Dear Racket Reality,

Zum Anfang: Um deinen Schwachfug bei dir zu kritisieren müsste man sich anmelden, das ist mir natürlich ein viel zu großer Aufwand.
Deswegen sei dein Schwachfug nun hier kritisiert.
In deinem neuesten Erguss antideutscher Wahrheiten, schreibst du unter anderem:

’es wird ein stopp aller kampfhandlungen’ gefordert, der sich letztlich nur an israel richtet. islamisten sind die aufforderungen irgendwelcher ’unglaeubigen’ doch sowieso voellig schnuppe.

Und Israel sind die Forderungen einiger durchgeknallter Friedenslinker (ich geh mal davon aus, dass sie irgendwie durchgeknallt waren, weil sie ihren Apell an Staaten richten) auch vollkommen schnuppe. Deiner bestechenden Logik nach richtet sich das »Stopp aller Kampfhandlungen« also an niemanden. Ha, ist das cool.

deutschland hingegen soll doch bitte keine waffen mehr exportieren. der einzige abnehmer deutscher waffen im nahen osten ist israel.

Sehen wir mal davon ab, dass der Nahe Osten sowieso nur konstruiert ist: Iran gibt es also nicht mehr? Oder ist das für dich kein Naher Osten mehr? Für die ideele Gesamtmenschheit bei Wikipedia, nebenbei, schon. Aber das schöne an Konstrukten ist ja, dass man sie mal verkleinern kann wie man will.

es gibt gar keine grenze! das problem ist nicht irgendein diffuses ’oben’ (welches von der idee her sehr stark an antisemitische verschwoerungstheorien erinnert, stichwort ’struktureller antisemitismus’), sondern der kapitalismus und der nationalstaat als abstrakte soziale gebilde, welche sich laengst ’verselbststaendigt’ haben.

Und im Kapitalismus gibt es nicht Herrscher_innen und Beherrschte? Es gibt keine Klassengrenzen mehr? Das ist dann ja quasi Kommunismus. Die Idee des »Oben« erinnert dabei weder an Verschwörungstheorien, noch ist Oben irgendwie diffus. Oben sind die, die man Kapitalist_innen nennt. Fertig, das hat noch nichts mit »strukturellen Antisemitismus« zu tun, ebenso wenig hat sich der Kapitalismus verselbstständigt, im Gegenteil erst die täglichen Handlungen der ihm innewohnenden Leute reproduzieren ihn Tag für Tag, und der bürgerliche Staat macht auch nicht das was er will sondern immer noch das was die momentan Herrschenden, natürlich in seinen Formbestimmungen, mit ihm anstellen.

wer das nicht verstehen kann, dessen kapitalismuskritik befindet sich auf dem gleichen niveau wie die scharfsinnigen wirtschaftlichen analysen von nazis.

Hrhr. Ich Nazi.

ein redner der autonomen antifa [f] konnte sich nur dazu durchringen zu bekunden, dass er und seine gruppe ’keinen bock’ auf den ’palaestina-block’ haetten. praktische folgen hatte das nicht.

Da ham doch die Antisemit_innen von dem lokalen Racket [f] darauf verzichtet vor den Augen der Polizei kriminalisierte Taten zu begehen, verdammte Feiglinge.

alles in allem laesst sich zusammenfassen

SS übersehen, du Deutscher.

Aber fassen wir mal zusammen: Da waren Menschen, die du nicht magst. Das sagst du dann in einem Gedicht, dass Gremliza und Pohrt alle Ehre gemacht hätte- mal abgesehen davon, dass die nen bisken besser schreiben können. Die [f] hingegen hat sich an der Demo dann auch noch beteiligt. Eine Auseinandersetzung mit den Positionen der [f] kann dir ja aber egal sein, denn alleine weil sie schon den Palästinablock nicht angegriffen haben und ihn in den Äther katapultiert haben sind sie zusammen mit Islamismusfans aufmarschiert, also via räumlicher Nähe quasi Islamnazis, oder? Der Kapitalismus hingegen ist ein ganz selbstständiges Ding das vollkommen verselbstständigt seine Schädigungen durchzieht, wer das nicht genauso sieht, der ist eigentlich schon Nazi. Sagen wir mal »faszinierend«.

