Der Dackel, die tierische Manifestation des Deutschen

Um Verbindungen zwischen Dackeln und wackeren Deutschen nachzuwesen muss man nicht wirklich lange graben, wie so oft ist Wikipedia Google-Treffer Nummer Eins und einiges interessantes lässt sich entdecken:

Der Dackel, auch Dachshund oder Teckel genannt, ist eine von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) (Nr. 148, Gr. 4, Sek. 1) anerkannte, deutsche Hunderasse.

Weiter geht es von über die Statur des idealtypischen Dackels geredet wird:

Er ist sehr muskulös, mit aufrechter Haltung des Kopfes und aufmerksamem Gesichtsausdruck.

Aufrechte Haltung, Muskulösität, alles Merkmale, die dem als idealtypisch beschriebenen Arier keineswegs fremd, nein eher inhärent, sind. Der Dackel, auch Dachshund genannt, ist besonders geeignet für die Jagd auf wehrhaftes Wild, wie der Name vielleicht erschließen lässt besonders den Dachs.
Allgemein bekannt sollte sein, dass die Deutschen als Arier definiert auf die Jagd als Untermenschen klassifizierte Menschen ausgerichtet wurden, die Auslöschung derer das Endziel darstellten, auf das er die Weltherrschaft erlange. Parallelen will und kann man wohl kaum übersehen, der Dackel auf die Jagd von in Höhlen wohnenden Tieren spezialisiert, gegen den Arier und seinen Auftrag die Herrenrasse zum Sieg zu führen. Der Dackel erfüllt seine Aufgabe mit Begeisterung: »Im Dachsbau ist der Hund ein Alleinjäger und muss seine eigenen Entscheidungen treffen, da der Hundeführer ihn hier nicht leiten kann.« Ein Auflehnen des Dackels scheint ausgeschloßen. Ist auch nicht nötig zeichnet sich der Dackel doch auch durch eine wenig ausgeprägte Bildungsunwilligkeit aus.
Dabei ist zu beachten, dass der heute vorkommende Dackel durch jahrhundertelange Zucht (ca, seit dem 17. Jahrhundert) heute in einem eventuell von dem Deutschen zu trennenden Zustand nicht mehr vorkommt. Das Leid des Dackels ist den Züchter_innen dabei herzlich egal. Daraus resultiert auch eine besondere Krankheit als Dackellähme bekannt.
Repressiv wurde der Dackel behandelt, der Repression widersetzen ist aber anscheinend auch nicht gerade oberste Tugend des Dackels. Diese Bildungsunwilligkeit gegenüber progressiven Bewegungen ist auch dem Deutschen (der klar als Konstruktion hier auftaucht, anhand der Historie diese Konstruktion aber auch gerne bestätigt) nicht fremd, dem sein Volk, sein Standort auch heute noch zu den wichtigsten Angelegenheiten gehört. Der viel beschworene Sonderweg der Deutschen.
Die Züchter_innen des Teckels, wie sie sich gerne nennen finden ihren Dachverein im »Deutschen Teckelklub 1888«, der sich damit rühmt der zweitälteste deutsche Rassehundzuchtverein zu sein. Eine Abhandlung der Geschichte des Teckelklubs wird auf der offiziellen Homepage dabei bewusst umgangen. Unter dachshundklub.de findet sich dabei aber eine bezeichnende Stelle der Dackel-Historie:

August 1935: Die beiden württembergischen Vereine müssen formell ihre Auflösung erklären, um in die „Fachschaft Jagdgebrauchshunde“ im 1933 gebildeten „Reichsverband für das Deutsche Hundewesen“ überführt werden zu können.

