Archiv für März 2008

Gute Nacht 3

Vom tollen Sounding A Mosaic Album. Gute Band :)

♥Tekknoatze

Antifa Bürgernah!

Die Demo hatte einen lockeren Charakter und verlief ohne Zwischenfälle, war mal mehr und oft weniger laut und präsentierte sich optisch als schwarzer Zug mit roten Fahnen. Diejenigen MisburgerInnen, die sich der Demo trotz dieses Erscheinungsbildes anschlossen, wurden gegen Ende durch zunehmend konfrontative Parolen („Daniel Vieting / aus der Traum / bald liegst du im Kofferraum“) und Musik („Antifa Hooligans“ etc.) abgeschreckt.

Kann man bei Indymedia lesen. Es geht um eine Demo gestern in der Nähe von Hannover.
Also zu merken für die nächsten Demos: Volksmusik und Blumenparolen!
Aus gegebenen Anlass will ich hier auf einen Post von Wendy aufmerksam machen.

Wir wollen die Leute dagegen aufhetzen, daß sie sich nicht mehr regieren lassen wollen! Daß sie nicht immer enttäuscht sind über das schlecht regiert werden, und immer interessiert sind am besser regiert werden. Wir wollen den Leuten sagen: Regiert werden wollen ist der Fehler!

♥Tekknoatze

„Linke“ Verwirrungen Part 5

Meine Lieblingsserie geht in eine neue Episode. New Kid On The Blog weiß, wo die Weltrevolution ist. Und ich nicht faul wollte wissen wie das denn so aussieht und was sonst neben der Revolution so abgeht.
Das „Linke“ Bündnis Magdeburg ist der Veranstalter zur Weltrevolution und hat davor noch nen paar Zeilen gesetzt (genannt Aufruf).
Und zu lernen bevor man ordentlicher WeltrevolutionsteilnehmerIn werden kann gibt es einiges.
Denn:

Es gibt kaum Betriebe, die noch bereit sind, regulär auszubilden…

Aber:

Doch im Gegensatz dazu schießen staatlich geförderte Ausbildungsbetriebe im Osten wie Pilze aus dem Boden.

Bis hierhin also: Betriebe bilden nicht aus, das erklärt auch „die Arbeitslosigkeit (ist) bei Jugendlichen“, deswegen kommt also der Hüter der sozialen Marktwirtschaft namens Staat her und verordnet den Betrieben auszubilden, alles in Butter könnte man meinen- dann bekommen die Jugendlichen ja ihre Ausbildung. Aber so einfach ist Revolution nicht, man merke:

Dadurch kann sich eine regionale Wirtschaft auch nur auf Kosten unserer Klasse entwickeln, bzw. halten.

Ähh genau. Denn Lohnarbeit ist Ausbeutung, und die Arbeitslosen Jugendlichen hatten wenigstens Freizeit, oder? Weil wenn das Problem die Arbeitslosigkeit gewesen wäre, dann wäre die Aufhebung des Problems ja in der Schaffung von Arbeitsstellen gefunden, ist es aber nicht- also ist die Arbeit das Problem und die Arbeitslosigkeit die Lösung, richtig verstanden? Ich hab das noch nicht so drauf mit der Revolution muss ich zugeben.
Schuldige für das Problem, die müssen her aber das ist ja kinderleicht:

Entscheidend dabei sind nur die Interessen und Vorgaben der Konzerne und Kapitalisten.

Aha- die Kapitalisten mal wieder. Und natürlich die Konzerne auch weil das ist ja alles eine böse Chose.
Jetzt wirds aber widersprüchlich, weil die Arbeitslosen (die eben ja eigentlich das Problem der Arbeit gelöst hatten):

müssen sich wie erwähnt durch 1-Euro-Jobs und ABMs ausbeuten lassen.

