Solidarität mit Joseph M.!

Wieder so ein Grund das Dorf nebenan zu besuchen (was ich wieder nicht machen kann):

With our Powers combined – Aufruf zur Demonstration

Nachdem in der Nacht von Freitag auf Samstag, den 27.09. der Afro-Shop von Joseph M. im Ritterplan ausbrannte, kam es bereits am 30.09. zu einer ersten kraftvollen Demo unter dem Motto „Solidarität mit Joseph M. | Solidarität mit den Opfern von alltäglichem Rassismus.“ Demonstriert wurde im Besonderen gegen die rassistische Hetze, der Joseph in den vorherigen Monaten seitens seines Vermieters von W. ausgesetzt war sowie gegen den alltäglichen Rassismus der deutschen Gesellschaft im Allgemeinen.
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An Josephs Situation hat sich nach dieser Demo wenig geändert, wie auch am alltäglichen Rassismus mit dem Joseph und andere konfrontiert sind. Deshalb gehen wir am 13. Dezember erneut auf die Straße, um gegen den alltäglichen Rassismus in Göttingen und anderswo zu demonstrieren, einen neuen Afro-Shop zu fordern, und die Ereignisse nicht in – scheinbar willkommene – Vergessenheit geraten zu lassen.

Ereignisse vor dem Brand
Zur Erinnerung: Als der 54-Jährige Verleger von W. im Januar 2008 Eigentümer der Ladenräume und somit Vermieter von Joseph wurde, entstand, quasi über Nacht, ein Bedrohungsszenario gegen den Betreiber des Afro-Shops, das sich in den folgenden Monaten zugespitzt hat. Nach der Weigerung von Joseph eine völlig unbegründete Mieterhöhung von 40% zu akzeptieren, begann der Vermieter mit massiven Diffamierungen und Drohungen gegen Joseph vorzugehen. Sein Repertoire reichte von haltlosen Denunziationen bei Behörden der Stadt bis hin zu einem „Hilferuf“ an die NPD Göttingen, der auf deren Homepage unter dem rassistischen Titel „Göttinger Vermieter hat ein Negerproblem“ erschien. Mit bereitwilliger Hilfe seiner neuen Verbündeten beleidigte und bedrohte von W. die Kundinnen und Kunden des Afro-Shops und Joseph. In den Wochen vor dem Brand nahm das Bedrohungsszenario kontinuierlich zu: Neonazis tauchten im Laden auf. Darüberhinaus wurden rassistische Parolen an die Außenwand des Afro-Shops gesprüht. Wenn Joseph in solchen Situationen die Polizei rief, erschien diese mitunter gar nicht oder erst Stunden später und versuchte mittels Beschwichtigungen Anzeigen gegen von W. zu verhindern. Nach weiteren Bedrohungen kam es dann zum Brand des Ladens, der mit einem geschätzten Schaden von 60.000 Euro die Existenzgrundlage von Joseph zerstört hat.

Ereignisse nach dem Brand
Auch nach dem Brand, durch den der scheinbare Wille von W.s nach einem „Aus“ des Afro-Shops Realität wurde, hörte die rassistische Hetze und Bedrohung gegen Joseph nicht auf. In den darauffolgenden Tagen tauchten Neonazis im Hausflur zu seiner Privatwohnung auf und es wurden rassistische Parolen an die Außenwand des Hauses gesprüht. Dadurch fühlte sich auch Josephs unmittelbare Nachbarschaft bedroht.

Die Polizei interessiert sich nicht für die rassistische Vorgeschichte sondern nur für den technischen Defekt, der den Brand ausgelöst haben soll. Die Beamten, die am Brandort eintreffen, benachrichtigen Joseph nicht. Als er am nächsten Tag seinen Laden öffnen will, steht er, völlig alleingelassen, vor den Trümmern seiner Existenz. Was folgt, ist Desinteresse und Ignoranz der Polizei. Josephs Wunsch nach Informationen wird mit Schweigen und äußerstem Widerwillen begegnet. Nur durch kontinuierliche und intensive Intervention durch Vertreterinnen und Vertreter von ver.di, Linkspartei und verschiedenen linken Gruppen bekommt Joseph schließlich zumindest Personenschutz gewährt – allerdings nur für eine Nacht.

Was auch immer die Ursache des Brandes gewesen sein mag – ob Brandstiftung oder Kabeldefekt – fest steht: Der rassistische Kontext lässt sich nicht ausblenden, er muss vielmehr benannt und in eine Öffentlichkeit gebracht werden, die sich in großen Teilen durch Ignoranz und Tatenlosigkeit auszeichnet. Diese spiegelt sich u.a. in der kaum stattfindenden Berichterstattung durch das Göttinger Tageblatt wider.

