Archiv für Oktober 2008

Muss die Reaktion zerschlagen, und die Intervention

Wir würden unsere kritische Position gerne zur Disposition stellen, wenn sich alle an solchen Bündnissen Beteiligten für eine sofortige Legalisierung aller hier lebenden MigrantInnen einsetzen, für offene Grenzen plädieren, akzeptierende Sozialarbeit mit rechten Jugendlichen verurteilen, die Aufteilung in „Ausländer die uns nützen und Ausländer die uns ausnützen“ ablehnen, gänzlich auf staatliche Repression verzichten und die Abschaffung Deutschlands begrüßen würden – um nur einige Beispiele zu nennen. Wir denken jedoch, daß wir mit unserer Position noch einige Zeit auf der sicheren Seite stehen.

Um einem falschen Eindruck vorzubeugen: Wir möchten hiermit nicht generell gegen Bündnisarbeit plädieren. Unsere eigene politische Praxis ist davon seit jeher geprägt und wir wollen dies in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Jedoch warnen wir vor einer Bündnisarbeit um der Masse willen, einem blinden Aktionismus, der jegliche eigene inhaltliche Positionierung und Problematisierung aufgibt und die TäterInnen aus ihrer Mitschuld an den deutschen Zuständen entlässt.

Bündnis gegen Rechts Leipzig: Antifa- Was geht?

Dabei jedoch nicht vergessen: Was wären die Deutschen ohne „die bösen“ Nazis? Richtig. Immer noch Deutsche.

bad wheather Antifa AG- Antifa 2004 – Quite a Feeling, Quite a Relief, Quite a Mess

Göttinger Blogsache

Da hat die A.L.I. es zumindest bei mir persönlich dazu gebracht immer wieder irgendwie in die Riege des zwar normal bescheuerten aber zumindest noch nicht ganz abtoßenswerten gezählt zu werden und bemüht sich jetzt in aller Mühe sich die restliche politische Ernsthaftigkeit zu nehmen.
Im Rahmen einer Veranstaltung über Kampagnen zur Schließung von Naziläden hat der Göttinger Haufen sich die, in der Vergangenheit nicht gerade durch solidarisches Verhalten aufgefallenen, Antisemit_innen von zusammen kämpfen aus Magdeburg ins Dorf zu holen.
Kratzte die A.L.I. bis jetzt gerne an der Grenze ist durch ein solches Verhalten diese überschritten. Mit Mitgliedern der AAMD/GIS kann man sich nicht solidarisieren, wenn man von emanzipativen Menschen danach als solches wahrgenommen werden will. No more cooperation!

Keine Zusammenarbeit mit antisemitischen Linken

Zum 31.Oktober hat die Gruppe “Antifaschistische Linke International >A.L.I.< das Bündnis “zusammen kämpfen” aus Magdeburg nach Göttingen eingeladen. Die Diskussionsveranstaltung “Ladenschluss” soll im Rahmen der “Antifaschistisches Wochenende 2008 - Für eine starke antifaschistische Kultur – Gegen rechte Zentren und Naziläden vorgehen!” stattfinden. Im Folgenden wollen wir darstellen wieso sich eine Zusammenarbeit mit Bündnissen wie “zusammen kämpfen” für eine antifaschistisch und emazipativ verstehenden Linke verbieten sollte.

