»Wi(e)der diese Kritik!«

Erinnert sich niemand mehr dran. Aber die Kritik zum »ekelhaften Machwerk« der K.I.S. dem Aufruf nach Bückeburg hat Fast Forward schon vor einigen Tagen veröffentlicht. Ich sage: d‘ accord. Wi(e)der diese Kritik!

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15 Anmerkungen zu »»Wi(e)der diese Kritik!««


  1. 1 wtf 05. Mai 2009 um 23:12 Uhr

    was jetzt genau die kritik ist, kann ffh auch nur durch verallgemeinerungen anführen, wissen tun sie es wohl selber nicht. deutschland kann man auch ohne kapitalimsus kritisieren. dafür muss man nicht marx studieren…wenn du damit d‘ accord gehst, fragt man sich doch eigentlich eins: womit?

  2. 2 ♥Tekknoatze 05. Mai 2009 um 23:50 Uhr

    Hä? Junge, Junge was willst du? Dumm rumflamen? Kannst du, prost. Vielleicht solltest du den Text nochmal lesen. Dann siehst du, dass da nicht steht, dass man Deutschland ohne Kapitalismus kritisieren könne, sondern, dass man Deutschland auch ohne Bezug auf den Faschismus kritisieren kann. Dafür muss man auch nicht Marx studieren (warum sollte man das überhaupt müssen?), ein bißchen weniger Grigat würde schon weiterhelfen.

  3. 3 ♥Tekknoatze 05. Mai 2009 um 23:52 Uhr

    Wo es vielen Antifagruppen nicht möglich ist etwas zur Kritik des Kapitalismus zu sagen ohne dessen ›faschistische Potenz‹ zu thematisieren ist es einigen Antideutschen anscheinend nicht möglich Deutschland zu kritisieren ohne ein auf wundersame Weise seit 150 Jahren im luftleeren Raum fortwirkendes ›deutsches Wesen‹ zu schimpfen.

  4. 4 wtf 06. Mai 2009 um 14:21 Uhr

    aha, soweit biste also schon in deinem denken, dass du kommentare als dummes rumgeflame begreifst. sehr interessant – stößchen! es geht mir nur darum: ich finde den aufruf (als ursache der diskussion) auch nicht besonders gelungen, finde es dennoch befremdlicher, wenn man sich dann darüber auskotzt, obwohl diese „kritik“ daran nicht wirklich greift (da ohne inhaltliche ausführungen).

  5. 5 ♥Tekknoatze 06. Mai 2009 um 15:50 Uhr

    Hmm mehr als Geflame ist nicht bei rumgekommen. Der Aufruf dient tatsächlich nur als Aufhänger für den Text. Exemplarisch schon das Motto der Kundgebung, »Wider dem antisemitischen Wahnsinn!« ist doch im Text von Fast Forward kritisiert.
    Nicht zuletzt stellt der Text ja aber die Frage »wie eine vernünftige Kritik des deutschen Staates im Jahre 2009 auszusehen hat.« Dass dabei nicht jeder einzelne Satz des K.I.S. Aufrufes kritisiert wird ist dem Gegenstand geschuldet.
    Wenn du die Kritik der Fast Forward (die halt nicht nur Kritik der KIS ist) nun nicht stichhaltig findest dann kritisier das doch, aber bitte am Text und stell das nicht so in den Raum.
    Allein schon dein Schluß aus dem ersten Kommentar »deutschland kann man auch ohne kapitalimsus kritisieren« ist doch eine Behauptung, die von der Fast Forward nicht aufgestellt wurde. Ich würde eher vermuten, dass die FFH das Gegenteil behaupten würde, nämlich, dass es eine Kritik des bürgerlichen Staates ohne Kritik des Kapitalismus nicht stattfinden kann, da dieser erst Garant der Konkurrenz ist.

