Ich weiß wahrscheinlich in welche Richtung das gehen soll, doch kann ich dir versichern, dass es so nicht gemeint war. Mir ist natürlich klar, dass auch auf Pali-Soli-Demos Leute mit laufen denen klar ist, dass „Israel – Kindermörder“ – oder welchen Relativierenden Quatsch man auch immer auf dem Plakat stehen hat – nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Jetzt bleibt die Frage: wieso schreibe ich „ohne weitere Differenzierung“? Nun ich versuche das so zu erklären: Ein_e durchschnittliche_r Antifaschist_in oder wie auch immer man sich bezeichnet, wenn man dort mit läuft ist sicher kein_e Faschist_in, doch lässt die politische Motivation der Tat tief blicken. Wenn diese Person nun Schilder, Transparente und Plakate erblickt, deren Inhalt sie anwidert, so versucht sie schnell die Flucht zu ergreifen. Sie zählt also nicht zu den Teilnehmer_innen. Folgt die Person aber weiter der Demo und stimmt dabei in den allgemeinen Sprechchor „Tod, Tod, Israel“ ein, dann ist das nicht unbedingt relativierendend, aber tolerierend. Sie zeigt also eindeutig, dass sie völlig freiwillig in einer Menge von Leuten steht die lauthals antisemitische Parolen grölen – von daher zählt sie sich selbst zur Masse und wird demnach auch von mir zur Masse gezählt.
dein kommentar ist keine gute erklärung dafür, der bescheuerten aussage „Palästinasolidemosteilnehmer = Nazis bzw. Holocaustrelativierer“ zuzustimmen.
„Ich weiß wahrscheinlich in welche Richtung das gehen soll, doch kann ich dir versichern, dass es so nicht gemeint war.“ na wie wars denn gemeint?
„“Israel – Kindermörder” – oder welchen Relativierenden Quatsch man auch immer auf dem Plakat stehen hat – nicht der Weisheit letzter Schluss ist.“
jetzt wüsste ich gerne noch von irgendwem, was an diesem israel-kindermörder so schlimm ist. dass der inhalt sich auf „israel – böse“ erschöpft macht das nicht zu ner besonders elaborierten parole, aber darum gehts ja nicht.
Das Problem scheint doch eigentlich nur eine etwas undifferenzierte Nutzung des Wortes „Nazi“ für antisemitische und oftmals auch faschistische Einstellungen. Denn wer bei diesen Demonstrationen mitläuft, die ja in ihrem Erscheinungsbild nichts weiter sind als offen antisemitische Aufmärsche, und nicht nach fünf Minuten merkt, bei was für einem Mist er da mitläuft, muss sich doch klar vorwerfen lassen, antisemitische Statements mitzutragen.
Es ist ja nicht so, dass diese antisemitischen Parolen Ausfälle einzelner Teilnehmer sind, sondern sie sind eben die Quintessenz dieser Demos.
Zumindest hab ich ihn so verstanden. Boredland kann mich ja korrigieren.
Zu diesem Israel – Kindermörder: Ich denke, was Boredland da anspielt, ist das ziemlich bekannte Bild des jüdischen Kindermordes, was bei diesen Demos wieder aufgewärmt wird. Hier heisst es halt statt Jude „Israel“.
„jetzt wüsste ich gerne noch von irgendwem, was an diesem israel-kindermörder so schlimm ist. dass der inhalt sich auf “israel – böse” erschöpft macht das nicht zu ner besonders elaborierten parole, aber darum gehts ja nicht.“
Ohne BoredLand jetzt irgendwie zustimmen zu wollen (trotz alledem sind Linke auf so einer Demo sehr sehr merkwürdig), aber vllt. mal mit der Geschichte des Antisemitismus beschäftigen. Der Quatsch mit den Kindermördern ist nämlich so ein typisches antisemitisches Stereotyp und da man bei solchen Pro-Palästina-Demos auch häufig auf Schildchen den Stereotyp vom kinderbluttrinkenden Juden findet, geh ich mal davon aus, dass sich die Leutchen durchaus darüber im klaren sind, dass das ein bisschen mehr als nur „Israel = böse“ bedeutet.
@kuchen: danke.
@amen: wie antideutsche (so nennt man mich hier ja offensichtlich) das ja auch so machen – ich entziehe mich der diskussion, vor allem wenn solche kommentare kommen.
