Politische Verwirrungen Part 56 aka SDAJ Nummer 2 Ausgabe 1

Vor etwas längerer Zeit hab ich eine Art Schüler_innenzeitung der SDAJ in die Hände gedrückt bekommen, die sich sehr intensiv mit »Zukunftskillern« beschäftigt. Eigentlich sind das 11 Seiten durchgehende Unterhaltung, und 11 Seiten voller mustergültiger Beispiele warum die SDAJ trotz anders lautenden Einwänden nichts in radikal Linken Bündnissen zu suchen hat, radikal sind die noch lange nicht, die Tatsache ist ja aber nicht so neu.
11 Seiten abzutippen und mich anschließend drüber lustig zu machen ist mir aber zugegebenermaßen viel zu langweilig deswegen einige Höhepunkte, während des Schreibens merkte ich, dass auch nur die Höhepunkte des ganzen Heftes zu lange für einen Beitrag wären, deswegen teile ich das mal ein. Heute geht es um die Einleitung bis zum Recht auf Bildung.
[Einleitung: Wer ist eigentlich schuld, bla…]

Wir sind der Meinung es sind die Zukunftskiller und sie haben Name und Adresse. Einige Namen sind bekannt […Merkel, Rüttgers…] Doch unter den Zukunftskillern gibt es auch einen Kreis von Menschen, deren Namen meistens ungenannt bleiben. Sie sind Großaktionäre bei Konzernen und Banken, in denen sich die wirtschaftliche Macht dieses Landes konzentriert.

Außerdem ist denen alles voll egal was so mit der Bevölkerung kritisiert, denn »für sie gibt es keinen Arbeitszwang. Für sie gibt es nur einen Zwang: Die Gewinne ihrer Unternehmen explodieren zu lassen.
Mann kann bei diesem verzweifelten Kampf gegen das Böse in den Chefetagen übrigens nur auf zwei »Seiten der Barrikade« stehen, entweder auf der der SDAJ oder auf der der Zukunftskiller. Ohne schwarz-weiß Denken würde Hetze ja aber auch keinen Spaß machen.
Vollkommen richtig erkennt die SDAJ: »Wir leben in einer widersinnigen Gesellschaft!« Warum? Ganz einfach, de ganzen netten Student_innen, die länger studieren müssen, weil sie wegen Studiengebühren nebenbei arbeiten müssen wollen sich nicht mehr als faul bezeichnen lassen, sie geben ja alles für den Standort. Wohlgemerkt: Student_innen, die sich vielleicht nicht dem Diktat des Standorts unterordnen wollen und deswegen die etwas langsamere Version des Studiums wählen können ruhig als faul tituliert werden.
Weil die Migrant_innen, die sich doch eigentlich zu guten Deutschen erziehen lassen wollen mit Einbürgerungstests und besonders schlechten Karten bei der Ausbildungsplatzsuche schikaniert werden. Wohlgemerkt: Zu Deutschen muss man sich schon integrieren lassen wollen wenn man gegen rassistische Schikanen protestieren will.
Zum Thema Feminismus haben die Zukunftsretter_innen der SDAJ aber natürlich auch was zu sagen: »Wir wollen als junge Frauen nicht ständig von Gleichberechtigung hören, sondern endlich ein Recht auf Arbeit mit einem Lohn, der uns nicht in die Abhängigkeit vom Lebenspartner treibt.« Jenseits der Mann-Frau Beziehung kann hier die ganze Zeit nicht gedacht werden und eigentlich ist es ja super-cool wenn man im Oben genug repräsentiert ist, da muss das Unten nicht mehr abgeschafft werden.
Warum all diese Widersinnigkeiten gegen die armen jungen für den Standort ihr Bestes gebenden Menschen? »Weil es in dieser Gesellschaft eine kleine Minderheit gibt, der Massenarbeitslosigkeit, Ausbildungsplatzmangel und Bildungsabbau nutzen: die Kapitalisten.« Außerdem natürlich wieder »die etablierten Parteien«, auch Systemparteien genannt, oh ne falsche Feldpostadresse, sowie Großaktionäre. Schockschwere Not, in einer auf Herrschaft basierenden Gesellschaft profitieren nachher noch Leute von der Herrschaft, ihgitt!
Für alle, die das noch nicht mitgeschnitten haben, was für eine »sozialistische Gesellschaft« in nächster Zeit am ehesten erkämpft werden muss: »das Recht auf BilDung, das Recht auf AusbilDung und das Recht auf Arbeit.«
Warum ausgerechnet Dung erkämpft werden muss um im Sozialismus anzukommen kann ich irgendwie nicht verstehen.
Im Moment lautet das Problem: »Der Zugang zu Bildung hängt einzig und allein von BilDungs- und Kontostand der Eltern ab. Das deutsche Bildungssystem ist darauf ausgerichtet, dass Jugendliche aus armen Familien arm bleiben.« Wäre ja auch irgendwie komisch wenn der Kapitalismus, der nun mal auf der Herrschaft weniger über viele basiert auf einmal dazu taugen sollte alle in die Chefetagen zu lassen. Und überhaupt was ist dann über Ausbeutung durch Waren- und Mehrwertproduktion gesagt wenn alle das Gleiche verdienen würden? Fragen wir mal Onkel Marx, der sich bei diesem Begriff von Sozialismus nebenbei bestimmt gehörig im Grabe dreht:

Ja selbst die Gleichheit der Salaire, wie sie Proudhon fordert, verwandelt nur das Verhältnis des jetzigen Arbeiters zu seiner Arbeit in das Verhältnis aller Menschen zur Arbeit. Die Gesellschaft wird dann als abstrakter Kapitalist gefaßt.
Arbeitslohn ist eine unmittelbare Folge der entfremdeten Arbeit, und die entfremdete Arbeit ist die unmittelbare Ursache des Privateigentums. Mit der einen muß daher auch die andere Seite fallen.

Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte
Damit aber alle erstmal das Gleiche verdienen können, müssen Bildungsbarrieren der Zukunftskiller abgebaut werden. Das geht ganz leicht:
Erstmal mehr Geld damit:
»…alle Schulen verbindliche Ganztagsschulen mit Freizeitangeboten, kostenloser Verpflegung und Hausaufgabenhilfe mit qualifizierter pädagogischer Betreuung werden!«
Genau Freizeit und Spaß sind ja voll unnötig, da sitzt man lieber den ganzen Tag in der Schule und hört sich sozialpädagogische Scheiße. Qualifizierung ist halt nicht einfach.
»… jede Klasse zwei LehrerInnen in jeder Stunde hat und keine mehr als 20 SchülerInnen!«
Genau. Ein_e Lehrer_in reicht halt nicht um die Blagen zu kontrollieren da müssen schon zwei her um den Lehrstoff durchzupauken, der wurde aber natürlich mit voll viel Mitbestimmung seitens der Schüler_innen erstellt, denn wer Sachen noch nicht weiß weiß am Besten was man jetzt zu lernen hat.
Die selbstverständlich hoch qualifizierten Lehrkräfte fallen nebenbei vom Himmel, oder kommen aus ihren tief in der Erde verborgenen Löchern gekrochen.
Nebenbei sollen noch Privatschulen abgeschafft äh verboten werden und alle in eine Schule gehen. Der Notenzwang muss auch dringend gehen. Das stell ich mir super vor: Anstatt einer Zeugniskonferenz der Lehrer_innen am Ende eines Halbjahrs werden den Schüler_innen leere Zeugnisse ausgegeben, diese können dann je nach Gutdünken sich Einsen eintragen das Zeugnis wieder abgeben und kriegen es 2 Wochen später unterschrieben wieder.
Außerdem neu: »Die Rücknahme von so unsinnigen Verboten wie Handyverbot und völligem Rauchverbot auf Schulhöfen!«
Ich bin da auch für eine konsequentere Regelung. Statt nur auf dem Schulhof sollte auch in den Stunden telefoniert, geraucht und gekifft werden dürfen!