♥Tekknoatze

die Anderen: im*moment*vorbei, IdrawESCAPEplans

„Der Dichter der Krise“

Alexander Kluge wird das Kapital verfilmen. Was dabei rauskommen wird ist klar, wenn man sich durch die Feuilletons dieser Republik liest. „Nachrichten aus der ideologischen Antike“ ist der Untertitel des Films, der Mitte November als DVD-Box bei Suhrkamp erscheinen wird.
Der Begriff der ideologischen Antike macht dann auch schon klar was die FAZ nur noch aussprechen muss: „Die Revolution mag tot sein: Als Kino-Idee bleibt sie verführerisch. “ Marx‘ Werk wird im Sinne des Ende der Geschichte nur als romantisierend zu sehendes Werk eines guten Ökonomen gesehen („Marx ist längst historisiert. Er ist nicht gegenwärtig.“). Im Sinne dessen äußert sich dann auch Kluge gegenüber der FAZ: “ In Marx haben wir aber einen Scout, der uns durch die hochkomplexe Welt und zurück in die Antike leiten kann.“
Kommunismus als Emanzipation von Konkurrenz und Ausbeutung wird zu Kommunismus als Rückfall. Rückfall in die Antike, so äußert sich der Fetisch zur Moderne. Der Kapitalismus habe die „ganze mittelalterliche Trägheit wird in Gang gesetzt, alles wird schöpferisch, einschließlich „schöpferischer Zerstörung““.
Und das ist auch gut so, „Marx ist Material für die Schulpause, nicht für die Schulstunde.“ so Kluge weiter.
Die WELT geht da schon einen Schritt näher an die Wahrheit heran: „Vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise liest er sich sogar besonders frisch, und es tut ihm gut, dass er nicht mehr als Chefideologe eines totaliären Systems mit Unfehlbarkeitsanspruch missbraucht werden kann.“ (WELT, 23.10.2008)
In den Trend wird es passen, und wie der Karl-Dietz-Verlag momentan unverhoffte Gewinne mit dem Verkauf der Kapitalbände einfährt (Berliner Zeitung) so wird der Suhrkamp-Verlag mit dem 10 Stunden Monumentalprojekt ökonomisch als Gewinner hervorgehen.
Der Gehalt der Kritik der politischen Ökonomie wird aber unter der totalitarismustheoretischen („… noch der rechte stalinistische Osten.“), historisierenden Sichtweise Kluges leiden.

♥Tekknoatze

Verwirrung stiften

Die Antifa Jugend Bochum schießt den Vogel ab. In ihrem neuesten Indymediastreich rechnen sie sich ganz frech antinationalen Bewegungen zu. Wenn sie sich mal länger als 20 Sekunden darüber Gedanken gemacht hätten, wären sie auf den selben Schluß gekommen wie ich: Eigentor.

cutted- pasted II

Die Party gestern war gut. Richtig geil um es mit Icke und Er zu sagen. Im*moment*vorbei hat das auch so gesehen und rockstar trifft mit seiner Kritik der Band den Nagel auf den Kopf.
Eine kleine Notiz noch, bei diesen netten gruppe, die ich gestern schon verlinkte kann man zwar herrlich Geld für vollkommen nötige Textsammlungen ausgeben, man sollte es allerdings unterlassen vorher 3€ für eine andere Textsammlung zu berappen, die gibt es da sowieso geschenkt.
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In der Jungle World standen dann immerhin interessante Artikel über die derzeitige Krise von Michael Heinrich, Carlos Kunze, Alexander Troll sowie der Initiative Sozialistisches Forum, die mit diesem Bild + Unterschrift meine Zugfahrt wesentlich aufheiterten:

Ja und Amen. Im Kapitalismus geht es zu wie in einer Kirche. Wunder vollziehen sich nur, solange alle gläubig sind wie die Hammel

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Wer Premium Cola ungefähr so schätzt wie ich dem werden auch die immer wieder lustigen Bilder auf der Rückseite, zur Empörung aller Antispeziest_innen welweit auch mal ein Steak, gefallen:
cola
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Coming soon, so oder so ähnlich:
sticker
Soon heißt vor Weihnachten.

Das wars, alles andere ist zu irrelevant
♥Tekknoatze

Rave Karl!

Heute abend feiert eine gute Gruppe mit einem symphatischen Zusammenschluß zusammen eine Party. Weil ich lebensmüde bin und sonst nichts zu tun hab werd ich mich jetzt in den Zug werfen und da mit feiern:

Konzert und Party im Festsaal Kreuzberg (Skalitzer Straße, U-Kottbusser Tor) mit DJ KING FEHLER von der KNARF RELLÖM TRINITY, den SMALL TOWN GIRLS (Bandprojekt der Stella-Sängerin Elena Lange), Erich Lesovsky und der Sportbrigade Sparwasser.