Das Problem scheint doch eigentlich nur eine etwas undifferenzierte Nutzung des Wortes „Nazi“ für antisemitische und oftmals auch faschistische Einstellungen. Denn wer bei diesen Demonstrationen mitläuft, die ja in ihrem Erscheinungsbild nichts weiter sind als offen antisemitische Aufmärsche, und nicht nach fünf Minuten merkt, bei was für einem Mist er da mitläuft, muss sich doch klar vorwerfen lassen, antisemitische Statements mitzutragen. Es ist ja nicht so, dass diese antisemitischen Parolen Ausfälle einzelner Teilnehmer sind, sondern sie sind eben die Quintessenz dieser Demos. Zu diesem Israel – Kindermörder: Ich denke, was Boredland da ansprechen will, ist das ziemlich bekannte Bild des jüdischen Kindermordes, was bei diesen Demos wieder aufgewärmt wird. Hier heisst es halt statt Jude „Israel“.
„Es ist ja nicht so, dass diese antisemitischen Parolen Ausfälle einzelner Teilnehmer sind, sondern sie sind eben die Quintessenz dieser Demos.“ das kann man so sehen, muss man aber beileibe nicht und zum glück soll es da ja auch regionale unterschiede geben. nichts desto trotz sei zugestanden, dass die proteste gegen den jetzigen krieg so ziemlich das reaktionärste sind, was dieses feld aufzubieten hat.
die kindermörder-geschichte kenne ich, „relativierend“, wie das boredland nannte, ist die parole trotzdem nicht. wenn überhaupt irgendwas, dann „strukturell antisemitische“, wenn man mit dem begriff was anfangen kann.
vielleicht ist es polemik, darauf hinzuweisen, dass im gazastreifen 50% der bevölkerung unter 15 sind, aber in sachen polemik nimmt sich hier ja auch sonst niemand so recht zurück
Ich habe zwar keinen Schimmer wie „dass im gazastreifen 50% der bevölkerung unter 15 sind, aber in sachen polemik nimmt sich hier ja auch sonst niemand so recht zurück“ gemeint ist, aber mit dem Rest hast du schon recht. Hatte ich zwar eigentlich nicht gemeint, aber geht schon so aus der Formulierung hervor. Jedoch weiß ich nicht wieso es „strukturell“ sein soll…
willkommen in der bashingfront.
Ich weiß wahrscheinlich in welche Richtung das gehen soll, doch kann ich dir versichern, dass es so nicht gemeint war. Mir ist natürlich klar, dass auch auf Pali-Soli-Demos Leute mit laufen denen klar ist, dass „Israel – Kindermörder“ – oder welchen Relativierenden Quatsch man auch immer auf dem Plakat stehen hat – nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Jetzt bleibt die Frage: wieso schreibe ich „ohne weitere Differenzierung“? Nun ich versuche das so zu erklären: Ein_e durchschnittliche_r Antifaschist_in oder wie auch immer man sich bezeichnet, wenn man dort mit läuft ist sicher kein_e Faschist_in, doch lässt die politische Motivation der Tat tief blicken. Wenn diese Person nun Schilder, Transparente und Plakate erblickt, deren Inhalt sie anwidert, so versucht sie schnell die Flucht zu ergreifen. Sie zählt also nicht zu den Teilnehmer_innen. Folgt die Person aber weiter der Demo und stimmt dabei in den allgemeinen Sprechchor „Tod, Tod, Israel“ ein, dann ist das nicht unbedingt relativierendend, aber tolerierend. Sie zeigt also eindeutig, dass sie völlig freiwillig in einer Menge von Leuten steht die lauthals antisemitische Parolen grölen – von daher zählt sie sich selbst zur Masse und wird demnach auch von mir zur Masse gezählt.
dein kommentar ist keine gute erklärung dafür, der bescheuerten aussage „Palästinasolidemosteilnehmer = Nazis bzw. Holocaustrelativierer“ zuzustimmen.
„Ich weiß wahrscheinlich in welche Richtung das gehen soll, doch kann ich dir versichern, dass es so nicht gemeint war.“ na wie wars denn gemeint?
„“Israel – Kindermörder” – oder welchen Relativierenden Quatsch man auch immer auf dem Plakat stehen hat – nicht der Weisheit letzter Schluss ist.“
jetzt wüsste ich gerne noch von irgendwem, was an diesem israel-kindermörder so schlimm ist. dass der inhalt sich auf „israel – böse“ erschöpft macht das nicht zu ner besonders elaborierten parole, aber darum gehts ja nicht.
500
whoop whoop
stimmt, boredland ist total gaga
amen: Word und Gratulation, wie auch von Oompa Loompas Seite zum 500. Kommentar, kriegst irgendwann was dafür.
