Archiv für Februar 2008

Ex-Admin von oink.cd weiter in Haft

Der Admin des im letzten Oktober geschloßenen Torrenttrackers oink.cd muss weiter in U-Haft bleiben. Triftige Gründe dafür liegen nicht vor so die Newsseite gulli.com.
via

thepiratebay.org hatte sich übrigens kurz nach dem Close von oink einen ihrer üblichen Scherze geleistet. Bericht bei gulli.

Herlichen Glückwunsch?

Josef aka Joe Ackermann wird heute 60. Ob man ihm dazu gratulieren möchte oder das sein lassen möchte soll jedeR erstmal selber entscheiden. Die heutige Frankfurter Rundschau hat sich entschieden ihm im Magazin einen ganzseitigen Artikel zu widmen, den man gelesen haben sollte.
Nicht weil viel neues drinsteht sondern einfach, weil unter anderem auf die Verwirrungen gewisser Kapitalismus“kritikerInnen“ treffend eingegangen wird. Nun denn:

Der Strahlemann

An den Finanzmärkten wird Josef Ackermann gefeiert, viele Deutsche sehen in ihm das hässliche Gesicht des Kapitals. Ein Porträt zum 60. Geburtstag.

pätestens heute Abend wird es jeder Börsenhändler, Großinvestor und Investmentbanker im globalen Kapitalismus wissen: Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, feiert seinen 60. Geburtstag. Eine Stunde haben seine Planer für Interviews mit den großen Fernsehsendern der Finanzwelt reserviert.

Auf Englisch erläutert Joe Ackermann, wie er international genannt wird, CNBC, N-TV, Bloomberg und Co. die Zahlen der Bank. Und die Sender werden den strahlenden Ackermann, seinen Geburtstag und das voraussichtlich überdurchschnittliche Ergebnis bis in den letzten Winkel posaunen.

Seit die Kreditkrise den Kapitalismus erschüttert und die angelsächsische Spielart desselben in Frage stellt, gibt es weltweit nur noch zwei Banken, denen es nicht wie dem Zauberlehrling geht. Zwei Banken, die noch halbwegs die Kontrolle über all die von ihnen erfundenen Derivate und komplexen Finanzinstrumente besitzen: Goldman Sachs und die Deutsche Bank.

Die blaublütige Wall-Street-Bank und das lange Zeit international belächelte Frankfurter Institut. Kein Wunder, dass immer wieder Ackermann genannt wird, wenn Nachfolger für die Top-Positionen an der Wall Street gesucht werden. Dort muss ein Bankchef nach dem anderen gehen, weil die Verluste ins Unvorstellbare schießen.

Heute steht Ackermann da, wo er immer hin wollte: ganz oben. Er ist zu einer globalen Marke des Finanzkapitalismus avanciert. Der kleine Seppi aus dem schweizerischen Mels, Sohn eines Landarztes, hat sich wie kein zweiter Europäer in die von Amerikanern dominierte Finanzelite vorgearbeitet. Und einen größeren Triumph, als die wahrscheinlich ansehnlichen Zahlen der Deutschen Bank gerade an seinem 60. Geburtstag präsentieren zu können, wird er nie mehr feiern. Niemals strahlte die Deutsche Bank heller als in der Krise, und beim nächsten runden Geburtstag wird Ackermann nicht mehr Chef sein.

Robert-Redford-Lächeln

Dabei hat es Ackermann nicht darauf angelegt, dass er an seinem Geburtstag die Ergebnisse präsentieren darf. Die Bank erstattet schon seit Jahren am ersten Donnerstag im Februar den Anlegern über das abgelaufene Geschäftsjahr Bericht. Ackermann hätte den Termin verschieben können, um mit Familie und Freunden den Tag zu begehen. Doch das passt nicht in seine Vorstellung von der Pflicht eines Spitzenmanagers – und außerdem genießt er die Huldigungen.