Wohlgemerkt nur formell. Der Verein ging in einen von den Nationalsozialist_innen geschaffenen Einheitsverband über. Eine Praxis, die von diversen Burschenschaften und Corps hinlänglich bekannt ist. An anderer Stelle erfährt man dabei noch interessanteres über den eigentlichen Deutschen Teckelkulb, dieser war ab 1906 Mitglied des »Deutschen Kartell für Hundewesen«, der zu seiner Auflösung nicht mal gebracht werden musste, denn »Am 14. Juli 1933 wurde das Deutsche Kartell umbenannt in „Reichsverband für das Deutsche Hundewesen“.« Der Reichsverband also, dem Sektionen des Teckelklubs »angeschloßen« wurden.
Die rein formelle Auflösug des Deutschen Teckelklubs lässt auch das relativ schnelle Wiederauferstehen des Klubs erklären, schon am 24.11.1945 erblüht der Teckelklub wieder, eine Umbennenung, díe bei einigen studentischen Corps noch Usus war wird von diesem anscheinend nicht verlangt, der Traditionalismus wird von den Befreier_innen toleriert. Ist doch auch ein solcher Klub bei erstem Hinsehen vielleicht gerade mal putzig ob einer Zuneigung zu Tieren, die eher als vergrößerte Ratten erscheinen denn als rassige Hunde.
Gleich bleibt aber die Nennung dieses Kapitels in der Geschichte der Coprs und des Teckelklubs, sie wird ausgelassen, einzig auf das seit 110 Jahren bestehende Zuchtbuch wird verwiesen, dass dieses kaum 110 Jahre alt wäre wenn nicht die Zeit des NS und die aktive Arbeit in diesen Jahren existieren würde kann unterschlagen werden.
Kontinuität als Tier der Deutschen weist der Dackel aber auch nach 1945 auf. Waldi hieß das Maskottchen der Olympischen Spiele 1972 in München und war klar- ein Dackel. Doch auch Deutschlandfans jüngerer Tage sind sich nicht zu schade auf Dackel zu verweisen. Laut Florian Langenscheidt und seiner Ode an das Deutsche »Das Beste an Deutschland, 250 Gründe unser Land heute zu lieben« ist der Dackel einer dieser 250 Gründe, wohlhemerkt kein unbedeutender sondern einer, der neben den Kaiser Franz, Bier und Adidas auf das Titelblatt gehört.
Bezeichnend nebenbei, dass der Dachshund im Englischen auch als dachshund bekannt (wie ich finde passender umgangssprachlich Sausage-Dog) ist und andere Übersetzungen unter anderem in Japanische (dakkusufunto) nur eine lautmalerische Umschreibung desselben liefern. Wo anderswo für die internationale Organisierung auf das Englisch als eine der meistverbreitesten Sprachen zurückgegriffen wird um heute tatsächlich auch die Möglichkeit zu erhalten international verstanden zu werden haben die Dackelfreund_innen das nicht nötig. Deren internationale Vereinigung nennt sich brav deutsch »Welt Union Teckel«
Ein Problem haben die deutschen Dackelfreund_innen aber, ihr Idol ist vom Aussterben bedroht, die Züchter_innen schlagen Alarm. 7.300 Dackel, selbstverständlich 7.300 zuviel, wurden 2005 nur noch dem deutschen Volkskörper übergeben. Und so wird wohl bald der Dackel neben Elefant, Giraffe und Tiger das Co. bilden und in Zoos zu verachten sein.
Laut t-online ist der Dackel auch in Japan beliebt, die japanische Herrenfußballnationalmannschaft brachte ihren als Maskottchen mit. Bezeichnenderweise hieß er Erwin Rommel, vielen Dank für so viel Offenheit.

Mit einem Dackel an der Hacke wird der Kommunismus nicht zu erreichen sein. Da mögen Menschen gegen protestieren aber: wer Dackel und Deutsche hasst kann kein schlechter Mensch sein.
♥Tekknoatze

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3 Anmerkungen zu »Der Dackel, die tierische Manifestation des Deutschen«


  1. 1 kuchen 03. Januar 2009 um 22:43 Uhr

    Irgendwie war das wohl nichts mit den 100 comments. :D

  2. 2 ♥Tekknoatze 04. Januar 2009 um 15:20 Uhr

    Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben die Schallmauer im Jahre 2009 zu knacken. Eine solche epische Schlacht bedarf aber der Vorbereitung ;)

    P.S. Da warens nur noch 98…

  3. 3 Hundebett 13. Februar 2009 um 15:07 Uhr

    Hey,
    wow toller Artikel^^aufjedenfall lang *hust*^^

    Ps: 97 ;)

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