Schwein und Mensch oder der Irrweg durch die abschaffenswerten Institutionen eines verachtenswerten Staates I

Das erste Problem an diesen Institutionen sind, dass sie den normalen Tagesablauf eines durchschnittlichen Jugendarbeitslosen (15.00 Uhr aufstehen, danach bis 18.00 Uhr im Bett liegen und BILD Phase2 lesen, dann um 18.30 Sat.1 Computer anmachen, merken, dass nichts mehr zu essen im Haus ist, um 19.00 Uhr zum lokalen Supermarkt tingeln, um 19.30 Uhr gegessen haben um dann um 20.00 Uhr wenn die lohnarbeitenden und studierenden Freund_innen endlich mal fertig sind mit den Drogen anzufangen, vollkommen hacke gegen 06.00 Uhr ins Bett fallen, von vorne) schon mal in den Grundfesten erschüttert. Das fängt dabei an, dass die Agentur für Ausbeutung samt Umfeld (Jobcenter U25, Familienkasse) nur bis 12.00 Uhr aufhat. Da kann das mit dem bis 15.00 Uhr schlafen zu leichten Komplikationen führen. Nun wohl an denn, vorausgesetzt man schafft es sich in die Bahn zu setzen und vom Abend vorher noch halbwegs daneben in die richtige Richtung zu fahren fängt der Ärger ja erst an.
Wenn man da ist kann man sich ungefähr drauf verlassen, dass man die nächsten Monate keine Adventures mehr spielen muss. Die Agentur für Arbeit scheint je nach Einsatzbereich, und davon gibt es massig, verschiedene Lösungen zu verteilen. Man ruft also an um sich zu erkundigen was man denn bräuchte und was man denn tun müsse und kriegt B gesagt. B entscheidet sich grundlegend von dem was im Termin vorher von der bestimmt ebenso kompetenten Kollegin vorrausgesagt wurde. Das was sie prognostizierte was zu tun sei nennen wir mal A.
Man kommt also mit dem guten Gewissen an, dass man sich informiert hat und kann sich sogar noch in Grundzügen dran erinnern, geht zu Schalter 1 beginnt eloquent seine Probleme vorzutragen, bis nach einer kuren Abstimmung mit Supervisor (oder Oberagent für Arbeit?) die Anweisung rausgeht, dass man ja bei Schalter 1 vollkommen fehl am Platze sei, man sich doch bitte bei Schalter 2 anstellen solle. Also nochmal in die Schlange, MP3-Player rausgekramt und gefragt wozu ein Gebäude wie die Agentur für Ausbeutung hunderte Feuerlöscher braucht. Egal, nicht mein Bier. An Schalter 2 dann Prognose B vorgetragen, Wahrsagerin Telefon sagte das sei so richtig und müsse exakt so gemacht werden. Wahrsagerin Schalter nun aber hat eine bessere Idee, denn eigentlich sei Prognose A schon ausreichend und B vollkommen unnötig, A müsse man aber auch nicht machen, viel einfacher gehe das mit C. Für C allerdings ist weder Schalter 1 noch Schalter 2 zuständig, dafür müsse man mal eben kurz zu Schalter 3 wechseln, Schalter 3 hat- immerhin- Stühle zum Warten. Also zwischen lauter Menschen , denen eine Kategorisierung in White-Trash 2.0 zusteht gewartet. Dann immerhin: Prognose C an Schalter 3 ist schon mal gar nicht so schlecht, das ginge so, wird gesagt. »Haben sie denn…« die nächste Frage, aber wie soll man denn haben, wenn man eigentlich damit gerechnet hat Prognose B an Schalter 1 zu erfüllen und dann mit Prognose C auf einmal an Schalter 3 steht? Na das ist immerhin kein Problem.
Noch lustiger wird das dann wenn man aufeinma nicht nur in Behörde I seine Zeit verbringen muss sondern sich dazu noch Behörde II einmischt. Dann ist nämlich auf einmal weder Wahrsager_in Telefon Behörde I für einen zuständig noch Wahrsager_in Telefon Behörde II, sondern man muss sich mit der persönlichen Sachwahrsager_in zu einer Runde Gläser rücken verabreden. Übrigens hat man dann plötzlich, obwohl niemand mehr zuständig ist, zwei persönliche Sachwahrsager_innen.
Unmut darüber können die Wahrsager_innen, dabei ist es dann egal ob Schalter, Telefon oder Sach, aber nicht nachvollziehen. »Sie sind ja selber…«. Doing. Wenn die RAF schon Bullen von Menschen zum Schwein machen durfte und selbst die Verganer_innen meines engeren persönlichen Umfelds an dieser Einschätzung nichts verwerfliches finden, dann gibt es für die Agentur für Arbeit nur noch: Der Wahrsager bei der Agentur für Arbeit, dem eine Faust in Gesicht fliegt, ist eines: Ein armes Schwein, das selbst schuld hat.
Keinen Mitleid kann ich für Berufs- (in doppeltem Sinne gleich) Wahrsager_innen empfinden, die viel versprechen aber eigentlich keine Ahnung haben, zur Not aber 23 (mindestens) durchnhummerierte Broschüren, »in der steht alles drin, das müssten sie mal lesen.« Wenigstens keine Berufsdeutschen gesehen, die scheinen da eine riesige Fanbase zu haben, Aufkleber von deren Warte haben nämlich eine wig lange Halbwertszeit. Morgens halb 10 in Deutschland. Das Problem übrigens ist einfach zu lösen: Einmal im Monat bei Schalter 3 melden reicht vollkommen, das ist nebenbei die Lösung, ich nenne sie mal D.

Vielen Dank für soviel Sachkenntnis
♥Tekknoatze

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4 Anmerkungen zu »Schwein und Mensch oder der Irrweg durch die abschaffenswerten Institutionen eines verachtenswerten Staates I«


  1. 1 Atx 13. Dezember 2008 um 19:38 Uhr

    keine ahnung warum, aber irgendwie muss ich grad an einen gewissen „passierschein a38″ denken :x

  2. 2 ♥Tekknoatze 13. Dezember 2008 um 20:41 Uhr

    =d>=))

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  2. 2 ARGE, du Arsch. « meta.©opy®iot.com Pingback am 17. September 2009 um 18:51 Uhr
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