Das Ganze ist dann Soli kostet 5€ und wird bestimmt gut.
Bis dahin werd ich das hören:

♥Tekknoatze

„we gonna kill the rich“

Die Yuppiehasser_innen des Antifa-Versands erhalten Verstärkung von Seiten der reaktionären Formierung aus Großbritannien:

via

cutted- pasted I

Nach dem Jeans Team legt Deichkind mit einem Song nach, der die allseits beliebte Parole „Kein Gott, Kein Staat…“ kreativ fortbildet. Wie nicht anders bei einem Deichkindsong zu erwarten geht es um Saufen. Hört ihr die Signale heißt das, hat mit klassischem Arbeiter_innenliedgut aber nichts mehr zu tun.
Jeans Team- Das Zelt:

Deichkind- Hört ihr die Signale:

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Wer sich eine unvoreingenommene Veranstaltung zum Thema Jugendliche und Alkohol angucken möchte, dem empfehle ich einen Besuch bei der Diskussion „Hauptsache zugedröhnt! Jugend und Alkohol“ am 30.10. in Hannover:

Hannover (ots) – Der Präventionsrat Linden – Limmer lädt alle Interessierten herzlich zur Podiumsdiskussion „Hauptsache zugedröhnt!“ – Jugend und Alkohol – ein. Die Veranstaltung findet am 30.10.2008 von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr im Freizeitheim Linden in der Windheimstraße 4 statt.
Immer mehr Jugendliche greifen immer früher zur Flasche. „Komasaufen“ ist anscheinend, zumindest für einige Gruppen, fester Bestandteil jugendlichen Lebens. Die damit verbundenen zum Teil strafrechtlichen Auffälligkeiten, die gesundheitlichen Auswirkungen und Gewaltausbrüche werden in Kauf genommen oder auch bewusst herbeigeführt. Mit der Veranstaltung will der Präventionsrat die vielschichtigen Ursachen, Auswirkungen und Gegenstrategien mit Hilfe von Fachleuten näher betrachten. Neben dem Präventionsrat der Polizeiinspektion West werden an der Podiumsdiskussion noch ein Vertreter der Landesstelle für Jugendschutz, ein Chefarzt des Kinderkrankenhauses auf der Bult und ein Mitglied des Präventionsteams der Jugend- und Suchtberatung teilnehmen. Alle Personen stehen für Fragen und zur Diskussion zur Verfügung. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei./noe, zz

via
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ProSieben hat ’ne neue Show und lässt im Hintergrund halbnackte Frauen unsinnig rum hopsen während die Kanidatin „Bettina“ von Fettes Brot singt, ein Bild für die Ewigkeit.
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Berlin Calling heißt der Film, der Egotronic die Namensgebung des neuen Albums versaut hat. Mittlerweile ist der Soundtrack erhältlich, der ist bis auf ein Lied komplett von Paul Kalkbrenner beigesteuert worden. Feinste Sache. Als letztes Lied Gebrunn Gebrunn, wie dorfi schon so richtig feststellte ein wünschenswertes Lied. Als Hörprobe noch Peet mein Lieblingsstück der ganzen Platte.

♥Tekknoatze

Eine kleine Spende

Wer mir einen Gefallen tun möchte kann sich bei sevenply nach einem Klick auf diesen Link anmelden und mir so einen Euro zur Kapitalvermehrung schenken.

Dankend
♥Tekknoatze

We call it music

Warum ich nur noch unter Alkoholeinfluss blogge ist mir auch ein Wunder, aber egal. Track to hear: CaDaV5- Tetris

♥Tekknoatze

Komm schon Frohsinn.

»Think about the strangeness of today’s situation. Thirty, forty years ago, we were still debating about what the future will be: communist, fascist, capitalist, whatever. Today, nobody even debates these issues. We all silently accept global capitalism is here to stay. On the other hand, we are obsessed with cosmic catastrophies: the whole life on earth disintegrating, because of some virus, because of an asteroid hitting the earth, and so on. So the paradox is, that it’s much easier to imagine the end of all life on earth than a much more modest radical change in capitalism.« (Slavoj Žižek 2005)