  6. 6 GrandHotelAbgrund 27. Mai 2009 um 9:36 Uhr

    Hallo,
    leg einfach mal was vor, ich bin jetzt erstmal in der Uni und danach arbeiten. Werde dir dann heute Abend ausführlich antworten =)

  7. 7 ♥Tekknoatze 27. Mai 2009 um 14:57 Uhr

    Der Begriff des Postnazismus mag in der Nachkriegszeit durchaus abgebracht gewesen sein, allerdings ist es halt nicht sinnvoll und das wollte ich damit sagen wie z.B. die bad wheather aus HH, die in der Phase2 im Jahr 2004 noch immer auf diesem Begriff bestanden um die deutsche Gesellschaft zu charakterisieren, zu versuchen eine Kritik Deutschlands damit heutzutage zu begründen. Deutschland hat mit dem Nationalsozialismus heute nämlich im Grunde nichts mehr zu tun (als Staatsform, dass der Nationalsozialismus ein Punkt ist, der in der Erinnerungs- und Gedenkpolitik nie unaktuell wird sei damit nicht bestritten), wobei natürlich zu sagen ist, dass der Begriff auch nach dem Krieg nicht unbedingt richtiger mit Inhalten gefüllt werden musste.
    Dabei ist es überhaupt nicht falsch, würde ich sagen, die heutigen Staatsbürger_innen immer noch als Volksgemeinschaft zu klassifizieren, schließlich ist das das Ziel kollektiver Ideologien zu denen auch der Nationalismus zählt, und Sozialpartnerschaft und reden statt kämpfen, sowie die Maxime der »konstruktiven Kritik« gelten in Deutschland ja immer noch als oberste Anstandsregeln. So ist die Volksgemeinschaft überhaupt kein Gegenpol zur Nation, denn die nationalen Rechtfertigungsideologien sehen klar in jedem Staat irgendwie nochmal anders aus, der amerikanische ist ein anderer als der deutsche Nationalismus, der wiederum was anderes ist als der israelische etc. und der deutsche Nationalismus ist stark über ein Blutgesetz noch verankert, dass es noch jedem Deppen erlaubt Deutsche_r zu sein, sofern gefälligst die Eltern Deutsche waren.Nur wo ist das Wiederspruch zur Nation? (Ichhatte es zumindest so verstanden bei deinem letzten Comment als gäbe es einen.)
    Zu deinem Anderson-Zitat bei cosmojl nochmal: Da wird zurecht ein Unterschied zwischen Nationalismus und Rassismus/Antisemtismus aufgemacht, nur versteh ich da den vermeintlichen Widerspruch nicht. Die nationale Ideologie bedient sich mal mehr, mal weniger stark anderer Ideologien und übernimmt die in ihren Fundus, aber daraus entsteht doch grad eine Gemeinsamkeit, eine Gleichzeitigkeit. Der Rassismus, dern an den Ländergrenzen aufhört, ist doch Bestandteil jeder nationalistischen Ideologie und jeder Staat exerziert durch Auswanderungs-, Einwanderungsregeln eine rassistische Politik.

    Soviel erstmal, ich muss dringend was essen und dann wieder in die Zukunftswerkstatt äh Uni.