Revolution ist halt nicht einfach. Also wir spielen Revolution 2.0 auf: Lohnarbeit=Gut, HartzIV=Ausbeutung. Hoffentlich ändern die das nicht wieder sonst versteht das ja kein Schwein (aber zumindest das scheint festzustehen sind ja die Kapitalisten und die haben mit der Revolution nichts am Hut also ist das auch egal).
Revolution 2.0 muss trotzdem wieder zu den Akten gelegt werden und durch Revolution 2.1 ersetzt werden lernen wir doch danach:

Mit dem fortwährenden Sozialabbau wird auch die Repression stärker, weil immer mehr Menschen darauf angewiesen sind sich „schwarz“ oder „illegal“ das zu nehmen, was ihnen eigentlich zusteht.

Ja wie nun, jetzt steht den Menschen auf einmal Ausbeutung zu, weil der Sozialabbau ja zunimmt und das den Menschen zustehen würde, HartzIV ja aber Sozialstaat darstellen soll? So langsam versteh ich das nicht mehr, ich glaub das ist auch egal ob Hartz IV jetzt Ausbeutung ist oder den Menschen zusteht, oder vielleicht steht den Menschen ja auch Ausbeutung zu? Das wär tatsächlich ne Super-Revolution.

Wie kann es sein, dass Menschen aufgrund von Schwarzfahren mit der Bahn in den Knast gesteckt wird?

Mein Instinkt sagt mir: Weil das gesetzlich so geregelt ist! Richtig?
Aber die Revolution bis hin zu 2.1 war nur der Vorgeschmack!!! Denn eigentlich stehen wir noch ganz gut da:

Doch nicht nur auf unserem Rücken werden Profitinteressen der kapitalistischen Konzerne ausgetragen. Vor allem die Menschen in so genannten „Dritte-Welt-Ländern“ müssen für die totale Beherrschung des Weltmarkts durch kapitalistische Konzerne bluten.

Schon wieder unglaublich was wir hier lernen: der kapitalistische Weltmarkt wird glatt von kapitalistischen Konzernen total beherrscht? Das kommt auch auf den Merkzettel zu Revolution 2.1. Weiterhin zu merken ist: Eine Revolution in Magdeburg ist tatsächlich vollkommen fehl am Platze und die Revolutionäre sollen in die 3. Welt reisen um dort die Menschen bis zum 1. Mai soweit zu bringen Revolution haben zu wollen- weil Revolution ohne die echten Unterdrückten ist ungefähr so sinnvoll wie Völker (nein das nicht- lernen wir später), Lohnarbeit (gestrichen, ist ja irgendwie gut), Kapitalisten (ja genau die sind echt sinnlos).

Durch Kriege, wirtschaftliche Sanktionen oder Installierung von Marionetten- Regimen bzw. deren militärische und wirtschaftliche Unterstützung – die imperialistischen Staaten setzten seit jeher ihre Interessen mit allen Mitteln durch.

Ja was denn nun? Sinds nun die bitterbösen Kapitalisten oder die (das muss notiert werden) „imperialistischen Staaten“? Oder nein, ha die Kapitalisten kontrollieren ja die Staaten so war das ja irgendwie.
Wir lernen aus diesem Absatz bei den Staaten ist das nicht so einfach mit dem GegnerIn sein, schließlich gibt es die bösen Staaten (Deutschland, bestimmt die USA und deren Speerspitze Israel (warum werden die hier eigentlich nicht erwähnt?) und wo was böses ist da muss es auch was nicht böses geben, das sind dann die Staaten, die den Menschen das zukommen lassen, was ihnen zusteht. Also naja dafür gibt es eigentlich Beispiel, macht ja nichts kommt bestimmt alles nach der Revolution.
(Deutschen) Militarismus muss die Revolution natürlich auch bekämpfen so lernen wir unter Anderem:

Deutsche Bundeswehrtruppen

Hmm ich würd mich auch mal sehr über amerikanische, französische oder dänische Bundeswehrtruppen freuen.

In der Colbitz-Letzlinger-Heide gibt es einen qualitativ hochwertigen Truppenübungsplatz, auf dem die Soldaten für Gefechte geschult werden.

Und ich dachte immer auf Truppenübungsplätzen würde Golf gespielt :( .

