Freiraum ist richtig feiern!

Einige kurze Randnotizen meinerseits zum (allgemein sehr empfehlenswerten) Phase2 Artikel der Redical[M] aus Göttingen.
Mir soll es dabei gar nicht so um eine Bewertung der Freiräume als politisches Ideal und vermutlich antikapitalistischen Hort des Guten gehen in diesen Punkten kann ich den GenossInnen nur recht geben.
Was in dem Text allerdings vollkommen unterschlagen wird ist, dass eine Party in einem Freiraum eben ebenso ein „richtig feiern“ (wie wollt ihr das eigentlich definieren?) sein kann.
Noch mehr. Dem im Gegensatz zu der Mehrheit von Kneipen, Discos etc. ist ein „Freiraum“ auch während einer Party ein linker Raum, heißt Freiraum bedeutet wesentlich mehr als sich mit der eigenen Ohnmacht zu identifizieren. So bietet ein „Freiraum“ ein, zumindest für meine Maßstäbe, wesentlich angenehmeres Klima, wenn man weiß, dass Scheißdeutsche, SexistInnen etc. entweder an der Tür eine Abfuhr erhalten oder sie zumindest geschmißen werden, sobald sie jene Charakterseiten nach außen kehren.
Diese Aspekte bei der Beurteilung von Freiraumpolitik zu vernachlässigen fällt angesichts der politischen Unzulänglichkeiten, die aus dem Freiraumspektrum kommen, leicht sollte aber nicht getan werden.

♥Tekknoatze

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10 Anmerkungen zu »Freiraum ist richtig feiern!«


  1. 1 Wendy 27. August 2008 um 18:52 Uhr

    Du hast da einen Bindestrich vergessen, schäm‘ dich. (Phase[-]Artikel)

    Anmerkung: Ich finde, du beschreibst einen nichtexistenten Idealzustand, der so gegeben wäre, wenn die politische/radikale Linke frei von Sexismen usw. wäre. So sehe ich das nicht gegeben.

    Angenehmer sind Parties in sog. linken Freiräumen nichtsdestotrotz im Gegensatz zu irgendwelchen normalen Diskos etc.

  2. 2 soft_brain 27. August 2008 um 19:17 Uhr

    Ich geb Wendy da schon recht.
    Andererseits ists echt auch richtig geil ohne eine Szenepolizei zu feiern, die einen auf Schritt und tritt überprüft und schaut, dass man blos nichts macht, was nicht als links gilt. Diese Moralvorstellung geht von „ey, du tanzt zu viel“, bis hin zu Sexismusvorwürfen alá „ey, du hast du Beine zu breit beim Sitzen“.

  3. 3 Wendy 28. August 2008 um 0:55 Uhr

    Herrschaft des Subjektivismus.

  4. 4 ♥Tekknoatze 28. August 2008 um 12:38 Uhr

    Wendy: Oh Nein! Wird, vielleicht, nie wieder vorkommen ;)
    Irgendwas zuwischen Idealzustand und Realität. Aber auch mit noch existenten Sexismen and so on ist eine Party im UJZ/AJZ durchaus entspannter von der politischen Atmosphäre. You said it.

    soft_brain: Ich glaube „Ey, du hast die Beine zu breit beim Sitzen“ ist eine Göttinger Eigenart ;) Mir hat auf ner UJZ PArty auch noch niemand gesagt, dass ich zuviel tanzen würde, eher wurde mir vorgeworfen, dass ich mit steigendem Alkoholpegel das Tanzen vernachlässige.
    Was natürlich den Reiz von Partys in einer „echten“ Disco nicht nimmt, alleine schon weil die DJs, in der Regel, fähiger sind.

    ♥Tekknoatze

  5. 5 Keta Minelli 28. August 2008 um 13:25 Uhr

    Eure komische Kontruktion eines Drinnen (die nicht ganz so von Sexismen durchzogenen Freiräume) und Draußen (die „normalen“ (häh?) Diskos) zeigt mir, dass es sich bei euch jetzt nicht unbedingt um regelmäßige Clubbesucher handelt. Wenn ich die Wahl zwischen Bar25 und beliebiger Antifaparty hätte, würde ich in jedem Fall den Ort der zwanglosen Geselligkeit wählen. Da darf mir dann auch gerne mal auf den Arsch gehauen werden.

  6. 6 Wendy 28. August 2008 um 17:40 Uhr

    Du findest das vielleicht in Ordnung, andere wiederrum nicht…

  7. 7 scheckkartenpunk 28. August 2008 um 18:09 Uhr

    „auf den arsch hauen“ mal außen vor. die sexismusproblematik besteht in freiräumen doch konstant weiter – sonst sollte das doch in der langen zeit in der solche freiräume zum teil schon bestehen doch kein thema mehr sein. diese freiräume sind doch genauso wenig „frei“ von irgendwas wie das abgegrenzte außen. sie spielregeln sind vielleicht andere.

    ich wär dann mit keta feiern.

  8. 8 scheckkartenpunk 28. August 2008 um 18:11 Uhr

    DIE spielregeln

  9. 9 Wendy 28. August 2008 um 19:10 Uhr

    Du cooler Typ, du hast jetzt garnichts gesagt, außer, dass es in Freiräumen halt Regeln gibt, die verhindern sollen, dass die gesellschaftlichen Sexismen auch in Freiräumen zum Tragen kommen… Schlimm! Das die Spielregeln nämlich anders und auch teilweise strenger sind, macht doch, dass der Freiraum als solcher überhaupt bestehen bleibt. Ein kritisches Bewusstsein davon zu haben ist angebracht, aber die schlechte Einrichtung im falschen Ganzen quasi dafür zu kritisieren, dass sie nicht frei von den Herrschaft, Sexismen und anderen ist, gegen die sie sich verteidigen will, ist doch dumm.

    Die absolute Dichotomie „Freiraum – ,draußen‘“ macht doch hier eh niemand mehr mit.

  10. 10 ♥Tekknoatze 30. August 2008 um 15:52 Uhr

    keta und schecki: Klar können Partys in der Bar25 netter sein. Aber eben wenn sowas passiert wie dumme Anmachen oder Grapschen hat das nichts mehr mit „zangloser Geselligkeit“ zu tun, dann ist die Party eben nicht mehr cooler.
    Und, dass der Freiraum im Kapitalismus eben nicht frei ist will hier wohl niemand bestreiten.

    ♥Tekknoatze

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