Archiv für August 2008

Krieg bloed, NATO bloed, Demokratie gut

Das koennete man als ungefaehren Mitschnitt des Aufrufs zu den antikapitalistischen Blöcken auf den Demos am 20.09.08 in Berlin und Stuttgart angeben.
An keiner, wirklich keiner Stelle des Textes gelingt es der Revolutionären Perspektive Berlin und der Revolutionären Aktion Stuttgart ihre selbstgesetzten Ansprüche zu erfüllen.
Wo am Ende eine Parole „Für den Kommunismus“ wirbt steht vorher nichts als moralisierendes Friedensgeseier, dem man tatsächlicn gerne des Ausspruch Walter Sobchaks „Pazifismus ist nichts, wohinter man sich verstecken kann“ entgegenhält.
Denn eine tatsächliche Kritik am Kapitalismus kann oder will nicht geleistet werden, Gegen Krieg, so scheint es, scheint schon gegen Kapitalismus zu sein.
In all dem Schlechten, das die ganze Zeit angegeben und unter der Rubrik „boese“ abgeheftet wird sticht dann ein Absatz zu den vermeintlichen Opfern jenes Bösen heraus:

Die jetzigen angeblichen Hauptfeinde, die Taliban, wurden jahrelang unterstützt, finanziert und in ihre Vorgänger im Kampf gegen die Sowjetunion als »Freiheitskämpfer« gefeiert – erst als sie sich weigerten den westlichen Regierungen weiter entgegenzukommen wurden sie zu Terroristen erklärt und damit der Krieg begründet.

Eins ist klar: Terroristen werden die achso harmlosen Taliban nur genannnt, weil der Westen das als Kriegsrechtfertigung braucht. Davon, dass die Taliban islamistische Spinner sind kann zugunsten des eigenen Ziels aus dem Aufruf weggelassen werden um so eine Gruppe, die eben nicht bloß das harmlose Opfer ist zu ebenjenem zu stilisieren, vor diesem Kontext wirkt auch die Forderung nach „[…] Unterstützung der afghanischen Opposition gegen […] religiöse Fundamentalisten“ nur wie eine dahingesagte Formel um sich aus diesem Sachverhalt rauszuwinden.
Nächster Punkt, der „eines Kommunisten unwürdig ist“ (K. Held), der ätzende Demokratieidealismus der aufrufenden Gruppen:

Die »demokratischen« politischen Kräfte auf die sich die Besatzer stützen setzen sich aus Warlords, Drogenbaronen und korrupten Politikern zusammen. Diese halten an der Scharia als Gesetzgebung fest und gehen rigoros gegen soziale Proteste und oppositionelle Bewegungen vor.

Klar ist: das was die da machen ist überhaupt keine Demokratie, wie Demokratie nämlich geht wissen wir ja. Später nochmal eindrucksvoll belegt:

Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lehnt eine Kriegsbeteiligung der Bundeswehr ab, dennoch hat die Friedensbewegung in den letzten Jahren an Dynamik verloren. Mit den Demonstrationen und weiteren Aktivitäten soll nun auf die Eskalation des Krieges und die Ausweitung der Militäreinsätze reagiert werden.

Ebenso klar: die Mehrheitsgesellschaft hat Recht. Das Problem scheint ja jetzt nur, dass die Deutschen sich nicht bewegen wollen und lieber zu Hause auf dem Sofa und vor der BILD ihre Probleme bejammern wollen.
Aber das soll sich jetzt ändern! Deutsche kriegt euren Arsch hoch, so dir letztendliche Lesweise des Aufrufs, ein verzweifelter Versuch alá ALB die Menschen, „auf ihrem Standpunkt abholen“ zu wollen und damit schon fernab jener kommunistischen Begierde, die Gesellschaft aufzuruckeln und umzuschmeißen.
Ein weiteres Problem, dass die Gruppen knallhart recherchiert haben ist, dass aber die Demokratie nicht nur in Afghanistan nicht so funktioniert wie immer gewünscht, auch in Deutschland scheint die dem schönen Idealismus einen Strich durch die Rechnung zu machen:

Es gilt jedoch, sich nicht darauf zu verlassen, dass die bürgerlichen Parteien allein aufgrund von Massenprotesten von ihrem Kriegskurs Abstand nehmen.