Ist es derselbe Ackermann, der einst der Buhmann der Deutschen war, das hässliche Gesicht des bösen Kapitalismus‘? Der Ackermann, der zum Prozessauftakt im Fall Mannesmann das Victory-Zeichen in die Kameras reckte? Der trotz Milliarden-Gewinnen tausende Mitarbeiter vor die Tür setzte? Dem die Medien Arroganz pur unterstellten?

Er ist sich treu geblieben, seit er 2002 die Spitzenposition bei der Deutschen Bank übernahm. Nur die Wahrnehmung in der deutschen Öffentlichkeit ist heute eine andere. Der wirtschaftliche Erfolg, die Stringenz, mit der er die versprochenen Gewinne ablieferte, sowie die Imagekampagne machen es möglich.

Dabei trägt er nach wie vor das Robert-Redford-Lächeln, setzt sich sich zu den Kollegen lieber auf den Tisch und debattiert, statt in palastähnlichen Vorstandsbüros einsam nachzudenken. Er ist sich noch immer am nächsten, wenn er die Universität betritt, Seminare gibt oder daran teilnimmt. Dann erlebt man einen unprätentiösen, neugierigen und sehr höflichen Menschen.

Protzen ist nicht sein Ding. Da unterscheidet er sich von seinen Wall-Street-Kollegen. Bei einem Jahressalär jenseits von zehn Millionen Euro sind Yachten, Privatjets und Mega-Villen eigentlich Standard. Nicht so bei Ackermann, der lieber schnieke Wohnungen in Frankfurt, New York, London und der Schweiz unterhält. Der am liebsten Opern hört, nachsingt – oder in Antiquariaten stöbert.

Was aber kaum jemand weiß, in der Bank ist Ackermann tough, unbarmherzig. Er hat sie alle weggebissen, die ihm in die Quere kamen. Er hat alle Seilschaften gekappt, den Einfluss der alten deutschen Banker beseitigt und eine globale Bank gezimmert. Die einzige Währung, die zählt, ist der Gewinn. Heute ist Ackermann mächtiger als alle seine Vorgänger.

Logik des großen Spiels

Schon im Frühsommer des Jahres 2002, kurz bevor er Chef wurde, wusste er, was er wollte: erst den Laden aufräumen und dann extreme Gewinne machen. So wie die großen Wall-Street-Banken. Von einer besonderen Verantwortung für Deutschland war nie etwas zu spüren. Die Rolle der alten Deutschen Bank, als Dirigent der Deutschland AG und deren Schutzpatron, interessierte ihn nicht.

Im Gegenteil: Heute sind seine Banker gefährlich. Sie nutzen ihre Macht bis an die Grenze des Erträglichen aus. Sei es bei der mutwilligen Schließung eines offenen Immobilienfonds oder bei der Alarmierung der Finanzaufsicht im Falle der IKB.

Und noch immer ist der Shareholder, der Aktionär, sein Maß aller Dinge. Wie kein zweites deutsches Unternehmen wurde die Bank von ihm auf Rendite getrimmt – und trotzdem liegen Aktienkurs und Börsenwert heute nicht höher als vor seiner Zeit. Weil etwas an der Doktrin nicht stimmt, weil in Wirklichkeit die Banker die Gewinne unter sich in Form hoher Boni aufgeteilt haben?

Fragen, auf die Ackermann nur die Achseln zuckt. Es ist die Logik des großen Spiels – und er spielt es mit. Entlarvend die Antwort auf die Frage des Zeit-Magazins, ob Macht am Gehalt gemessen würde: „Absolut. Als ich zur Deutschen Bank kam, hatte ich zwei Millionen Mark. Wenn ich heute ein vergleichbares Gehalt hätte, würde ich jeden Respekt verlieren.“ Ackermann ist nicht gierig, nicht arrogant, sondern ein Gefangener der angelsächsischen Kapitalismuslogik.

Quelle

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1. Ein Artikel der aktuellen taz über Frauen im Internet: Hier.
2. Der Schatzmeister der NPD wurde aufrgund von Uregelmäßigkeiten festgenommen sowie die NPD-Zentrale durchsucht: Hier, Hier sowie Hier.
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