Der Kontext: Alltäglicher Rassismus
Josephs Situation ist kein Einzelfall, fast täglich ereignen sich in Deutschland rassistische Übergriffe (wie z.B. im August 2007 in Mügeln) oder zeigen Neonazis vermehrt Präsenz in Städten (wie z.B. in letzter Zeit in Göttingen). Möglich wird dies durch das Schweigen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und durch einen in ihr weitverbreiteten Alltagsrassismus. Symptomatisch hierfür ist nicht nur das Verhalten des von W., der einerseits ein in der Göttinger Kulturszene etabliertes Magazin herausbringt und sich andererseits – neben seiner Nähe zur NPD – mit dem Uslarer Anwalt K. Kunze einen Rechtsbeistand gewählt hat, der u.a. als Stammautor bei der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ einschlägig bekannt ist; Sondern auch das Schweigen einer sich als „weltoffen“ gebenden Stadt und die Ignoranz der ermittelnden Polizei. Hierbei ist es sicher kein Zufall, dass diejenigen, die sonst im Morgengrauen abschieben, dem Opfer einer rassistischen Hetzkampagne nicht die geringste Sensibilität entgegenbringen. Joseph trifft der alltägliche Rassismus dieser Gesellschaft besonders hart – durch das aggressive Vorgehen seines Vermieters von W., aber auch durch die Gleichgültigkeit von Behörden und Öffentlichkeit. Umso mehr muss deshalb unsere Solidarität Joseph gelten!
Eine Vertreibung des Afro-Shops durch das Zusammenspiel von Rassismus und Gleichgültigkeit ist für uns nicht hinnehmbar!

Deswegen fordern wir – auch von der Stadt Göttingen – Unterstützung für einen neuen Afro-Shop in der Innenstadt.

With our powers combined: Das Schweigen brechen!
Kein Raum für Nazis und andere RassistInnen!

Samstag, 13. Dezember 2008 | Demonstration gegen den alltäglichen Rassismus, Neonazis und für einen neuen Afro-Shop in der Innenstadt | Beginn 13:00 | Wilhelmsplatz (Innenstadt Göttingen)

via und via

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6 Anmerkungen zu »Solidarität mit Joseph M.!«


  1. 1 Helmut 12. Dezember 2008 um 21:11 Uhr

    Hey Tekknoatzll^^

    Sry aber der Blog vom Diffi tut mir dauerhaft als Spam melden :(

    ->Meine Meinung zu der Sache:

    Also, ich finde das du in diesem Punkt doch übertreibst…!
    Du suchst dir doch bestimmt auch Quellen….! Die Antifa hat nur echt absolut keinen lan die ordentlich umzuschreiben!

    Hey,…eig. denke ich das wir hier alle Links veranlagt sind…!

    Die Antifa hat doch auch eine Kontaktseite…schreibt die doch mal an, und bietet den mal Hilfe an, anstatt die hier echt so lächerlich zu machen!

    Das bringt und doch nicht weiter!

  2. 2 Helmut 12. Dezember 2008 um 21:14 Uhr

    Hey Tekknoatzii^^

    Der Blog vom Diffi tut meine Kommis dauerhaft als einen Spam melden! :(

    -> Meine Meinung zu der Sache_

    Also, ich finde das du in diesem Punkt doch übertreibst…!
    Du suchst dir doch bestimmt auch Quellen….! Die Antifa hat nur echt absolut keinen Plan die ordentlich umzuschreiben!

    Hey,…eig. denke ich das wir hier alle etwas Links veranlagt sind…!

    Die Antifa hat doch auch eine Kontaktseite…lass uns die doch mal anschreiben, und bieten den mal Hilfe an, anstatt die hier echt so lächerlich zu machen!

    Weiste wie ich das meine?

    Das bringt und doch nicht weiter!

  3. 3 Helmut 13. Dezember 2008 um 9:39 Uhr

    Also Tekknoatze,
    ich weiß jetzt nicht was ich sagen soll, also über andere Lustig machen, dass kann jeder…!

    Du sollst nicht mit denen zusammenarbeiten, du sollst anstatt dich über diese Leute lustig zu machen, die anschreiben, und sagen was scheiße ist! Denn das was ihr hier macht ist Scheiße,… Das hilft den Antifanten auch nicht weiter.
    , wenn man sich über die lusig macht und sie ins lächerliche zeiht!

    Also ich werde die Anschreiben, und ihnen unter die Arme greifen…!
    Sie sind welche von uns!

  4. 4 ♥Tekknoatze 13. Dezember 2008 um 17:18 Uhr

    Mach das wenn du willst. Ich mach das nicht. Ich hab genügend ausfüllende politische Aktivitäten, da muss ich mir nicht noch den Inetscheiß antun. Ach ja: ich blogg darüber, das ist Freizeit, Polemik und Spaß.
    Ansonsten schließ ich mich soft_brains Satz bei Diffi an.

    ♥Tekknoatze

  1. 1 Demo gegen Rassismus in Göttingen : MR93 Pingback am 13. Dezember 2008 um 22:58 Uhr
  2. 2 Rakete Trackback am 15. Dezember 2008 um 0:37 Uhr
Ein_e verbitterte_r Redakteur_in hat weite Kommentare zu diesem Beitrag untersagt.