Sachsen –Anhalt ist eine der ärmsten Regionen Ostdeutschlands. Trotzdem ist genug Geld für einen der modernsten Truppenübungsplätze Europas vorhanden.

Und ich dachte immer die Bundeswehr hieße Bundeswehr weil die den Bund wehrt. Und nicht Sachsen-Anhalt, das müsste dann die Sachsen-Anhaltwehr sein. Und wenn die Busdeswehr den Bund wehrt dann zahlt der Bund die Wehr. Und Truppenübungsplätze machen sich in urbanisierten Gebieten halt nicht übermäßig gut, deswegen also da wo Platz ist und nicht da wos den Menschen gut geht. Aber alles Schwachsinn, ihr macht die Revolution ihr wisst das.

Dies alles, um Kriege vorzubereiten, welche nicht nur wahnsinnig viel Geld, sondern hauptsächlich unschuldigen Menschen das Leben kosten!

Wie eben schon gesagt ich dachte Truppenübungsplätze sind dazu da um das Handicap zu verbessern. Und der Grund für Kriege ist egal weil es geht darum unschuldigen Menschen das Leben zu nehmen und ein Heidengeld aus dem Fenster zu werfen.
Zum Schluß dann noch das was in kürzerer Form als der ohnehin kurzen vermittelt werden soll:

Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten.

Da haben wirs! Die Völker ich wusste es. Aber die Völker das ist wichtig, die müssen solidarisch zusammenstehen!

Weg mit Agenda 2010 und Hartz 4!

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

10 Euro Mindestlohn für alle!

Genau! Aufhebung des Kapitalismus ist unnötig gut bezahlte Arbeit reicht um die Ausbeutung zu beenden!

Keine deutschen Soldaten ins Ausland – gegen imperialistische Kriege!

Deutsche Soldaten kämpft im Inland! Und andere Kriege sind cool!

Klasse gegen Klasse!

Haut den Kapitalisten (diese Schweine) aufs Maul!

Proletarischen Widerstand organisieren – international!

Und wehe ein Kapitalist oder gar jemand, der was gegen Nationen hat macht mit!

Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen weltweit !!

Frehit für Christian- ist doch klar!

Es gibt nix zu feiern, außer der sozialen Revolution!!!

Aber die mit 3 Ausrufezeichen!

Gruppenroulette

Interessant, wie sich die Gruppenzusammensetzung des …ums Ganze Bündnis im Laufe der letzten Monate verändert hat.
Nochmal zur Erinnerung die Gruppen, die auf dem Plakat zum G8 (das mit der Hängematte) als Mitglieder standen waren:
T.O.P.- B3rlin
Autonome Antifa [F] FFM
Antifa r4 | Gießen
redical [M] Göttingen
Antifa AK Mannheim
ak_antifa Potsdam
Antifa Wetterau
Antifa Witten

Von denen sind nur noch die T.O.P., redical und die AA[F] dabei.
Zwischenzeitlich dabei war auf jeden Fall die Antifaschistische Aktion Hannover, davon hab ich nämlich noch ein Bild. Anscheinend auch die Antifa Hagen. Waren sonst noch Gruppen temporär dabei?
Neu hinzugekommen und heute noch dabei:
Gruppe Gegenstrom Göttingen (ca. Mai ’07)
Fast Forward Hannover (aus der AAH hervorgegangen, hat diese wohl ersetzt) (die Abspaltung war im Oktober ’08 um den Zeitraum sollte sich also auch der Eintritt der Fast Forward drehen)
Emanzipatorische Lüdenscheider AntifaschistInnen (ca. Februar ’07)
Antifaschistische Gruppe Braunschweig (September ’07)

Bemerkenswert dabei: die Stille in der das alles vonstatten gegangen ist. Keine der immerhin 6 Gruppen, die das Bündnis verlassen haben hat einen Grund oder ähnliches dargelegt bzw. im Blog von …ums Ganze wurde noch nichtmal drauf verwiesen.

