Fick dein Gewissen

Dr. Dr. Rainer Erlinger ist »Moralexperte« bei der Süddeutschen Zeitung und als solcher darf er »Gewissensfragen« beantworten.
In der letzten Folge seiner Kolumne oder whatever geht es dann um das schwarzsehen von Premiere, eine der sinnvollsten Sachen, die man tun kann, nicht aber wenns nach Dr. Erlinger geht, »moralischer Trittbrettfahrer« die knallharte und irgendwo dann doch wieder an Verbrechen erinnernde Schlußfolgerung »moralischer Trittbrettfahrer«.
Denn das eigene Verhalten sei ja nur durch das legitime und moralisch vollkommen richtige, weil ja den Konzern nicht schädigende, Verhalten der zahlenden Kunden möglich. Was soweit ja richtig sein mag, aber kein Argument gegen das Schwarzgucken, das nebenbei sowieso erstmal nicht mehr möglich ist, schließlich wird man sich ja bewusst dafür entschieden haben Premiere keine 70€ im Monat zukommen zu lassen, sondern die für Alkohol oder so auszugeben.
Wenn jetzt also Premiere pleite gehen würde, weil niemand mehr bezahlt ist das kain Problem derer, die Schwarzgeguckt haben, sondern einzig und alleine von Premiere, die es dann nicht geschafft hätten ihr Programm innerhalb der Konkurrenz durchzusetzen.
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Aber das passiert im besten Hause, Apple zum Beispiel, die besten Flops von 1983 bis jetzt.
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Einen Geburtstag zu feiern gibt es heute selbstverständlich auch: Unser lieber Computervirus feiert seinen 25.
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In der Provinz ist der Teufel los, Linden stellt sich gegen Nazis und »mehrere Antifa-Gruppen« sind sich für den Antifaheimatschutz nicht zu blöde, nebenbei hackt ein anonymes Alkoholkommando die Seite der lokalen Komödiantentruppe, scharfsinnige Beobachter_innen meinen das Fehlen der Solidarität anprangern zu müssen, wo wir doch alle wissen, dass das nicht stimmen wird.
Heute abend kann man sich eine Veranstaltung zu antifaschistischer Arbeit in Gewerkschaften organisiert von der Antifaschistischen Aktion Hannover angucken:

Darf’s ein bisschen mehr sein?
Veranstaltung zu antifaschistischer Arbeit in Gewerkschaften

Am 1. Mai wollen die Nazis durch Hannover marschieren. Wie bei vielen ähnlichen Anlässen stehen auch hier die DGB-Gewerkschaften an zentraler Stelle, was die Planung und Koordination der Gegenaktivitäten aus einem sehr breiten Spektrum politischer Akteure betrifft. Warum sind Gewerkschaften aus der bürgerlichen Antinazi-Arbeit kaum wegzudenken? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Vertretung von ArbeitnehmerInnen-Interessen und dem Kampf gegen rechts? Inwieweit lässt sich gewerkschaftliche Antinazi-Praxis als Angelpunkt einer radikaleren Politik, auch als „Tarifpartner“, verstehen? Und was ist mit dem „Standort Deutschland“?
Die „soziale Frage“ und den Kampf gegen rechts wollen wir in einer Diskussion verbinden und die Fragen nach Schnittstellen sowie der Rolle der Gewerkschaften stellen. Wir haben Angelo Lucifero eingeladen. Angelo, jahrzehntelanger Gewerkschaftsaktivist, antirassistisch und antifaschistisch aktiv, wurde 2007 am Rande einer Kundgebung in Erfurt von Nazis angegriffen und setzte sich mit einer Schreckschusspistole zur Wehr – für ver.di Grund genug für einen Rausschmiss. Nur dank der breiten Solidarität aus Basis und Teilen der Gewerkschaftsführung wurde diese Kündigung zurückgenommen. Welche Wege Nazis finden, mehr als 10 Jahre lang einen antifaschistischen Aktivisten zu attackieren, wie blind die Polizei immer noch auf dem rechten Auge sein kann, wieviel Antifa in der Gewerkschaft zuviel ist – auch das sind Themen der Veranstaltung.

Mo. 10.11.08 | UJZ Korn | 20 Uhr

Unabhängig von Gewerkschaften sei gesagt:

reicht,
♥Tekknoatze

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2 Anmerkungen zu »Fick dein Gewissen«


  1. 1 rosa 11. November 2008 um 15:19 Uhr

    geiler jingle.
    aber bei „antifaschistische stadtteilpolitik = antifaheimatschutz“ sind die pferde wohl mal wieder mit ihnen durchgegangen, herr atze, nä?

  2. 2 ♥Tekknoatze 11. November 2008 um 15:39 Uhr

    Das was dieses Lindenerbürger_innenbündniss da macht ist nichts anderes als Heimatschutz, das eine radikale Linke da in irgendeiner Weise reingewirkt hätte wäre mir nicht bewusst (ich mein nicht das IL Intervenieren ala wir fordern das gleiche wie die Bürger_innen und danach sind das alles Kommnunist_innen).
    Du solltest eigentlich wissen, dass ich Antifas, die in ihrem Stadtteil arbeiten nicht per se als Heimatschützer_innen abtue.

    ♥Tekknoatze

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