  8. 8 GrandHotelAbgrund 28. Mai 2009 um 11:02 Uhr

    Naja, der Begriff des Postnazismus versucht zu umschreiben, inwieweit das geleuterte Deutschland immer noch auf ihren Wurzeln des NS (sowohl personell als auch in vielen Fällen ideologisch)baut und wollte mit dem Gründungsmythos der BRD brechen.
    Das Dilemmata der deutschen Nation scheint ja genau darin zu liegen, dass sie sich selbst immer wieder für Auschwitz verantwortlich fühlt. Und genau dieses Verhalten sagt mehr über das Verständnis von ihrem Begriff der Nation aus als alles andere. Die Angst, immer noch für den NS verurteilt zu werden und den daraus resultierenden Abwehrzwang, der zeigt doch gerade den Charakter des völkischen Begriffs des Kollektivbildung. Würden die deutschen sich nicht in Tradition der Massenvernichtung bzw. sich selbst als Teil einer Abstammungsgemeinschaft begreifen, dann würde eben genau dieser Mechanismus nicht auftauchen.
    Die Nation hat mit „einschließenden u. ausschließenden“ ansich nicht viel gemein. Schau dir die USA an. In der vorgestellten Gemeinschaft, die in ihrer Gründung aus Verbrechern, aus Vertriebenen Sektenanhänhgern oder einfach nur „poor People“ bestand, da beruhte das imaginierte Gemeinsame auf die Randstellung in ihren vorherigen Gesellschaften. Was hatte ein Puritaner mit einem Einbrecher gemeinsam? Rein gar nichts. Man konnte Teil dieser Gemeinschaft werden, indem man sich dieser Gemeinschaft zugehörig fühlte.

  9. 9 ♥Tekknoatze 28. Mai 2009 um 19:43 Uhr

    Was sind denn bitte die »Wurzeln des NS« auf denen Deutschland noch aufbaut? Wie gesagt für die Nachkriegszeit mag das durchaus treffend gewesen sein, aber komm doch mal heute an.
    Endgültig verquer wird das doch bei den unterschiedlichen natioaneln Ideologien, die du da ausgemacht hast. Wenn vor der Gründung der USA noch jede_r, die_der sich eine Karte auf einem Schiff leisten konnte einreisen konnte, dann doch nur weil die staatliche Regelmacht einfach i>nicht vorhanden war. Dass da ber jede_r Bürger_in sein konnte, wer wollte ist doch nebenbei auch Unsinn, man konnte damals noch so viel wollen (oder Zugehörigkeit fühlen), solange man nicht die finanziellen Voraussetzungen hatte blieb es doch nur beim Wollen. Aber was macht denn die heutige USA anders als andere bürgerliche Staaten? Die bauen auch Mauern und Zäune um die für sie so lästigen Mexikaner_innen rauszuhalten, die USA schieben auch »kriminelle Ausländer_innen« ab. Du musst schon ziemlich interessiert die Geschichte auseinanderzunehmen um für einen bürgerlichen Staat ein Lob zu konstruieren.
    Und so hat die Nation natürlich was mit ausschließend und einschließend zu tun, ob nun in Deutschland, Panama oder den USA.
    Der Mechanismus, dass die Deutschen sich als Deutsche begreifen, würde nicht auftauchen wenn die Deutsche sich wie die USAmerikaner_innen als Deutsche begreifen würden? Aners gefragt, wenn der Holocaust in den USA stattgefunden hätte würden die Deutschen sich nicht mehr so als Deutsche begreifen, weil dann die Angst vor mangelnder Anerkennung nicht hätten? Sorry, das versteh ich grad echt nicht.

  10. 10 lahma 29. Mai 2009 um 19:56 Uhr

    >ein bißchen weniger Grigat würde schon weiterhelfen.

    lol, und ja.

    dieses gerede vom postnazismus ist eine einzige riesengroße verharmlosung der realen demokratie und all ihrer härten. weil alles, was einen stört, auf den nazismus geschoben wird. – der ist aber eben vergangen, und abschiebelager und andere demokratische späßchen gibt es eben nicht nur im postnazistischen deutschland zu besichtigen, sondern auch im demokratischen england etc. alles, aber auch alles vom kapitalismus und der nation hervorgebrachte übel wird auf den nazismus zurückgeführt. heraus kommt zwangsläufig ein lob der demokratie und des kapitalismus – geht ja gar nicht anders!
    und so werden ads zu apologeten dieser scheisse, die für das, was sie als „(post)nazismus“ identifizieren, eigentlich verantwortlich ist.