Und warum das Ganze? Ich fands interessant außerdem krieg ich jetzt bestimmt derb viele Google-Hits wegen den Gruppennamen höhö.
♥Tekknoatze

Gut Nacht 2

Ich glaub das mach ich öfter.

In diesem Sinne Gut Nacht
♥Tekknoatze

Missing arguments- MAXImal

Ich habs versprochen, und das wird nicht gebrochen, deswegen MAXImal auf Argumente durchleuchtet:
MAXImal hat mittlerweile 22 Seiten gebloggt.
Argumente dabei aber eher mal vernachlässigt, sind ehrlich gesagt natürlich auch vollkommener Humbug, ich mein Argumente soweit kommts noch.
Dafür aber völkische Denkweisen, jiha!

Denn man merke:

Rasmus Andresen
Vorteil: Dänen lügen nicht, REFORMER
Nachteil: Sozialist

Ähh ja so ist das also, die Dänen, die können natürlich nicht lügen, würden sie niemals tun ist quasi bei denen in den Genen oder sowas.
Dafür gibts dann immer Weises von Adorno (Teil II ich vermisse Teil II, oder hats bis jetzt nur zu dem einen Ausschnitt gereicht?), eine immer noch fehlende Argumentation Pro Israel vom Standpunkt der deutschen Demokratie aus und anscheinend eine tiefe Bewunderung für Mr. Barack Obama.
Argumente finden sich vielleicht in seiner Facharbeit, so sollte es zumindest sein, aber ich muss wieder Lohnarbeiten und hab deswegen grad keine Zeit (Lesen werd ich die natürlich- heute abend oder Morgen).
Desweiteren fällt mein Durchgucken bis jetzt nur bis Seite 7 aus, was immerhin 7 Seiten ohne nennenswerte Argumentation sind.
Falls sich auf den restlichen 15 Seiten dann doch noch haufenweise Argumente finden, dann kann MAXImal das ja hier mal darstellen, mir reicht die Armut bis dahin.

♥Tekknoatze

Gute Nacht

Das wollt ich schon viel zu lange bloggen. Gute Nacht euch allen:

♥Tekknoatze

„Linke“ Verwirrungen Part 4

red surfer hatte schon damit angefangen die Antifa Heinsberg zu kritisieren ich versuche mal seinen Text noch ein kleines bißchen zu ergänzen.
1. Dieses Bild: Ihr scheint ja einem recht kranken Männlichkeitsideal anzuhängen. Was macht körperliche Schwachheit, Unerwachsenheit (sic!) oder Feigheit denn bitte zu Gründen nationalen Gedankenmustern zu folgen?
Wenn man euren Gedanken dann zu Ende denkt sind bei euch also nur krasse voll Prollomänner erwünscht, die sich auch ordentlich was trauen und auch alleine gegen 20 Nazis noch stumpf „Antifa heißt Angriff“ brüllen?
2. Ein Bild von euch, dass durch euren Header nochmal bestätigt wird. Stumpfes Abfeiern männlicher Anabolikajunkies, jiha! Wieder bleibt mir der Gedanke, dass ihr vom hinterfragen patriachaler Herrschaftsstrukturen und dem kritischen gegenüber stehen gegen Macktertum nicht viel haltet. Dabei sollte das aber eine Grundlage antisexistischen Denkens sein, und dagegen seid ihr ja angeblich auch.
3.1. Kommen wir zu euren Gegners nachzulesen im Über uns Teil.

Wir sind von einer antikapitalistischen, antirassistischen, antinationalistischen, antisexistischen, antihomophoben, antispezisistischen und natürlich antifaschistischen Überzeugung geprägt und lehnen den Antisemitismus ab.

Das ist ja super. Mal abgesehen davon, dass ihr vielleicht auch sowas was wie Analysen desjenigen schreiben solltet, was ihr alles ablehnt (auch wenn das dann ca. 10 Seiten Selbstverständnis werden würden, man gönnt sich ja sonst nichts). So bleibt nichts anderes als leere Worthülsen, die noch dazu falsch geschrieben werden, Speziesismus nicht wahr, kommt von Spezies. nicht von Spezis.
3.2.

