„Der Dichter der Krise“

Alexander Kluge wird das Kapital verfilmen. Was dabei rauskommen wird ist klar, wenn man sich durch die Feuilletons dieser Republik liest. „Nachrichten aus der ideologischen Antike“ ist der Untertitel des Films, der Mitte November als DVD-Box bei Suhrkamp erscheinen wird.
Der Begriff der ideologischen Antike macht dann auch schon klar was die FAZ nur noch aussprechen muss: „Die Revolution mag tot sein: Als Kino-Idee bleibt sie verführerisch. “ Marx‘ Werk wird im Sinne des Ende der Geschichte nur als romantisierend zu sehendes Werk eines guten Ökonomen gesehen („Marx ist längst historisiert. Er ist nicht gegenwärtig.“). Im Sinne dessen äußert sich dann auch Kluge gegenüber der FAZ: “ In Marx haben wir aber einen Scout, der uns durch die hochkomplexe Welt und zurück in die Antike leiten kann.“
Kommunismus als Emanzipation von Konkurrenz und Ausbeutung wird zu Kommunismus als Rückfall. Rückfall in die Antike, so äußert sich der Fetisch zur Moderne. Der Kapitalismus habe die „ganze mittelalterliche Trägheit wird in Gang gesetzt, alles wird schöpferisch, einschließlich „schöpferischer Zerstörung““.
Und das ist auch gut so, „Marx ist Material für die Schulpause, nicht für die Schulstunde.“ so Kluge weiter.
Die WELT geht da schon einen Schritt näher an die Wahrheit heran: „Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise liest er sich sogar besonders frisch, und es tut ihm gut, dass er nicht mehr als Chefideologe eines totaliären Systems mit Unfehlbarkeitsanspruch missbraucht werden kann.“ (WELT, 23.10.2008)
In den Trend wird es passen, und wie der Karl-Dietz-Verlag momentan unverhoffte Gewinne mit dem Verkauf der Kapitalbände einfährt (Berliner Zeitung) so wird der Suhrkamp-Verlag mit dem 10 Stunden Monumentalprojekt ökonomisch als Gewinner hervorgehen.
Der Gehalt der Kritik der politischen Ökonomie wird aber unter der totalitarismustheoretischen („… noch der rechte stalinistische Osten.“), historisierenden Sichtweise Kluges leiden.

♥Tekknoatze

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8 Anmerkungen zu »„Der Dichter der Krise“«


  1. 1 lahmacun aka Laura 28. Oktober 2008 um 19:18 Uhr

    “Marx ist Material für die Schulpause, nicht für die Schulstunde.” so Kluge weiter.

    ui! „es war einmal, vor langer zeit, da hörte sich das anders an …“

  2. 2 lyziswelt 28. Oktober 2008 um 20:36 Uhr

    -

  3. 3 ♥Tekknoatze 28. Oktober 2008 um 22:06 Uhr

    1. Ich guck kein Fernsehen, hab also keine Ahnung was da so alles zu sehen ist.
    2. So wie es in den Interviews dargestellt wird it Kluge eben keineswegs nur Stichwortgeber für Interviews.
    3. Ich habe die Sichtweisen Kluges, die er im FAZ Interview geäußert hat kritisiert. Richtig. Und wer „der rechte stalinistische Osten“ sagt oder versucht Das Kapital in den Bereich der Unterhaltungsindustrie („Material für die Schulpause“) verrückt der gehört kritisiert.

    Das kannst du mein liebster Stalinist einsehen oder nicht, gehaltlos ist eben auch dein Beitrag.
    ♥Tekknoatze

  4. 4 tee 28. Oktober 2008 um 22:37 Uhr

    kluge ein „stichwortgeber“ …. HAHAHAHAHA!

  5. 5 lyziswelt 28. Oktober 2008 um 23:40 Uhr

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  6. 6 ♥Tekknoatze 29. Oktober 2008 um 0:16 Uhr

    Ach lyzi mach dir mal keine Sorgen um die Bedeutung dieses Blogs. Das ist alles in Butter.
    You lost again.

    ♥Tekknoatze

  7. 7 lyziswelt 29. Oktober 2008 um 0:41 Uhr

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  8. 8 ♥Tekknoatze 29. Oktober 2008 um 1:09 Uhr

    Yeah!

    ♥Tekknoatze

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