtes, mitunter gefährliches Konstrukt. Das ist falsch und der ideolgische Kitt dieser Mordgemeinschaft ist es ebenso.
    Nur weil irgendjemand einen Zweck teilt wird das noch lange nicht in irgendeiner Art und Weise richtig. Nicht umsonst nennt man das Bewusstsein, dass auf solche Vorstellungen kommt falsches Bewusstsein. In deiner Wüste der Vokabeln würdest dann nicht mehr falsch finden können, 6 Millionen tote Juden? Egal! Die Nazis wollten das so. Kann man ja teilen wenn man will. Und wenn nicht kommt der falschheitsantidialektiker her klopft mal an und sagt man solle das doch gar nicht. Tote an den Außengrenzen? Soll man nicht, kann man aber gut finden! Usw.

  9. 9 DerBuuhmann 30. Mai 2010 um 0:25 Uhr

    Herzliche Grüße in die einsame Wüste deines Verstandes!

    Ja Nationalstolz ist was furchtbar Böses… sag das mal in irgendeinem Land dieser Welt während der WM… oder beim Eurovision Songcontest… oder sag das nem Amerikander während er im Vorgarten seine Fahne aufstellt…

    Nationalstolz ist was natürliches… jeder freut sich irgendwo wenn sein Land was erreicht.

  10. 10 falschheitsantidialektiker 30. Mai 2010 um 1:27 Uhr

    gut, der buhmann kann mal ruhig sein. was jedoch beliebigkeit angeht, so sehe ich bei mir nichts davon. bei dir, thekenatze, jedoch eine ziemlich tautologische erklärung von nationalismus.

    „Nur weil irgendjemand einen Zweck teilt wird das noch lange nicht in irgendeiner Art und Weise richtig“

    na sicher doch! wer bestimmt denn über falsch und richtig, wenn nicht derjenige, der den zweck teilt?! das mag für dich falösch sein, weil du den zweck nicht teilst. für leute, für die bspw. rohstoffsicherheit (der oft nur auf kosten anderer geht) ein zweck ist, ist nationalismus ein durchaus taugliches mittel und somit richtig.

    „Nicht umsonst nennt man das Bewusstsein, dass auf solche Vorstellungen kommt falsches Bewusstsein.“

    sorry, aber plapperst du da gerade etwas aus der psychologie des bürgerlichen individuums nach, was hier gar nicht hinpasst?!

    menschen haben zwecke und mitunter sich widersprechende. da ist ein wenig dialektik nicht falsch angebracht. (falsch wie die bestimmung derer angeblich wahren zwecke und interessen) das falsche bewusstein ist u.a. das nichtwissen um die widersprüchlichkeit der zwecke, mehr nicht. und bei einigen menschen, das wollte ich sagen, ist die widersprüchlichkeit gar nicht so gross, die ziehen echten nutzen aus dem nationalismus. der ist für die dann doch nicht verkehrt, nur weil er es für dich ist!

  11. 11 1% 30. Mai 2010 um 9:29 Uhr

    @Thekenatze:
    „Was sind denn so Zwecke von Nationalstolz, »die man durchaus teilen kann«? Mir fällt nichts ein muss ich zugeben.“

    „Ums Ganze“ meint ja der helfe den Menschen mit der „Vereinzelung“ klarzukommen. Im Nationalismus erfahre man das fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl bzw. einen Ersatz dafür.
    Stimmst du dem zu?

  12. 12 falschheitsantidialektiker 30. Mai 2010 um 16:04 Uhr

    beim endblöden song contest konnte man sowas ja gerade wieder sehr gut beobachten. der nationalismus erfüllt dort sehr gut deisen psychologischen zweck.

  13. 13 ♥Thekenatze 30. Mai 2010 um 22:33 Uhr

    Buhmann:

    Ja Nationalstolz ist was furchtbar Böses… sag das mal in irgendeinem Land dieser Welt während der WM… oder beim Eurovision Songcontest… oder sag das nem Amerikander während er im Vorgarten seine Fahne aufstellt…

    Richtig. Nationalstolz ist was wirklich Böses. Und dann das sag ich immer. Auch in gerade während der WM, auch wenn ein Song Contest abgehalten wird und wenn ich mal einen treffe auch dem Amerikaner beim Flaggen.
    Nur weil das »alle« tun hat das noch nichts mit »Natürlichkeit« zu tun und erst recht nicht damit ob das deswegen besser oder schlimmer sei. Wäre es auch natürlich und gut wenn alle, Aaachtung plattes Beispiel, dich verprügeln?
    dialektiker:

    na sicher doch! wer bestimmt denn über falsch und richtig, wenn nicht derjenige, der den zweck teilt?! das mag für dich falösch sein, weil du den zweck nicht teilst. für leute, für die bspw. rohstoffsicherheit (der oft nur auf kosten anderer geht) ein zweck ist, ist nationalismus ein durchaus taugliches mittel und somit richtig.