Die Ursache dafür ist für unsere selbsternannten AntikapitalistInnen ürigens einfach gefunden, diese PolitikerInnen haben ja schließlich Macht sind deswegen, „Verwalter und Profiteure“ des Kapitalismus und können somit automatisch „nicht Teil einer Lösung sein, sondern sind Teil des Problems“.
Nur mit den ArbeiterInnen ist die Revolution zu machen! Alles klar.
Von einer Analyse der Funktionsweisen des Kapitalismus, die selbst bei oberflächlicher Betrachtung, schon zeigt, dass Otto Normal ebenso ein Teil des Systems ist wie Angela Merkel scheinen die IdealistInnen nicht viel zu halten.
Damit verstaerkt sich nur noch ein Eindruck: wie auch immer diese Personen sich nennen moegen: vom Kommunismus haben sie nicht die Bohne verstanden.

♥Tekknoatze

Musikalischer Abriss der letzten Woche II

♥Tekknoatze mit einem ♥ für Sonne präsentiert 3 Lieder, die wissen wie Bewegung entsteht:
1. Deadmau5- Subvert (Original Mix)
Zum Herleiten: Forward, Forvert, Subvert:

2. Micha Moor- Slip and Slide (Scream and Shout)

3. Young MC- Bust A Move (Don Rimini Ravekid Remix)

Wenn diese YouTube eigenen Lautstärkevergewaltigungen nicht wären… Alternative ist in Arbeit.

In diesem Sinne einen schönen Abend
♥Tekknoatze

Breaking News

1. Beim gerad eben durchgeführten Stadtrundgang musst ich beim Blick in das Schaufenster eines Bestattungsunternehmen erstaunt feststellen, dass es einen „Tag des Friedhofs“ gibt.
2. Bisher übersehen der „blogsportbrauchtfüralleseinenblog kategorie antispe
Up on the agenda: Gewohnt polemische, inhaltlich großartige Kritik am Aufruf zur „Bundeswehr und NATO raus aus Afghanistan“ Demo am 20 September in Börlin.
3. Wegen gerne gelesen fresh in the blogroll: Wendy
4. Wenn mein ZoneAlarm beim Start ein Fenster mit dem Namen „Prüfungsstatus“ öffnet fühl ich mich immer an die hauptberuflichen PrüferInnen vom GSP erinnert.
so long
♥Tekknoatze

Freiraum ist richtig feiern!

Einige kurze Randnotizen meinerseits zum (allgemein sehr empfehlenswerten) Phase2 Artikel der Redical[M] aus Göttingen.
Mir soll es dabei gar nicht so um eine Bewertung der Freiräume als politisches Ideal und vermutlich antikapitalistischen Hort des Guten gehen in diesen Punkten kann ich den GenossInnen nur recht geben.
Was in dem Text allerdings vollkommen unterschlagen wird ist, dass eine Party in einem Freiraum eben ebenso ein „richtig feiern“ (wie wollt ihr das eigentlich definieren?) sein kann.
Noch mehr. Dem im Gegensatz zu der Mehrheit von Kneipen, Discos etc. ist ein „Freiraum“ auch während einer Party ein linker Raum, heißt Freiraum bedeutet wesentlich mehr als sich mit der eigenen Ohnmacht zu identifizieren. So bietet ein „Freiraum“ ein, zumindest für meine Maßstäbe, wesentlich angenehmeres Klima, wenn man weiß, dass Scheißdeutsche, SexistInnen etc. entweder an der Tür eine Abfuhr erhalten oder sie zumindest geschmißen werden, sobald sie jene Charakterseiten nach außen kehren.
Diese Aspekte bei der Beurteilung von Freiraumpolitik zu vernachlässigen fällt angesichts der politischen Unzulänglichkeiten, die aus dem Freiraumspektrum kommen, leicht sollte aber nicht getan werden.