Da diese Werte in unserer Gesellschaft Stück für Stück abnehmen, sehen wir es als selbstverständlich an diese Werte hochzuhalten und die Gegner dieser in jeder Form zu bekämpfen.

Werte, hmm da war doch was… Richtig Wertedebatte. Warum benutzt ihr hier bitte den Begriff des Werts? Und was stellt bitte für Erwartungen an eine kapitalistische Gesellschaft? Richtig gar keine. Eine Gesellschaft, die daraus ausgelegt ist Menschen auszubeuten hat wohl kaum Platz für Antifaschismsu etc. Außerdem beklagt ihr den Verlust(!) dieser Einstellungen in Deutschland, einem Land in dem es diese mal abgesehen vom deutschspießigen BürgrInnenantifaschismus nie gegeben hat.

Freiheit für jedermann und Kampf dessen Gegnern!

Wie das war das noch gleich mit euren Antisexismus/Antispeziesismus? Müsste sich doch aus ersterem ableiten, dass es Freiheit für jeden Menschen heißen sollte, und aus zweiterem glatt „Freiheit für jedes Lebewesen“.
4.1.

Mit Bedauern stellen wir fest, dass die Handlungen der Strafverfolgungsbehörden von weitgehender Erfolglosigkeit geprägt sind. Durch die ungenügende Tätigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft drohen in Aachen rechtsfreie Räume zu entstehen.

Ohh nein! Die bösen guten PolizistInnen helfen uns nicht mehr :( Das führt natürlich und logischerweise zu
4.2.

Wir vertrauen nicht länger auf staatliche Organe. Die schützen uns nicht!

Wie bitte? Der gute Staat schützt uns auf einmal nicht mehr? Spätestens dann wirdes natürlich Zeit die Sache in die eigene Hand zu nehmen, das heißt aber natürlich noch lange nicht, dass der Staat böse sei. Soweit kommts noch.

Geht denken
♥Tekknoatze

Den Luxus erlangen:

Scheckkarte mit Diamanten gefällig?
via

Das ist Anarchie? Na dann Prost.

Die anarchistische Jugendzeitung utopia hat letzten Herbst versucht zu erklären, was denn Anarchie sei. Das hört sich dann so an:

Der Anarchismus ist für eine Wirtschaftsordnung, in der gemeinschaftlich-solidarisch gearbeitet wird. Das heißt, es gibt keinen Chef, der sich an einem Unternehmen bereichert, während die anderen malochen. Sondern der Gewinn wird unter allen Arbeitern und Arbeiterinnen aufgeteilt. Solche Projekte gibt es bereits jetzt: Das kollektive Unternehmen Café Libertad kauft von den Zapatistas aus Mexiko Kaffee (fair und ökologisch!) um ihn hier in Deutschland wieder zu verkaufen.

Anarchie ist also wenn die Wirtschaft so organisiert ist, dass alle denselben Arbeitslohn bekommen, fair und ökologisch produzieren um die Produkte wieder zu verkaufen. Aha.
Gleichzeitig weiß die utopia aber zu sagen:

Auch der Kapitalismus ist eine Ordnung, die Anarchisten und Anarchistinnen ablehnen, weil sie darauf beruht, dass sich einige Wenige auf Kosten der armen Mehrheit bereichern.

Anarchie und Kapitalismus sind einander also entgegengesetzt.
Die Tatsache, dass Anarchie aber trotzdem ein System mit Gewinn und damit Wert sein soll entspringt einer falschen Bestimmung des Kapitalismus. Es ist nämlich immer noch Kapitalismus wenn die Löhne angeglichen sind. An der Praxis von Gewinn und Kapital hat sich ja augenscheinlich nichts geändert.
Das was die utopia uns hier als Anarchie verklickern (oder besser gesagt verkaufen?) möchte ist also nichts anderes als ein Kapitalismus, der sich unter einem vermeintlichen sozialen Deckmantel verbirgt und hat mit Emanzipation von den bestehenden Verhältnissen nicht viel zu tun.