    Allerhöchstens folgerichtig und wir sind hier nicht im Matheunterricht.

    sorry, aber plapperst du da gerade etwas aus der psychologie des bürgerlichen individuums nach, was hier gar nicht hinpasst?!

    Um was nachzuplappern müsste ich das Buch mal gelesen haben. Hab ich nicht.

    menschen haben zwecke und mitunter sich widersprechende. da ist ein wenig dialektik nicht falsch angebracht. (falsch wie die bestimmung derer angeblich wahren zwecke und interessen) das falsche bewusstein ist u.a. das nichtwissen um die widersprüchlichkeit der zwecke, mehr nicht.

    Dann habe ich den Begriff des falschen Bewusstseins weiter angewendet als das bloße Nichtwissen, nämlich auch auf ideologische Kampffelder, die aus diesem Nicht- oder Verkehrtwissen entstehen. Nationalismus ist eines von diesen.
    Nur weil die das richtig finden wird es das noch lange nicht.

    1%:
    Das die Bewohner_innen einer Nation den jeweiligen Nationalismus plus oder minus zuträgliche Ideale als »objektive Gedankenform« annehmen und für sich entdecken um ein wärmendes Kollektiv in stürmischen Zeiten zu finden halte ich für richtig. Deine Worte klingen aber ein wenig als würdest du uG zurechnen sie würden das dem Nationalismus positiv zurechnen, das habe ich anders verstanden.
    [Freiheit kommt bald.]

  14. 14 falschheitsantidialektiker 30. Mai 2010 um 22:55 Uhr

    „Allerhöchstens folgerichtig und wir sind hier nicht im Matheunterricht.“

    ich ahnte, dass du von moralischer richtigkeit redest. nur ist auch da nur richtig, was du als richtig bezeichnest.

    „Um was nachzuplappern müsste ich das Buch mal gelesen haben. Hab ich nicht.“

    müsstest du nicht, versatzstücke davon findet man auf jedem dritten blogsport-blog. auch in deinen kommentarspalten zur genüge.

    „Nur weil die das richtig finden wird es das noch lange nicht.“

    und nur weil du es falsch findest, wird es das auch noch lange nicht. kapische?

  15. 15 1% 05. Juni 2010 um 13:49 Uhr

    „für leute, für die bspw. rohstoffsicherheit (der oft nur auf kosten anderer geht) ein zweck ist, ist nationalismus ein durchaus taugliches mittel und somit richtig.“

    Wie kommt man denn auf den Zweck „Rohstoffsicherheit“, zu dessen Verwirklichung man Nationalismus als „Mittel“ anwendet?
    Da könnte man ja fast meinen, auf sowas komme nur ein Nationalist.
    Und auch sonst:
    Nationalismus gibt mir bestimmt auch ein Bier aus und leiht mir 50 Cent um zu telefonieren, aber DAS erklärt ihn halt nicht, du Hammel. Und er ist zu diesen Zwecken auch nicht da und ist für sie ziemlich untauglich.
    Ähnlich gelagert wie bei der Lohnarbeit, die einem die Kohle verschafft um sich ein Bier zu kaufen. In deiner dümmlich-abstrakten Logik also überhaupt nicht falsch für den Zweck der Versorgung mit benötigten Gütern.

  16. 16 1% 05. Juni 2010 um 16:04 Uhr

    Und noch was:
    Nationalismus kommt doch kaum so kalkulierend daher, wie du das jetzt darstellst. Als ob man sich über den Sieg UNSERER Lena freut, weil man Angst hat, dass die Glühbirnenpreise in der Zukunft steigen werden.

Ein_e verbitterte_r Redakteur_in hat weite Kommentare zu diesem Beitrag untersagt.