Fast Forward Hannover- »Das Gegenteil von gut is gut gemeint«

Alkoholrausch statt nationalem Freudentaumel
♥Tekknoatze

Haider tot- Blogger froh

haha
Jörg Haider ist tot. Haider reiht sich damit in eine illustre Reihe Rechter ein, die das mit dem Autofahren nicht so drauf hatten. Fahrschule Ian Stuart lässt grüßen.
Freude darüber bei kaputt, schons, kosher, Keksbrot, Scheckkarte, teilnehmende beobachtungen , indirekt bei Diffi, Lyzis Welt und lipstick.Israel.
Irgendeine österreichsche Zeitung ist auch noch auf die geile Idee gekommen ein Kondolenzbuch zu erföffnen, wers sehen will: hier.
Ansonsten sind alle traurig über den Verlust des „Unruheherds“ Haider und seine Partei hat nun ein Führer äh Führungsproblem.

Übrigens passt zu Thema:
„Sie sind mit einer tödlichen Waffe auf einen Agenten losgegangen.“ „Das ist doch nur ein VW.“
-Dialog aus der Fernsehserie Numb3rs

♥Tekknoatze

Bescheuert III

Das in Berlin einiges nicht so läuft, wie man sich das von emanzipatorischen Bewegungen so vorstellt ist nun beileibe nichts neues.
Auch der Antifa-Versand hat sich spätestens mit dem Werbemobilisierungsplakat1 für Hamburg alle Mühe gegeben diesem Zirkel der Durchgeknallten beizustehen. Das es mit ein bißchen K.I.Z. Klassenfahrtatmosphäre noch nicht getan ist, musste Baushaustapete feststellen. Der Antifa-Versand hält es nun für nötig nochmal was richtig intelligentes zur Debatte um Gentrifizierung beizutragen.
„Die Yuppie Scum“ lautet die Aussage, die die_der geneigte Träger_in demnächst durch die Yuppie geplagten Innenstädte tragen soll, quasi um den Reichen jetzt mal so richtig den Arsch auf Grundeis gehen zu lassen.
RedStuff, ganz informativ, verliert noch ein paar Worte dazu. Unter dem Titel „Die Message ist klar“, das Ganze sei ein Remake von allem möglichen, das ja „legendär“ sei. Mit diesem Legendenkult eine inhaltliche Debatte zu ersetzen, oder einfach mal ein Statement, was denn den Tod an Menschen „cool“ mache, nur weil sie reicher als ihr seid, Pech, oder weil irgendwo irgendwer legendär gewesen ist?
Tragbar ist das nicht. Man möchte eher meinen inhaltliche Regression sei der richtige Ausdruck. Aber bei genauerer Betrachtung haben RedStuff, ALB und Co. ganz einfach den Faschismus als Gegner hintangestellt und verteidigen die Demokratie auf neuen Wegen in Form des Kampfes gegen Gentrifizierung. Und wo früher die Nazis herhalten mussten, und das durchaus zu Recht, werden die Yuppies nun zum neuen Objekt ernannt, an dem die linken Militanzverlangen ihre praktische Artikulation finden. Ob da über Menschen mit Anzügen in der Köpi gelästert wird, vermeinliche Yuppies in Cafés angeggriffen werden, oder jetzt als Ende Fahnenstange Yuppies sterben müssen, damit sie leben können.
Mit „They gonna privatize the air“ einem 40 Seiten langen Reader, versuchte die ALB dabei schon früher diesen Jahres die inhatliche Grundlage zu legen. Und wo schon oben in der Parole die Nazis durch die Yuppies ersetzt werden, wird im Reader die Gentrifizierung zum Gegenstand der Kritik wie es früher der Faschismus war, und es folgen elendig lange Ausführungen über Mietpreise, Stadtumstrukturierung und alles weitere, und es wird vollkommen Vergessen, das die Entwicklungen in Berlin und anderswo nicht vom Himmer fallen sondern gesellschaftliche Ursachen haben, den Kapitalismus also mal schuldig zu machen, das ist anscheinend nicht Anspruch der Bewegungslinken, eher auf Kuschelkurs mit der bürgerlichen Gesellschaft gehen und versuchen „die Leute da abzuholen wo sie stehen“. Unablässig möchte man da Hans-Jürgen Krahl zitieren:

›Die Anbiederung ans falsche Bewußtsein hat dieses noch nie verändert‹

♥Tekknoatze

  1. Danke, politisches Plakat! [zurück]