NixPop Backup

Wer nix-pop.org vermisst hat dem kann jetzt geholfen werden. Im GulliBoard ist eine Offline Version der Seite aufgetaucht, die ein Archiv beinhaltet so wies war, als sie down genommen wurde.
Thread bei Gulli:
Link zum Rip:
Kein Passwort angegeben.

♥Tekknoatze

Von der Autorität

Gestern 2 Stunden drüber gestritten, außerdem halt ich den Text für wichtig.

Von Frederico Engels
Geschrieben zwischen Oktober 1872 und März 1873.
Nach: „Almanacco Repubblicano per l‘anno 1874″.
Aus dem Italienischen.

|305| Einige Sozialisten haben in letzter Zeit einen regelrechten Kreuzzug gegen das eröffnet, was sie das Autoritätsprinzip nennen. Sie brauchen nur zu sagen, dieser oder jener Akt sei autoritär, um ihn zu verurteilen. Mit diesem summarischen Verfahren wird derart Mißbrauch getrieben, daß es nötig ist, die Angelegenheit ein wenig aus der Nähe zu betrachten. Autorität will in dem Sinn des Wortes, um den es sich hier handelt, soviel besagen wie: Überordnung eines fremden Willens über den unseren; Autorität setzt auf der anderen Seite Unterordnung voraus. Da nun diese zwei Worte einen üblen Klang haben und das Verhältnis, das sie zum Ausdruck bringen, für den untergeordneten Teil unangenehm ist, handelt es sich um die Frage, ob es nicht ein Mittel gibt, anders auszukommen; ob wir nicht – unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen – einen anderen sozialen Zustand ins Leben rufen können, in dem diese Autorität keinen Sinn mehr hat und folglich verschwinden muß. Wenn wir die ökonomischen – industriellen und landwirtschaftlichen – Verhältnisse untersuchen, die die Grundlage der gegenwärtigen bürgerlichen Gesellschaft bilden, so finden wir, daß sie die Tendenz haben, die isolierte Tätigkeit mehr und mehr durch die kombinierte Tätigkeit der Individuen zu ersetzen. An die Stelle der kleinen Werkstätten isolierter Produzenten ist die moderne Industrie getreten, mit großen Fabriken und Werkstätten, in denen Hunderte von Arbeitern komplizierte, mit Dampf angetriebene Maschinen überwachen; die Fuhrwerke und Karren der großen Landstraßen sind abgelöst worden durch die Züge der Eisenbahn, wie die kleinen Ruderboote und Segelfeluken durch die Dampfboote. Maschinen und Dampf bringen selbst die Landwirtschaft nach und nach unter ihre Herrschaft, indem sie langsam aber sicher an die Stelle kleiner Eigentümer große Kapitalisten setzen, die mit Hilfe von Lohnarbeitern große Landflächen bebauen. Überall tritt die kombinierte Tätigkeit, die Komplizierung voneinander |306| abhängender Prozesse, an die Stelle der unabhängigen Tätigkeit der Individuen. Wer aber kombinierte Tätigkeit sagt, sagt Organisation; ist nun Organisation ohne Autorität möglich?

Nehmen wir einmal an, eine soziale Revolution habe die Kapitalisten entthront, deren Autorität heutzutage die Produktion und die Zirkulation der Reichtümer lenkt. Nehmen wir, um uns ganz auf den Standpunkt der Antiautoritarier zu stellen, weiter an, der Grund und Boden und die Arbeitsinstrumente seien zum kollektiven Eigentum der Arbeiter geworden, die sich ihrer bedienen. Wird die Autorität dann verschwunden sein oder wird sie nur die Form gewechselt haben? Sehen wir zu.