Das Problem scheint doch eigentlich nur eine etwas undifferenzierte Nutzung des Wortes „Nazi“ für antisemitische und oftmals auch faschistische Einstellungen. Denn wer bei diesen Demonstrationen mitläuft, die ja in ihrem Erscheinungsbild nichts weiter sind als offen antisemitische Aufmärsche, und nicht nach fünf Minuten merkt, bei was für einem Mist er da mitläuft, muss sich doch klar vorwerfen lassen, antisemitische Statements mitzutragen.
Es ist ja nicht so, dass diese antisemitischen Parolen Ausfälle einzelner Teilnehmer sind, sondern sie sind eben die Quintessenz dieser Demos.
Zumindest hab ich ihn so verstanden. Boredland kann mich ja korrigieren.
Zu diesem Israel – Kindermörder: Ich denke, was Boredland da anspielt, ist das ziemlich bekannte Bild des jüdischen Kindermordes, was bei diesen Demos wieder aufgewärmt wird. Hier heisst es halt statt Jude „Israel“.
Tango
„jetzt wüsste ich gerne noch von irgendwem, was an diesem israel-kindermörder so schlimm ist. dass der inhalt sich auf “israel – böse” erschöpft macht das nicht zu ner besonders elaborierten parole, aber darum gehts ja nicht.“
Ohne BoredLand jetzt irgendwie zustimmen zu wollen (trotz alledem sind Linke auf so einer Demo sehr sehr merkwürdig), aber vllt. mal mit der Geschichte des Antisemitismus beschäftigen. Der Quatsch mit den Kindermördern ist nämlich so ein typisches antisemitisches Stereotyp und da man bei solchen Pro-Palästina-Demos auch häufig auf Schildchen den Stereotyp vom kinderbluttrinkenden Juden findet, geh ich mal davon aus, dass sich die Leutchen durchaus darüber im klaren sind, dass das ein bisschen mehr als nur „Israel = böse“ bedeutet.
http://jungle-world.com/artikel/2009/03/32454.html
@kuchen: danke.
@amen: wie antideutsche (so nennt man mich hier ja offensichtlich) das ja auch so machen – ich entziehe mich der diskussion, vor allem wenn solche kommentare kommen.
@ fake kaputt
hör auf unter meinem namen zu kommentieren, sonst gibts auf die finger!
amens kommentar zeigt auf jeden fall die überflüssigkeit deiner kategorie antideutsche deppen, tekknokatze. ..
Das Problem scheint doch eigentlich nur eine etwas undifferenzierte Nutzung des Wortes „Nazi“ für antisemitische und oftmals auch faschistische Einstellungen. Denn wer bei diesen Demonstrationen mitläuft, die ja in ihrem Erscheinungsbild nichts weiter sind als offen antisemitische Aufmärsche, und nicht nach fünf Minuten merkt, bei was für einem Mist er da mitläuft, muss sich doch klar vorwerfen lassen, antisemitische Statements mitzutragen. Es ist ja nicht so, dass diese antisemitischen Parolen Ausfälle einzelner Teilnehmer sind, sondern sie sind eben die Quintessenz dieser Demos. Zu diesem Israel – Kindermörder: Ich denke, was Boredland da ansprechen will, ist das ziemlich bekannte Bild des jüdischen Kindermordes, was bei diesen Demos wieder aufgewärmt wird. Hier heisst es halt statt Jude „Israel“.
„Es ist ja nicht so, dass diese antisemitischen Parolen Ausfälle einzelner Teilnehmer sind, sondern sie sind eben die Quintessenz dieser Demos.“ das kann man so sehen, muss man aber beileibe nicht und zum glück soll es da ja auch regionale unterschiede geben. nichts desto trotz sei zugestanden, dass die proteste gegen den jetzigen krieg so ziemlich das reaktionärste sind, was dieses feld aufzubieten hat.
die kindermörder-geschichte kenne ich, „relativierend“, wie das boredland nannte, ist die parole trotzdem nicht. wenn überhaupt irgendwas, dann „strukturell antisemitische“, wenn man mit dem begriff was anfangen kann.
vielleicht ist es polemik, darauf hinzuweisen, dass im gazastreifen 50% der bevölkerung unter 15 sind, aber in sachen polemik nimmt sich hier ja auch sonst niemand so recht zurück
Ich habe zwar keinen Schimmer wie „dass im gazastreifen 50% der bevölkerung unter 15 sind, aber in sachen polemik nimmt sich hier ja auch sonst niemand so recht zurück“ gemeint ist, aber mit dem Rest hast du schon recht. Hatte ich zwar eigentlich nicht gemeint, aber geht schon so aus der Formulierung hervor. Jedoch weiß ich nicht wieso es „strukturell“ sein soll…
Das war eigentlich von mir…