Schwachfug.
♥Tekknoatze

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7 Anmerkungen zu »Dear Racket Reality,«


  1. 1 Wendy 21. Januar 2009 um 14:30 Uhr

    Ganz neue Töne von der Antifa [f].

    P.S.: Ansonsten sind die doch garnicht so zimperlich.

  2. 2 rr 22. Januar 2009 um 23:53 Uhr

    danke fuer den hinweis wegen der kommentare, das habe ich mal ausgemacht. solltest du in zukunft die lust verspueren mich persoenlich zu beleidigen, kannst du das also auch mit kommentaren machen. ;)

    was die sache mit der aufforderung, an wen auch immer, die kampfhandlungen einzustellen angeht, hast du teilweise recht. fakt ist, dass nur israel gemeint war, da die aufforderung erst als noetig erachtet wurde, als israel zu den waffen gegriffen. solange die hamas raketen geschossen hat, blieb eine solche aufforderung ja aus. allein das ist fuer mich schon genug anlass zur kritik und dass nicht nur, weil es sich um einen appell an einen staat handelt.

    deine meinung zum kapitalismus angeht, so teile ich diese einfach nicht. natuerlich gibt es herrschaftsverhaeltnisse im kapitalismus. aber jeder herrscher ist auch zugleich beherrschter und umgekehrt.
    das problem sind nicht irgendwelche kapitalisinnen, sondern das problem ist der kapitalismus als system. waere dieser beseitigt, waeren auch die ehemaligen kapitalistinnen kein problem mehr, umgekehrt gilt das nicht.

    dass der staat macht, was er will habe ich nicht behauptet. stattdessen macht er vorallem das, was dem ’standort deutschland‘ aus seiner sicht von nutzen ist.

    was den iran angeht gebe ich dir recht. hat allerdings fuer meine aussage wenig relevanz. israel ist zumindest er einzige abnehmer fuer deutsche waffen im konflikt zwischen israel und palaestinensischen gruppen. darauf kommt es in diesem zusammenhang an.

    ’ss‘ benutze ich uebrigens. ist kein versehen.

    die position der [f] zu demn thema ist mir bekannt bzw. die wird sich auch zeigen, wenn das buendniss sich wieder trifft. aber ich nehme mir tatsaechlich raus die [f] fuer dieses vorgehen zu kritisieren. unglaublich? ist aber so.

    was den mir unterstellten nazi-vergleich angeht solltest du vielleicht das lesen, was ich schreibe und nicht, was du gerne lesen willst. ich habe das niveau von wirtschafts-analysen verglichen. du magst meine meinung nicht teilen, aber ich da gar niemandem unterstellt insgesamt ein faschistisches weltbild zu haben.

  3. 3 ♥Tekknoatze 23. Januar 2009 um 2:25 Uhr

    Ich hab überhaupt nicht das Bedürfnis dich persönloch zu beleidigen.
    Du hast doch überhaupt nicht kritisiert, dass da offensichtlich Staatsidealist_innen am Werk sind, die das für ein taugliches Mittel der Kritik halten. Du hast doch nur gesagt, dass ja eine Seite sowieso nicht hören würde.
    Klar sind die Herrschenden und Beherrschten relativ austauschbar, und theoretisch wenn erstmal Friede, Freiheit und Vodkabrunnen das Leben bestimmen ist das auch herzlich egal wer mal Kapitalist_in war und wer Arbeiter_in, allerdings haben in der heutogen Gesellschaft nunmal ein paar Leute ein schönes Leben mit dem sie voll zufrieden sind und das auch gegen kommunistische Spinner_innen verteidigen wollen, dass das nicht die sind, die an der Ecke verhungern und erfrieren sollte auf der Hand liegen.
    Und der Iran hat wenig Relevanz? Aber der hat doch die Bombe, also wirklich.