Nehmen wir als Beispiel eine Baumwollspinnerei. Die Baumwolle muß mindestens sechs aufeinanderfolgende Operationen durchlaufen, bevor sie die Gestalt des Fadens annimmt, Operationen, die – zum größten Teil – in verschiedenen Sälen vor sich gehen. Außerdem braucht man, um die Maschinen in Gang zu halten, einen Ingenieur, der die Dampfmaschine überwacht, Mechaniker für die laufenden Reparaturen und viele ungelernte Arbeiter, die die Produkte von einem Saal in den anderen zu schaffen haben etc. Alle diese Arbeiter, Männer, Frauen und Kinder, sind gezwungen, ihre Arbeit zu einer Stunde zu beginnen und zu beenden, die von der Autorität des Dampfs festgesetzt ist, der sich keinen Deut um die individuelle Autonomie kümmert. Es ist also zuerst einmal nötig, daß die Arbeiter sich über die Arbeitsstunden einigen; sind diese Stunden einmal festgelegt, so ist jedermann ohne jede Ausnahme ihnen unterworfen. Weiterhin treten in jedem Saal und in jedem Augenblick Detailfragen über die Produktionsweise, die Verteilung des Materials etc. auf, Fragen, die sofort gelöst werden müssen, wenn nicht die gesamte Produktion im selben Augenblick zum Stehen kommen soll; ob sie nun auf Entscheid eines an die Spitze jedes Arbeitszweigs gestellten Delegierten gelöst werden oder, wenn dies möglich ist, durch Majoritätsbeschluß, stets wird sich doch der Wille eines jeden unterordnen müssen; das bedeutet, daß die Fragen autoritär gelöst sein werden. Der mechanische Automat einer großen Fabrik ist um vieles tyrannischer, als es jemals die kleinen Kapitalisten gewesen sind, die Arbeiter beschäftigen. Wenigstens was die Arbeitsstunden betrifft, kann man über die Tore dieser Fabriken schreiben: Laßt alle Autonomie fahren, die Ihr eintretet! Wenn der Mensch mit Hilfe der Wissenschaft und des Erfindergenies sich die Naturkräfte unterworfen hat, so rächen diese sich an ihm, indem sie ihn, in dem Maße, wie er sie in seinen Dienst stellt, einem wahren Despotismus unterwerfen, der von aller sozialen Organisation unabhängig ist. Die Autorität in der Großindustrie abschaffen |307| wollen, bedeutet die Industrie selber abschaffen wollen; die Dampfspinnerei vernichten, um zum Spinnrad zurückzukehren.

Nehmen wir als anderes Beispiel eine Eisenbahn. Auch hier ist die Kooperation einer Unmenge von Individuen absolut notwendig: eine Kooperation, die zu ganz bestimmten Stunden stattfinden muß, damit es zu keinem Unglück kommt. Auch hier ist die erste Bedingung des Betriebs ein dominierender Wille, der jede untergeordnete Frage beiseite schiebt, mag dieser Wille nun durch einen einzelnen Delegierten repräsentiert sein oder durch ein Komitee, dem die Ausführung der Beschlüsse einer Mehrheit von Interessenten übertragen ist. In dem einen wie in dem anderen Fall haben wir es mit einer ganz ausgesprochenen Autorität zu tun. Mehr noch: Was geschähe mit dem ersten abgehenden Zuge, wenn die Autorität der Bahnangestellten über die Herren Reisenden abgeschafft wäre?

Aber die Notwendigkeit einer Autorität, und zwar einer gebieterischen Autorität, tritt am anschaulichsten bei einem Schiff auf hoher See zutage. Hier hängt, im Augenblick der Gefahr, das Leben aller davon ab, daß alle sofort und absolut dem Willen eines einzelnen gehorchen.

Jedesmal, wenn ich dergleichen Argumente den wildesten Antiautoritariern unterbreitete, wußten sie mir nichts zu antworten als: „Ah! Das ist wahr, aber hier handelt es sich nicht um eine Autorität, die wir den Delegierten verleihen, sondern um einen Auftrag!“ Diese Herren glauben die Sache verändert zu haben, wenn sie deren Namen verändern. So machen sich diese tiefen Denker über die Welt lustig.