  11. 11 lahma 29. Mai 2009 um 20:30 Uhr

    >Das Dilemmata der deutschen Nation scheint ja genau darin zu liegen, dass sie sich selbst immer wieder für Auschwitz verantwortlich fühlt.

    die verwantwortung wird auch wahrgenommen: nie wieder auschwitz & in den jugoslawienkrieg ziehen. das nennt man deutschen imperialismus – und der argumentiert nur zu gerne mit dem ns, um dann verantwortung zeigen zu können. das ist kein „dilemma“.

    >Schau dir die USA an.

    oder vllt doch nochmal grigat lesen bzw. hören. denn nicht mal der ist so dumm. vllt nützt’s ja was (mehr geht eh nicht, ist anzunehmen): http://www.cafecritique.priv.at/mp3/nation.mp3

  12. 12 lahma 30. Mai 2009 um 22:47 Uhr

    und wo ist es jetzt, das hotel? ich dachte, es wolle debattieren?

  13. 13 ♥Tekknoatze 31. Mai 2009 um 3:31 Uhr

    Stre? Drogen? Oder vielleicht:

    Als es um den Begriff von Nation und dessen Zusammenhang zum Staat ging, da warst du ja nach deiner billigen Reproduktion des linksradikalen Populismus schnell wieder verschwunden.

  14. 14 GrandHotelAbgrund 04. Juni 2009 um 9:54 Uhr

    Sorry Leute, ich bin momentan mega im Stress. Würde gern antworten bin aber momentan unimäßig total eingebunden (mein Erasmusjahr organisieren, Referate, Hausarbeiten etc.). Ich kann noch nicht genau sagen wann ich mal wieder zum antworten komme, aber ist ja eine zeitlose Debatte. Ich poste mal wieder, das ist sicher. Sorry

  15. 15 GrandHotelAbgrund 04. Juni 2009 um 10:22 Uhr

    Die Wurzeln der deutschen Demokratie sind eben die, das die, die sie gründeten noch 4 Jahre vorher Menschen um des Vernichtungswillens in Konzentrationslagern vernichteten. Und somit ist der Begriff Postnazismus und die völkische Definition der deutschen Nation (vielleicht noch ein Überrest?) z.b. anhand der Einbürgerungsgesetze (ich glaube die sind geändert worden? hatte mir mal jemand in der Uni erzählt) zu erkennen gewesen. Das man sich immer noch für Auschwitz verantwortlich fühlt zeigt, dass es ihnen nicht um die Aufarbeitung der Irrationalität des menschlichen Seins handelt, sondern um die Kontinuität zu seinem eigenen Großvater (und somit wieder Abstammungsverhältnis). Es geht ihnen einzig und allein darum, die Nation Deutschland (die sich definitiv anders formiert als andere Nationalstaaten) über den Schatten von Auschwitz zu retten.
    Der Punkt im Bezug auf die Reise nach Amerika und das notwendige Kleingeld. Was hat das mit der imagined Community zutun? was hat das mit der Idee der Nation zutun? Alles immer in Roswitha Scholz Manier als Konstrukt des Kapitals zu entlarven ist doch blanker und unwissenschaftlicher Universalismus und einfach nur langweilig.
    Dem Zaun an der Grenze zu Mexiko könnte man mit 6 Millionen (einfach so!) eingebürgerten Hispanics unter G.W. Bush junior(sollen keine Lobartikel auf ihn schieben, sondern einfach den Umgang der amerikanischen Nazion mit Einbürgerung verdeutlichen) begegnen. Diese Menschen haben eben keine Verwandten, die auf amerikanischen Boden geboren wurden (so wie es lange oder auch noch ist? in Deutschland notwendig war, sondern lebten einzig und allein schon eine gewisse Zeit in den USA und haben sich als Amerikaner begriffen.

    Die Tage kommt (vermutlich erst nächste Woche) ein Statement im Bezug auf den Zusammenhang von Staat und Nation.

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