  4. 4 rr 23. Januar 2009 um 2:58 Uhr

    was die sache in punkto „islamisten hoeren ja sowieso nicht zu“ angeht, habe ich dir ja schon recht gegeben. spielt keine rolle. meine ablehnung und kritik einseitiger apelle an israel (mal von der absurditaet abgesehen, bei der ich dir durchaus recht gebe) ist davon aber trotzdem nicht betroffen.

    was den kapitalismus angeht: auch vor dem großen Vodkabrunnen sehe ich diese klare Abgrenzung nicht. angenommen du koenntest auf einen Knopf druecken und alle Menschen, die du vorher als KapitalistINNEN definiert hast, fallen tot um. Lassen wir ethische erwaegungen mal außen vor. wer haette langfristig was davon? nur diejenigen, die dann die freigewordenen positionen uebernehmen. der kampf ist also gegen den kapitalismus zu fuehren, nicht gegen die kapitalistINNEN. auch wenn diese im einzelfall wirklich aeuszerst unsympathische gestalten sein koennen.

    der letzte satz ist leider wieder eine miszdeutung meiner aussage. sicher ist der iran insgesamt nicht irrelevant. immerhin ist er eine regionale macht und allein durch sein ambivalentes verhaeltnis zum westen politisch durchaus interessant.

    und auch wenn es dir vielleicht nicht passt: natuerlich stellt der iran eine bedrohung (besonders fuer die menschen in israel) dar.

    aber fuer meine aussage, die sich auf die forderung gewisser friedensfreunde bezog, keine waffen mehr in den nahen osten zu liefern, dass es sich dabei eigentlich um die forderung handelt keine waffen mehr an israel zu liefern ist der iran in der tat irrelevant.

  5. 5 ♥Tekknoatze 23. Januar 2009 um 4:00 Uhr

    Ich will doch gar nicht alle Kapitalist_innen tot umfallen lassen. Mir wäre das viel lieber wenn die sich argumentativ überzeugen lassen würden. Und das denk ich bei jedem Menschen, erstmal.
    Und das der Kampf gegen das System zu führen ist und erstmal nicht gegen einzelne Protagnost_innen will ich auch gar nicht abstreiten. Im Gegenteil seh ich auch so.
    Was den Staat angeht, der macht wie gesagt erstmal gar nichts. So wie der Bullenknüppel nicht fliegt, ohne den Bullen, der ihn bewegt, so wenig treibt der Staat von sich alleine mal eben kurz Steuern ein, das machen schon die, die momentan über die Regierungsmacht verfügen, weil es für sie gut für den Standort erscheint. Der Staat ist nunmal kein Subjekt sondern eine Form, in der die staatsverwaltenden Konflikte in der Politik ausgetragen werden.

    Der Satz über den Iran war nicht wirklich ernstzunehmen.

  6. 6 rr 23. Januar 2009 um 18:05 Uhr

    also per se waere ich mit personalisierter kapitalismuskritik immer vorsichtig.

    was die kritik am staatsbuettel angeht, ohne den natuerlich kein staat funknioniert, so ist es doch gerade beim polizisten so, dass dies keine spezifisch kapitalistische problematik ist. dass rebellische menschen von dienern des staates, irgendwelcher fuersten usw. verpruegelt und getoetet werden, war in allen epochen so. auch hier wuerde ich nicht von einer ‚grenze‘ sprechen. natuerlich ist widerstand, in jeder notwendigen form, gegen solches verhalten legitim. aber eben nicht mehr. es geht nicht um ein eliminatorisches ‚wir oder sie‘ oder so einen quatsch.

    der satz bzgl. des iran mag nicht ernst zu nehmen gewesen sein, aber er ging doch in eine richtung die aussage meines satzes zu verdrehen und mir dinge in den mund zu legen.

  7. 7 cosmojl 23. Januar 2009 um 20:54 Uhr

    proleten aller bundesländer vereinigt euch, denn ihr wisst worum es geht…

Ein_e verbitterte_r Redakteur_in hat weite Kommentare zu diesem Beitrag untersagt.