Wir haben also gesehen, daß einerseits eine gewisse, ganz gleich auf welche Art übertragene Autorität und andererseits eine gewisse Unterordnung Dinge sind, die sich uns aufzwingen unabhängig von aller sozialen Organisation, zusammen mit den materiellen Bedingungen, unter denen wir produzieren und die Produkte zirkulieren lassen.

Andererseits haben wir gesehen, daß die materiellen Produktions- und Zirkulationsbedingungen durch die Großindustrie und die Großlandwirtschaft unweigerlich erweitert werden und die Tendenz haben, das Feld dieser Autorität mehr und mehr auszudehnen. Es ist folglich absurd, vom Prinzip der Autorität als von einem absolut schlechten und vom Prinzip der Autonomie als einem absolut guten Prinzip zu reden. Autorität und Autonomie sind relative Dinge, deren Anwendungsbereiche in den verschiedenen Phasen der sozialen Entwicklung variieren. Wenn die Autonomisten sich damit begnügten, zu sagen, daß die soziale Organisation der Zukunft die Autorität einzig und allein auf jene Grenzen beschränken wird, in denen die Produktionsbedingungen sie unvermeidlich machen, so könnte man |308| sich verständigen; sie sind indessen blind für alle Tatsachen, die die Sache notwendig machen, und stürzen sich auf das Wort.

Warum begnügen sich die Antiautoritarier nicht damit, gegen die politische Autorität, den Staat, zu wettern? Alle Sozialisten sind einer Meinung darüber, daß der politische Staat und mit ihm die politische Autorität im Gefolge der nächsten sozialen Revolution verschwinden werden, und das bedeutet, daß die öffentlichen Funktionen ihren politischen Charakter verlieren und sich in einfache administrative Funktionen verwandeln werden, die die wahren sozialen Interessen hüten. Aber die Antiautoritarier fordern, daß der autoritäre politische Staat auf einen Schlag abgeschafft werde, bevor noch die sozialen Bedingungen vernichtet sind, die ihn haben entstehen lassen. Sie fordern, daß der erste Akt der sozialen Revolution die Abschaffung der Autorität sei. Haben diese Herren nie eine Revolution gesehen ? Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt; sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittels Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit denkbar autoritärsten Mitteln aufzwingt; und die siegreiche Partei muß, wenn sie nicht umsonst gekämpft haben will, dieser Herrschaft Dauer verleihen durch den Schrecken, den ihre Waffen den Reaktionären einflößen. Hätte die Pariser Kommune nur einen einzigen Tag Bestand gehabt, wenn sie sich gegenüber den Bourgeois nicht dieser Autorität des bewaffneten Volks bedient hätte? Kann man sie nicht, im Gegenteil, dafür tadeln, daß sie sich ihrer nicht umfassend genug bedient hat?

Also von zwei Dingen eins: Entweder wissen die Antiautoritarier nicht, was sie sagen, und in diesem Fall säen sie nur Konfusion; oder sie wissen es, und in diesem Fall üben sie Verrat an der Bewegung des Proletariats. In dem einen wie in dem anderen Fall dienen sie der Reaktion.

Federico Engels

Gehört: Boys Noize- Oi Oi Oi Remixed

Holla. Wo Boys Noize mit Oi Oi Oi eine der Bestmarken 2007 in der elektronischen Musik setzten, geht es mit dem Remix Album hurtig weiter. Los gehts mit & Down. Remixed vom grandiosen Siriusmo. Das hört sich dann auch so an wie Siriusmo. Danach lässt das Auge weiter keineN FreundIn des gepflegten 4/4 Takts kalt und so wird geravet und gelacht- ganze 45 Minuten lang. Danach verbleibt man mit der Lust auf mehr und holt sich das Originalalbum wieder aus dem Plattenschrank und verbringt so einen ganzen Nachmittag ohne das Gefühl irgendwas verpasst zu haben.
Sollte man haben. Original. Link gibts trotzdem- der Fairness halber und zum Probieren.

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