♥Tekknoatze

Wodka ist die Wiege der Menschheit

Und dann sowas:

Nebenbei ist eine vernünftige Variante davon schuld an dem Post. Prost.
via

Musikalischer Abriss der letzten Woche

♥Tekknoatze mit einem ♥ für Atzen präsentiert: 3 Lieder, die die Welt nicht braucht ohne die es aber wesentlich trister wäre.
1. PeterLicht- Lied vom Ende des Kapitalismus

Das Video ist Bildungsfernsehen allererster Güte!
2. Deadmau5, Melleefresh- Attention Whore

3. Sascha Funke- We Are Facing The Sun

Riesiger Hit!

♥Tekknoatze
P.S. Fehlen tut meine Wochenendhymne „Ich trinke“ von Superpunk. Reich ich nach.

Stumpf ist Trumpf


via wiedrum via

♥Schlageratze

Aufgerufen!

…ums Ganze hat den Aufruf zu den Gegenaktivitiaeten zum Anti-Islam-Kongress in Koeln veroeffentlicht. Die 2-3 Seiten Aufruf scheinen aber so manchen Durchschnittsantideutschen zu ueberfordern.
Also liebes uG Buendniss: naechstes Mal nur Parolen statt Inhalt!

♥Tekknoatze

Plippplapp

Dadurch, dass man eine unsinnige Kritik nachplappert und die vermeintlichen Argumente einfach komplett weggelassen werden wird die Kritik nicht besser.
nebenbei ist das ein banner nicht das plakat.

gold again

…ums Ganze mobilisiert zum „Anti-Islam-Kongress“ nach Köln. Mal wieder in Gold. Zu sehen bei denen

    ♥Tekknoatze

A piece of comedy

Beim Durchstöbern der unendlichen Weiten meines Musikordners ist mir heute ein besonderes Prachstück des Gutmenschentums „Die Rote Schulhof CD“ der SDAJ aufgefallen. Meine anfänglichen Befürchtungen wurden in so grandioser Weise übertroffen, dass ich meinem Amusement hier nun Ausdruck verleihen muss.
Neben viel Standartlangeweile wie Raggabund oder No Respect wartet die CD mit einigen Perlen auf als da wären Die volle Breitseite regressiven Antikapitalismus aka Die Bandbreite, die Oma Körner Band mit ihrem Smashhit des Antiamerikanismus „Ein Hoch den USA“ und nicht zuletzt der „Redebeitrag“ der SDAJ mit dem Titel „Zeit sich zu wehren“.
Bevor wir uns der Musik widmen noch ein kurzer Blick auf das Cover:
sdaj homiez
Also nun gemeinsam gegen Nazis, Bonzen und Militärs!
Beginnend die Bandbreite mit „Wir können auch anders“.
Anders gekonnt will hier wohl nur die Neuregelung der Kapitalakkumulation in Richtung „Umverteilung aus euren Schatzruhen“ gekonnt werden.
Das aber gepaart mit klarer Feinbildbestimmung so tönt es „Die Neuform des Faschismus heißt heute Neoliberalismus“ und sowieso die „fetten Heuschrecken gehören aufgeschreckt“:
[audio:DieBandbreiteWirknnenauchanders.mp3]
Next on the Agenda: Oma Körner und ihm ihre Band. Viel zu sagen bleibt nicht angesichts sich wieder einstellender Lachheulkrämpfe.
Eine Warnung noch für Menschen mit Countryallergie: nicht anhören! „Ein Hoch den USA“ ist nämlich ein grauenhaftes Cover von good ol‘ Johnny’s Ring of Fire.
[audio:OmaKrnerBandEinHochdenUSA.mp3]
Um dem Vorbild der völkischen Freaks möglichst genau zu folgen darf der in der Seele weh tuende Redebeitrag der HerausgeberInnen, gehalten übrigens vor schlechter Spannungsmusik, über die Übel dieser Welt und deren VerursacherInnen selbstverständlich nicht fehlen.

amused
♥Tekknoatze

Argument gelernt?

Ich bin ja auch antideutsch weil Israelfahnen die Nazis richtig zur Weisglut bringen.

hier
P.S. einblog nun official dorfdisco blogroll member ;). bedankt.

theoretisierende giftwellen

Gerade wenn wirklich antideutsche positionen dahinterstehen die sowieso eine theoretisierende giftwelle in das aktionspotenzial der radikalen linken gepumpt haben,…

Immer diese gräßliche Theorie. Da lernt man nachher noch was bei.
via