Nächstes Mal: Das Recht auf AsubilDung und Studium.

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13 Anmerkungen zu »Politische Verwirrungen Part 56 aka SDAJ Nummer 2 Ausgabe 1«


  1. 1 rauchen 16. Dezember 2008 um 0:23 Uhr

    hier im gö-dorf treten die auch immer mehr in erscheinung. aprpros erscheinung: eine erscheinung von denen gabs auch auf der afroshop-demo vor kurzem. Mit langen Lenin-Mantel, Mao-Frisur, dickfettem hammer&sichelbutton, Judenhassertuch und riesiger sdaj fahne. da krigt man schon schiss! Oder wenn sie wieder „Schulhof CD´s“ mit Che-Bildchen vorne drauf und Talco drinnen verteilen. Nur das mit dem Rauchen in der Schle, das find ich gut…

  2. 2 ♥Tekknoatze 16. Dezember 2008 um 1:58 Uhr

    Wenn Talco das Schlimmste auf der CD wäre…

  3. 3 rog 16. Dezember 2008 um 13:31 Uhr

    Ich glaub ich bring auch mal ne Schulhof CD Raus…!

  4. 4 ♥Tekknoatze 16. Dezember 2008 um 14:16 Uhr

    Mit Venga Boys und Hardcore Vibes? :)

  5. 5 rockstar 16. Dezember 2008 um 15:35 Uhr

    wo kriegt man das judenhassertuch? das will ich!:d

  6. 6 rog 16. Dezember 2008 um 15:56 Uhr

    so hr habt es nicht anders gewollt! hier ist der fenomenale IN YA FACE SDAJ Schulhof Mix Sampler von mir! viel spaß damit…

  7. 7 rog 16. Dezember 2008 um 16:03 Uhr
  8. 8 ♥Tekknoatze 16. Dezember 2008 um 18:40 Uhr

    rockstar: ich vermute das bluttuch der juedenvernichtung ist gemeint ;)
    rog: da sind weder vengy boys noch hardcore vibes drauf :(

  9. 9 rockstar 16. Dezember 2008 um 22:34 Uhr

    achso. langweilig. :d

  10. 10 rog 16. Dezember 2008 um 22:55 Uhr

    ja pfft, wiso vengaboy wenn wa den hardcore-schranz von venetain snares und chris liebing haben? der mix soll ja mitten in die fresse gehn, und nicht party in ibiza machen :-D

  11. 11 ♥Tekknoatze 17. Dezember 2008 um 4:10 Uhr

    du hast es nebenbei irgendwie geschafft ein schlechteres karma als so mancher spam comment zu kriegen :D

  12. 12 DKP-Leipzig 25. September 2010 um 12:02 Uhr

    Hab zwar auch schon manch schlechtes über diverse SDAJ Gruppen gehört. Aber es gibt kaum Jugend-Arbeiter-Vereine in Deutschland. Ich bin Azubi und DKP Mitglied. Aus diesen Grund und wegen großer Nachfrage Gründen Wir nächste Woche die SDAJ O.G. LEIPZIG. Ich weis nicht was für Mist möglicherweise von anderen OGs verzapft wurde aber Wir sind weder „Judenhasser“ noch der gleichen. Im übrigen haben Wir engste Beziehungen zum VVN-BDA und daher ist jede Behauptung Wir wären „Antisimitisch“ veranlangt blanker Unsinn. Seit mal Produktiv….. Statt nur zu Meckern … „Einen Finger kann man brechen, aber 5 Finger sind eine Faust !“ Man könnte ja schon fast meinen ihr gehört zur Reaktion…..

  1. 1 Politische Verwirrungen Part 57 aka SDAJ Nummer 2 Ausgabe 2 « »Stil, Irrelevanz und Bewegungsmangel« | EinBlog Pingback am 16. Dezember 2008 um 14:15 Uhr
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